Lesegottesdienst

mit den gottesdienstlichen Texten zum Sonntag

Kantate, 2. Mai 2021

 

Wochenspruch: Singet dem HERRN ein neues Lied, denn er tut Wunder. (Ps 98,1)

 

Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.

Unsere Hilfe steht im Namen des Herrn, der Himmel und Erde gemacht hat.

 

Eingangs- und Wochenpsalm: Psalm 98

 Singet dem HERRN ein neues Lied, denn er tut Wunder.

Er schafft Heil mit seiner Rechten und mit seinem heiligen Arm.

Jauchzet dem HERRN, alle Welt, singet, rühmet und lobet!

Lobet den HERRN mit Harfen, mit Harfen und mit Saitenspiel!

Mit Trompeten und Posaunen jauchzet vor dem HERRN, dem König!

Das Meer brause und was darinnen ist, der Erdkreis und die darauf wohnen.

Die Ströme sollen frohlocken, und alle Berge seien fröhlich vor dem HERRN; denn er kommt, das Erdreich zu richten.

Er wird den Erdkreis richten mit Gerechtigkeit und die Völker, wie es recht ist.

Ehr sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist

wie es war im Anfang, jetzt und immerdar und von Ewigkeit zu Ewigkeit.

Amen.

 

Gebet

Herr, unser Gott und Vater!

Wir finden in unsrem Leben so viele Gründe, dir zu danken.

Aber in diesen Tagen ist es nicht so einfach wie sonst!

Da sind Unsicherheiten und Ängste darüber,

wie alles werden wird.

Da geht uns die Klage schneller über unsere Lippen als unser Dank.

Da wächst unsere Ungeduld und will uns zu Leichtsinn verleiten.

Vielleicht ist da sogar Traurigkeit in uns,

weil unbeschwerte Zukunft so weit weg scheint.

Aber jetzt, Herr und Gott,

jetzt schauen wir nur auf uns.

Wir schauen auf unser Leben und unsere Zeit mit dir.

Und dann wollen wir einen Moment still werden,

um dir anzuvertrauen,

was heute schwer auf uns liegt.

 

– Zeit für einen kurzen Moment der Stille, um Gott die eigenen Gedanken anzuvertrauen –

 

Wir danken dir, Herr, dass du hörst, worum wir in der Stille bitten.

Du lässt uns niemals allein.

Dein Sohn Jesus Christus hat es uns verkündet.

Er hat es in unsere Herzen gesprochen, als er sagte:

 

Aber der Tröster, der heilige Geist,

welchen mein Vater senden wird in meinem Namen, der wird euch alles lehren

und euch erinnern an all das, was ich euch gesagt habe.

Den Frieden lasse ich euch, meinen Frieden gebe ich euch.

Nicht gebe ich euch, wie die Welt gibt.

Euer Herz erschrecke nicht und fürchte sich nicht.

Ehre sei Gott in der Höhe!

 

Ja, Herr und Gott,

wir nehmen diese Worte dankbar in uns auf.

Und wir bitten dich:

Bleibe bei uns, bleibe uns nahe!

Gib, dass dein Friede unsere Herzen erfülle

und unsere Gedanken, unsere Worte und Taten.

Mit allem, was wir sind,

mit der Gestalt unseres ganzen Lebens

wollen wir dir danken,

wollen wir dich loben und preisen.

Das bitten wir in Jesu Namen.

Amen.

 

 

Epistellesung: Aus dem Kolosserbrief, Kapitel 3, Verse 12-17

12 So zieht nun an als die Auserwählten Gottes, als die Heiligen und Geliebten, herzliches Erbarmen, Freundlichkeit, Demut, Sanftmut, Geduld;

13 und ertrage einer den andern und vergebt euch untereinander, wenn jemand Klage hat gegen den andern; wie der Herr euch vergeben hat, so vergebt auch ihr!

14 Über alles aber zieht an die Liebe, die da ist das Band der Vollkommenheit.

15 Und der Friede Christi, zu dem ihr berufen seid in einem Leibe, regiere in euren Herzen; und seid dankbar.

16 Lasst das Wort Christi reichlich unter euch wohnen: Lehrt und ermahnt einander in aller Weisheit; mit Psalmen, Lobgesängen und geistlichen Liedern singt Gott dankbar in euren Herzen.

17 Und alles, was ihr tut mit Worten oder mit Werken, das tut alles im Namen des Herrn Jesus und dankt Gott, dem Vater, durch ihn.

Halleluja! Der Herr ist auferstanden! Er ist wahrhaftig auferstanden! Halleluja!

 

Glaubensbekenntnis

Wir bekennen – jede und jeder für sich und doch auch gemeinsam vor Gott – unseren christlichen Glauben:

 Ich glaube an Gott, den Vater, den Allmächtigen, den Schöpfer des Himmels und der Erden. Und an Jesus Christus, seinen eingeborenen Sohn, unseren Herrn, empfangen durch den Heiligen Geist, geboren von der Jungfrau Maria, gelitten unter Pontius Pilatus, gekreuzigt, gestorben und begraben, hinabgestiegen in das Reich des Todes, am dritten Tage auferstanden von den Toten, aufgefahren in den Himmel; er sitzt zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters; von dort wird er kommen, zu richten die Lebenden und die Toten. Ich glaube an den Heiligen Geist, die heilige christliche Kirche, Gemeinschaft der Heiligen, Vergebung der Sünden, Auferstehung der Toten und das ewige Leben. Amen.

 

Tagesevangelium: Aus dem 19. Kapitel des Lukasevangeliums, die Verse 37-40

(auch Predigttext)

37 Und als er schon nahe am Abhang des Ölbergs war, fing die ganze Menge der Jünger an, mit Freuden Gott zu loben mit lauter Stimme über alle Taten, die sie gesehen hatten,

38 und sprachen: Gelobt sei, der da kommt, der König, in dem Namen des Herrn! Friede sei im Himmel und Ehre in der Höhe!

39 Und einige von den Pharisäern in der Menge sprachen zu ihm: Meister, weise doch deine Jünger zurecht!

40 Er antwortete und sprach: Ich sage euch: Wenn diese schweigen werden, so werden die Steine schreien.

Amen.

 

Predigt

Die Gnade unseres Herrn und Gottes sei mit euch all. Amen.

 Liebe Schwestern und Brüder, liebe Leserinnen und Leser!

„Kantate“ – so heißt dieser Sonntag im Kirchenjahr. „Kantate“ ist lateinisch und bedeutet „Singt“! Genau das tun – optimistisch geschätzt – in normalen Zeiten immer noch etwa eine Million Menschen in den auch normalerweise etwa 20.000 Gottesdiensten, nimmt man einmal alle evangelischen Landeskirchen zusammen! Viel mehr als einige vielleicht gedacht haben! Leider sind aber gerade keine „normalen“ Zeiten!

Die Musik hat Menschen schon immer fasziniert. Zum Beleg noch einmal etwas Statistik: Etwa sieben Millionen haupt- und ehrenamtliche Musikerinnen und Musiker gibt es allein in unserem Land. Sie verteilen sich auf Orchester, Chöre, und sie sind solo unterwegs. Wenn sie denn singen oder unterwegs sein dürfen. Genau das ist ja auch nun schon seit über einem Jahr nicht mehr so.

Ja, Menschen lieben die Musik. Viele Menschen schätzen den Gesang. Was hat nicht allein die evangelische Kirche an großen Chor und Musikwerken zu bieten! Johann Sebastian Bach mit seinen Werken, viele andere Namen könnten wir nennen. Da sind große Passionsmusiken, Chorwerke. In letzter Zeit kamen hier und da große Musicals vieler junger Komponisten und Chöre dazu. Kirchenchöre, Kinderchöre, Gospelchöre – Musik bewegt die Menschen. Sie öffnet uns in unseren Gottesdiensten das Herz für Gott, sie schafft Stimmungen. Musik bewegt uns buchstäblich!

Zur Zeit ruht sie, ist an vielen Orten verstummt, durch Verordnungen verboten, kann sogar gefährlich für uns werden! Wer von uns hätte das jemals gedacht! Ich weiß nicht, wie es Euch geht! Aber am heutigen Sonntag Kantate musste ich, auch durch den Predigttext aus dem Lukasevangeliumangestoßen, daran denken. Es tut weh! Aber – so hoffe nicht nur ich – noch eine kleine Weile, dann wird sie wieder erklingen. Sie wird uns froh machen! Und alle, die z.B. davon leben, dass sie uns froh macht, werden hoffentlich dann wieder sorgenbefreiter atmen, singen und auf den Plätzen, in den Hallen und Kirchen wieder für uns spielen und singen dürfen!

Liebe Schwestern und Brüder! Liebe Leserinnen und Leser!

Ein Lobpreis steht im heutigen Predigttext im Mittelpunkt! Nicht nur der Lobpreis, auch das Singen dieses Liedes! Jesus ist mit seinen Freunden auf dem Weg nach Jerusalem. Und wir können es uns geradezu vorstellen, wie die Jünger und er nach einem langen Fußmarsch, nach dem Anstieg auf den Ölberg nun oben ankommen und die Stadt taucht vor ihren Augen auf, das Ziel ist nahe. Ja, Freude ergreift die Jünger. Sie beginnen zu singen, singen das Loblied über Gott. Ich denke, sie tun es in diesem Moment für alles, was sie bisher erlebt haben – auch mit diesem Jesus –, sie tun es, weil sie bald am Ziel sind. Und noch freuen sie sich auf das, was sie in der Stadt erleben und feiern wollen. Sie schauen auf diesen Jesus und spüren in und durch ihn geradezu etwas von der angebrochenen Herrschaft Gottes in dieser Welt.

Bettler und Lahme sahen wir beim Tanz, hörten wie Stumme sprachen, durch tote Fensterhöhlen kam ein Glanz, Strahlen, die die Nacht durchbrachen. Zeichen und Wunder sahen wir geschehen…“. So lesen wir es in unserem Gesangbuch in dem Lied „Wir haben Gottes Spuren festgestellt“   (eg 648, 3).

Genau das hatten die Apostel erlebt – Zeichen und Wunder. Jesus hatte geheilt, hatte Menschen von ihrer Schuld und von Lasten befreit. Die Apostel haben es erlebt, sie können in diesem Moment da auf dem Ölberg nicht mehr schweigen. Sie singen ihre Freude darüber hinaus, wie geradezu unglaublich es ist, diesem Jesus nachzufolgen und mit ihm zu leben.

Diese Zeichen und Wunder haben die Jünger mit Jesus erlebt und können von diesen Erlebnissen nicht schweigen. Jesus hat getröstest, geheilt und Menschen von ihrer Schuld losgesprochen. Die Jünger singen, damit alle hören, wie unglaublich es ist, Jesus nachzufolgen und mit ihm zu leben.

Ein wenig erinnert ihr Gesang an Weihnachten. Auch dort wird ähnlich angekündigt und gesungen: „Gelobt sei, der da kommt im Namen des Herrn! Friede im Himmel und auf Erden!“ Jesus wird mit diesen Worten als der kommende König und Messias besungen und gesegnet, der vom Himmel den Frieden auf die Erde bringt, der uns Gottes Nähe und sein Reich hier auf Erden anbrechen lässt.

Genau darüber sind die Freunde Jesu so voller Hoffnung. Vom Berg Zion aus wird sich diese Gottesherrschaft durch ihren Herrn Jesus auf der Erde verbreiten und zur neuen Wirklichkeit werden!

Nun aber stimmen die Jünger ihr eigenes Loblied an. Sie singen den Psalm 118. Hier im Predigttext sind sie schon beim Vers 26 angekommen, also fast am Ende des Liedes! Ich spüre, dass ihr Gesang fröhlich klingt. Vielleicht nicht unbedingt harmonisch, eher spontan freudevoll, jubelnd. Es ist ihre Art, den bevorstehenden Einzug in Jerusalem zu bejubeln. Da es ein alter Psalm war, den die Menschen damals kannten, da auch der Ölberg wohl eine beliebte Stätte für Menschen war, kann ich mir vorstellen, dass sie nicht allein da oben standen – schließlich waren einige Pharisäer ja wohl auch da – und wie die umstehenden Menschen sich von ihrer Freude anstecken ließen. Nach und nach begannen die Menschen dort mit den Jüngern Jesu zu singen.

Und die Pharisäer? Natürlich kannten sie diesen alten Psalm auch, waren vielleicht sogar gewohnt, ihn auch in ihren Feiern zu singen. Aber es waren eben ihre Feiern, hier auf dem Ölberg aber gerade nicht. Die ansteckende Freude scheint sie eher zu ärgern. Sie geben sich – wie so oft – eher zugknöpft, geradezu feindselig. Die Jünger sollen ruhig sein, wünschen sie sich. Jesus selbst soll dafür sorgen. „Meister, weise doch deine Jünger zurecht!“ (V. 39) fordern sie. Jubelnde Menschen, oder besser: Jesus zujubelnde Menschen können sie so kurz vor dem Passahfest überhaupt nicht gebrauchen, wollen es auch nicht dulden.

Sie ahnen nämlich genau, dass mit diesem König, der da kommt im Namen des Herrn  und den besonders die Apostel gerade besingen, dieser Jesus aus Nazareth gemeint ist. Und jetzt stecken sie durch dieses Lied auch noch andere Menschen mit dieser Annahme an. Unglaublich für die Pharisäer! Empörend! Deshalb diese scharfe Zurechtweisung an diesen Jesus!

In ihrem Denken ist nämlich alles sehr festgelegt. Für eine neue, für eine gute Nachricht, für ein Evangelium ist da nun wirklich kein Platz! Sie werden solch einem religiös Verwirrten und seiner ebenso verwirrten Anhängerschaft keine Möglichkeiten bieten, weiter so gefährlich und umstürzend zu predigen. Sie hören wie er sich als Davids Sohn bezeichnen lässt, wie er von Gott als seinem Vater redet. Ich denke, ihr Urteil wird hier schon festgeklopft, lange vor dem Einzug in Jerusalem. Ausschalten, am besten noch durch die Römer. Die Taktiker unter ihnen wissen schon den Weg.

Was macht Jesus, der, den sie so zurechtweisen? Kuscht er jetzt verängstigt, lässt er sich einschüchtern? Ob Jesus sich aufregt, wir erfahren es nicht. Ob er ängstlich wird oder eingeschüchtert, keine Spur davon im Evangelium. Nein, ich finde seine Antwort lässt momentan noch seine Gelassenheit spüren. Er beschwert sich nicht über die Art der Anrede durch die Pharisäer. Er ist an einer Auseinandersetzung mit ihnen in diesem Moment überhaupt nicht interessiert. Er weiß, was kommt. Er weiß auch, es ist nicht aufzuhalten. Er weiß vielleicht, oder besser: bestimmt sogar schon etwas über diese Stadt, auf die sie alle von da oben schauen. Vierzig Jahre später nämlich wird sie in Trümmern liegen, der Tempel zerstört sein. Es ist nicht aufzuhalten. Werden seine Jünger nicht singen dürfen, dann werden es eben die Steine tun; die Steine der Stadt werden eines Tages ihre Klagelieder singen. Aber aufzuhalten ist es nicht. Deshalb sagt Jesus, was er vor seinem inneren Auge gerade sieht, vielleicht klingt es in den Ohren der Pharisäer ebenso schroff: „Wenn diese schweigen werden, so werden die Steine schreien.“ (V. 40)

Dass Jesus es genau so meint, wird deutlich, wenn wir die nächsten vier Verse betrachten. Alle freuen sich hier nämlich gerade. Aber direkt nach seiner Antwort beginnt Jesus zu weinen. Er weint über diese Stadt Jerusalem, die ja auch ihm am Herzen liegt. Er erzählt den umstehenden Menschen von der bevorstehenden Zerstörung. Ob ihm in diesem Moment damals auf dem Ölberg die Menschen geglaubt haben, weiß ich nicht. Bestimmt nicht alle. Jesus selbst konnte dieses Wissen jedenfalls nicht mehr für sich behalten. So lässt er es heraus, weint über die Stadt Jerusalem und auch über die Menschen, die seine Worte nicht hören und annehmen können.

Nein, Gesänge seiner Jünger – wie hier bei Lukas – auch nicht später die Gesänge der Kinder beim Einzug in Jerusalem – wie an anderer Stelle bei Matthäus – können seine Kritiker, seine Gegner und wohl auch nicht viele zweifelnde, im Glauben unsichere Menschen erreichen und umstimmen. Diese Gesänge erreichen viele Herzen nicht!

Und trotzdem! der Lobpreis Gottes gerade auch durch Gesänge und Lieder – er ist seit damals niemals mehr verstummt! Immer wieder wird Jesus in den späteren Jahrhunderten als König besungen werden – „Jesus Christus herrscht als König“ (eg 123), „O König aller Ehren, Herr Jesu Christ“ (eg 71). Manche Lieder sind gesungene Predigten. Sie bewegen die Herzen der Menschen, finden Worte für ihren Glauben und bringen sie zum Klingen. Sie machen Mut zu Neuanfängen. Sie ermutigen zur tätigen Nächstenliebe. Sie wecken den Glauben im Menschen.

Die Nachfolgerinnen und Nachfolger Jesu, die vielen Glaubensgemeinschaften durch die Jahrhunderte und auch die Kirchen der verschiedenen Konfessionen hatten immer einen Halt an Gesang und Glaubensliedern.

Viele Lieder verbinden uns im Gotteslob der katholischen Kirche und dem Evangelischen Gesangbuch unserer Kirche. Lieder wirken glaubensverbindend. Die Lieder mit dem „Ö“ für „Ökumene“ künden in wunderbaren Tönen von dem einen Gott, den wir gemeinsam haben und besingen können. Sie vereinen uns Kirchen jetzt schon als eine von vielen Möglichkeiten, noch mehr und enger zusammenzuwachsen.

Der Lobgesang Gottes hat sich niemals mehr aufhalten lassen, durch alle Jahrhunderte nicht. Natürlich haben sich zu allen Zeiten Melodien und Texte verändert. Eines haben sie aber auch durch alle Zeit und für alle Zeit gemeinsam. Sie loben und ehren Gott. Wir tun es ebenso, wenn wir sie singen, sogar, wenn wir sie hören! Ganz gleich, ob selbst gesungen, ob durch Bachs Passionen erklungen, ob durch manchmal sehr moderne Lieder auf den Kirchentagen und Poporatorien. Aber es gibt eben Musik und Lieder in unseren Kirchen, die tatsächlich alle Generationen dazu bringen, den eigenen Glauben auf diese Weise zum Ausdruck zu bringen.

Viele dieser Lieder sind sogar zu Predigten über diesen einen Gott geworden, die viele von uns unaufgebbar in unseren Herzen tragen. Oder profaner und einfacher gesagt: die wir sogar auswendig können, weil sie uns schon so lange begleiten. „Macht hoch die Tür, die Tor macht weit“, bei den Älteren von uns auch noch „Lobe den Herren“ oder „Nun danket alle Gott“. Lieder begleiten uns durch das ganze Kirchenjahr. Immer wieder taucht für viele mindestens eines in den Gottesdiensten auf, mit dem wir unsere eigene Glaubensgeschichte verbinden können, die uns Halt im Glauben geben können. Zu besonderen Zeiten z.B. haben Lieder wie „So nimm denn meine Hände“ oder „Befiehl du deine Wege“ trösten aber auch ermutigen können. Viele ältere Gemeindeglieder können das bezeugen!

Liebe Schwestern und Brüder! Liebe Leserinnen und Leser!

Musik und Singen geben Halt für unseren Glauben. Deshalb freue ich mich – und ich bin bestimmt wahrlich nicht der einzige –, wenn wir endlich auch wieder singende und auf diese Art Gott gemeinsam, lebende Gemeinde in unseren Kirchen und Gottesdiensten werden können. Dann werden wir keine Klagelieder anstimmen. Das haben wir innerlich in dem vergangenen Jahr wohl zur Genüge getan. Der liebe Gott musste sie sich in all seiner Geduld anhören und hat es auch getan. Nein, mit vielen anderen werden wir alle fröhlichen Glaubenslieder, die wir kennen aufschlagen, und singen, bis auch dann der liebe Gott lächelnd sagen wird: „Ja, es reicht! Ich habe euch gehört und freu mich mit euch!“ Genau so, liebe Schwestern und Brüder, wird es kommen!

„Singet dem HERRN ein neues Lied, denn er tut Wunder“. (Ps 98,1) Genau auch davon kündet unser Wochenspruch für die kommende Woche. Auf dieses Versprechen sprechen wir unser „Amen – so sei es“!

Und der Friede Gottes, welcher höher ist als all unsere Vernunft, bewahre unsere Herzen und Sinne in Christus Jesus. Amen.

 

 Fürbittgebet

 Herr, unser Gott und Vater!

Lass deinen Geist unter uns wohnen,

dass er uns erwärme und belebe,

damit wir dir gerne dienen.

 

Lass uns über dem Lobpreis deiner Güte

das Elend der Welt nicht vergessen:

die Angst der Weinenden und Verzagten,

die Not der Verlassenen und Verletzten,

die Verzweiflung der an Leib und Seele Gefolterten.

Sei du bei allen Menschen!

 

Lass in der ganzen Welt deine Kirche

aus Anbetung und Gesang

neue Kräfte schöpfen.

Mach sie bereit, von sich wegzusehen

und die vielen, die dich brauchen,

anzunehmen.

Lass deine Kirche sich auf den Dienst

an deiner Schöpfung ausrichten –

alles zu deiner Ehre, Herr, unser Gott.

Bleibe du bei deiner Kirche und bei allen Menschen!

 

Herr, unser Gott und Vater, schau’ auf uns!

Schenke du uns allen deinen Segen!

Schenke deinen Segen den Menschen,

die mir heute besonders am Herzen liegen.

 

Sei du da mit deinem Segen

– für alle, die wir lieben.

–  für alle, die nun leben, um anderen zu helfen.

–  für alle, die sich selbst nicht helfen können.

 

Sei bei den Einsamen und Kranken.

Schenke uns Einsicht in vieles, was wir nun mittragen müssen.

Schenke uns Geduld und einen langen Atem.

Schenke uns Hoffnung, an der wir niemals zweifeln wollen.

Sei bei uns allen! Heute und in aller Zeit!

 

Guter Gott,

ich bete für alle, an die ich nun denke,

und auch für mich das Gebet,

das dein Sohn Jesus Christus uns allen hinterlassen hat

und das uns durch schwere Zeiten tragen will:

 

Vater Unser im Himmel

Geheiligt werde dein Name

Dein Reich komme

Dein Wille geschehe

Wie im Himmel so auf Erden

Unser tägliches Brot gib uns heute

Und vergib uns unsere Schuld

Wie auch wir vergeben unseren Schuldigern.

Und führe uns nicht in Versuchung,

Sondern erlöse uns von dem Bösen.

Denn dein ist das Reich und die Kraft

Und die Herrlichkeit.

In Ewigkeit.

Amen.

 

Segen

Wir denken nun an all diejenigen,

die uns am Herzen liegen – und natürlich auch an uns selbst –

und wir sprechen die Worte des Segens,

mit denen wir unsere Gottesdienste schließen.

 

Der Herr segne euch und behüte euch.

Der Herr lasse sein Angesicht über euch leuchten

und sei euch gnädig.

Der Herr erhebe sein Angesicht auf euch

und schenke euch Frieden.

Amen.

 

Euch allen einen gesegneten Sonntag!

Kommt gut durch die Zeit, passt auf euch auf und bleibt gesund!

Pfr. Rüdiger Dunkel