Wochenspruch: Christus spricht: Ich war tot, und siehe, ich bin lebendig von Ewigkeit zu Ewigkeit und habe die Schlüssel des Todes und der Hölle. (Offb 1,18)

 

Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.

Unsere Hilfe steht im Namen des Herrn, der Himmel und Erde gemacht hat.

 

Eingangs- und Wochenpsalm: Aus Psalm 118

14 Der HERR ist meine Macht und mein Psalm und ist mein Heil.

15 Man singt mit Freuden vom Sieg / in den Hütten der Gerechten: Die Rechte des HERRN behält den Sieg!

16 Die Rechte des HERRN ist erhöht; die Rechte des HERRN behält den Sieg!

17 Ich werde nicht sterben, sondern leben und des HERRN Werke verkündigen. 18 Der HERR züchtigt mich schwer; aber er gibt mich dem Tode nicht preis.

19 Tut mir auf die Tore der Gerechtigkeit, dass ich durch sie einziehe und dem HERRN danke.

20 Das ist das Tor des HERRN; die Gerechten werden dort einziehen.

21 Ich danke dir, dass du mich erhört hast und hast mir geholfen.

22 Der Stein, den die Bauleute verworfen haben, ist zum Eckstein geworden.

23 Das ist vom HERRN geschehen und ist ein Wunder vor unsern Augen.

24 Dies ist der Tag, den der HERR macht; lasst uns freuen und fröhlich an ihm sein.

Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem heiligen Geist,

wie es war im Anfang jetzt und immerdar

 und von Ewigkeit zu Ewigkeit.

Amen.

 

Gebet

Wir hätten allen Grund zum Jubeln, guter Gott!

Deine Auferstehung hätten wir zu preisen.

Aber weißt du, guter Gott,

wie schwer uns das in diesen Tagen manchmal fällt?

Statt Freude, dass du lebst,

ist da die Sorge, wie das alles noch werden wird!

Statt Mut zum Leben, weil du den Tod besiegt hast,

schauen wir angstvoll auf Zahlen und wissen nicht,

wie wir unser Morgen planen sollen!

Wir können es gar nicht!

Statt Vertrauen auf deine Auferstehung

werden wir von Zweifeln geschüttelt.

Wir sind so kleingläubig!

Weißt du das alles, Herr und Gott?

Komm, Herr, erbarme dich unser

und höre, wie wir in der Stille zu dir beten.

 

– Kurze Stille zum persönlichen Gebet –

 

Ja, natürlich weißt du es!

Und du vertraust darauf,

dass wir neuen Mut in dir und deiner Auferstehung

in deinem Sohn Jesus Christus finden.

Du willst uns deine Liebe neu spüren lassen,

gerade auch in diesen Tagen.

Du willst auch, dass wir sie wieder zu anderen Menschen tragen.

Dazu ist dein Sohn Jesus Christus in die Welt gekommen;

der auferstandene Christus, der zu uns allen spricht:

Nicht ihr habt mich erwählt,

sondern ich habe euch erwählt und gesetzt,

daß ihr hingeht und Frucht bringt und eure Frucht bleibt.

Ehre sei Gott in der Höhe!

 

Ja, Jesus, in deiner Gegenwart leben wir.

Du bist die Kraft unseres Lebens

und du wirst auch einmal unsere Kraft im Sterben.

Denn wir leben und wir sterben mit dir.

In dir sind wir allezeit geborgen,

du erfüllst unsere Seelen mit der Kraft deines Lebens.

Weil du lebst, leben auch wir.

Wir bitten dich, sei bei uns, in uns und um uns.

Das bitten wird dich,

deinen Vater und den heiligen Geist.

Amen.

 

Tagesevangelium: Aus dem Lukasevangelium, Kapitel 24, Verse 13 – 35

13 Und siehe, zwei von ihnen gingen an demselben Tage in ein Dorf, das war von Jerusalem etwa sechzig Stadien entfernt; dessen Name ist Emmaus.

14 Und sie redeten miteinander von allen diesen Geschichten.

15 Und es geschah, als sie so redeten und einander fragten, da nahte sich Jesus selbst und ging mit ihnen.

16 Aber ihre Augen wurden gehalten, dass sie ihn nicht erkannten.

17 Er sprach aber zu ihnen: Was sind das für Dinge, die ihr miteinander verhandelt unterwegs? Da blieben sie traurig stehen.

18 Und der eine, mit Namen Kleopas, antwortete und sprach zu ihm: Bist du der Einzige unter den Fremden in Jerusalem, der nicht weiß, was in diesen Tagen dort geschehen ist?

19 Und er sprach zu ihnen: Was denn? Sie aber sprachen zu ihm: Das mit Jesus von Nazareth, der ein Prophet war, mächtig in Tat und Wort vor Gott und allem Volk;

20 wie ihn unsre Hohenpriester und Oberen zur Todesstrafe überantwortet und gekreuzigt haben.

21 Wir aber hofften, er sei es, der Israel erlösen werde. Und über das alles ist heute der dritte Tag, dass dies geschehen ist.

22 Auch haben uns erschreckt einige Frauen aus unserer Mitte, die sind früh bei dem Grab gewesen,

23 haben seinen Leib nicht gefunden, kommen und sagen, sie haben eine Erscheinung von Engeln gesehen, die sagen, er lebe.

24 Und einige von denen, die mit uns waren, gingen hin zum Grab und fanden’s so, wie die Frauen sagten; aber ihn sahen sie nicht.

25 Und er sprach zu ihnen: O ihr Toren, zu trägen Herzens, all dem zu glauben, was die Propheten geredet haben!

26 Musste nicht der Christus dies erleiden und in seine Herrlichkeit eingehen?

27 Und er fing an bei Mose und allen Propheten und legte ihnen aus, was in allen Schriften von ihm gesagt war.

28 Und sie kamen nahe an das Dorf, wo sie hingingen. Und er stellte sich, als wollte er weitergehen.

29 Und sie nötigten ihn und sprachen: Bleibe bei uns; denn es will Abend werden, und der Tag hat sich geneigt. Und er ging hinein, bei ihnen zu bleiben.

30 Und es geschah, als er mit ihnen zu Tisch saß, nahm er das Brot, dankte, brach’s und gab’s ihnen.

31 Da wurden ihre Augen geöffnet, und sie erkannten ihn. Und er verschwand vor ihnen.

32 Und sie sprachen untereinander: Brannte nicht unser Herz in uns, da er mit uns redete auf dem Wege und uns die Schrift öffnete?

33 Und sie standen auf zu derselben Stunde, kehrten zurück nach Jerusalem und fanden die Elf versammelt und die bei ihnen waren;

34 die sprachen: Der Herr ist wahrhaftig auferstanden und dem Simon erschienen.

35 Und sie erzählten ihnen, was auf dem Wege geschehen war und wie er von ihnen erkannt wurde, da er das Brot brach.

Halleluja! Der Herr ist auferstanden; er ist wahrhaftig auferstanden! Halleluja!

 

Glaubensbekenntnis

Wir bekennen – jede und jeder für sich und doch auch gemeinsam vor Gott – unseren christlichen Glauben:

Ich glaube an Gott, den Vater, den Allmächtigen, den Schöpfer des Himmels und der Erden. Und an Jesus Christus, seinen eingeborenen Sohn, unseren Herrn, empfangen durch den Heiligen Geist, geboren von der Jungfrau Maria, gelitten unter Pontius Pilatus, gekreuzigt, gestorben und begraben, hinabgestiegen in das Reich des Todes, am dritten Tage auferstanden von den Toten, aufgefahren in den Himmel; er sitzt zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters; von dort wird er kommen, zu richten die Lebenden und die Toten. Ich glaube an den Heiligen Geist, die heilige christliche Kirche, Gemeinschaft der Heiligen, Vergebung der Sünden, Auferstehung der Toten und das ewige Leben.

Amen.

 

Epistellesung: Aus dem Buch der Offenbarung, Kap. 21, Verse 6-14  

(auch Predigttext)

6 Und ich sah mitten zwischen dem Thron und den vier Wesen und mitten unter den Ältesten ein Lamm stehen, wie geschlachtet; es hatte sieben Hörner und sieben Augen, das sind die sieben Geister Gottes, gesandt in alle Lande.

7 Und es kam und nahm das Buch aus der rechten Hand dessen, der auf dem Thron saß.

8 Und als es das Buch nahm, da fielen die vier Wesen und die vierundzwanzig Ältesten nieder vor dem Lamm, und ein jeder hatte eine Harfe und goldene Schalen voll Räucherwerk, das sind die Gebete der Heiligen,

9 und sie sangen ein neues Lied: Du bist würdig, zu nehmen das Buch und aufzutun seine Siegel; denn du bist geschlachtet und hast mit deinem Blut Menschen für Gott erkauft aus allen Stämmen und Sprachen und Völkern und Nationen

10 und hast sie unserm Gott zu einem Königreich und zu Priestern gemacht, und sie werden herrschen auf Erden.

11 Und ich sah, und ich hörte eine Stimme vieler Engel um den Thron und um die Wesen und um die Ältesten her, und ihre Zahl war zehntausendmal zehntausend und vieltausendmal tausend;

12 die sprachen mit großer Stimme: Das Lamm, das geschlachtet ist, ist würdig, zu nehmen Kraft und Reichtum und Weisheit und Stärke und Ehre und Preis und Lob.

13 Und jedes Geschöpf, das im Himmel ist und auf Erden und unter der Erde und auf dem Meer und alles, was darin ist, hörte ich sagen: Dem, der auf dem Thron sitzt, und dem Lamm sei Lob und Ehre und Preis und Gewalt von Ewigkeit zu Ewigkeit!

14 Und die vier Wesen sprachen: Amen! Und die Ältesten fielen nieder und beteten an.

Amen.

 

Predigt

Die Gnade unseres Herrn und Gottes sei mit uns allen. Amen

Liebe Schwestern und Brüder! Liebe Leserinnen und Leser!

Das, was ich zum Lesegottesdienst am Ostersonntag zum Predigttext schrieb, gilt hier ganz genauso. Mein Ärger darüber, wer so etwas aussucht, ist wieder da und auch mein Ärger darüber, das ich das einfach schon wieder mitmache. Genau wie ich am Ostersonntag die Geschichte von der Auferstehung als Predigttext erwarte und nicht die Erzählung von der Rettung am Schilfmeer, erwarte ich auch am Ostermontag natürlich eine Geschichte aus dem Evangelium, das in mir die Erinnerung wachhält, was denn direkt nach Ostern geschah, wie Jesus z.B. seinen Freunden begegnet oder wie er auf dem Weg nach Emmaus mit den Freunden sogar mitgeht.  Aber dann kommt so etwas Unverständliches wie heute als Epistellesung und Predigttext aus dem Buch der Offenbarung. Wie gesagt, mein Ärger darüber ist genau so wieder da! Aber ich lasse es jetzt lieber, sonst rege ich mich ja nur unnötig auf!

Was finde ich Österliches in diesem kleinen Teil eines weitgehend mysteriösem und unverständlichem Buch der Bibel? Nun, es ist natürlich das Bild des Lammes, das geschlachtet wird. Es ist ja ein sehr gebräuchliches Bild für Jesus, der für uns ans Kreuz gegangen ist und dort den Tod überwunden hat. „Das Lämmlein geht und trägt die Schuld der Welt und ihrer Kinder … es geht dahin, wird matt und krank, ergibt sich auf die Würgebank“ – Kirchenlieder (eg 83), die mir unglaublich schwerfallen zu singen, weiden dieses Bild genüsslich aus. Viele Maler haben es gemalt, van Eyck sogar als Lamm, das ausblutet.

Ja, Jesus Christus als Lamm Gottes, das hinwegnimmt die Sünde der Welt, so habe wohl nicht nur ich es als Kind schon gelernt. Und eines weiß ich von mir eben auch seit Kindertagen. Lämmer mag ich, geschlachtete Lämmer nicht! Und so ist mir auch dieses Bild für Jesus niemals wirklich nahegekommen, als Kind nicht und auch heute als Erwachsenem nicht. Wie geht es Euch eigentlich damit, liebe Schwestern und Brüder?

Heute weiß ich, ich brauche dieses Bild für meinen Glauben gar nicht. Ja, wenn ich für mich selbst Kreuz und Auferstehung  beschreiben müsste, dann kann ich es eher mit einem Wort beschreiben. Und dieses Wort wäre „Dankbarkeit“. Ich bin dankbar dafür, dass Jesus ans Kreuz gegangen ist – für uns Menschen, also auch für mich. Ich bin dankbar dafür, dass er auferstanden ist – damit wir Menschen neu leben können, also auch ich. Ich bin dankbar dafür, dass Gott so sehr lieben kann – uns Menschen, also auch mich! Ja, für all das bin ich dankbar. Genau aus dieser Dankbarkeit schaue ich eben auf das Kreuz und auf die Auferstehung Jesu, ohne mir das in Bildern ausmalen zu müssen. Kreuz und Auferstehung kann ich letztlich nur im Glauben verstehen und annehmen. Vorstellen kann und mag ich mir das eigentlich nicht! Denn vieles bliebe dann doch auch unverständlich, vielleicht sogar missverständlich.

Ich weiß aus vielen Gesprächen, z.B. mit Konfirmandinnen und Konfirmanden, dass junge Menschen manchmal ihr eigenes „Ja“ zu Gott und dem Glauben davon abhängig machen, ob sie genau für Kreuz und Auferstehung eine schlüssige Erklärung bekommen. Die gibt es aber nicht! Aber genau in solchen Gesprächen geschieht oft etwas Wunderbares. Aus ihren Antworten und Erklärungsversuchen höre ich sehr oft, dass sie das Geschehen der Kar- und Osterwoche zwar nicht richtig erklären können, aber dass sie doch immer auch noch Möglichkeiten suchen, dass sie auch für sie einfach wahr sein kann. Ist nicht dieses Suchen nach Antworten immer auch ein Suchen nach Gott? Ist nicht dieses Suchen nach Antworten immer auch schon der Anfang oder besser: das Weitersuchen von Glauben? Einem Glauben, der ein ganz persönlicher Glaube werden soll. Ein Glauben, zu dem ein junger Mensch „Ja“ sagen kann. Ein Glauben an einen Gott, der einem nahe ist und der im Leben mitgeht. Ja, all das höre und finde ich in solchen Gesprächen mit jungen Menschen. In solchen Momenten hat dann wohl niemand von den „Konfi’s“ eine Ahnung, dass ich auch immer dann ein Lernender und oft in solchen Momenten Beschenkter bin.

Aus solch einem Glauben, der immer auch ein suchender Glaube ist und bleibt, kann ich nämlich gut leben. Alles wächst und kommt aus dem Glauben, dass Gott da ist, mich begleitet und niemals allein lässt. Das ist österlicher Glaube. Gott ist da, geht mit, ich bin niemals mehr allein! So haben es die Frauen am Grab erfahren, so haben sie es den Freunden Jesu weitergesagt. So hat sich diese gute Nachricht auf der ganzen erde verbreitet. Das Bild des Lammes kommt darin meist gar nicht mehr vor. Muss es auch nicht!

Liebe Schwestern und Brüder! Liebe Leserinnen und Leser!

Und da ist noch das andere in unserem so unverständlichen Predigttext aus dem Buch der Offenbarung, das aus der Quelle von Ostern entspringt. Da heißt es fast am Schluss:

„Dem, der auf dem Thron sitzt, und dem Lamm sei Lob und Ehre und Preis und Gewalt von Ewigkeit zu Ewigkeit!“ (V.13)

Ich übersetze es einfach einmal für mich etwas einfacher und freier:

Gott und seinem Sohn Jesus Christus gilt mein Lob und meine Ehre in Ewigkeit!

Das wären für mich Worte des Dankes, mit denen ich Kreuz und Auferstehung gut und ausreichend beschrieben hätte. Kreuz und Auferstehung als Grund, in meinem und durch mein Leben Gott zu loben und zu danken.

Ich möchte mir immer neu bewusst machen, dass Gott in mir lebt und auch durch mich handeln möchte. Ich möchte mir immer wieder neu bewusst machen, dass ich dabei natürlich auch Fehler mache und mich sogar versündige. Aber genau so bewusst ist mir, dass Gott vergibt, einen Neuanfang mit mir macht und niemals von mir lässt. Das ist kein Freibrief, in meinem Leben zu tun und lassen, was ich will. Nein, es ist Ansporn immer auch selbst danach zu fragen, ob ich noch auf dem Weg bin, auf den Gott mich gestellt hat und ob ich ihn, Gott selbst, auch in meinem Gegenüber erkenne.

Zugegeben, heute hat mich der Predigttext aus dem Buch der Offenbarung nicht wirklich „vom Hocker gehauen“. Aber zumindest hat er mir dazu verholfen, wieder einmal über meinen eigenen Glauben nachzudenken. Darüber nachzudenken, was mich trägt und prägt. Ich glaube, das ist manchmal nötig und gut.

Und nun frage ich Euch, liebe Schwestern und Brüder. Welche Bedeutung haben eigentlich Kreuz und Auferstehung für Euch? Wie könntet Ihr das, was da vor langer Zeit geschehen ist, ganz kurz für Euch selbst ausreichen beschreiben? Vielleicht gibt der heutige Ostermontag ja auch ein klein wenig Raum dafür, einmal nicht immer nur über die augenblickliche Situation oder über all das, was gerade nicht möglich ist, nachzudenken. Vielleicht nutzen wir einmal die Zeit darüber nachzudenken, an welchen Gott wir glauben, um dann auch wieder neu zu entdecken, wie gut er es mit uns meint und wie nahe er uns gerade auch in schwierigen Zeiten ist! Vielleicht, nein bestimmt stimmt uns das dann auch österlich und fröhlich!

Einen Versuch wäre bestimmt lohnenswert! Euch allen frohe Ostern!

Und der Friede Gottes, welcher höher ist als all unsere Vernunft, bewahre unsere Herzen und Sinne in Christus Jesus. Amen.

 

Fürbittgebet:

Lebendiger Jesus, Herr und Bruder!

Schenke uns die Kraft deines Lebens,

dass wir von der Fülle des Lebens hier schon kosten können.

Auch heute schon, auch in diesen Tagen!

Stärke alle engagierten Menschen,

die sich im Moment voll und ganz einsetzen,

anderen Leben in Fülle zu ermöglichen.

Jesus, wir denken an die Menschen,

denen die gerade jede Lebensfreude verloren haben.

In unserer Hilflosigkeit,

in all unseren eingeschränkten Möglichkeiten

bitten wir dich

dass du sie nicht übersiehst und ihnen nahe bist.

Viele von uns können das nämlich gerade nicht,

geliebten Menschen nahe sein!

 

Wir denken an die Menschen,

die in unseren Familien das Leben lernen,

an unsere Kinder.

Gib, dass wir ihnen in diesen Tagen

lohnende Vorbilder deiner Liebe sein können.

 

Wir denken auch an die Menschen,

die vielleicht in unseren Familien

und überall im Sterben liegen.

Sei du ihnen Licht der Ewigkeit,

so dass sie auch im Sterben in dir Trost finden,

denn wir dürfen ihnen vielleicht gerade

mit unserem Trost nicht nahe sein!

 

Setze du dich Herrn, zu denen,

die sich in Finsternis glauben,

zu all denen, die nun um ihre Arbeit und Existenz fürchten,

zu all denen, die nun wohnungslos, aber nicht würdelos

Orte suchen, an denen sie diese schwere Zeit überstehen!

Erhelle ihnen ihre Finsternis,

sei du ihnen Licht des Lebens, lebendiges Osterlicht.

Und sei es auch für uns!

Wir alle sind in deiner Hand, du hältst uns geborgen.

Schenke uns allen einen neuen Anfang!

Schenke ihn uns bald,

denn unsere Sehnsucht danach ist so groß!

Höre nun, wenn wir in der Stille zu dir beten!

 

– Zeit für Stille und zum persönlichen Gebet –

 

Schenke du uns allen deinen Segen!

Schenke deinen Segen den Menschen,

die mir heute besonders am Herzen liegen.

 

Sei du da mit deinem Segen

– für alle, die wir lieben.

–  für alle, die nun leben, um anderen zu helfen.

–  für alle, die sich selbst nicht helfen können.

 

Sei bei den Einsamen und Kranken.

Schenke uns Einsicht in vieles, was wir nun mittragen müssen.

Schenke uns Geduld und einen langen Atem.

Schenke uns Hoffnung, an der wir niemals zweifeln wollen.

Sei bei uns allen! Heute und in aller Zeit!

 

Guter Gott, ich bete für alle, an die ich nun denke,

und auch für mich das Gebet,

das dein Sohn Jesus Christus uns allen hinterlassen hat

und das uns durch schwere Zeiten tragen will:

 

Vater Unser im Himmel

Geheiligt werde dein Name

Dein Reich komme

Dein Wille geschehe

Wie im Himmel so auf Erden

Unser tägliches Brot gib uns heute

Und vergib uns unsere Schuld

Wie auch wir vergeben unseren Schuldigern.

Und führe uns nicht in Versuchung,

Sondern erlöse uns von dem Bösen.

Denn dein ist das Reich und die Kraft

Und die Herrlichkeit.

In Ewigkeit.

Amen.

 

Segen

Ich lade dazu ein, nun an alle diejenigen,

die Ihnen am Herzen liegen

– und natürlich auch an Sie selbst –

zu denken und die Worte des Segens zu sprechen,

mit denen wir diesen Gottesdienst am Ostermontag abschließen.

 

Gott der Vater, der seinen Sohn aus dem Tod geholt hat

– er segne und behüte euch.

Gott in Christus, dem Auferstandenen, der mit uns allen lebt

– er lasse sein Angesicht leuchten über euch und sei euch gnädig.

Gott im Heiligen Geist, der in uns die Osterfreude wachhält

und uns zu Botinnen und Boten der guten Nachricht macht

– er erhebe sein Angesicht auf euch und schenke euch Frieden.

Amen.

 

Christ ist erstanden von der Marter alle;

des soll’n wir alle froh sein, Christ will unser Trost sein.

Kyrieleis!

Wär’ er nicht erstanden, so wär’ die Welt vergangen;

seit dass, er erstanden ist, so lob’n wir den Vater Jesu Christ.

Kyrieleis!

Halleluja, halleluja, halleluja!

Des solln wir alle froh sein, Christ will unser Trost sein.

Kyrieleis!

 

Euch allen einen gesegneten Ostermontag!

Kommt gut durch diese Zeit,

passt auf Euch auf und bleibt gesund!

 Rüdiger Dunkel, Pfr.