Lesegottesdienst mit den gottesdienstlichen Texten zum Sonntag Rogate, 9. Mai 2021

Lesegottesdienst

mit den gottesdienstlichen Texten zum Sonntag

Rogate, 9. Mai 2021

 

Wochenspruch: Gelobt sei Gott, der mein Gebet nicht verwirft noch seine Güte von mir wendet. (Ps 66,20)

 

Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.

Unsere Hilfe steht im Namen des Herrn, der Himmel und Erde gemacht hat.

 

Eingangs- und Wochenpsalm: Psalm Ps 95,1-7a

 1 Kommt herzu, lasst uns dem HERRN frohlocken und jauchzen dem Hort unsres Heils!

2 Lasst uns mit Danken vor sein Angesicht kommen und mit Psalmen ihm jauchzen! 3 Denn der HERR ist ein großer Gott und ein großer König über alle Götter.

4 Denn in seiner Hand sind die Tiefen der Erde, und die Höhen der Berge sind auch sein.

5 Denn sein ist das Meer, und er hat’s gemacht, und seine Hände haben das Trockene bereitet.

6 Kommt, lasst uns anbeten und knien und niederfallen vor dem HERRN, der uns gemacht hat.

7 Denn er ist unser Gott und wir das Volk seiner Weide und Schafe seiner Hand.

Ehr sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist

wie es war im Anfang, jetzt und immerdar

und von Ewigkeit zu Ewigkeit.

Amen.

 

Gebet

Gott, unser Vater!

Da ist auf einmal so viel Einsamkeit unter uns,

so viel Sprachlosigkeit.

Wir möchten gern reden,

so vertraut und nahe mit vielen anderen Menschen,

wie wir es immer taten.

Wir schwer tun wir uns zur Zeit damit,

miteinander zu reden,

unbelastet und ganz frei.

Und würden wir wirklich aussprechen,

was uns so schwer auf der Seele liegt?

Auch mit dir zu reden, ist nicht immer leicht.

Da wäre gerade so viel Klage,

da wäre unsere Frage „Warum das alles?“

Würden wir Worte finden für unser Lob,

für unsere Freude darüber, dass du da bist?

Herr, befreie uns von allen trüben Gedanken,

in denen wir uns gerade so oft verstricken.

Befreie uns von der Verschlossenheit,

in der wir zu verkümmern scheinen.

Schenke uns das Glück der Zwiesprache

mit dir und mit unseren Mitmenschen.

Lass uns wieder Nähe spüren!

Komm, und erbarme dich unser!

 

– Kurze Stille für ein persönliches Gebet –

 

Denn wir hängen doch an dir und an deinem Wort!

Daran denken wir, weil  es dein Sohn Jesus Christus,

uns doch so gesagt und versprochen hat:

Ich bin der Weinstock,

ihr seid die Reben.

Wer in mir bleibt und ich in ihm,

der bringt viel Frucht.

Ehre sei Gott in der Höhe!

 

Guter Gott und Vater!

Wenn wir auch jetzt nicht als Gemeinschaft versammelt sind,

so sind wir doch in deiner Gegenwart vereint,

weil du uns in unseren Wohnungen und Häusern aufsuchst,

um bei uns zu sein.

Wir sind niemals verlassen,

auch wenn wir manchmal meinen,

wir hätten keinen Boden unter den Füßen.

Du bist da, und du wirst immer da sein,

wo immer die Zeit uns hinführt.

Dass dieses für uns alle spürbar bleibt,

jeden Tag neu,

das bitten wir in Jesus Christus,

deinem Sohn,

der mit dir und dem Heiligen Geist

lebt und regiert

von Ewigkeit zu Ewigkeit.

Amen.

 

Tagesevangelium: Aus dem Lukasevangelium, Kapitel 11, die Verse 1-13

1 Und es begab sich, dass er an einem Ort war und betete. Als er aufgehört hatte, sprach einer seiner Jünger zu ihm: Herr, lehre uns beten, wie auch Johannes seine Jünger lehrte.

2 Er aber sprach zu ihnen: Wenn ihr betet, so sprecht: Vater! Dein Name werde geheiligt. Dein Reich komme.

3 Gib uns unser täglich Brot Tag für Tag

4 und vergib uns unsre Sünden; denn auch wir vergeben jedem, der an uns schuldig wird. Und führe uns nicht in Versuchung.

5 Und er sprach zu ihnen: Wer unter euch hat einen Freund und ginge zu ihm um Mitternacht und spräche zu ihm: Lieber Freund, leih mir drei Brote;

6 denn mein Freund ist zu mir gekommen auf der Reise, und ich habe nichts, was ich ihm vorsetzen kann,

7 und der drinnen würde antworten und sprechen: Mach mir keine Unruhe! Die Tür ist schon zugeschlossen und meine Kinder und ich liegen schon zu Bett; ich kann nicht aufstehen und dir etwas geben.

8 Ich sage euch: Und wenn er schon nicht aufsteht und ihm etwas gibt, weil er sein Freund ist, so wird er doch wegen seines unverschämten Drängens aufstehen und ihm geben, so viel er bedarf.

9 Und ich sage euch auch: Bittet, so wird euch gegeben; suchet, so werdet ihr finden; klopfet an, so wird euch aufgetan.

10 Denn wer da bittet, der empfängt; und wer da sucht, der findet; und wer da anklopft, dem wird aufgetan.

11 Wo bittet unter euch ein Sohn den Vater um einen Fisch, und der gibt ihm statt des Fisches eine Schlange?

12 Oder gibt ihm, wenn er um ein Ei bittet, einen Skorpion?

13 Wenn nun ihr, die ihr böse seid, euren Kindern gute Gaben zu geben wisst, wie viel mehr wird der Vater im Himmel den Heiligen Geist geben denen, die ihn bitten!

Halleluja! Der Herr ist auferstanden! Er ist wahrhaftig auferstanden! Halleluja!

 

Glaubensbekenntnis

Wir bekennen – jede und jeder für sich und doch auch gemeinsam vor Gott – unseren christlichen Glauben:

 Ich glaube an Gott, den Vater, den Allmächtigen, den Schöpfer des Himmels und der Erden. Und an Jesus Christus, seinen eingeborenen Sohn, unseren Herrn, empfangen durch den Heiligen Geist, geboren von der Jungfrau Maria, gelitten unter Pontius Pilatus, gekreuzigt, gestorben und begraben, hinabgestiegen in das Reich des Todes, am dritten Tage auferstanden von den Toten, aufgefahren in den Himmel; er sitzt zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters; von dort wird er kommen, zu richten die Lebenden und die Toten. Ich glaube an den Heiligen Geist, die heilige christliche Kirche, Gemeinschaft der Heiligen, Vergebung der Sünden, Auferstehung der Toten und das ewige Leben. Amen.

 

Alttestamentliche Lesung: Aus dem Buch Sirach, Kapitel 35, die Verse 16-22a

(auch Predigttext)

16 Er hilft dem Armen ohne Ansehen der Person und erhört das Gebet des Unterdrückten.

17 Er verachtet das Flehen der Waisen nicht noch die Witwe, wenn sie ihre Klage erhebt.

18 Laufen ihr nicht die Tränen die Wangen hinunter,

19 und richtet sich ihr Schreien nicht gegen den, der die Tränen fließen lässt?

20 Wer Gott dient, den nimmt er mit Wohlgefallen an, und sein Gebet reicht bis in die Wolken.

21 Das Gebet eines Demütigen dringt durch die Wolken, doch bis es dort ist, bleibt er ohne Trost, und er lässt nicht nach, bis der Höchste sich seiner annimmt

22 und den Gerechten ihr Recht zuspricht und Gericht hält.

Amen.

 

Predigt

Gnade sei mit Euch von Gott unserm Vater und dem Herrn Jesus Christus.

Liebe Schwestern und Brüder! Liebe Leserinnen und Leser!

Wann beten Sie eigentlich? Wie beten Sie? Und warum eigentlich?

Wann? – Mit unseren Konfirmandinnen und Konfirmanden denke ich gern darüber nach. Dann höre ich meistens, dass die jungen Leute beten, wenn es ihnen nicht gut geht, wenn sie sich ängstigen, wenn sie sich in Not glauben. Eine sehr häufige und offenbar nötige Antwort ist dann immer auch: „Ich bete vor jeder Mathematikarbeit!“ Ganz ehrlich, ich erinnere mich gut – das habe ich auch getan! Wie ist es bei Ihnen?

Wie? – Hier gehen die Antworten meist weit auseinander. „Ich brauche keine auswendig gelernten Gebete!“ „Ich bete dann manchmal ein Vater Unser!“, „Ich denke an Gott und rede in Gedanken mit ihm!“ „Ich bete vor dem Schlafengehen und schließe dabei die Augen!“ „Ich gehe manchmal in eine Kirche, setze mich einfach kurz hin und denke an Gott!“ Vieles andere mehr kommt als Antwort. Wie ist es bei Ihnen?

Warum? – Hier gehen die Antworten selbst bei jungen Menschen manchmal sehr tief. Und ich komme dabei oft ins Staunen und kann selber lernen. „Wenn ich bete, weiß ich, dass ich nicht allein bin!“ „Ich bete einfach, weil ich hoffe und glaube, dass Gott mich hört!“ „Ich bete, damit sich Dinge in meinem Leben ändern!“ „Ich bete für andere, für Freunde und auch für die Welt!“ „Ich bete, weil ich sonst nicht weiß, wohin ich mit meiner Angst soll!“ Wie ist es bei Ihnen?

Am heutigen Sonntag „Rogate“ – „Betet“ oder „Bittet“ kreisen unsere Gedanken um das Gebet, um das Reden mit Gott, das an so vielen Stellen der Bibel zum Thema wird, z.B. im kommenden Wochenspruch für die nächste Woche: „Gelobt sei Gott, der mein Gebet nicht verwirft noch seine Güte von mir wendet.“ (Ps 66,20)

Auch unser heutiger Predigttext aus dem eher unbekannten Buch Jesus Sirach, einer alttestamentlichen Spätschrift, tut das. Im 2. Jh. vor Christus macht sich in diesem Text jemand seine eigenen Gedanken zum Beten, vor allem aber auch, wie Gott auf unser Beten schaut und wie er es annimmt. Dazu schaut er auf die Menschen seiner Umgebung, auf die Armen, Unterdrückten, Waisen und Witwen. Er sieht auf die, die selbst mit ihrem Leben Gott dienen wollen. Er schaut auf die Verschiedenartigkeit, in der sie beten. Er ist beeindruckt von der Beharrlichkeit, mit der manche Menschen beten. Er sieht auch, wie das Gebet bei Menschen wirken kann und sie verändert.

Vor allem aber beginnt er über Gott zu staunen. Bei ihm ist kein Ansehen der Person, stellt er nach seinen Beobachtungen fest. Er spürt geradezu Gottes Zuwendung zu jedem Menschen.  Gottes Aufmerksamkeit gilt jedem gleich. Gott versteht das Stammeln. Er versteht die Sprache der Tränen, die manchmal gar keine Worte braucht. Ja Gott lässt sich sogar von einem Gebet selbst beschenken, wenn er es mit Freude, mit Wohlgefallen annimmt.

Manchmal, so stellt es der Schreiber unseres Predigttextes auch fest, dauert es etwas, bis ein betender Mensch im Gebet wirklich Trost findet. Aber das ist niemals Gottes letztes Wort. Gott kommt jedem Menschen nahe, auch im Gebet, im Gespräch mit Gott. Das Gebet bleibt niemals ein Monolog. Gott antwortet, manchmal sehr direkt. Manchmal bleibt er ganz unmerklich, aber er ist da, auch wenn wir das erst viel später erkennen. Gott drängt sich niemals auf, aber er wendet sich auch niemals ab. Daran erinnert viel später z.B. der Apostel Paulus die Menschen in Athen, wenn er auf dem Marktplatz zu ihnen spricht und ihnen sagt. „Fürwahr, er ist nicht ferne von einem jeden unter uns.“ (Apg 17,27)

Gott hört also! – Aber ich frage eben noch einmal. Reden wir überhaupt noch mit ihm? Oder sind wir so selbstverliebt geworden, dass uns der Monolog mit uns selbst reicht. Wir brauchen kein Gegenüber. Wir schaffen alles selbst! Hilf dir selbst, dann hilft dir Gott! Es gibt gar nicht so wenige Menschen, die so leben und glauben. Manchmal gehöre ich selbst vielleicht sogar dazu, deshalb ist hier nicht der Ort darüber den Stab zu brechen.

Aber hat nicht gerade das letzte Jahr uns noch einmal neu und leider so ganz anders die Augen geöffnet.

Wir brauchen kein Gegenüber! Nein, und nochmals nein – das stimmt nicht!! Für viele Menschen war das in den letzten Monaten die traurige Realität, eben kein Gegenüber zu haben. Gewohnt mit anderen zusammen zu sein, fröhlich und ungezwungen, war da auf einmal vielleicht niemand mehr. Nicht einmal die Menschen, die uns lieben und die wir lieben, durften uns nahe sein. Das Spiegelbild war für manche Menschen das einzige Gegenüber an vielen Tagen.

Wir schaffen nicht alles selbst! Nein, und nochmals nein – das stimmt nicht! Wir sind angewiesen darauf, dass andere uns helfen. Einige durften zeitweise nicht aus dem Haus, andere haben sich zu Recht nicht rausgetraut, weil es zu Hause eben einfach sicherer ist. Wie gut, wenn dann andere da waren, die einen vorsorgten, die Acht darauf gaben, ob man selbst nicht unversorgt bleibt.

Hilf dir selbst, dann hilft dir Gott! Nein, zumindest dann nicht, wenn ich meine, mich vor Gott stellen zu können. Dieses „Hilf dir selbst“ hat viele von uns an ihre eigenen Grenzen geführt. Das Gefühl der Ohnmacht, irgendwie nichts tun zu können, um für sich selbst, vor allem aber auch für die Menschen, um die man sich sorgt, etwas tun zu können, hat oft weh getan; besonders dann, wenn es galt, alte und kranke Menschen zu begleiten, aber genau das eben nicht möglich war. Es hat dort weh getan und hat Menschen an den Rand des auszuhaltenden Schmerzes und sogar darüberhinaus geführt, wo sie geliebte Menschen loslassen mussten und nicht einmal in diesem Moment bei ihnen sein durften.

Deshalb müssen wir den Satz eben anders sagen. Ja, wir müssen ihn tief in unserem Herzen sogar anders glauben. Vielleicht, nein bestimmt wäre er richtiger, wenn wir es für uns selbst so sagen: „Wenn du dir selbst nicht helfen kannst, Gott hilft, er ist da für dich!“ Das ist ein Glaubensgrundsatz, der in unserem Herzen verankert sein soll. Denn dann wird es für jede und jeden von uns möglich, sich in allem, was uns freut, was uns belastet und sorgt, was uns ängstigt und zittern lässt, an Gott zu wenden, um es vor ihn zu legen in all unserem Gestammel, mit all unseren Tränen, sogar in all unserer Wut und Enttäuschung. Und nichts davon geht verloren, bleibt ungehört oder ohne Antwort. So weiß es Gott von sich selbst. So möchte er, dass wir es ebenso verstehen.

Genau hier haben wir aber so manches mal ein „Übersetzungsproblem“ Es gibt Situationen, da hören wir ihn nicht. Oftmals verstehen wir ihn sogar nicht. Oftmals antwortet Gott ganz anders, als wir es erwarten oder erhoffen. Manchmal erkennen wir sogar, dass er ganz andere Wege auftut, als wir es erwarten. Aber genau dies ist die gleiche Freiheit, in der wir in all unserer Verschiedenartigkeit vor Gott stehen dürfen, in der uns Gott eben auch antwortet.

Schauen wir auf die letzten Monate, schauen wir auf das gesamte letzte Jahr, dann werden einige von uns bestimmt davon erzählen können, dass da so manches war, was sie im Gebet vor Gott gebracht haben. Gottesdienste waren an vielen Orten nicht möglich, oder durften nicht so stattfinden wie wir es gewohnt sind. Natürlich hat die Kirche, hat jede Gemeinde immer auch versucht, Menschen in ihren Häusern und Wohnungen zu erreichen. Viel Neues ist dadurch entstanden, ohne Frage. Aber oft blieb da trotzdem auch nur der Rückzug auf das eigene Gespräch, auf das eigene Gebet mit Gott möglich und übrig.

Ich habe in dieser Zeit mit vielen Menschen am Telefon und auch am Bildschirm gesprochen. Sie haben davon erzählt. Haben erzählt, dass beten hilft. Vor allem aber – und das hat mich sehr gefreut und ermutigt – habe ich in ganz vielen solchen Gesprächen erfahren dürfen, dass Menschen für andere beten. Für die Menschen, die sie lieben, für die Menschen, um die sie sich sorgen, für die kranke Nachbarin, für Menschen in anderen Ländern und schlimmen Verhältnissen. Ja, die Fürbitte, das Beten für andere haben Menschen neu entdeckt. Dabei sollte mir als so betender Mensch eines klar sein. Solch ein Gebet, ist genau ein solches Gebet, an dem Gott – so sagt es unser Predigttext – Wohlgefallen hat. Er hört es mit Freuden, nimmt es mit Freude an. Vor allem aber freut sich Gott über den, der so beten kann. Denn solch ein Gebet fällt immer auch auf mich selbst zurück. Irgendwo in einem anderen Gebet eines anderen Menschen bin nämlich auch ich ein Teil seiner Bitte vor Gott. Ich werde Gott ans Herz gelegt, und er schaut schon längst auf mich.

Liebe Schwestern und Brüder! Liebe Leserinnen und Leser!

Rogate! – Betet! Dazu lädt uns der Wochenspruch, dazu lädt uns dieser Sonntag ein! Versuchen wir es doch einfach. Versuchen wir es so, wie und wo wir gerade sind. Beten wir für uns, beten wir für andere. Und ganz gleich, wie traurig, wie verbittert, wie einsam, aber auch wie fröhlich, wie unbeschwert wir gerade sind – Gott hört! Denn bei ihm ist kein Ansehen der Person. Geben wir Gott so die Ehre, machen wir ihm diese Freude! Es soll auch unsere werden!

Und der Friede Gottes, welcher höher ist als all unsere Vernunft, bewahre unsere Herzen und Sinne in Christus Jesus. Amen.

Und der Friede Gottes, welcher höher ist als all unsere Vernunft, bewahre unsere Herzen und Sinne in Christus Jesus. Amen.

 

 Fürbittgebet

 Wir beten zu dir, Vater im Himmel!

Wir bitten dich für alle Menschen,

denn alle sind deine Geschöpfe,

alle sind geschaffen nach deinem Ebenbild:

Lass jeden Menschen in dir seine Mitte finden finden,

so dass wir uns noch mehr gegenseitig und füreinander

Mensch und Mitmensch werden.

 

Wir bitten dich für die, die Macht haben und Verantwortung in der Politik:

Gib ihnen Kraft und auch den nötigen Weitblick,

dass sie über den jetzigen Tag hinaus denken,

dass sie daran denken und berücksichtigen,

dass wir auch Verantwortung für die kommenden Generationen haben.

Gib ihnen Einsicht, daß sie verstehen,

was wir Menschen wirklich brauchen:

das tägliche Brot, ein Dach über dem Kopf,

die Hingabe für die Kranken,

Pflege und gute Versorgung für die Pflegenden.

Viele brauchen Arbeit und gegenseitige Unterstützung,

Vertrauen in die Gerechtigkeit,

Hoffnung auf Frieden,

gerade auch untereinander,

unter den geduldigen und Ungeduldigen.

Mit ihnen allen hoffen wir auf bessere Zeiten,

in denen wir auch wieder

die Unbeschwertheit und Lebensfreude leben.

 

Wir bitten dich für die Kirche:

dass wir beständig bleiben

in der Liebe zu deinem Wort,

dass wir das Evangelium von deiner Liebe

in allem zum Maßstab machen

und es glaubwürdig bezeugen

in ganz verschiedenen Formen,

auch mit unseren Taten,

mit unserem Denken und mit unseren Worten.

Dazu hilf uns durch deinen Geist,

damit die Freude am Leben wieder neu

in uns allen wächst!

 

– Raum für persönliche Stille und Gebet –

 

Herr, schau’ auf uns!

Schenke du uns allen deinen Segen!

Schenke deinen Segen den Menschen,

die mir heute besonders am Herzen liegen.

 

Sei du da mit deinem Segen

– für alle, die wir lieben.

–  für alle, die nun leben, um anderen zu helfen.

–  für alle, die sich selbst nicht helfen können.

 

Sei bei den Einsamen und Kranken.

Schenke uns Einsicht in vieles, was wir nun mittragen müssen.

Schenke uns Geduld und einen langen Atem.

Schenke uns Hoffnung, an der wir niemals zweifeln wollen.

Sei bei uns allen! Heute und in aller Zeit!

 

Guter Gott, ich bete für alle, an die ich nun denke,

und auch für mich das Gebet,

das dein Sohn Jesus Christus uns allen hinterlassen hat

und das uns durch schwere Zeiten tragen will:

Vater Unser im Himmel

Geheiligt werde dein Name

Dein Reich komme

Dein Wille geschehe

Wie im Himmel so auf Erden

Unser tägliches Brot gib uns heute

Und vergib uns unsere Schuld

Wie auch wir vergeben unseren Schuldigern.

Und führe uns nicht in Versuchung,

Sondern erlöse uns von dem Bösen.

Denn dein ist das Reich und die Kraft

Und die Herrlichkeit.

In Ewigkeit.

Amen.

 

Segen

Wir denken nun an all diejenigen,

die uns am Herzen liegen

– und natürlich auch an uns selbst –

und wir sprechen die Worte des Segens,

mit denen wir unsere Gottesdienste schließen.

Der Herr segne euch und behüte euch.

Der Herr lasse sein Angesicht über euch leuchten

und sei euch gnädig.

Der Herr erhebe sein Angesicht auf euch

und schenke euch Frieden.

Amen.

 

Ihnen allen einen gesegneten Sonntag!

Kommen Sie gut durch die Zeit,

passen Sie auf sich auf und bleiben Sie gesund!

Rüdiger Dunkel, Pfr.

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Lesegottesdienst mit den gottesdienstlichen Texten zum Sonntag Kantate, 2. Mai 2021

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mit den gottesdienstlichen Texten zum Sonntag

Kantate, 2. Mai 2021

 

Wochenspruch: Singet dem HERRN ein neues Lied, denn er tut Wunder. (Ps 98,1)

 

Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.

Unsere Hilfe steht im Namen des Herrn, der Himmel und Erde gemacht hat.

 

Eingangs- und Wochenpsalm: Psalm 98

 Singet dem HERRN ein neues Lied, denn er tut Wunder.

Er schafft Heil mit seiner Rechten und mit seinem heiligen Arm.

Jauchzet dem HERRN, alle Welt, singet, rühmet und lobet!

Lobet den HERRN mit Harfen, mit Harfen und mit Saitenspiel!

Mit Trompeten und Posaunen jauchzet vor dem HERRN, dem König!

Das Meer brause und was darinnen ist, der Erdkreis und die darauf wohnen.

Die Ströme sollen frohlocken, und alle Berge seien fröhlich vor dem HERRN; denn er kommt, das Erdreich zu richten.

Er wird den Erdkreis richten mit Gerechtigkeit und die Völker, wie es recht ist.

Ehr sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist

wie es war im Anfang, jetzt und immerdar und von Ewigkeit zu Ewigkeit.

Amen.

 

Gebet

Herr, unser Gott und Vater!

Wir finden in unsrem Leben so viele Gründe, dir zu danken.

Aber in diesen Tagen ist es nicht so einfach wie sonst!

Da sind Unsicherheiten und Ängste darüber,

wie alles werden wird.

Da geht uns die Klage schneller über unsere Lippen als unser Dank.

Da wächst unsere Ungeduld und will uns zu Leichtsinn verleiten.

Vielleicht ist da sogar Traurigkeit in uns,

weil unbeschwerte Zukunft so weit weg scheint.

Aber jetzt, Herr und Gott,

jetzt schauen wir nur auf uns.

Wir schauen auf unser Leben und unsere Zeit mit dir.

Und dann wollen wir einen Moment still werden,

um dir anzuvertrauen,

was heute schwer auf uns liegt.

 

– Zeit für einen kurzen Moment der Stille, um Gott die eigenen Gedanken anzuvertrauen –

 

Wir danken dir, Herr, dass du hörst, worum wir in der Stille bitten.

Du lässt uns niemals allein.

Dein Sohn Jesus Christus hat es uns verkündet.

Er hat es in unsere Herzen gesprochen, als er sagte:

 

Aber der Tröster, der heilige Geist,

welchen mein Vater senden wird in meinem Namen, der wird euch alles lehren

und euch erinnern an all das, was ich euch gesagt habe.

Den Frieden lasse ich euch, meinen Frieden gebe ich euch.

Nicht gebe ich euch, wie die Welt gibt.

Euer Herz erschrecke nicht und fürchte sich nicht.

Ehre sei Gott in der Höhe!

 

Ja, Herr und Gott,

wir nehmen diese Worte dankbar in uns auf.

Und wir bitten dich:

Bleibe bei uns, bleibe uns nahe!

Gib, dass dein Friede unsere Herzen erfülle

und unsere Gedanken, unsere Worte und Taten.

Mit allem, was wir sind,

mit der Gestalt unseres ganzen Lebens

wollen wir dir danken,

wollen wir dich loben und preisen.

Das bitten wir in Jesu Namen.

Amen.

 

 

Epistellesung: Aus dem Kolosserbrief, Kapitel 3, Verse 12-17

12 So zieht nun an als die Auserwählten Gottes, als die Heiligen und Geliebten, herzliches Erbarmen, Freundlichkeit, Demut, Sanftmut, Geduld;

13 und ertrage einer den andern und vergebt euch untereinander, wenn jemand Klage hat gegen den andern; wie der Herr euch vergeben hat, so vergebt auch ihr!

14 Über alles aber zieht an die Liebe, die da ist das Band der Vollkommenheit.

15 Und der Friede Christi, zu dem ihr berufen seid in einem Leibe, regiere in euren Herzen; und seid dankbar.

16 Lasst das Wort Christi reichlich unter euch wohnen: Lehrt und ermahnt einander in aller Weisheit; mit Psalmen, Lobgesängen und geistlichen Liedern singt Gott dankbar in euren Herzen.

17 Und alles, was ihr tut mit Worten oder mit Werken, das tut alles im Namen des Herrn Jesus und dankt Gott, dem Vater, durch ihn.

Halleluja! Der Herr ist auferstanden! Er ist wahrhaftig auferstanden! Halleluja!

 

Glaubensbekenntnis

Wir bekennen – jede und jeder für sich und doch auch gemeinsam vor Gott – unseren christlichen Glauben:

 Ich glaube an Gott, den Vater, den Allmächtigen, den Schöpfer des Himmels und der Erden. Und an Jesus Christus, seinen eingeborenen Sohn, unseren Herrn, empfangen durch den Heiligen Geist, geboren von der Jungfrau Maria, gelitten unter Pontius Pilatus, gekreuzigt, gestorben und begraben, hinabgestiegen in das Reich des Todes, am dritten Tage auferstanden von den Toten, aufgefahren in den Himmel; er sitzt zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters; von dort wird er kommen, zu richten die Lebenden und die Toten. Ich glaube an den Heiligen Geist, die heilige christliche Kirche, Gemeinschaft der Heiligen, Vergebung der Sünden, Auferstehung der Toten und das ewige Leben. Amen.

 

Tagesevangelium: Aus dem 19. Kapitel des Lukasevangeliums, die Verse 37-40

(auch Predigttext)

37 Und als er schon nahe am Abhang des Ölbergs war, fing die ganze Menge der Jünger an, mit Freuden Gott zu loben mit lauter Stimme über alle Taten, die sie gesehen hatten,

38 und sprachen: Gelobt sei, der da kommt, der König, in dem Namen des Herrn! Friede sei im Himmel und Ehre in der Höhe!

39 Und einige von den Pharisäern in der Menge sprachen zu ihm: Meister, weise doch deine Jünger zurecht!

40 Er antwortete und sprach: Ich sage euch: Wenn diese schweigen werden, so werden die Steine schreien.

Amen.

 

Predigt

Die Gnade unseres Herrn und Gottes sei mit euch all. Amen.

 Liebe Schwestern und Brüder, liebe Leserinnen und Leser!

„Kantate“ – so heißt dieser Sonntag im Kirchenjahr. „Kantate“ ist lateinisch und bedeutet „Singt“! Genau das tun – optimistisch geschätzt – in normalen Zeiten immer noch etwa eine Million Menschen in den auch normalerweise etwa 20.000 Gottesdiensten, nimmt man einmal alle evangelischen Landeskirchen zusammen! Viel mehr als einige vielleicht gedacht haben! Leider sind aber gerade keine „normalen“ Zeiten!

Die Musik hat Menschen schon immer fasziniert. Zum Beleg noch einmal etwas Statistik: Etwa sieben Millionen haupt- und ehrenamtliche Musikerinnen und Musiker gibt es allein in unserem Land. Sie verteilen sich auf Orchester, Chöre, und sie sind solo unterwegs. Wenn sie denn singen oder unterwegs sein dürfen. Genau das ist ja auch nun schon seit über einem Jahr nicht mehr so.

Ja, Menschen lieben die Musik. Viele Menschen schätzen den Gesang. Was hat nicht allein die evangelische Kirche an großen Chor und Musikwerken zu bieten! Johann Sebastian Bach mit seinen Werken, viele andere Namen könnten wir nennen. Da sind große Passionsmusiken, Chorwerke. In letzter Zeit kamen hier und da große Musicals vieler junger Komponisten und Chöre dazu. Kirchenchöre, Kinderchöre, Gospelchöre – Musik bewegt die Menschen. Sie öffnet uns in unseren Gottesdiensten das Herz für Gott, sie schafft Stimmungen. Musik bewegt uns buchstäblich!

Zur Zeit ruht sie, ist an vielen Orten verstummt, durch Verordnungen verboten, kann sogar gefährlich für uns werden! Wer von uns hätte das jemals gedacht! Ich weiß nicht, wie es Euch geht! Aber am heutigen Sonntag Kantate musste ich, auch durch den Predigttext aus dem Lukasevangeliumangestoßen, daran denken. Es tut weh! Aber – so hoffe nicht nur ich – noch eine kleine Weile, dann wird sie wieder erklingen. Sie wird uns froh machen! Und alle, die z.B. davon leben, dass sie uns froh macht, werden hoffentlich dann wieder sorgenbefreiter atmen, singen und auf den Plätzen, in den Hallen und Kirchen wieder für uns spielen und singen dürfen!

Liebe Schwestern und Brüder! Liebe Leserinnen und Leser!

Ein Lobpreis steht im heutigen Predigttext im Mittelpunkt! Nicht nur der Lobpreis, auch das Singen dieses Liedes! Jesus ist mit seinen Freunden auf dem Weg nach Jerusalem. Und wir können es uns geradezu vorstellen, wie die Jünger und er nach einem langen Fußmarsch, nach dem Anstieg auf den Ölberg nun oben ankommen und die Stadt taucht vor ihren Augen auf, das Ziel ist nahe. Ja, Freude ergreift die Jünger. Sie beginnen zu singen, singen das Loblied über Gott. Ich denke, sie tun es in diesem Moment für alles, was sie bisher erlebt haben – auch mit diesem Jesus –, sie tun es, weil sie bald am Ziel sind. Und noch freuen sie sich auf das, was sie in der Stadt erleben und feiern wollen. Sie schauen auf diesen Jesus und spüren in und durch ihn geradezu etwas von der angebrochenen Herrschaft Gottes in dieser Welt.

Bettler und Lahme sahen wir beim Tanz, hörten wie Stumme sprachen, durch tote Fensterhöhlen kam ein Glanz, Strahlen, die die Nacht durchbrachen. Zeichen und Wunder sahen wir geschehen…“. So lesen wir es in unserem Gesangbuch in dem Lied „Wir haben Gottes Spuren festgestellt“   (eg 648, 3).

Genau das hatten die Apostel erlebt – Zeichen und Wunder. Jesus hatte geheilt, hatte Menschen von ihrer Schuld und von Lasten befreit. Die Apostel haben es erlebt, sie können in diesem Moment da auf dem Ölberg nicht mehr schweigen. Sie singen ihre Freude darüber hinaus, wie geradezu unglaublich es ist, diesem Jesus nachzufolgen und mit ihm zu leben.

Diese Zeichen und Wunder haben die Jünger mit Jesus erlebt und können von diesen Erlebnissen nicht schweigen. Jesus hat getröstest, geheilt und Menschen von ihrer Schuld losgesprochen. Die Jünger singen, damit alle hören, wie unglaublich es ist, Jesus nachzufolgen und mit ihm zu leben.

Ein wenig erinnert ihr Gesang an Weihnachten. Auch dort wird ähnlich angekündigt und gesungen: „Gelobt sei, der da kommt im Namen des Herrn! Friede im Himmel und auf Erden!“ Jesus wird mit diesen Worten als der kommende König und Messias besungen und gesegnet, der vom Himmel den Frieden auf die Erde bringt, der uns Gottes Nähe und sein Reich hier auf Erden anbrechen lässt.

Genau darüber sind die Freunde Jesu so voller Hoffnung. Vom Berg Zion aus wird sich diese Gottesherrschaft durch ihren Herrn Jesus auf der Erde verbreiten und zur neuen Wirklichkeit werden!

Nun aber stimmen die Jünger ihr eigenes Loblied an. Sie singen den Psalm 118. Hier im Predigttext sind sie schon beim Vers 26 angekommen, also fast am Ende des Liedes! Ich spüre, dass ihr Gesang fröhlich klingt. Vielleicht nicht unbedingt harmonisch, eher spontan freudevoll, jubelnd. Es ist ihre Art, den bevorstehenden Einzug in Jerusalem zu bejubeln. Da es ein alter Psalm war, den die Menschen damals kannten, da auch der Ölberg wohl eine beliebte Stätte für Menschen war, kann ich mir vorstellen, dass sie nicht allein da oben standen – schließlich waren einige Pharisäer ja wohl auch da – und wie die umstehenden Menschen sich von ihrer Freude anstecken ließen. Nach und nach begannen die Menschen dort mit den Jüngern Jesu zu singen.

Und die Pharisäer? Natürlich kannten sie diesen alten Psalm auch, waren vielleicht sogar gewohnt, ihn auch in ihren Feiern zu singen. Aber es waren eben ihre Feiern, hier auf dem Ölberg aber gerade nicht. Die ansteckende Freude scheint sie eher zu ärgern. Sie geben sich – wie so oft – eher zugknöpft, geradezu feindselig. Die Jünger sollen ruhig sein, wünschen sie sich. Jesus selbst soll dafür sorgen. „Meister, weise doch deine Jünger zurecht!“ (V. 39) fordern sie. Jubelnde Menschen, oder besser: Jesus zujubelnde Menschen können sie so kurz vor dem Passahfest überhaupt nicht gebrauchen, wollen es auch nicht dulden.

Sie ahnen nämlich genau, dass mit diesem König, der da kommt im Namen des Herrn  und den besonders die Apostel gerade besingen, dieser Jesus aus Nazareth gemeint ist. Und jetzt stecken sie durch dieses Lied auch noch andere Menschen mit dieser Annahme an. Unglaublich für die Pharisäer! Empörend! Deshalb diese scharfe Zurechtweisung an diesen Jesus!

In ihrem Denken ist nämlich alles sehr festgelegt. Für eine neue, für eine gute Nachricht, für ein Evangelium ist da nun wirklich kein Platz! Sie werden solch einem religiös Verwirrten und seiner ebenso verwirrten Anhängerschaft keine Möglichkeiten bieten, weiter so gefährlich und umstürzend zu predigen. Sie hören wie er sich als Davids Sohn bezeichnen lässt, wie er von Gott als seinem Vater redet. Ich denke, ihr Urteil wird hier schon festgeklopft, lange vor dem Einzug in Jerusalem. Ausschalten, am besten noch durch die Römer. Die Taktiker unter ihnen wissen schon den Weg.

Was macht Jesus, der, den sie so zurechtweisen? Kuscht er jetzt verängstigt, lässt er sich einschüchtern? Ob Jesus sich aufregt, wir erfahren es nicht. Ob er ängstlich wird oder eingeschüchtert, keine Spur davon im Evangelium. Nein, ich finde seine Antwort lässt momentan noch seine Gelassenheit spüren. Er beschwert sich nicht über die Art der Anrede durch die Pharisäer. Er ist an einer Auseinandersetzung mit ihnen in diesem Moment überhaupt nicht interessiert. Er weiß, was kommt. Er weiß auch, es ist nicht aufzuhalten. Er weiß vielleicht, oder besser: bestimmt sogar schon etwas über diese Stadt, auf die sie alle von da oben schauen. Vierzig Jahre später nämlich wird sie in Trümmern liegen, der Tempel zerstört sein. Es ist nicht aufzuhalten. Werden seine Jünger nicht singen dürfen, dann werden es eben die Steine tun; die Steine der Stadt werden eines Tages ihre Klagelieder singen. Aber aufzuhalten ist es nicht. Deshalb sagt Jesus, was er vor seinem inneren Auge gerade sieht, vielleicht klingt es in den Ohren der Pharisäer ebenso schroff: „Wenn diese schweigen werden, so werden die Steine schreien.“ (V. 40)

Dass Jesus es genau so meint, wird deutlich, wenn wir die nächsten vier Verse betrachten. Alle freuen sich hier nämlich gerade. Aber direkt nach seiner Antwort beginnt Jesus zu weinen. Er weint über diese Stadt Jerusalem, die ja auch ihm am Herzen liegt. Er erzählt den umstehenden Menschen von der bevorstehenden Zerstörung. Ob ihm in diesem Moment damals auf dem Ölberg die Menschen geglaubt haben, weiß ich nicht. Bestimmt nicht alle. Jesus selbst konnte dieses Wissen jedenfalls nicht mehr für sich behalten. So lässt er es heraus, weint über die Stadt Jerusalem und auch über die Menschen, die seine Worte nicht hören und annehmen können.

Nein, Gesänge seiner Jünger – wie hier bei Lukas – auch nicht später die Gesänge der Kinder beim Einzug in Jerusalem – wie an anderer Stelle bei Matthäus – können seine Kritiker, seine Gegner und wohl auch nicht viele zweifelnde, im Glauben unsichere Menschen erreichen und umstimmen. Diese Gesänge erreichen viele Herzen nicht!

Und trotzdem! der Lobpreis Gottes gerade auch durch Gesänge und Lieder – er ist seit damals niemals mehr verstummt! Immer wieder wird Jesus in den späteren Jahrhunderten als König besungen werden – „Jesus Christus herrscht als König“ (eg 123), „O König aller Ehren, Herr Jesu Christ“ (eg 71). Manche Lieder sind gesungene Predigten. Sie bewegen die Herzen der Menschen, finden Worte für ihren Glauben und bringen sie zum Klingen. Sie machen Mut zu Neuanfängen. Sie ermutigen zur tätigen Nächstenliebe. Sie wecken den Glauben im Menschen.

Die Nachfolgerinnen und Nachfolger Jesu, die vielen Glaubensgemeinschaften durch die Jahrhunderte und auch die Kirchen der verschiedenen Konfessionen hatten immer einen Halt an Gesang und Glaubensliedern.

Viele Lieder verbinden uns im Gotteslob der katholischen Kirche und dem Evangelischen Gesangbuch unserer Kirche. Lieder wirken glaubensverbindend. Die Lieder mit dem „Ö“ für „Ökumene“ künden in wunderbaren Tönen von dem einen Gott, den wir gemeinsam haben und besingen können. Sie vereinen uns Kirchen jetzt schon als eine von vielen Möglichkeiten, noch mehr und enger zusammenzuwachsen.

Der Lobgesang Gottes hat sich niemals mehr aufhalten lassen, durch alle Jahrhunderte nicht. Natürlich haben sich zu allen Zeiten Melodien und Texte verändert. Eines haben sie aber auch durch alle Zeit und für alle Zeit gemeinsam. Sie loben und ehren Gott. Wir tun es ebenso, wenn wir sie singen, sogar, wenn wir sie hören! Ganz gleich, ob selbst gesungen, ob durch Bachs Passionen erklungen, ob durch manchmal sehr moderne Lieder auf den Kirchentagen und Poporatorien. Aber es gibt eben Musik und Lieder in unseren Kirchen, die tatsächlich alle Generationen dazu bringen, den eigenen Glauben auf diese Weise zum Ausdruck zu bringen.

Viele dieser Lieder sind sogar zu Predigten über diesen einen Gott geworden, die viele von uns unaufgebbar in unseren Herzen tragen. Oder profaner und einfacher gesagt: die wir sogar auswendig können, weil sie uns schon so lange begleiten. „Macht hoch die Tür, die Tor macht weit“, bei den Älteren von uns auch noch „Lobe den Herren“ oder „Nun danket alle Gott“. Lieder begleiten uns durch das ganze Kirchenjahr. Immer wieder taucht für viele mindestens eines in den Gottesdiensten auf, mit dem wir unsere eigene Glaubensgeschichte verbinden können, die uns Halt im Glauben geben können. Zu besonderen Zeiten z.B. haben Lieder wie „So nimm denn meine Hände“ oder „Befiehl du deine Wege“ trösten aber auch ermutigen können. Viele ältere Gemeindeglieder können das bezeugen!

Liebe Schwestern und Brüder! Liebe Leserinnen und Leser!

Musik und Singen geben Halt für unseren Glauben. Deshalb freue ich mich – und ich bin bestimmt wahrlich nicht der einzige –, wenn wir endlich auch wieder singende und auf diese Art Gott gemeinsam, lebende Gemeinde in unseren Kirchen und Gottesdiensten werden können. Dann werden wir keine Klagelieder anstimmen. Das haben wir innerlich in dem vergangenen Jahr wohl zur Genüge getan. Der liebe Gott musste sie sich in all seiner Geduld anhören und hat es auch getan. Nein, mit vielen anderen werden wir alle fröhlichen Glaubenslieder, die wir kennen aufschlagen, und singen, bis auch dann der liebe Gott lächelnd sagen wird: „Ja, es reicht! Ich habe euch gehört und freu mich mit euch!“ Genau so, liebe Schwestern und Brüder, wird es kommen!

„Singet dem HERRN ein neues Lied, denn er tut Wunder“. (Ps 98,1) Genau auch davon kündet unser Wochenspruch für die kommende Woche. Auf dieses Versprechen sprechen wir unser „Amen – so sei es“!

Und der Friede Gottes, welcher höher ist als all unsere Vernunft, bewahre unsere Herzen und Sinne in Christus Jesus. Amen.

 

 Fürbittgebet

 Herr, unser Gott und Vater!

Lass deinen Geist unter uns wohnen,

dass er uns erwärme und belebe,

damit wir dir gerne dienen.

 

Lass uns über dem Lobpreis deiner Güte

das Elend der Welt nicht vergessen:

die Angst der Weinenden und Verzagten,

die Not der Verlassenen und Verletzten,

die Verzweiflung der an Leib und Seele Gefolterten.

Sei du bei allen Menschen!

 

Lass in der ganzen Welt deine Kirche

aus Anbetung und Gesang

neue Kräfte schöpfen.

Mach sie bereit, von sich wegzusehen

und die vielen, die dich brauchen,

anzunehmen.

Lass deine Kirche sich auf den Dienst

an deiner Schöpfung ausrichten –

alles zu deiner Ehre, Herr, unser Gott.

Bleibe du bei deiner Kirche und bei allen Menschen!

 

Herr, unser Gott und Vater, schau’ auf uns!

Schenke du uns allen deinen Segen!

Schenke deinen Segen den Menschen,

die mir heute besonders am Herzen liegen.

 

Sei du da mit deinem Segen

– für alle, die wir lieben.

–  für alle, die nun leben, um anderen zu helfen.

–  für alle, die sich selbst nicht helfen können.

 

Sei bei den Einsamen und Kranken.

Schenke uns Einsicht in vieles, was wir nun mittragen müssen.

Schenke uns Geduld und einen langen Atem.

Schenke uns Hoffnung, an der wir niemals zweifeln wollen.

Sei bei uns allen! Heute und in aller Zeit!

 

Guter Gott,

ich bete für alle, an die ich nun denke,

und auch für mich das Gebet,

das dein Sohn Jesus Christus uns allen hinterlassen hat

und das uns durch schwere Zeiten tragen will:

 

Vater Unser im Himmel

Geheiligt werde dein Name

Dein Reich komme

Dein Wille geschehe

Wie im Himmel so auf Erden

Unser tägliches Brot gib uns heute

Und vergib uns unsere Schuld

Wie auch wir vergeben unseren Schuldigern.

Und führe uns nicht in Versuchung,

Sondern erlöse uns von dem Bösen.

Denn dein ist das Reich und die Kraft

Und die Herrlichkeit.

In Ewigkeit.

Amen.

 

Segen

Wir denken nun an all diejenigen,

die uns am Herzen liegen – und natürlich auch an uns selbst –

und wir sprechen die Worte des Segens,

mit denen wir unsere Gottesdienste schließen.

 

Der Herr segne euch und behüte euch.

Der Herr lasse sein Angesicht über euch leuchten

und sei euch gnädig.

Der Herr erhebe sein Angesicht auf euch

und schenke euch Frieden.

Amen.

 

Euch allen einen gesegneten Sonntag!

Kommt gut durch die Zeit, passt auf euch auf und bleibt gesund!

Pfr. Rüdiger Dunkel

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Lesegottesdienst mit den gottesdienstlichen Texten zum Sonntag Jubilate, 25. April 2021

Lesegottesdienst

mit den gottesdienstlichen Texten zum Sonntag

Jubilate, 25. April 2021

 

Wochenspruch: Ist jemand in Christus, so ist er eine neue Kreatur; das Alte ist vergangen, siehe, Neues ist geworden. (2. Kor 5,17)

 

Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.

Unsere Hilfe steht im Namen des Herrn, der Himmel und Erde gemacht hat.

 

Eingangs- und Wochenpsalm: Psalm 66,1-9

 1 Jauchzet Gott, alle Lande!

2 Lobsinget zur Ehre seines Namens; rühmet ihn herrlich!

3 Sprecht zu Gott: Wie wunderbar sind deine Werke! Deine Feinde müssen sich beugen vor deiner großen Macht.

4 Alles Land bete dich an und lobsinge dir, lobsinge deinem Namen. Sela.

5 Kommt her und sehet an die Werke Gottes, der so wunderbar ist in seinem Tun an den Menschenkindern.

6 Er verwandelte das Meer in trockenes Land, / sie gingen zu Fuß durch den Strom; dort wollen wir uns seiner freuen.

7 Er herrscht mit seiner Gewalt ewiglich, / seine Augen schauen auf die Völker. Die Abtrünnigen können sich nicht erheben. Sela.

8 Lobet, ihr Völker, unsern Gott, lasst seinen Ruhm weit erschallen,

9 der unsre Seelen am Leben erhält und lässt unsere Füße nicht gleiten.

Ehr sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist

wie es war im Anfang, jetzt und immerdar und von Ewigkeit zu Ewigkeit.

Amen.

 

Gebet

Guter Gott,

wenn wir über unser Leben

mit dir und den Menschen nachdenken,

über das, was wir wollten

und was daraus geworden ist,

wie stehen wir dann da vor dir?

So viele Dinge bewegen uns im Innern.

So vieles hätten wir nie gedacht.

Vielleicht hätten wir sogar vieles anders gemacht.

Du allein weißt es.

Du hörst uns,

wenn wir die unsere Schuld bekennen.

Du wendest dich uns zu,

wenn wir dir in der Stille zu dir beten

und dir anvertrauen, was uns auf der Seele liegt!

 

– Kurze Stille, um Gott die eigenen Gedanken anzuvertrauen –

 

Danke, Herr, dass wir deine Nähe spüren dürfen!

Du hältst uns in deiner Hand.

Wir bleiben mit dir verbunden durch deinen Sohn Jesus Christus.

Er hat es uns so gesagt:

Ich bin der Weinstock,

ihr seid die Reben.

Wer in mir bleibt und ich in ihm,

der bringt viel Frucht.

Ehre sei Gott in der Höhe!

 

Guter Gott und Vater,

wenn wir jetzt auch als deine Gemeinde

nun nicht in der Kirche vor dich treten können,

so sind wir doch auch in der Zerstreuung vor dir,

denn du bist da – in jeder Wohnung und in jedem Haus

als deine Gemeinde sind wir zusammengekommen.

Wo wir jetzt auch sind, wir vertrauen weiter darauf,

dass Verbindungen unter uns bleiben

und auch wieder neu wachsen

Das erhoffen und erbitten wir in

Jesus Christus, deinem Sohn,

der mit dir und dem heiligen Geist

lebt und regiert

von Ewigkeit zu Ewigkeit.

Amen.

 

Tagesevangelium: Aus dem Johannesevangelium, Kapitel 15, die Verse 1-8

Der wahre Weinstock

1 Ich bin der wahre Weinstock und mein Vater der Weingärtner.

2 Eine jede Rebe an mir, die keine Frucht bringt, nimmt er weg; und eine jede, die Frucht bringt, reinigt er, dass sie mehr Frucht bringe.

3 Ihr seid schon rein um des Wortes willen, das ich zu euch geredet habe.

4 Bleibt in mir und ich in euch. Wie die Rebe keine Frucht bringen kann aus sich selbst, wenn sie nicht am Weinstock bleibt, so auch ihr nicht, wenn ihr nicht an mir bleibt.

5 Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben. Wer in mir bleibt und ich in ihm, der bringt viel Frucht; denn ohne mich könnt ihr nichts tun.

6 Wer nicht in mir bleibt, der wird weggeworfen wie eine Rebe und verdorrt, und man sammelt die Reben und wirft sie ins Feuer, und sie verbrennen.

7 Wenn ihr in mir bleibt und meine Worte in euch bleiben, werdet ihr bitten, was ihr wollt, und es wird euch widerfahren.

8 Darin wird mein Vater verherrlicht, dass ihr viel Frucht bringt und werdet meine Jünger.

Halleluja! Der Herr ist auferstanden. Er ist wahrhaftig auferstanden! Halleluja. Amen.

 

Glaubensbekenntnis

Wir bekennen – jede und jeder für sich und doch auch gemeinsam vor Gott – unseren christlichen Glauben:

 Ich glaube an Gott, den Vater, den Allmächtigen, den Schöpfer des Himmels und der Erden. Und an Jesus Christus, seinen eingeborenen Sohn, unseren Herrn, empfangen durch den Heiligen Geist, geboren von der Jungfrau Maria, gelitten unter Pontius Pilatus, gekreuzigt, gestorben und begraben, hinabgestiegen in das Reich des Todes, am dritten Tage auferstanden von den Toten, aufgefahren in den Himmel; er sitzt zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters; von dort wird er kommen, zu richten die Lebenden und die Toten. Ich glaube an den Heiligen Geist, die heilige christliche Kirche, Gemeinschaft der Heiligen, Vergebung der Sünden, Auferstehung der Toten und das ewige Leben. Amen.

 

Epistellesung: Aus der Apostelgeschichte, Kapitel 17, die Verse 22-34

(auch Predigttext)

22 Paulus aber stand mitten auf dem Areopag und sprach: Ihr Männer von Athen, ich sehe, dass ihr die Götter in allen Stücken sehr verehrt.

23 Denn ich bin umhergegangen und habe eure Heiligtümer angesehen und fand einen Altar, auf dem stand geschrieben: Dem unbekannten Gott. Nun verkündige ich euch, was ihr unwissend verehrt.

24 Gott, der die Welt gemacht hat und alles, was darinnen ist, er, der Herr des Himmels und der Erde, wohnt nicht in Tempeln, die mit Händen gemacht sind.

25 Auch lässt er sich nicht von Menschenhänden dienen wie einer, der etwas nötig hätte, da er doch selber jedermann Leben und Odem und alles gibt.

26 Und er hat aus einem Menschen das ganze Menschengeschlecht gemacht, damit sie auf dem ganzen Erdboden wohnen, und er hat festgesetzt, wie lange sie bestehen und in welchen Grenzen sie wohnen sollen,

27 dass sie Gott suchen sollen, ob sie ihn wohl fühlen und finden könnten; und fürwahr, er ist nicht ferne von einem jeden unter uns.

28 Denn in ihm leben, weben und sind wir.

Amen.

 

Predigt

Die Gnade unseres Herrn und Gottes sei mit uns allen. Amen.

 Liebe Schwestern und Brüder! Liebe Leserinnen und Leser!

IN den letzten Monaten habe ich viele Gespräche geführt. Viel mehr war manchmal leider gar nicht möglich. Manchmal waren es Tür- und Angel-Gespräche auf Abstand und mit Maske. Es gab ganz unverhoffte und zufällige Gespräche. Aber es gab eben auch lange Telefonate und geplante Gespräche über den PC-Bildschirm.

Ich habe mit Menschen gesprochen, die zu unserer sogenannten „Kerngemeinde“ gehören. Aber auch mit einigen sogenannten und vielleicht sogar falsch genannten „Kirchenfernen“.

Oft ging es wirklich um Seelsorge, eigentlich kam immer das Gespräch auch auf Gott. Etwas fiel mir dabei auf, wie eigentlich nie. In allen Gesprächen mit Menschen habe ich immer das Gefühl gehabt, eben auch religiös empfängliche Menschen gegenüber gehabt zu haben. Was mir dabei besonders auffiel und mir selbst, nach so vielen Jahren im Pfarrdienst, auf einmal aber auch irgendwie immer suspekter wird, war eine Antwort zum Thema Gott, von der ich glaube, dass sich Menschen manchmal mit ihrem eigenen Glauben gar nicht mehr so richtig auseinandersetzen wollen. Es war eine Antwort, die mir auf einmal irgendwie zu einfach erschein. Oftmals fiel ein Satz wie dieser, ein Satz, der das Nachdenken über das je Eigene im Glauben scheinbar irgendwie ersetzen soll.

„Wir glauben doch alle an den einen, den gleichen Gott. Ob Christen oder Moslems, ob Hindus oder Buddhisten – das alles sind doch Leute, die an Gott glauben – und wenn er auch viele Namen hat, es ist doch immer der gleiche.“

Liebe Schwestern und Brüder! Liebe Leserinnen und Leser!

Das mag ja sogar sein. Vielleicht gäbe sich Gott selbst mit dieser Antwort ja zufrieden. Aber mittlerweile fang ich ganz vorsichtig an, diese Aussage in Zweifel zu ziehen: das ist für mich im besten Wortsinne frag-würdig. Es ist nämlich eine Frage wert, ob Gott, wie ich ihn in Jesus kennen gelernt habe, dem entspricht, was ein Hindu über Gott erfahren hat oder was ein Muslim aus dem Koran über Gott kennen lernt. Bitte, ich möchte das jetzt nicht wertend verstanden wissen, wohl aber hinterfragend, und das muss erlaubt bleiben.

Und wenn ich unser heutiges Predigtwort durchdenke, da geht mir diese Antwort nach. Sie arbeitet in mir, und sie hat Spuren hinterlassen. Mir geht auf, wie der Apostel Paulus in sehr konzentrierter Form zu Leuten gesprochen hat, um ihnen das Evangelium von Jesus nahe zu bringen.

In vier kurzen Gedanken versucht Paulus, das Evangelium in Athen auf dem Aeropag  zu sagen.

1. Überall ist eine Ahnung von Gott

Ich kann mir das richtig vorstellen: Als Paulus damals durch Athen geht, sieht er Tempel, Götterbilder, Altäre. Er steht vor einer Vielfalt an religiöser Kunst, die atemberaubend ist. An diesen Steinen und Bauten kann er ablesen: in diesen Menschen ist die Ahnung von Gott da. Und er sagt das auch: „… ich sehe, dass ihr die Götter in allen Stücken sehr verehrt.“ (V.22)

Das, was Paulus hier sagt, hat hier einen bestimmten Klang – wir würden heute beim Anblick dieser Pracht vielleicht sagen: Ihr seid hoffnungslos religiös. Ihr Athener tragt in euch eine Sehnsucht, ein Fragen nach Gott, eine Ahnung davon, dass es um Gott mehr sein muss als die Tempel und die Götterbilder euch sagen.

Überall ist eine Ahnung von Gott. Auch heute. Wer durch unsere Welt geht, der wird das auch finden. In den Bücherladen der Großstädte, im Internet und wo auch immer  gibt es wachsende Abteilungen zum Thema „Übersinnliches“. In den CD-Ständern der verschiedensten Geschäfte finden sich immer wieder CDs mit religiösen Themen. Es ist kein Ausrutscher, wenn ein Sänger wie Peter Maffay von seinen Fragen an Gott singt und einer seiner früheren Hits „Halleluja“ – „Lobt Gott“ heißt.

Talkmaster Markus Lanz fragt einen seiner Gäste danach, ob er in der Angst in dieser Zeit betet, so als ob das Gebet nur etwas für Zeiten der Angst und Krisen wäre. Ich selbst erinnere mich lieber immer wieder gerne an Hanns-Dieter Hüsch, den Kabarettisten, der in seinen Programmen immer auch predigte. Gott, Glaube – schon immer und überall ein Thema!

Wer sich Kinofilme anschaut und Fernsehproduktionen jenseits der seichten Unterhaltung, der bekommt es mit: Auch dort werden immer wieder religiöse Themen verhandelt, taucht die Frage nach Gott und Glauben auf – als eine Frage, die wieder oder vielleicht: immer noch modern ist und Menschen umtreibt.

Ja, die Menschen unserer Zeit sind durchaus religiös, auch wenn sie vielleicht nicht christlich, oder sagen wir sogar: nicht kirchlich-christlich sind, Menschen suchen Gott, suchen Göttliches. Es liegt förmlich in der Luft und begegnet uns, wenn Leute z.B. sagen: beim Gang durch den Wald habe ich eine Ahnung von Gott. In der Natur bin ich Gott so nahe. Und ich denke, so viel spazieren wie im vergangenen Jahr waren wir insgesamt wohl schon lange nicht mehr, denn viel anderes blieb ja nicht. Wie nahe müssen folglich dann viele Menschen Gott gewesen sein!

Göttliches begegnet uns in vielen Formen, in Liedern, und Gedichten; es begegnet uns sogar in dem Gefühl, das viele Menschen haben, dass sie sich eben nicht selbst alles verdanken, was sie geschaffen und geschafft haben, dass sie das Empfinden einer Abhängigkeit benennen. Überall ist eine Ahnung von Gott – und Menschen sind sehr wohl bereit, das auch auszusprechen. Genau das hat auch Paulus schon vor langer Zeit  da in Athen gespürt.

2. Keinem von uns ist Gott fern

Dieses Fragen, Suchen, Ahnen von Gott nimmt der Apostel mit einem ganz weiten Satz auf: Fürwahr, er ist nicht ferne von einem jeden unter uns. Denn in ihm leben, weben und sind wir.“ (V 27.28)  Gott ist uns näher als die Luft zum Atmen, näher als uns die Menschen sind, näher als uns die Dinge sind, mit denen wir uns umgeben. Gott lebt in uns und wir leben aus ihm.

Der Apostel Paulus sagt dieses Bekenntnis, weil er an den Schöpfer glaubt. Gott hat die Welt geschaffen und hat uns das Leben gegeben. Wenn wir Paulus nach einem Beweis für seinen Gedanken fragen könnten, dann würde er sagen: Schau Dich an: Du bist der Beweis! Du hast Dir das Leben nicht selbst gegeben. Du hast Dir Deinen Leib nicht selbst gegeben. Du hast Dir deine Kraft und Deine Talente nicht selbst gegeben. Mit allem, was du bist und was du lebst und was du kannst, kommst Du immer schon von Gott her – aus seinem unerschöpflichen Geben. Und jeder Augenblick Deines Lebens kommt von Gott, ist sein Geschenk an dich.

Keinem von uns ist Gott fern. Dieses Wort hat eine Kehrseite: Wir alle verdanken uns Gott, mit dem, was wir sind und wie wir sind. Damit steht zugleich eine Frage vor uns, auf die wir alle eine Antwort finden müssen: Danken wir Gott denn mit unserem Leben, das wir ihm verdanken? Entspricht unser Leben dem, das Gott uns nicht fern ist, sondern nahe? Sind wirGott nahe – mit unserem Tun, mit unserem Denken, mit unserem Danken?

3. Gott will, dass wir ihn suchen

Bis hierhin können viele ja vielleicht noch mitgehen. Aber nun geht Paulus den einen Schritt weiter: Es ist nicht damit getan, dass wir sagen: Gott gibt es. Es ist nicht damit getan, dass wir sagen: Wir leben immer schon von Gott her. Sondern Gott will, dass wir ihn suchen und mit ihm leben.

Es geht um eine sehr persönliche Beziehung zu Gott, um eine Beziehung des Vertrauens und sogar auch des Gehorsams gegenüber diesem Gott, der uns als seine Geschöpfe liebt. Wenn wir z. B. Kinder taufen, wird über sie gesagt: Du sollst Gott gehören. Du sollst zu dem Gott gehören, der deinen Namen gerufen hat. Du sollst zu dem Gott gehören, der sich selbst in dieser Welt mit seinem Namen zu erkennen gegeben hat: in dem Menschen Jesus Christus, der ans Kreuz gegangen ist und der durch den Tod gebrochen ist. Du gehörst nicht zu einem namenlosen, unbekannten Gott – du gehörst zu dem bekannten Gott, der sich zu dir bekannt hat und zu dem du dich bekennen darfst. Zu dem Gott, der spricht, und wir lesen es in unserer Ev. Lukas-Kirche bei jedem Gottesdienst, wenn dort wieder einer stattfinden wird, vorne auf unserem Taufstein: Ich habe dich bei deinem Namen gerufen, du bist mein!

Das ist über uns allen, die wir getauft worden sind, gesagt worden, und das gibt unserem Leben Richtung. Unsere Lebensrichtung ist markiert durch die Zugehörigkeit zu Jesus, das Vertrauen zu Jesus. Und das ist dann kein Allerweltsglaube mehr. Sondern das ist der Glaube, der immer wieder fragt: Was ist der Wille Gottes für mein Leben – an diesem Tag heute? Was ist der Wille Gottes für mein Handeln an diesem Tag heute? Was will Jesus durch mich in dieser Welt tun – an Menschen, in den Aufgaben der Zeit, für die Nahen und die Fernen?

Solange wir noch nicht wissen, wer Gott ist, können wir ihm auch nicht gehorchen. Aber wenn es wahr ist, dass Gott sich uns bekannt machen will und bekannt gemacht hat durch Jesus, dann gibt es für uns nur eines: unseren Willen ausrichten nach seinem Willen.

 4. und letztes: Gott ruft uns

Ich denke, dass es deutlich geworden ist: Es geht nicht nur um gute Gedanken über Gott. Paulus hat nicht zu den vielen Gesprächen über Gott ein weiteres hinzufügen wollen – nach dem Motto: Gut, dass wir mal drüber geredet haben. Er steht auf dem Areopag aus einem einzigen Grund: Weil Gott nach seinen Menschen ruft und weil Menschen dieses Rufen Gottes hören müssen – um ihrer Seelen Seligkeit willen.

Ich sehe diesen Paulus da stehen. Ich ahne auch die Reaktion der Menschen. Einige haben es damals gehört, aber viele haben sich – wie wir es heute vielleicht auch tun würden – lächelnd abgewendet. Einige haben den nahen Gott in den Worten seines Boten gehört, viele aber haben nur einen seltsamen Wanderprediger gehört und hatten nur ein Achselzucken für ihn. Das sind bis heute die Reaktionen. Die einen hören und glauben und finden das Leben, und die anderen gehen ihres Weges. Auf welcher Seite stehen wir, steht ihr, stehen Sie, stehe ich?

Es ist die Sorge um die Menschen; es ist die Sorge, dass Menschen an Jesus vorbeileben könnten und darüber das Leben versäumen, die uns diese Worte des Paulus weitersagen lassen. Es ist die Sorge, dass Menschen das große Geschenk ihrer eigenen Taufe versäumen könnten, die uns nicht einfach sagen lässt: Jeder hat seinen Glauben, jeder hat seine Vorstellung von Gott – ist doch alles gleich-gültig. Die Erfahrung, die Paulus gemacht hat – und die ich Jahrhunderte nach ihm mit ihm teile –  ist großartig anders: Jesus ruft uns beim Namen, ich bin ihm nicht gleichgültig. Und diesem Ruf darf und will ich folgen. In diesem Ruf liegt mein Leben, und ohne diesen Ruf geht mein Leben in die Leere, geht es am Willen Gottes vorbei.

Liebe Schwestern und Brüder! Liebe Leserinnen und Leser!

Gott ruft uns – ich möchte es zuspitzen: Gott ruft Dich und mich. Seit unserer Taufe hat er niemals aufgehört, meinen und Deinem Namen zu rufen, damit wir nicht ohne ihn leben, ohne seine Liebe, ohne seine Treue, ohne das Vertrauen zu ihm und ohne den Gehorsam, der sich um seinen Willen müht. In diesem Ruf bietet er das Leben an. Er, der nicht will, dass auch nur einer verloren geht, sondern der uns allen im Glauben das Leben schenken will, ein Leben, das niemals vergeht. Amen.

Und der Friede Gottes, welcher höher ist als all unsere Vernunft, bewahre unsere Herzen und Sinne in Christus Jesus. Amen.

 

Fürbittgebet

 Jesus Christus, wir danken dir,

dass du uns Bruder und Freund bist,

dass wir mit dir und untereinander

verbunden bleiben, auch wenn jetzt vielleicht für uns allein sind

und andere schmerzlich vermissen.

Du bist da!

 

Wir alle bitten dich:

Schenke du uns deinen Geist, damit wir bereit sind,

an deinem Wort festzuhalten,

auch dann, wenn es uns schwer fallen will.

Du bist da und hältst uns!

Und du hörst unsere Bitten!

 

Wir bitten dich für die Einsamen!

Wir beten für sie und wenn wir es wieder können,

werden wir sie auch wieder besuchen!

 

Wir bitten dich für die Hungernden!

Wir beten für sie und wenn wir es wieder können,

wollen wir uns auch wieder für sie einsetzen!

 

Wir bitten dich für die Kranken und die vielen alten Menschen!

Wir beten für sie und wenn wir es wieder können,

nehmen wir sie in unsere Arme und halten sie!

 

Wir bitten dich für unsere Kinder!

Wir beten für sie und wenn wir es wieder können,

lassen wir sie wieder fröhlich ihre Wege gehen

zu all ihren Freunden und ohne Sorgen in ihre Schulen,

weil sie sich geliebt wissen

und die Freude am Leben wieder neu in uns allen wächst!

 

Herr, schau’ auf uns!

Schenke du uns allen deinen Segen!

Schenke deinen Segen den Menschen,

die mir heute besonders am Herzen liegen.

 

Sei du da mit deinem Segen

– für alle, die wir lieben.

–  für alle, die nun leben, um anderen zu helfen.

–  für alle, die sich selbst nicht helfen können.

 

Sei bei den Einsamen und Kranken.

Schenke uns Einsicht in vieles, was wir nun mittragen müssen.

Schenke uns Geduld und einen langen Atem.

Schenke uns Hoffnung, an der wir niemals zweifeln wollen.

Sei bei uns allen! Heute und in aller Zeit!

 

Guter Gott, ich bete für alle, an die ich nun denke,

und auch für mich das Gebet,

das dein Sohn Jesus Christus uns allen hinterlassen hat

und das uns durch schwere Zeiten tragen will:

 

Vater Unser im Himmel

Geheiligt werde dein Name

Dein Reich komme

Dein Wille geschehe

Wie im Himmel so auf Erden

Unser tägliches Brot gib uns heute

Und vergib uns unsere Schuld

Wie auch wir vergeben unseren Schuldigern.

Und führe uns nicht in Versuchung,

Sondern erlöse uns von dem Bösen.

Denn dein ist das Reich und die Kraft

Und die Herrlichkeit.

In Ewigkeit.

Amen.

 

Segen

Ich lade dazu ein, nun an alle diejenigen,

die Ihnen am Herzen liegen

– und natürlich auch an Sie selbst –

zu denken und die Worte des Segens zu sprechen,

mit denen wir unsere Gottesdienste schließen.

 

Der Herr segne euch und behüte euch.

Der Herr lasse sein Angesicht über euch leuchten

und sei euch gnädig.

Der Herr erhebe sein Angesicht auf euch

und schenke euch Frieden.

Amen.

 

Euch allen einen gesegneten Sonntag!

Kommt gut durch die Zeit,

passt auf euch auf und bleibt gesund!

Pfr. Rüdiger Dunkel

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Lesegottesdienst mit den gottesdienstlichen Texten zum Sonntag Misericordias Domini, 18. April 2021

Lesegottesdienst

mit den gottesdienstlichen Texten zum Sonntag

Misericordias Domini, 18. April 2021

 

Wochenspruch:

Christus spricht: Ich bin der gute Hirte. Meine Schafe hören meine Stimme, und ich kenne sie und sie folgen mir; und ich gebe ihnen das ewige Leben. (Joh 10,11a.27–28a)

 

Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.

Unsere Hilfe steht im Namen des Herrn, der Himmel und Erde gemacht hat.

 

Eingangs- und Wochenpsalm: Psalm 23

 Der HERR ist mein Hirte,

mir wird nichts mangeln.

Er weidet mich auf einer grünen Aue

und führet mich zum frischen Wasser.

Er erquicket meine Seele.

Er führet mich auf rechter Straße um seines Namens willen.

Und ob ich schon wanderte im finstern Tal,

fürchte ich kein Unglück;

denn du bist bei mir,

dein Stecken und Stab trösten mich.

Du bereitest vor mir einen Tisch

im Angesicht meiner Feinde.

Du salbest mein Haupt mit Öl

und schenkest mir voll ein.

Gutes und Barmherzigkeit werden mir folgen mein Leben lang,

und ich werde bleiben im Hause des HERRN immerdar.

Ehre sei dem Vater du dem Sohn und dem heiligen Geist,

wie es war im Anfang jetzt und immerdar

und von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.

 

Gebet:

Guter und Gnädiger Gott!

Wir erinnern uns daran!

Du hast deinen Sohn zu uns gesandt.

Wie ein guter Hirte sollte er uns sein.

Und er ist es auch!

Sein Leben sollte er für uns lassen!

Er hat es getan!

Den Tod hat er überwunden!

Das glauben wir!

Gerade in dieser Zeit,

in der der Tod uns überwinden will!

Dein Sohn Jesus Christus, guter Gott, ist auferstanden

Er will weiter unser Hirte sein!

Warum tun wir uns manchmal so schwer damit,

ihm zu folgen!

Wie oft wollen wir eigene Wege gehen,

von denen wir manchmal tatsächlich meinen,

wir könnten sie in aller Sicherheit selbst planen und gehen!

Wie oft verlieren wir dich auf diesen Wegen aus den Augen!

Wir entfernen uns von dir in so vielem!

Aber du lässt niemals von uns!

So sei nun auch jetzt bei

uns höre uns in all deinem Erbarmen,

wenn wir jetzt in der Stille zu dir beten!

 

– Zeit für ein persönliches Gebet in der Stille –

 

Du selbst hast uns gesagt:

Ich will sie retten von allen Abwegen,

auf denen sie gesündigt haben,

und will sie reinigen,

und sie sollen mein Volk sein,

und ich will ihr Gott sein.
Ehre sei Gott in der Höhe!

 

So bitten wir dich, Jesus Christus,

der du unser guter Hirte bist:

Führe uns auf deinen Wegen.

Auch durch diese schwere Zeit.

Schenke uns Kraft, Geduld und Ausdauer

mit dir auf deinen Wegen für uns zu gehen.

Du lässt uns keinen Mangel leiden.

Du sorgst für uns.

Von dir werden wir niemals verlassen!

Halte du uns alle also in deiner Nähe!

Die, die sich gerade verloren glauben,

suche sie, damit sie dich spüren.

Wenn wir in alle Richtungen auseinanderlaufen,

wenn wir jeder Nachricht, jeder schnellen Erfolgsaussicht,

jeder Verschwörungstheorie und vielem Unsinn

hinterherlaufen und uns zu Leichtsinn verleiten möchte,

dann sei du unsere Mitte, damit wir auf dich schauen.

Denn du führst uns heraus und in eine neue Zukunft.

Darauf vertrauen wir und bitten dich,

der Du mit dem Vater in der Einheit des Heiligen Geistes,

lebst und regierst von Ewigkeit zu Ewigkeit.

Amen.

 

Tagesevangelium: Aus dem Johannesevangelium, Kapitel 10, die Verse 11-16.27-30

11 Ich bin der gute Hirte. Der gute Hirte lässt sein Leben für die Schafe.

12 Der Mietling, der nicht Hirte ist, dem die Schafe nicht gehören, sieht den Wolf kommen und verlässt die Schafe und flieht – und der Wolf stürzt sich auf die Schafe und zerstreut sie –,

13 denn er ist ein Mietling und kümmert sich nicht um die Schafe.

14 Ich bin der gute Hirte und kenne die Meinen und die Meinen kennen mich,

15 wie mich mein Vater kennt; und ich kenne den Vater. Und ich lasse mein Leben für die Schafe.

16 Und ich habe noch andere Schafe, die sind nicht aus diesem Stall; auch sie muss ich herführen, und sie werden meine Stimme hören, und es wird eine Herde und ein Hirte werden.

27 Meine Schafe hören meine Stimme, und ich kenne sie und sie folgen mir;

28 und ich gebe ihnen das ewige Leben, und sie werden nimmermehr umkommen, und niemand wird sie aus meiner Hand reißen.

29 Was mir mein Vater gegeben hat, ist größer als alles, und niemand kann es aus des Vaters Hand reißen.

30 Ich und der Vater sind eins.

Halleluja! Der Herr ist auferstanden! Er ist wahrhaftig auferstanden! Halleluja!

 

Glaubensbekenntnis

Wir bekennen jede und jeder für sich und doch auch gemeinsam unseren christlichen Glauben:

Ich glaube an Gott, den Vater, den Allmächtigen, den Schöpfer des Himmels und der Erden. Und an Jesus Christus, seinen eingeborenen Sohn, unseren Herrn, empfangen durch den Heiligen Geist, geboren von der Jungfrau Maria, gelitten unter Pontius Pilatus, gekreuzigt, gestorben und begraben, hinabgestiegen in das Reich des Todes, am dritten Tage auferstanden von den Toten, aufgefahren in den Himmel; er sitzt zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters; von dort wird er kommen, zu richten die Lebenden und die Toten. Ich glaube an den Heiligen Geist, die heilige christliche Kirche, Gemeinschaft der Heiligen, Vergebung der Sünden, Auferstehung der Toten und das ewige Leben. Amen.

 

Alttestamentliche Lesung: Aus dem Buch Hesekiel, Kapitel 34, Verse 1–2.10–16.31

(auch Predigttext)

1 Und des HERRN Wort geschah zu mir:

2 Du Menschenkind, weissage gegen die Hirten Israels, weissage und sprich zu ihnen: So spricht Gott der HERR: Wehe den Hirten Israels, die sich selbst weiden! Sollen die Hirten nicht die Herde weiden?

10 So spricht Gott der HERR: Siehe, ich will an die Hirten und will meine Herde von ihren Händen fordern; ich will ein Ende damit machen, dass sie Hirten sind, und sie sollen sich nicht mehr selbst weiden. Ich will meine Schafe erretten aus ihrem Rachen, dass sie sie nicht mehr fressen sollen.

11 Denn so spricht Gott der HERR: Siehe, ich will mich meiner Herde selbst annehmen und sie suchen.

12 Wie ein Hirte seine Schafe sucht, wenn sie von seiner Herde verirrt sind, so will ich meine Schafe suchen und will sie erretten von allen Orten, wohin sie zerstreut waren zur Zeit, als es trüb und finster war.

13 Ich will sie aus den Völkern herausführen und aus den Ländern sammeln und will sie in ihr Land bringen und will sie weiden auf den Bergen Israels, in den Tälern und wo immer sie wohnen im Lande.

14 Ich will sie auf die beste Weide führen, und auf den hohen Bergen in Israel sollen ihre Auen sein; da werden sie auf guten Auen lagern und fette Weide haben auf den Bergen Israels.

15 Ich selbst will meine Schafe weiden, und ich will sie lagern lassen, spricht Gott der HERR.

16 Ich will das Verlorene wieder suchen und das Verirrte zurückbringen und das Verwundete verbinden und das Schwache stärken und, was fett und stark ist, behüten; ich will sie weiden, wie es recht ist.

31 Ja, ihr sollt meine Herde sein, die Herde meiner Weide, und ich will euer Gott sein, spricht Gott der HERR.

Amen.

 

Predigt

 Die Gnade unseres Herrn und Gottes sei mit uns allen. Amen.

Liebe Schwestern und Brüder! Liebe Leserinnen und Leser!

Der Prophet Ezechiel, von Martin Luther eingedeutscht zu Hesekiel, regt sich auf – regt sich mächtig auf. Was war geschehen?

Etwa 600 vor Christus war Jerusalem ins Exil verschleppt worden, Ezechiel war mit dabei. Nun sitzt das Volk im Zweistromland in der babylonischen Gefangenschaft. Von hier aus schaut Ezechiel immer wieder geradezu visionär zurück nach Jerusalem. Von hier aus kündigt er das Gericht Gottes an, hier verkündigt er Gottes Weisung an die mit ihm Deportierten, hier kündigt er Gottes richtendes Handeln an den Israel umgebenden Völkern an. Hier lässt er seiner Wut und Enttäuschung über die regierenden seines Volkes freien Lauf. Wir konnten das in der Lesung etwas weiter oben geradezu nachspüren.

Ezechiel spart nicht mit Kritik an den Regierenden. Sie haben seiner Meinung nach nicht etwa aus Schwäche versagt. Nein, sie haben aus Bosheit und aus Egoismus das Volk zugrunde gerichtet! So sieht es Ezechiel! Sie haben sich benommen wie Hirten, die sich an der Herde, die ihnen anvertraut, ist einfach nur bereichern, nur auf eigenen Profit aus sind. Das Wohlergehen der Herde oder etwa Bestandspflege war ihnen völlig egal. Sie haben sich nur selbst geweidet und gemästet, haben geschaut, das die eigenen Taschen und Vorräte immer gut gefüllt waren. Sie haben nur für sich selbst gesorgt. Das Schicksal der anderen war ihnen völlig gleichgültig. Alles Ausbeuter! Und deshalb, so Ezechiel, ist jetzt eben die ganze Herde verstreut, das Land mit seiner Hauptstadt Jerusalem zerstört. Nun bekommen die schlechten Hirten eben ihre Strafe. Gott sagte es durch Ezechiel in Vers 10:

So spricht Gott der HERR: Siehe, ich will an die Hirten und will meine Herde von ihren Händen fordern; ich will ein Ende damit machen, dass sie Hirten sind, und sie sollen sich nicht mehr selbst weiden. Ich will meine Schafe erretten aus ihrem Rachen, dass sie sie nicht mehr fressen sollen.

Kritik an den Regierenden, prophetische Kritik, wie es ihnen ergehen wird. Kommt uns das – gerade auch in diesen Tagen – nicht irgendwie bekannt vor. Schweben nicht sogar die gleichen Vorwürfe im Raum? Machthabende und Politik Treibende, die ein Volk zugrunde richten, gibt es weltweit leider viel zu viele. Politikerinnen und Politiker, die in die eigene Tasche arbeiten, sind in letzter Zeit ja auch bei uns „aufgeflogen“. Ist es manchmal nicht geradezu erschreckend, wenn Verantwortliche von großen Wirtschaftsunternehmen ganz übel und betrügerisch wirtschaften und trotzdem kräftig für sich selbst abkassieren. Ist es nicht wirklich ein Ärgernis, wenn manche Managementtreibende immer mehr bekommen, und diejenigen, die vor Ort die Arbeit tun, kaum mehr verdienen?

Nun schaue ich aber auch einmal auf unsere Kirchen, also auch auf uns selbst. Wie viel Zeit, Kraft und auch Geld stecken wir alle – Kirchenleitende genau so wie Presbyterinnen und Presbyter, Gemeindeleitungen und Pfarrgemeinderäte – in Strukturreformen? Wie oft drehen wir uns im Kreis und schaffen nur halbherzige Lösungen, weil unter uns immer noch die Maßgabe gilt, größere Einheiten seien zukunftsfähiger als kleinere. Wo kommt aber auch die geistliche Erneuerung in den Blick? Wo bleibt dieser geistliche Blick auf Kirche und Gemeinden, wenn wir nur noch Rückbau planen, nicht aber Neuaufbau?

Mir ist schon klar, dass man einen geistlichen Neuaufbau nicht einfach am Reißbrett planen kann wie ein Haus oder ein anderes Gebäude. Es braucht immer auch, wie z.B. im 6. Kapitel des Epheserbriefes beschrieben, die Zurüstung durch den Heiligen Geist; es braucht die Zurüstung durch Gebet und das Lesen in der Heiligen Schrift. Es braucht vielleicht sogar das ehrliche Bekenntnis und die Einsicht: Wir können es nicht! Oder besser: wir können es nicht mehr! Haben es irgendwie scheinbar verlernt. Es ist soweit in den Hintergrund getreten. Wir müssen noch einmal mit Gott ganz neu anfangen!

Lebe Schwestern und Brüder! Liebe Leserinnen und Leser!

Wäre das – wäre solch eine Einsicht und solch ein ehrliches Bekennen – nicht auch die Voraussetzung für einen Neuanfang und Neuaufbau? Wäre es nicht gut, einmal zu bekennen: Lieber Gott! Wir sind müde geworden. Wir sehen es doch selbst, unsere Gottesdiense sind schlecht besucht. Wir reißen niemanden vom Hocker! Wir reden von deiner Freundlichkeit, aber wie oft strahlen wir sie einfach nicht aus! Wir erfahren als Kirche und Gemeinde bei vielen Menschen mittlerweile Ablehnung und Kälte; da sind viele, die wollen von uns gar nichts mehr wissen. Vielleicht noch von dir, guter Gott, aber nicht mehr von uns! Manchmal wissen wir gar nicht mehr wirklich, was uns noch zusammenhält oder neu zusammenführt!

Wäre nicht solch eine selbstkritische Betrachtung, wäre das Zulassen solch einmal wieder auf uns selbst schauender Fragen in unserer zur so festen und erstarrten Institution Kirche nicht an der Zeit? Wäre es nicht besser, so offen an die zu verändernden Situationen heranzugehen, als Meisterinnen und Meister des Herumlavierens und der faulen Kompromisse zu werden? Nach außen wollen wir gerne noch stark erscheinen, aber unsere innere Schwäche verdrängen wir meisterhaft! Aber sollten gute Hirten einer Herde nicht auch die leider wohl nur begrenzte Kraft einer „Herz-Lungen-Maschine stabiler Kirchensteuereinnahmen“ zugeben? Kirche, bekenne doch auch einmal ehrlich deine Schwäche und beginne damit, Gott neu zu suchen! Tu’ es bald!

Liebe Schwestern und Brüder! Liebe Leserinnen und Leser!

Merken wir, wie schnell die heftige Kritik Ezechiels auch auf uns selbst zurückfällt, uns trifft und auch zu uns gesprochen ist? Gott sei es gedankt, ist das alles aber nur die eine Seite der Botschaft des mutigen Propheten. Da sind nämlich auch noch die Verse 11-16 aus unserem Predigttext. Drei Verse zitiere ich noch einmal:

Denn so spricht Gott der HERR: Siehe, ich will mich meiner Herde selbst annehmen und sie suchen. (V.11)

Ich will sie aus den Völkern herausführen und aus den Ländern sammeln und will sie in ihr Land bringen und will sie weiden auf den Bergen Israels, in den Tälern und wo immer sie wohnen im Lande. (V.13)

Ich will das Verlorene wieder suchen und das Verirrte zurückbringen und das Verwundete verbinden und das Schwache stärken und, was fett und stark ist, behüten; ich will sie weiden, wie es recht ist. (V.16)

Gott redet durch Ezechiel. Er lässt ihn Tröstliches und Hoffnungsvolles sagen. Es gibt eine Zukunft! Für die aus der Heimat Vertriebenen, für die Ausgebeuteten, für alle im Stich Gelassenen gibt es eine Zukunft des Friedens! Diese Zukunft beginnt – so Ezechiel – eben gerade nicht damit, dass sich da irgend jemand aufrafft, gerechte Verhältnisse schafft und meint, es besser als die früher Regierenden zu machen. Wie so etwas meist endet, haben wir oft genug aus der Geschichte erfahren. Nein!

Neuanfang geschieht einzig und allein als Tat Gottes! Gott selbst lässt es Ezechiel so deutlich wie möglich aussprechen, wenn er sagt: Siehe, ich will mich meiner Herde selbstannehmen und sie suchen. (V.11) Neuanfang beginnt, um es einmal bildlich zu schreiben, also „ganz oben“. Für Gott selbst steht eines nämlich fest: Für die neue Zukunft in einem neuen Frieden und in einer neuen Gestalt braucht es mehr als ein ausgefeiltes und wortreiches Programm mit neuen Slogans, es braucht mehr als ein paar neue Überzeugungstäterinnen und Überzeugungstäter!

So kam es ja dann schließlich auch. Gott selbst führte sein Volk heraus aus der Gefangenschaft und neu und auch anders in die alte Heimat zurück!

Der Neuanfang beginnt also offenbar ganz oben: Das sollen wir bejahen – gerade auch in den Fragen der Erneuerung von Kirche und Gemeinde!  Genau weil das so ist – und ja auch schon einmal beim alten Volk Israel so geschehen ist –, sollten wir doch auch so mutig sein, die eigene Verzweiflung du Hilflosigkeit zu bekennen, um dann eben auch „ganz oben“, also bei Gott selbst, nachfragen, Hilfe suchen, neu zu beten lernen. Vielleicht müssen wir es deshalb sogar neu lernen, eigene Pläne und Ideen einmal zurückzustellen, um genauer hinzuhören, was Gott uns sagen will. Vielleicht müssen wir unsere Augen und Herzen wieder einmal neu ganz weit aufmachen, um wieder neu sehen zu lernen, was Gott uns vielleicht schon zeigt und als Weg vorgibt. Manchmal müssen wir es dann vielleicht sogar auch gegen jede scheinbare Vernunft und gegen alle  Finanz- und Strukturpläne tun, auch wenn es verrückt klingt!

Wir müssen, dürfen und sollen uns auf unseren Glauben neu besinnen, in dem wir das Vertrauen wieder wachsen lassen, uns alle auf den zu besinnen, der doch schon einen grundlegenden Neuanfang für uns alle und mit uns allen gemacht hat. Dieser Neuanfang ist – wir haben ihn erst vor kurzem, wenn auch in diesem Jahr schon wieder in sehr bescheidenem Rahmen, gefeiert – an Ostern für die ganze Welt geschehen. Es ist Jesus Christus selbst, der Auferstandene! Er hat von sich selbst gesagt: „Ich bin der gute Hirte. Ein guter Hirte lässt sein Leben für die Schafe!“ (Joh 10,11)

Schauen wir deshalb auf diesen guten Hirten. Er ist nicht deshalb so besonders, weil er besondere irdische Macht hat. Er übertrifft alle Regierenden dieser Welt auch nicht einfach durch senb vorbildliches Handeln. Jesus hat nie einer Riege von Ministerinnen und Ministern vorgestanden, musste nie Bund-Länder-Konferenzen leiten. Er hat nie einer Steuerbehörde vorgestanden oder eine funktionierende Verwaltung um sich gehabt. Nein, das alles nicht! Aber dieser gute Hirte hat uns Menschen Gottes Handeln, hat uns Gottes Regieren in dieser Welt sichtbar und für uns spürbar gemacht. Das machte ihn besonders. Er hat uns darin vergewissert: Gott selbst sucht und erlöst sein Volk! Gott selbst errettet uns Menschen aus unseren Sünden, hat auch uns als sein Volk erlöst. Gerade deshalb hat Jesus immer auch diejenigen berufen, die scheinbar diese Verbindung zu Gott verloren hatten. Genau auf diesem Weg der Gerechtigkeit Gottes in dieser und für diese Welt ist der gute Hirte, ist Jesus selbst, geradezu unter die Räder gekommen. Die gerechten und Selbstgerechten dieser Welt konnten nämlich genau diesen barmherzigen Jesus nicht ertragen! Jesus hat aufgelöst, was ihnen, den Selbstgerechten, bis dahin scheinbar heilig war. Deshalb bricht Jesus geltende Gesetze und übertritt sie. Er sagte auch deutlich, warum er dies so tat. Aus seiner Verwandtschaft mit dem Gott, der diesen Weg in der Welt durch ihn für uns Menschen bahnt, machte er keinen Hehl, als er gefragt wurde, wer er denn sei. Solche Vorwürfe brachten ihn ans Kreuz. Der gute Hirte starb daran für seine Schafe. Eben nicht einfach nur, weil er die „Verlorengegangenen“ suchte oder die „Versprengten“ zurückbringen wollte. Nein! Jesus selbst stirbt nach Gottes Willen. Durch seinen Tod und durch seine Auferstehung öffnet er dann aber geradezu die Tür für die Verlorenen aller Länder und Völker ganz weit. Er selbst öffnet am Kreuz und durch seine Auferstehung die Tür zu Gott neu, zu einem neuen Leben im Frieden mit Gott, auch zur Heilung für Leib und Seele.

Liebe Schwestern und Brüder! Liebe Leserinnen und Leser!

Ist es nicht genau das, was auch und gerade die Aufgabe von Kirche und Gemeinden ist? Wir sind doch durch alles, was wir sagen, tun und handelnd bezeugen, dazu da, Gottes Regieren in dieser Welt durch die frohe Botschaft von Jesus Christus anzukündigen und weiterzusagen. Wir sind dazu gerufen, schon heute in und aus dieser guten Nachricht heraus zu leben und das Leben für viele zu gestalten! Gott sucht unablässig und erlöst unablässig durch seinen Sohn Jesus Christus!

Das ist der Weg, auf dem wir gehen sollen. Es ist der gleiche Weg, auf dem vor langer Zeit schon das alte Volk Israel schon ging und auf dem wir wohl auch noch ein gutes Stück vor uns haben. Und genau so wie er dem alten Volk Israel schon damals durch den Propheten Ezechiel ins Gewissen redete, muss er es wohl ab und zu auch bei uns tun! Und wir? – Wir haben zu hören und weiterzugehen! Mit Gott! In eine gute Zukunft, die er für uns bereithält! Amen.

Und der Friede Gottes, welcher höher ist als all unsere Vernunft, bewahre unsere Herzen und Sinne in Christus Jesus. Amen.

 

 Fürbittgebet:
Lebendiger Gott, guter Vater!

Du hast uns Menschen deine Liebe gezeigt!

In deinem Sohn, in Jesus Christus, unserem guten Hirten!

Wenn dein Jesus Christus uns Bruder geworden ist,

warum fällt es uns so schwer,

auch uns alle als Schwestern und Brüder anzunehmen!

Herr, schau’ auf uns alle, denn wir vertrauen dir und bitten dich:

 

Wir bitten dich für die Zaghaften und Kleinmütigen unter uns,

die es nicht wagen,

ihren eigenen Gefühlen und Ideen zu trauen.

Herr, schau’ auf uns und in diese Zeit! Es gibt sie überall!

 

Wir bitten für die Mächtigen und alle diejenigen,

denen Geld oder Machtstreben

den Blick auf die Mitmenschen verstellen.

Schau’ auf uns und in diese Zeit! Es gibt sie immer noch!

 

Wir bitten für die Traurigen und die Resigierenden,

die ihren Lebenssinn verloren haben.

Herr, schau’ auf uns und in diese Zeit! Es sind so viele!

 

Wir bitten für die Suchenden und für alle Idealisten,

die so ungeduldig werden

und sich nicht mit dem Erreichten zufrieden geben können

Herr, schau’ auf uns und in diese Zeit! Es werden mehr!

 

Wir bitten für die Kranken und Leidenden,

für all die, die sich ihrer Grenzen und ihrer Ohnmacht bewusst werden.

Herr schau’ auf uns und in diese Zeit! Es sind zu viele!

 

Herr, schau’ auf uns!

Schenke du uns allen deinen Segen!

Schenke deinen Segen den Menschen,

die mir heute besonders am Herzen liegen.

 

Sei du da mit deinem Segen

– für alle, die wir lieben.

–  für alle, die nun leben, um anderen zu helfen.

–  für alle, die sich selbst nicht helfen können.

 

Sei bei den Einsamen und Kranken.

Schenke uns Einsicht in vieles, was wir nun mittragen müssen.

Schenke uns Geduld und einen langen Atem.

Schenke uns Hoffnung, an der wir niemals zweifeln wollen.

Sei bei uns allen! Heute und in aller Zeit!

 

Guter Gott, ich bete für alle,

an die ich nun denke,

und auch für mich das Gebet,

das dein Sohn Jesus Christus uns allen hinterlassen hat

und das uns durch schwere Zeiten tragen will:

 

Vater Unser im Himmel

Geheiligt werde dein Name

Dein Reich komme

Dein Wille geschehe

Wie im Himmel so auf Erden

Unser tägliches Brot gib uns heute

Und vergib uns unsere Schuld

Wie auch wir vergeben unseren Schuldigern.

Und führe uns nicht in Versuchung,

Sondern erlöse uns von dem Bösen.

Denn dein ist das Reich und die Kraft

Und die Herrlichkeit.

In Ewigkeit.

Amen.

 

Segen

Ich lade dazu ein, nun an alle diejenigen,

die Ihnen am Herzen liegen

– und natürlich auch an Sie selbst – zu denken

und die Worte des Segens zu sprechen,

mit denen wir unsere Gottesdienste schließen.

 

Der Herr segne euch und behüte euch.

Der Herr lasse sein Angesicht über euch leuchten

und sei euch gnädig.

Der Herr erhebe sein Angesicht auf euch

und schenke euch Frieden.

Amen.

 

 

Euch allen einen gesegneten Sonntag!

Kommt gut durch die Zeit, passt auf euch auf und bleibt gesund!

Rüdiger Dunkel, Pfr.

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