Wochenspruch: Er hat ein Gedächtnis gestiftet seiner Wunder, der gnädige und barmherzige HERR. (Ps 111,4)

 

Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.

Unsere Hilfe steht im Namen des Herrn, der Himmel und Erde gemacht hat.

 

Eingangs- und Wochenpsalm: Psalm 111 in meinen Worten und Gedanken

Halleluja! Guter Gott, ich möchte dir Dank sagen,

für alle und mit allen, die jetzt hier mitlesen.

Gemeinsam erinnern wir uns daran, was du alles für uns tust,

auch und gerade jetzt in dieser Zeit!

Wir denken daran, und es schenkt uns Mut und neue Freude!

Du hast alles wunderbar gemacht,

in der Schöpfung sehen wir deine ganze Pracht!

Wie oft dürfen wir uns daran freuen

und auch das Wunderbare darin wieder erkennen!

Du schenkst, was wir für unser Leben brauchen.

Du hältst dein Versprechen, immer bei uns zu sein,

gerade auch jetzt in diesen Tagen.

So viele erzählen gerade auf ganz verschiedene Weisen

von dir und deiner Nähe;

wir werden es nicht vergessen, sondern uns bewahren.

Viele helfende und zupackende Hände

künden gerade von der Wahrheit deiner Nähe,

sie tun, was du uns als Gebot deiner Liebe ins Herz gelegt hast.

Und dieses Gebot deiner Liebe galt gestern,

es trägt heute und wir werden morgen daraus leben;

dein Heil für uns erkennen wir darin.

Und doch bitten wir:

Sende uns doch die Erlösung aus der Bedrängnis dieser Zeit,

schenke uns Geduld und immer wieder neue Hoffnung darauf.

Dein Versprechen, dein Bund mit uns gilt,

auch durch alle schweren Zeiten.

Dein Name bleibt in meinem Herzen geheiligt!

Das Vertrauen, dass du mir nahe bleibst,

ist der Beginn meiner Zuversicht und meiner Hoffnung,

wenn ich nach vorne schaue.

Sei auch bei allen anderen,

dass sie es ebenso spüren und mit mir dich loben.

Heute und in der Zukunft, die du uns allen schenkst!

Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist,

wie es war im Anfang, jetzt und immerdar,

und von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.

 

Wir beten:

Jesus Christus, Sohn Gottes,

von Anfang an hast du Menschen an deinem Tisch zusammengerufen.

Manchmal waren wir mit unseren Meinungen ganz weit auseinander.

Manchmal traten wir sogar zerstritten vor dich.

Und doch, du liebst uns alle.

Du weißt, manchmal hat in unserem Leben

so vieles zwischen uns und dir gestanden,

andere Dinge waren uns viel wichtiger.

Wie gern säßen wir jetzt alle, so wie wir sind,

verschieden und doch von dir geliebt,

gemeinsam an deinem Tisch.

Nun sitze ich vielleicht allein an meinem Tisch

und bete in der Stille zu dir.

Herr, höre mein Gebet in der Stille

und erbarme dich meiner!

 

– Kurze Stille zum persönlichen Gebet –

 

Und in meine Stille und mein Bitten

höre ich, dass mich nichts von deiner Liebe trennen kann,

egal wo ich gerade sitze und an dich denke.

Ich lese und höre, wie du mir ins Herz sprichst:

 

Ich bin der Weinstock und ihr seid die Reben.

Wer in mir bleibt und ich in ihm,

der bringt viel Frucht.

 

Jesus Christus, darauf vertraue ich

und deshalb gehe ich mit dir in den Abend dieses Tages,

an dem du verraten wurdest.

Du nahmst unsere Schuld auf dich,

damit wir niemals verzweifeln.

Du gingst für uns in den Tod, damit wir leben.

Dafür danke ich und danken wir alle dir,

Jesus Christus,

der du mit Gott, deinem Vater,

und dem heiligen Geist lebst und regierst

von Ewigkeit zu Ewigkeit.

Amen.

 

Epistellesung: Aus dem 1. Korintherbrief, Kapitel 11, die Verse 23-26

23 Denn ich habe von dem Herrn empfangen, was ich euch weitergegeben habe: Der Herr Jesus, in der Nacht, da er verraten ward, nahm er das Brot,

24 dankte und brach’s und sprach: Das ist mein Leib für euch; das tut zu meinem Gedächtnis.

25 Desgleichen nahm er auch den Kelch nach dem Mahl und sprach: Dieser Kelch ist der neue Bund in meinem Blut; das tut, sooft ihr daraus trinkt, zu meinem Gedächtnis.

26 Denn sooft ihr von diesem Brot esst und von dem Kelch trinkt, verkündigt ihr den Tod des Herrn, bis er kommt.

 

Glaubensbekenntnis

Wir bekennen – jede und jeder für sich und doch auch gemeinsam vor Gott – unseren christlichen Glauben:

Ich glaube an Gott, den Vater, den Allmächtigen, den Schöpfer des Himmels und der Erden. Und an Jesus Christus, seinen eingeborenen Sohn, unseren Herrn, empfangen durch den Heiligen Geist, geboren von der Jungfrau Maria, gelitten unter Pontius Pilatus, gekreuzigt, gestorben und begraben, hinabgestiegen in das Reich des Todes, am dritten Tage auferstanden von den Toten, aufgefahren in den Himmel; er sitzt zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters; von dort wird er kommen, zu richten die Lebenden und die Toten. Ich glaube an den Heiligen Geist, die heilige christliche Kirche, Gemeinschaft der Heiligen, Vergebung der Sünden, Auferstehung der Toten und das ewige Leben. Amen.

 

Tagesevangelium: Aus dem Matthäusevangelium 26, 17-30

17 Aber am ersten Tag der Ungesäuerten Brote traten die Jünger zu Jesus und sprachen: Wo willst du, dass wir dir das Passalamm zum Essen bereiten?

18 Er sprach: Geht hin in die Stadt zu einem und sprecht zu ihm: Der Meister lässt dir sagen: Meine Zeit ist nahe; ich will bei dir das Passamahl halten mit meinen Jüngern.

19 Und die Jünger taten, wie ihnen Jesus befohlen hatte, und bereiteten das Passalamm.

20 Und am Abend setzte er sich zu Tisch mit den Zwölfen.

21 Und als sie aßen, sprach er: Wahrlich, ich sage euch: Einer unter euch wird mich verraten.

22 Und sie wurden sehr betrübt und fingen an, jeder einzeln zu ihm zu sagen: Herr, bin ich’s?

23 Er antwortete und sprach: Der die Hand mit mir in die Schüssel taucht, der wird mich verraten.

24 Der Menschensohn geht zwar dahin, wie von ihm geschrieben steht; doch weh dem Menschen, durch den der Menschensohn verraten wird! Es wäre für diesen Menschen besser, wenn er nie geboren wäre.

25 Da antwortete Judas, der ihn verriet, und sprach: Bin ich’s, Rabbi? Er sprach zu ihm: Du sagst es.

26 Als sie aber aßen, nahm Jesus das Brot, dankte und brach’s und gab’s den Jüngern und sprach: Nehmet, esset; das ist mein Leib.

27 Und er nahm den Kelch und dankte, gab ihnen den und sprach: Trinket alle daraus;

28 das ist mein Blut des Bundes, das vergossen wird für viele zur Vergebung der Sünden.

29 Ich sage euch: Ich werde von nun an nicht mehr von diesem Gewächs des Weinstocks trinken bis an den Tag, an dem ich aufs Neue davon trinken werde mit euch in meines Vaters Reich.

30 Und als sie den Lobgesang gesungen hatten, gingen sie hinaus an den Ölberg.

Amen.

 

Predigt

 Die Gnade des Herrn, unseres Gottes, sei mit uns allen. Amen.

Liebe Schwestern und Brüder! Liebe Leserinnen und Leser!

Ich hätte es niemals für möglich gehalten, in Situationen zu kommen, in denen wir nicht einfach im Kreis nebeneinander um einen Altar stehen können, Brot und Wein weiterreichen, von einem Teller essen, aus einem Kelch trinken und uns die Hände reichen. Das war alles so selbstverständlich. Nun erlebe ich mit vielen anderen, dass dies genau an dem Abend, an dem das gemeinsame Abendmahl im Mittelpunkt aller gottesdienstlichen Lieder, Gebet und Geschichten steht, schon zum zweiten Mal nicht möglich ist, nämlich das Abendmahl in einer solch vertrauten Runde zu feiern. Nein, das hätte ich nicht für möglich gehalten. Was bleibt denn dann – jetzt und hier oder wo auch immer Sie jetzt gerade meine Gedanken mitlesen?

In jedem Abendmahl erinnern wir uns daran, was Jesus uns eben auch hinterlassen wollte. Hinterlassen wollte, damit wir z.B. auch schwierige Zeiten durchstehen und ihn nahe bei uns spüren sollten. Heute können wir diese Erinnerung nicht einfach schmecken und feiern. Heute können wir sie nur im Herzen tragen. Und uns eben darauf verlassen, dass Gott dennoch immer und unverbrüchlich in uns lebt und mit uns geht.

An diesem Tag, an diesem Abend des Gründonnerstages erinnern wir uns daran, wie wichtig es Jesus war, mit anderen das Mahl zu feiern und Gemeinschaft für alle sichtbar, erlebbar und schmeckbar zu machen. Viele Geschichten erzählen in besonderer Weise davon.

Da ist die Geschichte vom großen Gastmahl. Einer wollte ein großes Fest machen; so nach und nach ließen sich alle entschuldigen. Jeder hatte Gründe, um fernzubleiben. Da ließ der Gastgeber alle rein holen, die nicht eingeladen waren, die sich unwürdig fühlten, die niemand jemals eingeladen hätte. Und dann feierten sie eben. Was ist uns an dieser Geschichte wichtig, was fällt uns ein? Nun, ich denke darüber nach, wie traurig wohl der Gastgeber gewesen sein musste. Wir kennen das selbst ja auch. Einige, die hier jetzt mitlesen, haben bestimmt schon ‘mal ein Fest ausgerichtet und waren dann über Absagen enttäuscht. Heute wäre man froh über jede erlaubte und mögliche Zusage!

Ob jemand von uns dann einfach rausgegangen wäre, um die, die zufällig erreichbar waren, hereinzuholen, wage ich zu bezweifeln. Und dann erinnere ich mich als Pfarrer daran, wie eindringlich ich vor jedem Abendmahl, das wir in unserer Kirche gefeiert haben, immer versuche, dieses Mahl als Einladung Gottes zu verkünden. Und doch,  es bleiben immer einige sitzen, es gehen fast niemals alle. Dabei sind doch gerade immer von Gott her auch alle eingeladen – jede und jeder, ohne Unterschied. Eben, weil Gott selbst an diesem Tisch lädt. Wir sind ihm wichtig, er will sich mit uns teilen, will uns nahe sein. Und doch, es gibt immer auch diejenigen unter uns, die meinen, gute Gründe dafür zu haben, dieser Einladung nicht zu folgen. Aber eines gilt eben immer: wenn wir auch die Einladung ausschlagen, Gott hat uns alle zuerst einmal eingeladen. Er würde sich sehr freuen, wenn diese Einladung nicht ausgeschlagen würde. Gerade diejenigen, die Mühe mit diesem Abendmahl haben, sie sind geladen, von Gott eingeladen.

Es gibt eine andere Geschichte, die mich sehr geprägt hat. Es ist die Geschichte vom vermeintlich verlorenen Sohn. Von dem Sohn, der fortgeht, sein ganzes Erbe verprasst, der dann nach Hause kommt, wo ihn sein Vater mit offenen Armen empfängt und ein großes Mahl ausrichten lässt. Warum eigentlich dieses Fest mit den vielen Leuten? Nun, seine Freude wollte der Vater ausdrücken. Mehr noch: ein sichtbares Zeichen wollte er setzen. Ein Zeichen, dass sein Sohn von nun an wieder zu der Gemeinschaft der Freunde und Bekannten gehört, ja dass er, auch wenn er fort war, aus dieser Gemeinschaft eigentlich niemals herausgefallen war. So setzt dieser Vater ein deutliches Zeichen, dass er dem Sohn vergeben hatte, wie groß seine Schuld auch war. Wenn auch der Bruder damit nicht einverstanden war, der Vater setzte die Gemeinschaft, die Liebe und die Vergebung über alles. Genau das feiern wir heute ungebrochen, wenn wir eben gemeinsam feiern können. Wir feiern die Liebe Gottes, feiern seinen Ruf in die Gemeinschaft und freuen uns, dass Gott uns spürbar vergibt, was zwischen uns und ihm steht. Genau dazu sind eben alle eingeladen. Aber genau das jetzt nicht so vertraut gemeinsam feiern zu können, das macht unendlich traurig. Wie gut aber, dass uns die Erinnerung daran ins Herz gelegt ist. Sie hält in uns die Hoffnung und die Vorfreude wach auf die zeit, in der wir es wieder unbeschwert tun werden.

Liebe Schwestern und Brüder! Liebe Leserinnen und Leser!

Natürlich gehört an diesem Abend auch das Erinnern an eine ganz besondere Liebestat Jesu zu unserem erinnern. Der Apostel Paulus erinnert uns in der Epistellesung daran. Und wir konnten es etwas weiter oben auch im Evangelium für diesen Tag, für diesen besonderen Abend in unserem Kirchenjahr nachlesen.

Es ist die Geschichte vom letzten, besser gesagt: vom ersten Abendmahl, schließlich feiern wir es seitdem bis heute – fast ungebrochen. Diese Geschichte bündelt all unser Erinnern noch einmal. „Ich will das Passamahl halten mit meinen Jüngern!“ (V.18) sagt Jesus selbst. Und genau das wollen wir nicht vergessen: Jesus selbst will es! Mit uns! Und dann kommt die Szene, die mich schon immer – seit ich als Kind diese Geschichte  kennengelernt habe – am meisten beeindruckt. „Der die Hand mit mir in die Schüssel taucht, der wird mich verraten!“ (V.23)  sagt Jesus. Er beginnt diesen eigentlich schönen Abend mit einem Paukenschlag. Er gibt auch zu erkennen, dass er natürlich weiß, dass dieser Verräter nur dabei hilft, die Schrift zu erfüllen. Ja, er weiß sogar, wie es mit ihm enden wird. Auch das sagt er. (V.24) Die Stimmung ist auf einmal weg. Jeder spürt es: „Ich könnte es sei, denn ich hab’ Schwächen, hab’ Fehler, bin ich es?“ Jeder fragt so. Auch der Judas. „Ja, du sagst es!“ (V.25) Jetzt höre ich förmlich, wie all die anderen Jünger kurz durchatmen, weil sie froh sind, dass ihnen diese Rolle nicht zufällt; und dann könnte ich mir gut vorstellen, wie sie nach dem ersten Schreck wütend werden. „Raus mit dem Kerl, hau ab, Judas! Mit dem wollen wir nichts mehr zu tun haben! “Bin ich’s, Rabbi? (V.25) fragt dieser Judas. „Ja, du sagst es!“ (V.25)

Mich hat dann schon immer fasziniert, wie diese Geschichte weitergeht. Nun, sie aßen gemeinsam. Jesus nahm das Brot, dankte brach es und gab es ihnen. Jesus beginnt nach diesem großen Schreck für alle mit dem, was uns als Abendmahl überliefert ist. Er schickt den Judas nicht weg. Er isst mit ihm. Er bietet ihm das Mahl an, er teilt Brot und das Gewächs des Weinstocks mit ihm. Könnte es sein, daß Jesus im Abendmahl eben noch mehr ausdrücken will, als seine Nähe zu uns Menschen, als seine Gemeinschaft, die er uns anbietet? Wenn wir auch dem Judas vielleicht nie hätten vergeben können, es vielleicht heute noch nicht tun, Jesus hat es schon damals – an diesem Tisch – zeigen wollen. Liegt in seiner Geste nicht eben doch alle Vergebung und der Neubeginn jeder Versöhnung? „Ja, du sagst es!“ (V.25) antwortet Jesus auf die Frage des Judas. Dann fällt kein böses Wort mehr, es folgt das gemeinsame Mahl, mit Judas und allen anderen. Und deshalb, wenn wir uns eben an dieses Abendmahl erinnern, erinnern wir immer auch  daran, wie groß Gottes Liebe zu uns ist. In der Gemeinschaft, in die er uns ruft und die er selber stiftet, da spüren wir seine Nähe und Liebe, seinen Willen zur Vergebung und zur Versöhnung.

Liebe Schwester und Brüder! Liebe Leserinnen und Leser!

Wir feiern also viel mehr, wenn wir bei einem Abendmahl zusammenkommen können, als das Erinnern an diesen Abend des ersten Gründonnerstages. Wir feiern die Liebe Gottes, die er zu uns hat. Wir hören seinen Ruf zur Vergebung und zur Versöhnung, weil er selbst uns vergibt und mit sich selbst versöhnt. Ich spüre förmlich, wie er uns heute anschaut und uns genau dazu auch ermahnen will.

In einer Zeit, die sehr schwierig für uns alle ist, höre ich wie Gott selbst uns dazu rufen will:

Hört doch endlich auf, euch gegenseitig schlecht zu machen. Ihr braucht voreinander nicht prahlen, mit dem, was ihr habt und vermeintlich besser wisst. Ihr braucht nicht zu neiden, was andere vielleicht mehr haben. Werft euch eure Herkunft nicht vor. Hört auf immer gleich draufzuschlagen. Lasst doch endlich das verächtliche Reden übereinander. Warum seid ihr so hart gegen euch selbst geworden? Die Gräben zwischen euch werden immer größer. Es wird kälter zwischen euch. Denkt daran, Zukunft werdet ihr nur haben, lebenswerte Zukunft wenn ihr auch wieder lebt, woran ihr euch erinnert, zum Beispiel an diesem Tag, an diesem Abend. Nämlich an die Gemeinschaft, in die ich euch rufe – selbst wenn sie vielleicht gerade nicht sichtbar gefeiert werden kann! Es ist eine Gemeinschaft, in der ihr eure Vorurteile voreinander endlich fallen lasst, eine Gemeinschaft, in der ihr merkt, dass ihr eben nicht immer nur die Starke, den Starken spielen müsst, weil andere immer auch eure Schwächen sehen; eine Gemeinschaft, in der ihr euch auf andere wieder verlassen könnt, weil sie sich auf euch verlassen können. Eine Gemeinschaft, die uns unaufhörlich daran erinnert, dass wir alle, ob das der einen oder dem anderen passt, dass wir alle gerufen sind als Brüder und Schwestern miteinander zu leben. So will ich es, Gott selbst – für euch!

Liebe Schwestern und Brüder, liebe Leserinnen und Leser!

Genau deshalb, weil Gott das alles für uns will und es Jesus uns in einem einfachen Zeichen hinterlassen hat, wollen wir weder das Abendmahl, noch die Erinnerung daran jemals verhöhnen, gering achten oder verblassen lassen. Auch wenn wir es heute vielleicht nicht überall feiern können und nicht feiern werden, bleibt die Einladung Gottes in Jesus Christus offen und bestehen, bleibt sein Wille zur Versöhnung und Vergebung in uns gelegt, bleibt seine Liebe ungebrochen! Gott will in uns wohnen und mit uns leben! Er tut es in Brot und Wein. Ja, er tut es sogar in der Erinnerung daran. Er tut es, weil er uns zuerst geliebt hat. Und diese Liebe bleibt! Amen.

Und der Friede Gottes, welcher höher ist als all unsere Vernunft, bewahre unsere Herzen und Sinne in Christus Jesus. Amen.

 

Fürbittgebet:

Wir sind dir dankbar, guter Gott und Vater,

dass deine Liebe auf dieser Erde Spuren hinterlässt.

Wir danken dir für die Menschen, die dem Beispiel Jesu folgen

und uns – oft unerwartet – so viel Liebe schenken.

Wir danken dir für jeden Menschen, der in dieser Welt

selbstverständlich die Schürze anzieht und dient.

Wir bitten dich für deine Kirche in der Welt,

dass sie nicht dient, um zu herrschen,

auch nicht dienert aus Angst vor Herrschern,

sondern dass sie – deiner Liebe gewiss –

eindeutig ist, wenn sie redet, und mutig, wenn sie handelt.

Aber nun Herr, schau auch auf uns.

Schau auf all unsere Sorgen und Nöte.

Schau auf das viele,

das uns unser Herz schwer macht in diesen Tagen.

Und dann beschenke uns!

Schenke du uns allen deinen Segen!

Schenke deinen Segen den Menschen,

die mir heute besonders am Herzen liegen.

 

Sei du da mit deinem Segen

– für alle, die wir lieben.

–  für alle, die nun leben, um anderen zu helfen.

–  für alle, die sich selbst nicht helfen können.

Sei bei den Einsamen und Kranken.

Schenke uns Einsicht in vieles, was wir nun mittragen müssen.

Schenke uns Geduld und einen langen Atem.

Schenke uns Hoffnung, an der wir niemals zweifeln wollen.

Sei bei uns allen! Heute und in aller Zeit!

 

Guter Gott, ich bete für alle, an die ich nun denke,

und auch für mich das Gebet,

das dein Sohn Jesus Christus uns allen hinterlassen hat

und das uns durch schwere Zeiten tragen will:

 

Vater Unser im Himmel

Geheiligt werde dein Name

Dein Reich komme

Dein Wille geschehe

Wie im Himmel so auf Erden

Unser tägliches Brot gib uns heute

Und vergib uns unsere Schuld

Wie auch wir vergeben unseren Schuldigern.

Und führe uns nicht in Versuchung,

Sondern erlöse uns von dem Bösen.

Denn dein ist das Reich und die Kraft

Und die Herrlichkeit.

In Ewigkeit.

Amen.

 

Segen

Ich lade dazu ein, nun an alle diejenigen,

die Ihnen am Herzen liegen

– und natürlich auch an Sie selbst –

zu denken und die Worte des Segens zu sprechen,

mit denen wir unsere Gottesdienste schließen.

 

Der Herr segne euch und behüte euch.

Der Herr lasse sein Angesicht über euch leuchten

und sei euch gnädig.

Der Herr erhebe sein Angesicht auf euch

und schenke euch Frieden.

Amen.

 

Euch allen einen schönen und gesegneten Gründonnerstag!

Kommt alle gut durch diese Zeit,

passt auf Euch auf und bleibt gesund!

Rüdiger Dunkel, Pfr.