(Stand 30. 5. 2021)

 

Lesegottesdienst

mit den gottesdienstlichen Texten zum Sonntag

Trinitatis, 30. 5. 2021

 

Wochenspruch: Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit euch allen. (2. Kor 13,13)

 

Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.

Unsere Hilfe steht im Namen des Herrn, der Himmel und Erde gemacht hat.

 

Eingangs- und Wochenpsalm: Psalm 113

Gottes Hoheit und Huld

1 Halleluja! Lobet, ihr Knechte des HERRN, lobet den Namen des HERRN!

2 Gelobt sei der Name des HERRN von nun an bis in Ewigkeit!

3 Vom Aufgang der Sonne bis zu ihrem Niedergang sei gelobet der Name des HERRN!

4 Der HERR ist hoch über alle Völker; seine Herrlichkeit reicht, so weit der Himmel ist.

5 Wer ist wie der HERR, unser Gott, der oben thront in der Höhe,

6 der niederschaut in die Tiefe, auf Himmel und Erde;

7 der den Geringen aufrichtet aus dem Staube und erhöht den Armen aus dem Schmutz,

8 dass er ihn setze neben die Fürsten, neben die Fürsten seines Volkes;

9 der die Unfruchtbare im Hause wohnen lässt, dass sie eine fröhliche Kindermutter wird. Halleluja!

Ehr sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist

wie es war im Anfang, jetzt und immerdar und von Ewigkeit zu Ewigkeit.

Amen.

 

Guter Gott, es ist wahr:

Ohne Hoffnung auf Wandel gibt es keinen Frieden,

kein Glück, finden wir keinen Sinn.

Gern hantieren wir mit Neuheiten,

und verschließen uns doch

der erneuernden Kraft deines Geistes.

Nimm uns die Furcht vor neuen Anfängen,

die du mit uns machst.

Stärke uns,

unsere Schuld vor dir zu bekennen,

lass uns spüren,

wie du davon befreien willst.

Komm, Herr, und erbarme dich unser!

 

– Kurzes Innehalten in der Stille und Zeit zum persönlichen Gebet –

 

So erinnern wir uns, was uns verheißen ist:

Und es soll geschehen in den letzten Tagen,

spricht Gott, da will ich ausgießen von meinem Geist

auf alles Fleisch;

und eure Söhne und Töchter sollen weissagen,

und eure Alten sollen Träume haben.

 

Guter Gott und Vater,

du kennst uns lange,

siehst in unser Herz.

Du merkst, wenn wir uns verändern.

Wir merken es manchmal nicht.

Gib, daß wir nicht erschrecken müssen

vor unserer neuen Gestalt.

Gib, daß wir deine Liebe wiederspiegeln,

wenn wir uns verändern.

Das bitten wir in Jesu Namen.

Amen.

 

Epistellesung: Aus dem Römerbrief, Kapitel 11, Verse 33-36

33 O welch eine Tiefe des Reichtums, beides, der Weisheit und der Erkenntnis Gottes! Wie unbegreiflich sind seine Gerichte und unerforschlich seine Wege!

34 Denn »wer hat des Herrn Sinn erkannt, oder wer ist sein Ratgeber gewesen«? (Jesaja 40,13)

35 Oder »wer hat ihm etwas zuvor gegeben, dass Gott es ihm zurückgeben müsste?« (Hiob 41,3)

36 Denn von ihm und durch ihn und zu ihm sind alle Dinge. Ihm sei Ehre in Ewigkeit! Amen.

Halleluja! Komm, Heiliger Geist, erfüll die Herzen deiner Gläubigen und entzünde in ihnen das Feuer deiner göttlichen Liebe! Halleluja!

 

Glaubensbekenntnis

Wir bekennen – jede und jeder für sich und doch auch gemeinsam vor Gott – unseren christlichen Glauben:

Ich glaube an Gott, den Vater, den Allmächtigen, den Schöpfer des Himmels und der Erden. Und an Jesus Christus, seinen eingeborenen Sohn, unseren Herrn, empfangen durch den Heiligen Geist, geboren von der Jungfrau Maria, gelitten unter Pontius Pilatus, gekreuzigt, gestorben und begraben, hinabgestiegen in das Reich des Todes, am dritten Tage auferstanden von den Toten, aufgefahren in den Himmel; er sitzt zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters; von dort wird er kommen, zu richten die Lebenden und die Toten. Ich glaube an den Heiligen Geist, die heilige christliche Kirche, Gemeinschaft der Heiligen, Vergebung der Sünden, Auferstehung der Toten und das ewige Leben. Amen.

 

Tagesevangelium: Aus dem Johannesevangelium, Kapitel 13, die Verse 1-8

(auch Predigttext)

Es war aber ein Mensch unter den Pharisäern mit Namen Nikodemus, einer von den Oberen der Juden.

Der kam zu Jesus bei Nacht und sprach zu ihm: Meister, wir wissen, du bist ein Lehrer, von Gott gekommen; denn niemand kann die Zeichen tun, die du tust, es sei denn Gott mit ihm.

Jesus antwortete und sprach zu ihm: Wahrlich, wahrlich,  sage dir: Es sei denn, daß jemand von neuem geboren werde, so kann er das Reich Gottes nicht sehen.

Nikodemus spricht zu ihm: Wie kann ein Mensch geboren werden, wenn er alt ist? Kann er denn wieder in seiner Mutter Leib gehen und geboren werden?

Jesus antwortete: Wahrlich, wahrlich, ich sage dir: Es sei denn, daß jemand geboren werde aus Wasser und Geist, so kann er nicht in das Reich Gottes kommen.

Was vom Fleisch geboren ist, das ist Fleisch; und was vom Geist geboren ist, das ist Geist.

Wundere dich nicht, daß ich dir gesagt habe: Ihr müsst von neuem geboren werden.

Der Wind bläst, wo er will, und du hörst sein Sausen wohl; aber du weißt nicht, woher er kommt und wohin er fährt. So ist es bei jedem, der aus dem Geist geboren ist.

Amen.

 

Predigt

Die Gnade unseres Gottes sei mit uns allen. Amen!

Liebe Schwestern und Brüder! Liebe Leserinnen und Leser!

Der heutige Predigttext, die Begegnung von Jesus mit Nikodemus – wir konnten sie oben lesen -, ist irgendwie rätselhaft. Und vielleicht können wir gemeinsam versuchen, uns das Rätselhafte zu erschließen. Aber bevor wir an die Lösung gehen können, wäre es vielleicht gut, den Text doch noch einmal zu lesen. Deshalb drucke ich ihn auch an dieser Stelle noch einmal ab:

Johannes 3,1-8

Es war aber ein Mensch unter den Pharisäern mit Namen Nikodemus, einer von den Oberen der Juden.

Der kam zu Jesus bei Nacht und sprach zu ihm: Meister, wir wissen, du bist ein Lehrer, von Gott gekommen; denn niemand kann die Zeichen tun, die du tust, es sei denn Gott mit ihm.

Jesus antwortete und sprach zu ihm: Wahrlich, wahrlich,  sage dir: Es sei denn, daß jemand von neuem geboren werde, so kann er das Reich Gottes nicht sehen.

Nikodemus spricht zu ihm: Wie kann ein Mensch geboren werden, wenn er alt ist? Kann er denn wieder in seiner Mutter Leib gehen und geboren werden?

Jesus antwortete: Wahrlich, wahrlich, ich sage dir: Es sei denn, daß jemand geboren werde aus Wasser und Geist, so kann er nicht in das Reich Gottes kommen.

Was vom Fleisch geboren ist, das ist Fleisch; und was vom Geist geboren ist, das ist Geist.

Wundere dich nicht, daß ich dir gesagt habe: Ihr müsst von neuem geboren werden.

Der Wind bläst, wo er will, und du hörst sein Sausen wohl; aber du weißt nicht, woher er kommt und wohin er fährt. So ist es bei jedem, der aus dem Geist geboren ist.

 

Liebe Schwestern und Brüder! Liebe Leserinnen und Leser!

Das Rätselhafte an dieser Geschichte ist nicht, warum dieser Nikodemus zu Jesus „bei Nacht“ kommt, wie es heißt. Das ist eigentlich sonnenklar! Damals wie heute werden Menschen ja mit dem identifiziert, wo sie „hingehen“. Wenn ich auf den Fußballplatz gehe, dann kann mir jeder ansehen, für welchen Verein mein Herz schlägt! Einige, die jetzt hier lesen, wissen es ja. Wenn einer als Streikposten vor dem Werkstor steht oder für seine Sache auf dem Kornmarkt unserer Stadt steht, weiß jeder, dass sie oder er in der Gewerkschaft ist. Leider stehen dort in diesen Tagen manchmal auch Menschen für eine Sache ein, die ich persönlich überhaupt nicht verstehen kann, aber selbst das muss ich wohl aushalten können.

Und wenn da einer damals in diesen Tagen zu Jesu Zeiten  zu diesem Jesus aus Nazareth geht, dann muss er damit rechnen, dass man ihn fragt: Bist du etwa für diesen Jesus? Denkst du auch wie er? Versuchst du auch, so wie er zu leben? Und glaubst du wirklich, dass er der Sohn Gottes ist und dass er allein uns retten kann?

Dieser Nikodemus damals war nicht bereit, sich bei Jesus oder sich öffentlich mit Jesus sehen zu lassen. Darum kommt er bei Nacht und Nebel. Er war ein angesehener Jude, hatte eine bedeutende Stellung in der Gemeinde. Nein, das Risiko konnte Nikodemus nicht eingehen. Es liegt also offen auf der Hand, warum Nikodemus bei Nacht kommt.

Nikodemus formuliert das Rätsel selbst. Es ist etwas, was ihn beschäftigt; was er vielleicht ahnt, aber eben nicht erklären, vielleicht nicht einmal denken kann.

„Wie kann ein Mensch geboren werden, wenn er alt ist?“ fragt er. Wir wollen uns dabei nicht irritieren lassen: …wenn er alt ist… Wir können auch noch ganz jung sein, die Frage ist trotzdem: Wie können wir neu geboren werden? Und das soll und muss – wie Jesus es sagt – geschehen, wenn wir zu wirklich Gott gehören, wenn wir an seinem Reich teilhaben wollen! In den Leib unserer Mutter können wir ja in jedem Fall nicht mehr zurück. –

Wie lösen wir das Rätsel? Hören wir noch einmal genau hin. Jesus selbst gibt den Hinweis zur Lösung: „Es sei denn, daß jemand geboren werde aus Wasser und Geist, so kann er nicht in das Reich Gottes kommen.“

Aus „Wasser geboren“…damit – denke ich – ist zweifelsfrei unsere Taufe gemeint. Getauft sind wir. Die eine Vorbedingung erfüllen wir also schon einmal. Aber „geboren aus dem Geist“ … was soll das heißen? Wir denken im ersten Augenblick sicher an die Worte, die wir an Pfingsten über den Heiligen Geist und seine Wirkung gelesen haben: Vielleicht an sein Brausen, wenn er daherfährt wie ein Sturm. Oder an die Zungen wie Feuer auf den Köpfen der Apostel am Pfingstmorgen. Oder auch an das Wunder, dass sie in allen Sprachen der Welt von Gottes großen Taten verkündigen konnten. –

Aber wenn wir ehrlich sind: Wir können das alles doch gar nicht so richtig nachvollziehen. Oder haben wir davon etwas erlebt? Was jedenfalls feststeht, ist dies: Es muss sich bei der Lösung des Rätselhaften um Dinge handeln, die nicht wir machen, sondern die an uns geschehen:

Schon das „geboren werden“ geschieht ja an uns. Und wenn wir an die Taufe denken, auch das hat man an uns getan, sicher meist, ohne dass wir gefragt wurden. Und wenn der Geist an uns wirkt? Wie ist es damit? Und die auch heute wohl immer wieder neu zu stellende Frage: Wirkt er denn überhaupt noch an uns, in unseren Tagen? Müsste eine Kirche voll des Heiligen Geistes nicht ganz anders aussehen. Ich will gar nicht über andere Formen von Kirche von Gemeinde und Begeisterten spekulieren. Ich möchte die Kirche vor Augen haben, in der ich mitleben darf. Und ich sage:

Ja, der Heilige Geist wirkt in unserer Zeit. Und Gott sei Dank, nicht weniger als in den Tagen der Apostel. Und auch gar nicht anders als damals. Leiser zwar und verborgener. Es braustnicht unbedingt, aber es weht. Es sind keine Flammen zu sehen, aber es brennt. Wir reden nicht unbedingt gleich griechisch oder chinesisch, aber, liebe Schwestern und Brüder, wir sprechen immer noch und ungebrochen die Sprache der Liebe. Und noch eines ist heute ähnlich wie vor bald 2000 Jahren: Wir können uns durchaus auch verschließen und verstocken, wenn der Geist Gottes über uns kommt. Die Jünger hätten ja auch in ihrer Stube bleiben können, bis die Feuerflamme ausgebrannt und das Brausen vom Himmel wieder verstummt wäre. Sie hätten auch nicht unbedingt hinausgehen müssen, um fremden Leuten von Jesus zu predigen. Bequemer wäre es allemal gewesen: Einfach abwarten bis alles vorbei ist. Bequemer ist es auch heute: Warten bis der Geist wieder vorbeigezogen ist und bis dahin gar nichts tun… Bloß: Langweilig ist es auch!

Die Erfahrung, die wir im vergangenen Jahr gemacht haben, ist doch auch die, dass wir zu Hause gesessen haben, mehr als jemals zuvor und gewartet haben. Wir mussten vielfach die Hände in den Schoß legen und abwarten. Und haben wir nicht auch dann so manches Mal die Erfahrung des Geistes Gottes gemacht?  In den Momenten unsrer eigenen Traurigkeit, in den Momenten, in denen wir neuen Mut geschöpft haben, in den Momenten, wo er sich uns – allen Einschränkungen zum Trotz – ja doch auch durch Menschen, die den Kontakt zu uns hielten, nahe gekommen ist.

Und auch eine andere Erfahrung haben wir gemacht. Belebend ist es für eine Gemeinde nicht, die Hände in den Schoß zu legen. War es früher manchmal so einfach und so verführerisch, in einer Kirchengemeinde, nichts zu tun, statt immer wieder neue Anfänge zu wagen, so waren wir diesmal gezwungen nichts, oder besser: vieles nur im verborgenen zu tun.

Aber zu allen Zeiten habe ich den heiligen Geist – auch in unserer gemeinde wirken sehen. Ich schließe kurz meine Augen und erinnere mich an die Zeit vor der Pandemie.

Und ich erinnere mich an den heiligen Geist ganz wunderbar in den ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen im Ökumenischen Kinder- und Jugendhaus. Sie haben in der Zeit, als wir vor ein paar Jahren nach einer neuen Leitung für dieses Haus gesucht haben, die Ärmel hochgekrempelt und die Kinder ununterbrochen in unser Haus eingeladen, haben vorbereitet, waren da, obwohl bei einigen schon der Abiturstress am Horizont leuchtete. Das war ein wunderbares Stück gelebter Glaube – und das fast im Verborgenen. Ihnen haben andere geholfen, waren da, wenn wir sie brauchten. Ich erinnere mich gerne zurück. Nun hat uns der liebe Gott schon vor ein paar Jahren eine neue Leitung ins Haus geschickt; sie hatte sehr bald  denpfingstlicher Geist hat am einem Pfingstsamstag beim ersten Kinderbibeltag durch’s Haus wehen lassen. Wunderbar! Da waren die Gottesdienste an Christi Himmelfahrt. Raus aus den Kirchen und auf’s Gelände von Familie Weinsheimer, das nun mittlerweile zu unserer Waldkirche geworden ist. Ich durfte zusehen, wie alles wunderbar hergerichtet wurde, ja, wie unserem lieben Gott der Boden buchstäblich bereitet wurde, um mit seinem Geist unter uns zu wirken.  Ein großes Kreuz erinnert uns nun alle dort daran, dass der heilige Geist uns eben auch dort empfängt.

Ich könnte jetzt ins Aufzählen geraten über das, was möglich wurde, auch mitten unter uns, weil immer Menschen da waren, die es tun. Wir dürfen uns nur nicht daran gewöhnen, es als selbstverständlich zu erachten. Aber vertrauend leben miteinander, das dürfen wir. Es geht immer weiter – mit Gott und mit uns! Wie oft haben wir schon in unserer Gemeinde Abbrüche bedauert. Aber gab es nicht immer auch wieder neue Anfänge? Genau so wird es bleiben.

War es nicht immer der gleiche Geist, Gottes guter Tröstergeist, der uns immer wieder aufgerichtet hat, wenn wir wieder einmal dachten, es wird alles weniger, dies und das funktioniert so nicht mehr? War es nicht der gleiche Geist, der uns weitergeführt hat, der uns immer wieder neue Anfänge geschenkt hat und es immer noch tut? Haben wir es als Kirchengemeinde, habt Ihr es nicht doch auch schon einmal erlebt, dieses Neu-geboren-werden, von dem das Evangelium hier spricht. Ich denke, vieles was wir in der Bibel kompliziert glauben, ist manchmal ganz einfach.

Liebe Schwestern und Brüder! Liebe Leserinnen und Leser!

Das Neu-geboren-werden – meint es nicht auch die Fähigkeit, alles was war, anzunehmen, es, wenn es nötig ist, ruhen zu lassen, um dann jeden Tag wieder neu und anders aus Gottes Hand nehmen zu dürfen. Ja, wir dürfen uns Gott jeden Tag neu anvertrauen, sein Heiliger Geist wird niemals müde darin, uns zur Seite zu bleiben. Wir alle, so behaupte ich es einmal, haben diese Erfahrung in unserem Leben schon gemacht. Wäre es nicht so, hätte sich Gott in unserem Leben nicht gezeigt, hätten wir ihn nicht hier und da auch in unserem Leben am Werk gespürt – weshalb wären wir sonst heute hier, vielleicht auch allei vor Gott, um ihm auch mit dem Lesen dieses Gottesdienstes etwas von unserer eigenen Zeit zu schenken, um mit ihm unseren eigenen Glauben zu teilen?

Eigentlich – und das ist für mich ein sehr schöner Gedanke – eigentlich bezeugt es jede und jeder mit seinem Leben und der ganz eigenen Lebensgeschichte: Gottes Kraft geht alle Wege mit. Und mit diesem Vertrauen wird es dann für uns alle möglich, diesen Tag, ja diesen Gottesdienst auch wie einen klitzekleinen Zwischenstopp anzusehen.

Liebe Schwestern und Brüder! Liebe Leserinnen und Leser!

Wir dürfen Gott danken für alles, was da war in unserem Leben. Wir dürfen ihm anvertrauen, was uns auf der Seele liegt. Und dann gehen wir wieder neu los – in diesen Tag, in alle Zeit, die Gott uns schenkt. Wie vieles hält Gott noch für uns bereit? Was wird er uns noch schenken? Er ist und er bleibt an unserer Seite. Sein guter Geist trägt, begleitet und tröstet. Deshalb gilt es auch für diesen Tag: Dies ist der Tag, den Gott gemacht, lasset uns freuen und fröhlich an ihm sein!

Und der Friede Gottes, welcher höher ist als all unsere Vernunft, bewahre Herzen und Sinne in Christus Jesus. Amen.

Und der Friede Gottes, welcher höher ist als all unsere Vernunft, bewahre eure Herzen und Sinne in Christus Jesus. Amen.

 

Fürbittgebet

Guter und gütiger Gott,

du wirst andere Menschen aus uns machen.

Du willst nicht,

daß wir einander zerstören,

du willst,

daß wir deine Liebe leben;

sie neu zu leben lernen.

Darüber dürfen wir uns freuen,

denn wir leiden an uns selbst,

dass wir nicht sind,

wie du uns haben willst.

 

Wir bitten dich:

Gewähre uns genug Zeit,

schenke uns eine neue Zeit,

dass der neue Mensch in uns wachsen kann.

Schenke uns den nötigen Raum,

damit wir nicht heimatlos werden,

wenn wir vertraute Standpunkte verlassen.

Wir sehen auf die Menschen neben uns.

Gib,

dass wir niemanden danach beurteilen,

was er im Augenblick darstellt,

sondern herausfinden,

wer er wirklich ist.

 

Schenke uns Geduld miteinander,

schenke uns Zeit und Raum,

damit wir untereinander zu leben lernen,

wie du es willst.

 

So vieles müssen wir in diesen Tagen neu bedenken,

so viele Sorgen begleiten uns.

Alles, was uns so sicher schien,

wir stellen es infrage.

Da ist die Unruhe in uns über das,

was werden wird.

Schenke uns die Ruhe,

damit wir in der Stille zu dir beten können.

 

– Kurzes Innehalten in der Stille und Zeit zum persönlichen Gebet –

 

Sei du da mit deinem Segen

– für alle, die wir lieben.

–  für alle, die nun leben, um anderen zu helfen.

–  für alle, die sich selbst nicht helfen können.

 

Sei bei den Einsamen und Kranken.

Schenke uns Einsicht in vieles, was wir nun mittragen müssen.

Schenke uns Geduld und einen langen Atem.

Schenke uns Hoffnung, an der wir niemals zweifeln wollen.

Sei bei uns allen! Heute und in aller Zeit!

 

Guter Gott, ich bete für alle,

an die ich nun denke,

und auch für mich das Gebet,

das dein Sohn Jesus Christus uns allen hinterlassen hat

und das uns durch schwere Zeiten tragen will:

 

Vater Unser im Himmel

Geheiligt werde dein Name

Dein Reich komme

Dein Wille geschehe

Wie im Himmel so auf Erden

Unser tägliches Brot gib uns heute

Und vergib uns unsere Schuld

Wie auch wir vergeben unseren Schuldigern.

Und führe uns nicht in Versuchung,

Sondern erlöse uns von dem Bösen.

Denn dein ist das Reich und die Kraft

Und die Herrlichkeit.

In Ewigkeit.

Amen.

 

Segen

Wir denken nun an all diejenigen,

die uns am Herzen liegen

– und natürlich auch an uns selbst –

und wir sprechen die Worte des Segens,

mit denen wir unsere Gottesdienste schließen.

 

Der HERR segne dich und behüte dich!

Der HERR lasse sein Angesicht leuchten über dir

und sei dir gnädig!

Der HERR hebe sein Angesicht über dich

und gebe dir Frieden!

Amen.

 

Liebe Schwestern und Brüder!

Euch allen einen gesegneten Sonntag!

Kommt gut durch die Zeit, passt auf euch auf und bleibt gesund!

Pfarrer Rüdiger Dunkel