(Stand 11. 7. 2021)

 

Lesegottesdienst

mit den gottesdienstlichen Texten zum

6. Sonntag nach Trinitatis, 11. 7. 2021

 

Wochenspruch: So spricht der HERR, der dich geschaffen hat, Jakob, und dich gemacht hat, Israel: Fürchte dich nicht, denn ich habe dich erlöst; ich habe dich bei deinem Namen gerufen; du bist mein! (Jes 43,1)

 

Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.

Unsere Hilfe steht im Namen des Herrn, der Himmel und Erde gemacht hat.

 

Eingangs- und Wochenpsalm: Aus Psalm 139

1 HERR, du erforschest mich und kennest mich.

2 Ich sitze oder stehe auf, so weißt du es; du verstehst meine Gedanken von ferne. 3 Ich gehe oder liege, so bist du um mich und siehst alle meine Wege.

4 Denn siehe, es ist kein Wort auf meiner Zunge, das du, HERR, nicht alles wüsstest. 5 Von allen Seiten umgibst du mich und hältst deine Hand über mir.

6 Diese Erkenntnis ist mir zu wunderbar und zu hoch, ich kann sie nicht begreifen. 7 Wohin soll ich gehen vor deinem Geist, und wohin soll ich fliehen vor deinem Angesicht?

8 Führe ich gen Himmel, so bist du da; bettete ich mich bei den Toten, siehe, so bist du auch da.

9 Nähme ich Flügel der Morgenröte und bliebe am äußersten Meer,

10 so würde auch dort deine Hand mich führen und deine Rechte mich halten. 11 Spräche ich: Finsternis möge mich decken und Nacht statt Licht um mich sein –, 12 so wäre auch Finsternis nicht finster bei dir, und die Nacht leuchtete wie der Tag. Finsternis ist wie das Licht.

Ehr sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist

wie es war im Anfang, jetzt und immerdar und von Ewigkeit zu Ewigkeit.

Amen.

 

Tagesgebet

Guter Gott und Vater,

in der Taufe hast du uns versprochen,

immer bei uns zu sein.

Du brichst dein Versprechen nie.

Wir aber brechen unsere Versprechen oft.

Wie oft haben wir uns von dir abgewandt?

Wie oft wollten wir eigene Wege gehen,

wollten wir deinen Weg mit uns nicht annehmen?

Vergib uns, Herr,

wir haben niemand anders als nur dich.

So komm, Herr, sei uns nahe und erbarme dich unser!

 

– Kurzes Innehalten in der Stille und Zeit zum persönlichen Gebet –

 

Der, Herr, unser Gott,

er wendet sich niemals ab.

Er bleibt mit uns auf dem Weg.

Denn so hat er es versprochen:

»Ich will dich unterweisen

und dir den Weg zeigen,

den du gehen sollst;

ich will dich mit meinen Augen leiten.«

Ehre sei Gott in der Höhe!

 

Du treuer Gott,

du hast uns in der Taufe zu deinen Kindern gemacht.

Lass uns froh und mit Zuversicht unseren Weg gehen,

weil uns nichts von deiner Liebe trennen kann,

die du uns schenkst in Jesus Christus,

der mit dir und dem heiligen Geist

lebt und regiert von Ewigkeit zu Ewigkeit.

Amen.

 

Epistellesung: Aus dem Römerbrief, Kapitel 6, die Verse 3-8:

3 Wisst ihr nicht, dass alle, die wir auf Christus Jesus getauft sind, die sind in seinen Tod getauft?

4 So sind wir ja mit ihm begraben durch die Taufe in den Tod, auf dass, wie Christus auferweckt ist von den Toten durch die Herrlichkeit des Vaters, so auch wir in einem neuen Leben wandeln.

5 Denn wenn wir mit ihm zusammengewachsen sind, ihm gleich geworden in seinem Tod, so werden wir ihm auch in der Auferstehung gleich sein.

6 Wir wissen ja, dass unser alter Mensch mit ihm gekreuzigt ist, damit der Leib der Sünde vernichtet werde, sodass wir hinfort der Sünde nicht dienen.

7 Denn wer gestorben ist, der ist frei geworden von der Sünde.

8 Sind wir aber mit Christus gestorben, so glauben wir, dass wir auch mit ihm leben werden,

Halleluja! Ich will deinen Namen kundtun, ich will dich in der Gemeinde rühmen! Halleluja!

 

Glaubensbekenntnis

Wir bekennen – jede und jeder für sich und doch auch gemeinsam vor Gott – unseren christlichen Glauben:

Ich glaube an Gott, den Vater, den Allmächtigen, den Schöpfer des Himmels und der Erden. Und an Jesus Christus, seinen eingeborenen Sohn, unseren Herrn, empfangen durch den Heiligen Geist, geboren von der Jungfrau Maria, gelitten unter Pontius Pilatus, gekreuzigt, gestorben und begraben, hinabgestiegen in das Reich des Todes, am dritten Tage auferstanden von den Toten, aufgefahren in den Himmel; er sitzt zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters; von dort wird er kommen, zu richten die Lebenden und die Toten. Ich glaube an den Heiligen Geist, die heilige christliche Kirche, Gemeinschaft der Heiligen, Vergebung der Sünden, Auferstehung der Toten und das ewige Leben. Amen.

 

Tagesevangelium: Aus dem Matthäusevangelium, Kapitel 28, die Verse 16-20:

(Auch Predigttext)

Aber die elf Jünger gingen nach Galiläa auf den Berg, wohin Jesus sie beschieden hatte.

Und als sie ihn sahen, fielen sie vor ihm nieder; einige aber zweifelten.

Und Jesus trat herzu und sprach zu ihnen: Mir ist gegeben alle Gewalt im Himmel und auf Erden.

Darum gehet hin und machet zu Jüngern alle Völker: Taufet sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des heiligen Geistes

und lehret sie halten alles, was ich euch befohlen habe. Und siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende.

Amen.

 

Predigt

Die Gnade unseres Gottes sei mit uns allen. Amen!

Liebe Schwestern und Brüder! Liebe Leserinnen und Leser!

Jeder Abschied fällt schwer. Jesus hat seine Jünger auf einen Berg in Galiläa bestellt und sie ahnen, dass sie nun das letzte Mal mit ihm zusammen sein werden. Voller Gedanken gehen sie auf den Berg. So viele Erinnerungen an das gemeinsam Erlebte waren da, da war Wiedersehensfreude in ihrem Herzen. Jetzt lassen sie alles hinter sich, so wie man es bei einem Aufstieg auf einen Berg tut. Man blickt immer wieder nach oben auf das Ziel und sieht den Himmel. Wenn man hinunterschaut, dann ist alles so weit und wird bei jedem Schritt kleiner und bedeutungsloser. Sie gehen zu Jesus hinauf, Schritt für Schritt, denn auf einen Berg kann man nicht rennen. Und als sie ihn sahen, fielen sie vor ihm nieder; einige aber zweifelten, schreibt Matthäus.

Sie sind elf Jünger und sie sind ganz unterschiedliche Menschen. Jeder von ihnen hat seine ganz eigenen Erfahrungen und seine Erinnerungen mit Jesus. Hier begegnen sie ihm ganz persönlich und jeder hat seine eigenen Gefühle. Die einen sind voller Freude und möchten am liebsten Jesus um den Hals fallen, das könnte ich mir bei Johannes, dem Lieblingsjünger vorstellen. Andere sind voller Erwartung. So vielleicht Petrus, der weiß, dass Jesus ihm die Last der Verantwortung für seine Kirche übertragen hat. Andere erinnern sich daran, dass sie manchmal Jesus nicht sofort erkannt haben. Werden sie ihn diesmal erkennen? Andere sind abwartend, was will er von uns. Wieder andere sind nur traurig, denn sie wissen, dass das dieses Treffen der Abschied ist. Gemeinsam fielen die Jünger vor ihm nieder und gaben Jesus damit die Ehre, die ihm zusteht.

So begegnete man in der Antike einem großen Herrscher. Niemand durfte stehen bleiben, wenn er vor den König trat. Der Kniefall war selbstverständlich. Kein anderer war auf Augenhöhe mit dem Herrscher. Der Herrscher hatte die Macht, und ihm war keiner gleich. Das bezeugte jeder, der in seine Nähe kam. So war das damals eben.

Das bezeugen auch die Jünger mit ihrem Kniefall. Er, Jesus Christus, ist der Meister und sie sind seine Jünger. Sie sind „Lernende“, so kann man das Wort „Jünger“ auch übersetzen. Er ist der „Meister“. Thomas, der Zweifler, bezeugte, dass Jesus Christus Gott der Herr sei, als Jesus zu ihm kam. Die Jünger wissen sehr wohl, wem sie da oben auf dem Berg begegnen.

Und dann erklärt Jesus seine Stellung: Mir ist gegeben alle Gewalt im Himmel und auf Erden. Der lange Weg ist zu Ende gegangen. In Jesus war Gott ganz Mensch geworden. Am Anfang seiner Mission konnte Satan Jesus noch versuchen, indem er ihn auf einen Berg führte und ihm alle Reiche der Welt anbot. Damals lehnte Jesus das Anliegen Satans ab mit den Worten: „Du sollst anbeten den Herrn, deinen Gott, und ihm allein dienen.“ Die Grundhaltung Jesu hat sich nicht geändert, aber jetzt kann er es eben noch deutlicher aussprechen: „Mir ist gegeben alle Gewalt im Himmel und auf Erden.“

In Jesus Christus hat sich Gott uns Menschen offenbart. Jesus bezeichnet sich in diesen Worten als der Herr der Welt. So ähnlich klangen die Worte des großen Herrschers Kyros, des Perser Königs, der die Juden aus der babylonischen Gefangenschaft entließ.

Es ist sicherlich nicht zufällig, dass Matthäus am Schluss seines Evangeliums ganz ähnliche Worte wählt, wie sie auch am Schluss der Thora – der jüdischen Heiligen Schrift – stehen, in der Bibel finden wir sie in der Chronik Kapitel 26. Dort heißt es:

So spricht Kyros, der König von Persien: „Der Herr, der Gott des Himmels, hat mir alle Königreiche der Erde gegeben und hat mir befohlen, ihm ein Haus zu bauen zu Jerusalem in Juda. Wer unter euch von seinem Volke ist, mit dem sei der Herr, sein Gott, und er ziehe hinauf.“

Mit dem Aufruf des Königs Kyros im Namen des Herrn endete für das Volk Israel die babylonische Gefangenschaft. Im Auftrag Gottes fordert Kyros die Juden auf heimzukehren und den Tempel und Jerusalem wieder aufzubauen. Es ist Gott, der Herr, selber, der sie auffordert, diese gewaltige Aufgabe auf sich zu nehmen. Viele Juden zweifeln, ob das jemals gelingen könne. Aber sie ziehen los und sie vollbringen das Wunder. Jerusalem wird wieder aufgebaut. Es wird wieder einen heiligen Tempel in Jerusalem geben und für Jahrhunderte werden sie Gott in diesem Tempel verehren. Für die Juden war dieser Aufbruch vergleichbar mit dem Auszug aus Ägypten, der ganz am Anfang ihrer Geschichte als Volk Gottes stand. Immer wieder sind Menschen im Auftrag Gottes losgezogen und haben unglaubliche Aufgaben bewältigen können. Mit dem Ende der babylonischen Gefangenschaft beginnt noch einmal die Geschichte des Volkes Israel mit seinem Gott. Sie geht eigentlich weiter und beginnt doch auch wieder irgendwie neu.

Dieses Verständnis von ihrer Geschichte hatten auch die elf Jünger, als sie Jesu Missionsbefehl hörten. Wie ähnlich ist doch ihre Lage. Schon einmal – und nicht zum ersten Mal – bekam eine kleine Schar von Menschen den Auftrag, Gottes Reich aufzubauen. Diesmal ist es Jesus, der ihnen, den Jüngern, diese Aufgabe überträgt. Jesus ist Gott gleich geworden und fortan sitzt er zur Rechten Gottes, von wo er kommen wird zu richten die Lebenden und die Toten – wie wir es im Glaubensbekenntnis bekennen.

Gott selber fordert die Jünger auf, seine Kirche aufzubauen.
„Darum gehet hin und machet zu Jüngern alle Völker; tauft sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes und lehret sie halten alles, was ich euch befohlen habe.“

Liebe Schwestern und Brüder! Liebe Leserinnen und Leser!

„Macht alle Völker zu Jüngern“, legt Jesus seinen Aposteln ans Herz. Die Aufgabe ist riesengroß, aber Gott gibt Euch diese Aufgabe. Und was sollen sie verkünden? Dass Jesus Christus in die Welt kam, um uns den Weg zu Gott zurück zu ermöglichen. Er starb für uns und trug all unsere Sünden an das Kreuz. Jesus ist auferstanden und hat den Tod überwunden. Damit ist der Weg zu Gott für uns alle wieder möglich geworden. Seinen Tod und seine Auferstehung verkünden wir auch heute noch, denn in beidem liegt für uns die große Chance immer wieder neu anzufangen und mutig voranzugehen.

Auch damals in Jerusalem, als die Juden aus der babylonischen Gefangenschaft heimkehrten, gab es Männer, an die erging das Wort des Herrn, wie die Bibel schreibt. Einfache Männer wurden von Gott aufgefordert, von Gott zu erzählen und seinen Willen dem Volk zu verkünden. Als Propheten gingen sie zum Volk Israel und erfüllten ihren Auftrag gegen alle Widerstände.

Gott gab ihnen den Auftrag, seine Botschaft zu verkündigen, und er ließ sie nicht allein.

Und die Jünger auf dem Berg? Sie sind zu einem Abschied gekommen: Jesus wird in den Himmel auffahren und bei Gott sein. Nie mehr wird er plötzlich mitten unter ihnen sein, ihnen die Schrift auslegen und mit ihnen gehen, nie mehr mit ihnen zu Tisch sitzen und essen.

Richtig ist, dass Jesus in den Himmel aufgenommen wurde, dass er nun zur Rechten Gottes sitzt und seinen Platz eingenommen hat. Er ist Gott gleich geworden und handelt deshalb auch wie Gott. Und dieser Gott lässt uns Menschen nicht allein, niemals!

Und so kann Jesus Christus eben sagen: „Und siehe, ich bin bei euch bis an der Welt Ende.“

Für Gott gibt es keine Grenzen, auch nicht in Raum und Zeit. Wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, da bin ich mitten unter ihnen, heißt es an einer Stelle. Diese Zusage kann er seinen Jüngern geben. Gerade, weil er bei Gott ist, kann er bei ihnen sein.

Ich kann mir vorstellen, wie erleichtert und froh die Jünger damals auf dem Berg waren. Matthäus führt das nicht weiter aus und überlässt es uns, unsere eigenen Gefühle an diese Stelle zu setzen. Spüren wir es auch  – spüren wir, wie wahr die Zusage Jesu ist? Fühlen wir seine Nähe und seine stärkende Kraft – z.B. wenn wir einen Gottesdienst feiern? Ich würde uns das allen wünschen. Es ist eine ganz persönliche Begegnung mit Jesus, die für jeden und jede von uns unterschiedlich ist. Wir sind eine Gemeinschaft und stärken einander, aber jeder und jede von uns ist eine ganz eigene Person vor Gott – mit ganz eigenen Wünschen und Gefühlen. Das ist so und das ist gut so.

Elf Jünger standen mit Jesus auf dem Berg in Galiläa. Es war eine ganz kleine Schar und sie bekamen einen Auftrag, der einigen von ihnen nicht machbar schien. Aber im Tun haben sie erfahren, dass Gott mit ihnen war und sie haben ihren Auftrag erfüllen können.

Immer wieder stehen wir Menschen vor großen Aufgaben. An jede Generation, an jeden von uns ergeht der Auftrag Gottes Reich aufzubauen und von seinem großen Werk zu berichten.

Jeder von uns ist auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes getauft. Wir sind Jesu Jünger. Wir sind keine Meister, noch sind wir „Lernende“ ein Leben lang. Auf unserem Lebensweg mit Jesus haben viele von uns Erfahrungen gemacht und haben gelernt, dass Gott uns nicht allein gelassen hat. Deshalb können wir bezeugen: „Und siehe, ich bin bei euch bis an der Welt Ende.“ Das gilt auch heute noch.

Immer wieder stehen wir im Leben vor großen Aufgaben, die scheinbar nicht zu bewältigen sind. Ein wichtiges Lebensmotto für Martin Luther, aus dem er die Kraft für sein ganzes Werk schöpfte, waren zwei Worte: Baptatus sum – ich bin getauft. Dieses Wissen half ihm über viele Schwierigkeiten hinweg. Er wusste, dass Gott ihn nicht allein lassen würde. Luther machte sich das immer wieder bewusst, wenn ihn Mutlosigkeit überkam.

Wir alle sind getauft und haben in der Konfirmation einen Bund mit Gott geschlossen Deshalb dürfen wir darauf vertrauen, dass er uns nicht allein lassen wird – nicht im Leben und nicht im Sterben.

Und wie die Jünger damals, so sind auch wir in die Nachfolge Christi gerufen. Immer noch und immer wieder als seine Jünger. Jünger sein, heißt Jesus nachfolgen, Tag für Tag und Schritt für Schritt, als „Lernender“. Er ist unser Meister und wir sind seine Jünger. Er hat uns zugesagt, uns nicht allein zu lassen, denn wir sind in seinem Auftrag unterwegs.

„Ich bin bei euch alle Tage, bis an der Welt Ende!“ Diese Zusage Jesu dürfen wir auch heute ganz persönlich für uns in Anspruch nehmen und darauf unser Leben bauen.

Amen.

Und der Friede Gottes, welcher höher ist als all unsere Vernunft, bewahre eure Herzen und Sinne in Christus Jesus. Amen.

 

 Fürbittgebet

Herr, unser Gott und Vater,

wir bitten dich für alle,

in deren Leben Angst und Not

gerade das Bestimmende sind.

Zeige du ihnen den Weg der Hoffnung,

den du uns durch Jesus Christus gegeben hast.

Herr, erbarme dich!

 

– Herr, unser Gott, wir danken dir,

dass du uns immer wieder fähig machst,

Mauern zwischen uns wahrzunehmen und auch abzubauen.

Gib uns Kraft und Mut auch in Situationen,

in denen wir uns bedrängt und alleine fühlen.

Herr, erbarme dich!

 

– Herr, unser Gott, wir bitten dich für unsere Gemeinden.

Lass uns die Menschen nicht vergessen,

die traurig und  einsam sind.

Lass uns die Menschen nicht vergessen,

die am Rande stehen.

Erinnere uns immer wieder daran,

dass du zu ihnen gegangen bist.

Herr, erbarme dich!

 

– Herr, guter Gott,

wir beten für die verfolgte Christenheit

in vielen Ländern überall auf dieser Welt.

Wir beten für den Frieden.

So viel Hass, so viel Gewalt, so viele unschuldige Opfer.

Oft können wir die Bilder kaum ertragen.

Herr, schaffe du, was wir Menschen nicht schaffen.

Gib Frieden, Herr, gib Frieden.

Herr, erbarme dich!

 

– Kurzes Innehalten in der Stille und Zeit zum persönlichen Gebet –

 

Sei du da mit deinem Segen

– für alle, die wir lieben.

–  für alle, die nun leben, um anderen zu helfen.

–  für alle, die sich selbst nicht helfen können.

 

Sei bei den Einsamen und Kranken.

Schenke uns Einsicht in vieles, was wir nun mittragen müssen.

Schenke uns Geduld und einen langen Atem.

Schenke uns Hoffnung, an der wir niemals zweifeln wollen.

Sei bei uns allen! Heute und in aller Zeit!

 

Guter Gott, ich bete für alle,

an die ich nun denke,

und auch für mich das Gebet,

das dein Sohn Jesus Christus uns allen hinterlassen hat

und das uns durch schwere Zeiten tragen will:

 

Vater Unser im Himmel

Geheiligt werde dein Name

Dein Reich komme

Dein Wille geschehe

Wie im Himmel so auf Erden

Unser tägliches Brot gib uns heute

Und vergib uns unsere Schuld

Wie auch wir vergeben unseren Schuldigern.

Und führe uns nicht in Versuchung,

Sondern erlöse uns von dem Bösen.

Denn dein ist das Reich und die Kraft

Und die Herrlichkeit.

In Ewigkeit.

Amen.

 

Segen

Wir denken nun an all diejenigen,

die uns am Herzen liegen

– und natürlich auch an uns selbst –

und wir sprechen die Worte des Segens,

mit denen wir unsere Gottesdienste schließen.

 

Der HERR segne dich und behüte dich!

Der HERR lasse sein Angesicht leuchten über dir

und sei dir gnädig!

Der HERR hebe sein Angesicht über dich

und gebe dir Frieden!

Amen.

 

Liebe Schwestern und Brüder!

Euch allen einen gesegneten Sonntag!

Kommt gut durch die Zeit, passt auf euch auf und bleibt gesund!

Pfarrer Rüdiger Dunkel

 

 

(Stand 4. 7. 2021)

 

Lesegottesdienst

mit den gottesdienstlichen Texten zum

5. Sonntag nach Trinitatis, 4. 7. 2021

 

(Im heutigen Lesegottesdienst weicht der Predigttext vom liturgischen Kalender ab. In unserer Waldkirche, in der die Texte dieses Gottesdienstes an diesem Sonntag auch als Liturgie dienen, findet die Taufe eines Jugendlichen statt. Es ist in unserer Gemeinde üblich, dann auch die Taufe in die Mitte des Gottesdienstes zu stellen und deshalb über den Taufspruch zu predigen. Aus diesem Grund finden sie heute hier eine Predigt zum 121. Psalm.)

 

Wochenspruch: Aus Gnade seid ihr gerettet durch Glauben, und das nicht aus euch: Gottes Gabe ist es. (Eph 2,8)

 

Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.

Unsere Hilfe steht im Namen des Herrn, der Himmel und Erde gemacht hat.

 

Eingangs- und Wochenpsalm: Aus Psalm 73

1 Gott ist dennoch Israels Trost für alle, die reinen Herzens sind.

2 Ich aber wäre fast gestrauchelt mit meinen Füßen; mein Tritt wäre beinahe geglitten. 3 Denn ich ereiferte mich über die Ruhmredigen, da ich sah, dass es den Frevlern so gut ging.

8 Sie höhnen und reden böse, sie reden und lästern hoch her.

9 Was sie reden, das soll vom Himmel herab geredet sein; was sie sagen, das soll gelten auf Erden.

10 Darum läuft ihnen der Pöbel zu und schlürft ihr Wasser in vollen Zügen. 23 Dennoch bleibe ich stets an dir; denn du hältst mich bei meiner rechten Hand, 24 du leitest mich nach deinem Rat und nimmst mich am Ende mit Ehren an.

25 Wenn ich nur dich habe, so frage ich nichts nach Himmel und Erde.

26 Wenn mir gleich Leib und Seele verschmachtet, so bist du doch, Gott, allezeit meines Herzens Trost und mein Teil.

Ehr sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist

wie es war im Anfang, jetzt und immerdar und von Ewigkeit zu Ewigkeit.

Amen.

 

Tagesgebet

Herr, du hast uns füreinander

zu Schwestern und Brüdern gemacht.

Keiner ist allein,

niemand soll sagen müssen,

ich habe keinen Menschen.

Wenn wir nicht allein sind in dieser Welt,

dann wollen aber auch wir

niemanden allein lassen in seinen Sorgen,

seiner Not und seinen Ängsten.

Hilf uns, denen zu helfen,

die uns brauchen.

Schenke uns die Kraft,

unseren Mitmenschen Schwester oder Bruder zu sein!

Herr, sieh gnädig auf uns und erbarme dich unser!

 

– Kurzes Innehalten in der Stille und Zeit zum persönlichen Gebet –

 

Gott gibt uns nicht auf, niemals!

Das dürfen wir immer wieder neu spüren!

Er wendet zum Guten,

was wir versäumt haben.

Seine Liebe ist größer als unsere Schuld.

Darum können wir uns freuen und sprechen:

Lobe den Herrn, meine Seele,

und vergiss nicht, was er dir Gutes getan hat!

Ehre sei Gott in der Höhe!

 

Guter Gott und Vater,

du willst, dass wir einander

für dein Reich auf Erden gewinnen.

Du suchst uns und rufst uns.

Wir sollen deine Einladung

an alle Menschen weitersagen.

Lass uns das doch

mit immer mehr Freude und Beharrlichkeit tun.

Lass uns spüren,

dass dein Segen auf unserem Tun und Reden ruht.

Lass unsere Gemeinschaft blühen

und unsere Gemeinde auch wieder wachsen

durch unseren Herrn Jesus Christus,

der mit dir und dem Hl. Geist

lebt und regiert

von Ewigkeit zu Ewigkeit.

Amen.

 

Tagesevangelium: Aus dem Lukasevangelium, Kapitel 5, die Verse 1-11:

Der Fischzug des Petrus

1 Es begab sich aber, als sich die Menge zu ihm drängte, um das Wort Gottes zu hören, da stand er am See Genezareth

2 und sah zwei Boote am Ufer liegen; die Fischer aber waren ausgestiegen und wuschen ihre Netze.

3 Da stieg er in eines der Boote, das Simon gehörte, und bat ihn, ein wenig vom Land wegzufahren. Und er setzte sich und lehrte die Menge vom Boot aus.

4 Und als er aufgehört hatte zu reden, sprach er zu Simon: Fahre hinaus, wo es tief ist, und werft eure Netze zum Fang aus!

5 Und Simon antwortete und sprach: Meister, wir haben die ganze Nacht gearbeitet und nichts gefangen; aber auf dein Wort will ich die Netze auswerfen.

6 Und als sie das taten, fingen sie eine große Menge Fische, und ihre Netze begannen zu reißen.

7 Und sie winkten ihren Gefährten, die im andern Boot waren, sie sollten kommen und mit ihnen ziehen. Und sie kamen und füllten beide Boote voll, so daß sie fast sanken.

8 Als das Simon Petrus sah, fiel er Jesus zu Füßen und sprach: Herr, geh weg von mir! Ich bin ein sündiger Mensch.

9 Denn ein Schrecken hatte ihn erfaßt und alle, die bei ihm waren, über diesen Fang, den sie miteinander getan hatten,

10 ebenso auch Jakobus und Johannes, die Söhne des Zebedäus, Simons Gefährten. Und Jesus sprach zu Simon: Fürchte dich nicht! Von nun an wirst du Menschen fangen.

11 Und sie brachten die Boote ans Land und verließen alles und folgten ihm nach.

Halleluja! Selig sind, die Gottes Wort hören und bewahren! Halleluja!

 

Glaubensbekenntnis

Wir bekennen – jede und jeder für sich und doch auch gemeinsam vor Gott – unseren christlichen Glauben:

Ich glaube an Gott, den Vater, den Allmächtigen, den Schöpfer des Himmels und der Erden. Und an Jesus Christus, seinen eingeborenen Sohn, unseren Herrn, empfangen durch den Heiligen Geist, geboren von der Jungfrau Maria, gelitten unter Pontius Pilatus, gekreuzigt, gestorben und begraben, hinabgestiegen in das Reich des Todes, am dritten Tage auferstanden von den Toten, aufgefahren in den Himmel; er sitzt zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters; von dort wird er kommen, zu richten die Lebenden und die Toten. Ich glaube an den Heiligen Geist, die heilige christliche Kirche, Gemeinschaft der Heiligen, Vergebung der Sünden, Auferstehung der Toten und das ewige Leben. Amen.

 

Alttestamentliche Lesung: Ps 121

(auch Predigttext)

1 Ein Wallfahrtslied. Ich hebe meine Augen auf zu den Bergen. Woher kommt mir Hilfe?

2 Meine Hilfe kommt vom HERRN, der Himmel und Erde gemacht hat.

3 Er wird deinen Fuß nicht gleiten lassen, und der dich behütet, schläft nicht.

4 Siehe, der Hüter Israels schläft noch schlummert nicht.

5 Der HERR behütet dich; der HERR ist dein Schatten über deiner rechten Hand,

6 dass dich des Tages die Sonne nicht steche noch der Mond des Nachts.

7 Der HERR behüte dich vor allem Übel, er behüte deine Seele.

8 Der HERR behüte deinen Ausgang und Eingang von nun an bis in Ewigkeit!

Amen.

 

Predigt

Die Gnade unseres Herrn und Gottes sei mit uns allen. Amen.

Liebe Schwestern und Brüder! Liebe Tauffamilie! Lieber N.!

Du hast dir Worte aus diesem Psalm ausgesucht, die wir gerade gehört haben. Sie sollen dich als Taufspruch begleiten. Deshalb, weil wir deine Taufe feiern, sollen sie auch die Mitte dieses Gottesdienstes bilden.

Du erinnerst dich vielleicht, wie sehr ich mich gefreut habe, als du mir deinen Taufspruch in unserem Gespräch nanntest und welche Freude du mir damit gemacht hast. Denn deine Auswahl dieses Psalmes führt mich ganz an den Anfang meines theologischen Weges ins Pfarramt. Es war an der Ruhr-Universität in Bochum, Ende der 70er Jahre des vergangenen Jahrhunderts im vergangenen Jahrtausend. Die allererste Arbeit, die ich überhaupt geschrieben habe im Rahmen des Studiums, war im Fach Altes Testament und sie ging über den Psalm 121. Seitdem begleitet er mich als alttestamentlicher Lieblingstext schon fast 45 Jahre. Er tut es nicht, weil er mein erstes Arbeitsthema war. Nein, er tut es deshalb, weil ich damals verstanden habe, wie nahe auch die ganz alten Texte für uns sind, weil Menschen schon immer in vergleichbaren Situationen gelebt haben. Das war der erste Text, an dem ich verstanden habe, dass die Bibel etwas mit meinem Leben, mit unserem Leben zu tun hat. Die Fragen, die wir im Leben haben, dürfen wir stellen. Und auch Antworten bekommen wir eben so manches Mal aus der Bibel. So soll es wohl auch sein. So geht es mir mit diesem alten Psalm, einem Wallfahrtspsalm.

Aber schauen wir deshalb genauer auf diesen Psalm. Er führt uns an das Ende eines Festes vor langer Zeit. Damals hatten die Pilger das Laubhüttenfest gefeiert, ein Erntedankfest. Sie waren aus dem ganzen Land nach Jerusalem gekommen, hatten sieben Tage lang gefeiert, es war ein bisschen wie Urlaub; jetzt mussten alle wieder nach Hause.

Liebe Schwestern und Brüder!

Vielleicht kennt ihr das ja auch. Man feiert, ist fröhlich mit anderen zusammen. Und man vergisst einmal für eine kurze Zeit den Alltag, mit seinen ganzen Sorgen, mit der ganzen Arbeit. Aber irgendwann muss man eben dahin zurück, in die Arbeit, wieder zurück in die Alltagssorgen.

So war das vor langer Zeit da in Jerusalem auch. Das Fest war vorbei, alle mussten wieder zurück. Das bedeutete damals, tagelange Fußmärsche, manchmal sogar nachts. Da gab es zahlreiche Räuber und Diebe in den Bergen, die auf müde Pilger jetzt schon wieder warteten. Viele mussten alleine los, andere in kleinen Gruppen.

Einer dieser Pilger steht am Tor von Jerusalem und schaut auf den Weg, schaut auf die Berge, die vor ihm liegen. „Ich hebe meine Augen auf zu den bergen, woher kommt mir Hilfe?“ fragt er. In Jerusalem hatte er damals Glück. Da steht einer am Tor, vielleicht einer der Tempelpriester, der ihn segnet und ihm Mut zuspricht. Er sagt ihm erste einmal, worauf er selbst vertraut: „Meine Hilfe kommt, vom Herrn, der Himmel und Erde gemacht hat!“ Dann erzählt er, warum er das tut und dass das eben auch für den Abreisenden gilt. Gott schläft nicht, er ist da und begleitet dich, sagt er ihm. Er schützt dich vor der Sonne, er schützt dich vor dem Mond. Ihn hielten die Menschen damals nämlich für genau so gefährlich wie die Sonne. Und dann macht er etwas sehr Wertvolles und Wunderbares. Er segnet den Pilger, der nach Hause muss. Und er tut es mit den Worten, die du dir, Niclas, selbst als Taufspruch ausgesucht hast. „Der Herr behüte dich vor allem Übel, er behüte deine Seele!“ Und er fügt noch dazu: „Der Herr behüte deinen Ausgang und deinen Eingang von nun an bis in Ewigkeit!“

„Der Herr behüte dich vor allem Übel, er behüte deine Seele!“ – Lieber N., du gewährst uns mit dieser Auswahl einen ganz kleinen Blick in dein Innerstes. Vielleicht erinnerst du dich daran, wie ich dich fragte, ob du bei deiner Auswahl vielleicht auch an die Zeit gedacht hast, die gerade hinter dir und hinter uns allen liegt, und ob diese Worte auch dein Blick in die Zukunft sein sollen. Du hast spontan genickt und dazu „Ja“ gesagt.

Liebe Schwestern und Brüder!

Ein junger Mensch gestattet uns einen Blick in seine Seele. Das ist gut, denn wir alle teilen etwas mit ihm. Natürlich hatten wir alle in der Vergangenheit immer auch unsere Alltagssorgen. Aber haben wir uns nicht immer auch ein wenig zu sicher gefühlt? Ist das nicht eine Erfahrung der vergangenen Monate, dass letztlich gar nichts sicher ist und das Leben – das eigene wie das gemeinsame – eben auch ganz anders verlaufen kann? Und wenn uns das selbst verunsichert, traurig oder verzweifelt gemacht hat – ahnen wir überhaupt, was diese Monate der weltweiten Verunsicherung in den vielen jungen Menschen ausgelöst hat? Ahnen wir das?

Da war für viele Kinder und Jugendliche bis dahin immer ein Leben in Leichtigkeit, mit einer Freiheit, von der viele alte Menschen zu ihrer Jugendzeit niemals zu träumen gewagt hätten. Plötzlich ging es für die jungen Menschen auf einmal wochen- und monatelang nicht mehr in die Schule. Freunde zu treffen, bis dahin eine Selbstverständlichkeit, es sollte nicht sein. Wenn man es doch tat, dann vielleicht mit einem schlechten Gewissen oder der Sorge, dieses Virus könnte einen vielleicht doch irgendwie treffen. Haben die Jugendlichen es vielleicht noch ganz gut weggesteckt, was war eigentlich mit den Kindern, den Kleinen und Jüngsten?

Für viele war das eine ganz grausame Zeit. Wie groß ihre Sehnsucht nach Spiel und Leben, aber auch nach Gemeinschaft war, konnten wir sehen, wenn unsere Jugendleiterin Angebote machte, bei denen sich die Kinder in unserem Ökumenischen Kinder- und Jugendhaus (ÖKJH) etwas abholen konnten, um damit kreativ, aber eben meist allein zu spielen. Da kamen so viele, natürlich alle einzeln, auch um einfach mal wieder kurz auf dem Hof des ÖKJH zu sein, sich an die unbeschwerten Zeiten zu erinnern und sich auch kurz und auf Distanz von unserer Jugendleiterin Mut zusprechen zu lassen. Ich danke ihr dafür an dieser Stelle – auch wenn sie jetzt nicht hier sein kann – einmal ganz herzlich dafür. Sie hat in dieser Zeit Unglaubliches und Wertvolles geleistet und das alles ganz allein in einem Haus, das sonst von Leben und Lachen erfüllt ist. Ja, das war für viele Kinder und Jugendliche auch eine schlimme Zeit.

Viele junge Menschen haben sich in dieser Zeit verändert. Ich habe es gesehen und gehört, als ich meine Konfirmandinnen und Konfimanden in der vergangenen Woche seit März des vergangenen Jahres endlich wiedersehen konnte. Sie haben sich verändert. Auch du, N. Im März des vergangenen Jahres da warst du – und da bin ich mir ganz sicher – auf jeden Fall kleiner als ich. Und jetzt stehe ich auf einmal neben einem jungen Mann, der mir über den Kopf gewachsen ist. Aber das ist nicht die einzige Veränderung, die ich an dir und den anderen bemerkt habe. Deshalb ahne ich noch etwas. Was diese Zeit auf lange Sicht mit euch und den vielen Jugendlichen und Kindern macht, wir wissen es noch gar nicht.

Mit deinem Taufsegen aus dem 121. Psalm, lieber N., sprichst du aus, was viele deiner Generation sich wünschen. „Der Herr behüte dich vor allem Übel, er behüte deine Seele!“ Und Gott selbst verspricht dir heute in deiner Taufe, dass er genau das tun wird.

Gott sagt zu dir: Ja, verlass dich drauf. Ich behüte dich. Ich habe dich niemals aus meinen Augen verloren und werde es auch nicht tun. Ich bin da, bin dir in deinem Leben nah’ und gehe sogar mit dir. Ich behüte dich auch, damit du keinen Schaden an deiner Seele leiden wirst. Dein Mut soll dich nicht verlassen. Deine Zuversicht für dein Leben, sie soll dir bleiben. Deine Ziele und Wünsche für dein Leben, halte daran fest, ich helfe dir. Wenn dich etwas sorgt, vertraue dich mir an. Ich höre dich, auch wenn du nichts sagst. Ich schaue in dein Herz und gebe dir Kraft!“

All das, lieber N., verspricht Gott dir heute in deiner Taufe! So wie er es jedem Menschen verspricht, weil seine Liebe eben uns allen gilt.

Dir und uns allen verspricht Gott sogar noch etwas. Er sagt es uns im nachfolgenden letzten Vers: „Der Herr behüte deinen Ausgang und deinen Eingang von nun an bis in Ewigkeit!“

Geh, sagt Gott. Gehe wieder in dein Leben. Gehe neu, gehe gestärkt! Ich lasse dich nicht aus den Augen. Und von Zeit zu Zeit, wirst du auch wieder zurückkommen. Du kannst dann alles wieder einmal ruhen lassen. Alles bedenken, was war, ablegen, was dich beschwert. Zur Ruhe kommen! Und wir werden feiern – das Leben und den Glauben!

Solche Zeiten, solche Momente im Leben wünsche ich dir und wünsche ich uns allen. Zeiten und Momente, in denen wir einmal ganz zu uns und Gott zurückkommen können. Zeiten und Momente, in denen wir erkennen, wie kostbar unser Leben ist, geschenkt von Gott. Zeiten und Momente, in denen wir spüren dürfen, wie nahe uns Gott ist, weil wir ihm unsere ganze Aufmerksamkeit schenken, so wie er es für uns unablässig tut. Zeiten und Momente, in denen wir erkennen können, dass es auch für uns immer und immer wieder Möglichkeiten und Kraft zu Neuaufbrüchen und neuen Anfängen in unserem Leben gibt, auch aus dieser schlimmen Zeit heraus, die hoffentlich nun bald auch hinter uns liegt. Zeiten, in denen wir wieder unbeschwert lächeln, weil da jemand ist, der zu uns allen sagt und uns so segnet:

„Der Herr behüte dich vor allem Übel, er behüte deine Seele! Der Herr behüte deinen Ausgang und Eingang von nun an bis in Ewigkeit!“

Und der Friede Gottes, welcher höher ist als all unsere Vernunft, bewahre eure Herzen und Sinne in Christus Jesus. Amen.

 

Fürbittgebet

Guter Gott,

so viele Menschen wissen nichts von dir,

von deiner Güte und Treue,

deiner Liebe und Zuneigung

zu allen deinen Kindern.

 

Schenke uns die nötige Liebe,

unsere Mitmenschen immer wieder zu dir einzuladen

und ihnen von deiner Liebe

und deinem Willen zu erzählen.

Wir wollen uns nicht zufrieden geben damit,

dass wir doch zu dir gehören

und in deiner Nähe leben.

 

Gib uns die Geduld und die Ausdauer,

die wir brauchen,

nicht zu schnell aufzugeben,

wenn wir um die Herzen der Mitmenschen werben.

Lass uns auch in Rückschlägen bestehen.

Schärfe es uns immer wieder neu ein,

dass du uns für einander,

zur Gemeinschaft unter uns und mit dir,

bestimmt hast.

 

Vor allem, himmlischer Vater,

halte uns im Gespräch

und in guten Beziehungen miteinander,

dass wir dieses Leben

nicht jeder für sich allein bestehen wollen,

sondern gemeinsam,

einer als Stütze und Halt des anderen,

als deine Kinder und Geschwister Jesu Christi!

 

– Kurzes Innehalten in der Stille und Zeit zum persönlichen Gebet –

 

Sei du da mit deinem Segen

– für alle, die wir lieben.

–  für alle, die nun leben, um anderen zu helfen.

–  für alle, die sich selbst nicht helfen können.

 

Sei bei den Einsamen und Kranken.

Schenke uns Einsicht in vieles, was wir nun mittragen müssen.

Schenke uns Geduld und einen langen Atem.

Schenke uns Hoffnung, an der wir niemals zweifeln wollen.

Sei bei uns allen! Heute und in aller Zeit!

 

Guter Gott, ich bete für alle,

an die ich nun denke,

und auch für mich das Gebet,

das dein Sohn Jesus Christus uns allen hinterlassen hat

und das uns durch schwere Zeiten tragen will:

 

Vater Unser im Himmel

Geheiligt werde dein Name

Dein Reich komme

Dein Wille geschehe

Wie im Himmel so auf Erden

Unser tägliches Brot gib uns heute

Und vergib uns unsere Schuld

Wie auch wir vergeben unseren Schuldigern.

Und führe uns nicht in Versuchung,

Sondern erlöse uns von dem Bösen.

Denn dein ist das Reich und die Kraft

Und die Herrlichkeit.

In Ewigkeit.

Amen.

 

Segen

 

Wir denken nun an all diejenigen,

die uns am Herzen liegen

– und natürlich auch an uns selbst –

und wir sprechen die Worte des Segens,

mit denen wir unsere Gottesdienste schließen.

 

Der HERR segne dich und behüte dich!

Der HERR lasse sein Angesicht leuchten über dir

und sei dir gnädig!

Der HERR hebe sein Angesicht über dich

und gebe dir Frieden!

Amen.

 

Liebe Schwestern und Brüder!

Euch allen einen gesegneten Sonntag!

Kommt gut durch die Zeit, passt auf euch auf und bleibt gesund!

Pfarrer Rüdiger Dunkel

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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