Liturgie und Predigt: Pfarrer Rüdiger Dunkel

 

Wochenspruch:

Wenn das Weizenkorn nicht in die Erde fällt und erstirbt, bleibt es allein; wenn es aber erstirbt, bringt es viel Frucht. (Joh 12,24)

 

Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.

Unsere Hilfe steht im Namen des Herrn, der Himmel und Erde gemacht hat.

 

Eingangs- und Wochenpsalm: Aus Psalm 84

2 Wie lieblich sind deine Wohnungen, HERR Zebaoth!

3 Meine Seele verlangt und sehnt sich nach den Vorhöfen des HERRN; mein Leib und Seele freuen sich in dem lebendigen Gott.

4 Der Vogel hat ein Haus gefunden und die Schwalbe ein Nest für ihre Jungen – deine Altäre, HERR Zebaoth, mein König und mein Gott.

5 Wohl denen, die in deinem Hause wohnen; die loben dich immerdar.

6 Wohl den Menschen, die dich für ihre Stärke halten und von Herzen dir nachwandeln!

7 Wenn sie durchs dürre Tal ziehen, / wird es ihnen zum Quellgrund, und Frühregen hüllt es in Segen.

8 Sie gehen von einer Kraft zur andern und schauen den wahren Gott in Zion.

9 HERR, Gott Zebaoth, höre mein Gebet; vernimm es, Gott Jakobs!

10 Gott, unser Schild, schaue doch; sieh an das Antlitz deines Gesalbten!

11 Denn ein Tag in deinen Vorhöfen ist besser als sonst tausend. Ich will lieber die Tür hüten in meines Gottes Hause als wohnen in den Zelten der Frevler.

12 Denn Gott der HERR ist Sonne und Schild; / der HERR gibt Gnade und Ehre. Er wird kein Gutes mangeln lassen den Frommen.

13 HERR Zebaoth, wohl dem Menschen, der sich auf dich verlässt!

Ehr sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist

wie es war im Anfang, jetzt und immerdar

und von Ewigkeit zu Ewigkeit.

Amen.

 

Tagesgebet

Herr, guter Gott und Vater!

In unserem Leben suchen wir Sicherheiten.

Wir versuchen, das Gesicht zu wahren,

wir wollen nichts riskieren,

wir halten fest, was wir haben.

Herr, nimm uns bei der Hand,

daß wir mit dir einen Schritt weitergehen,

daß wir uns wirklich einsetzen,

daß wir hergeben und loslassen

und freimütig Neues wagen.

So sei nun bei uns, Herr und erbarme dich unser!

Höre, wenn wir in der Stille zu dir beten!

 

– Kurzes Innehalten in der Stille und Zeit zum persönlichen Gebet –

 

Christus spricht:

Wenn das Weizenkorn nicht in die Erde fällt und erstirbt,

so bleibt’s allein;

wenn es aber erstirbt, so bringt es viel Frucht.

 

Herr, Jesus Christus,

du hast dein Kreuz auf dich genommen,

und es ist dir schwer geworden.

Wenn uns die Lasten des Lebens drücken,

dann sei du uns nahe.

Stärke uns – auch heute,

wenn wir vielleicht allein vor dir sitzen

und uns doch mit anderen verbunden wissen.

So bitten wir zu Gott, deinem Vater,

der mit dir und dem heiligen Geist

lebt und regiert

von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.

Amen.

 

Epistellesung: Aus dem 2. Korintherbrief, Kapitel 1, Verse 3-7:

3 Gelobt sei Gott, der Vater unseres Herrn Jesus Christus, der Vater der Barmherzigkeit und Gott allen Trostes,

4 der uns tröstet in aller unserer Bedrängnis, damit wir auch trösten können, die in allerlei Bedrängnis sind, mit dem Trost, mit dem wir selber getröstet werden von Gott.

5 Denn wie die Leiden Christi reichlich über uns kommen, so werden wir auch reichlich getröstet durch Christus.

6 Werden wir aber bedrängt, so geschieht es euch zu Trost und Heil; werden wir getröstet, so geschieht es euch zum Trost, der sich wirksam erweist, wenn ihr mit Geduld dieselben Leiden ertragt, die auch wir leiden.

7 Und unsre Hoffnung steht fest für euch, weil wir wissen: Wie ihr an den Leiden teilhabt, so habt ihr auch am Trost teil.

Amen!

 

Glaubensbekenntnis

Wir bekennen – jede und jeder für sich und doch auch gemeinsam vor Gott – unseren christlichen Glauben:

Ich glaube an Gott, den Vater, den Allmächtigen, den Schöpfer des Himmels und der Erden. Und an Jesus Christus, seinen eingeborenen Sohn, unseren Herrn, empfangen durch den Heiligen Geist, geboren von der Jungfrau Maria, gelitten unter Pontius Pilatus, gekreuzigt, gestorben und begraben, hinabgestiegen in das Reich des Todes, am dritten Tage auferstanden von den Toten, aufgefahren in den Himmel; er sitzt zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters; von dort wird er kommen, zu richten die Lebenden und die Toten. Ich glaube an den Heiligen Geist, die heilige christliche Kirche, Gemeinschaft der Heiligen, Vergebung der Sünden, Auferstehung der Toten und das ewige Leben. Amen.

 

Tagesevangelium: Aus dem Johannesevangelium, Kap. 12, 20-26

(auch Predigttext)

20 Es waren aber einige Griechen unter denen, die heraufgekommen waren, um anzubeten auf dem Fest.

21 Die traten zu Philippus, der aus Betsaida in Galiläa war, und baten ihn und sprachen: Herr, wir wollen Jesus sehen.

22 Philippus kommt und sagt es Andreas, und Andreas und Philippus sagen’s Jesus.

23 Jesus aber antwortete ihnen und sprach: Die Stunde ist gekommen, dass der Menschensohn verherrlicht werde.

24 Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wenn das Weizenkorn nicht in die Erde fällt und erstirbt, bleibt es allein; wenn es aber erstirbt, bringt es viel Frucht.

25 Wer sein Leben lieb hat, der verliert es; und wer sein Leben auf dieser Welt hasst, der wird’s bewahren zum ewigen Leben.

26 Wer mir dienen will, der folge mir nach; und wo ich bin, da soll mein Diener auch sein. Und wer mir dienen wird, den wird mein Vater ehren.

Amen.

 

Predigt

 Die Gnade unseres Herrn und Gottes sei mit uns allen. Amen.

Liebe Schwestern und Brüder! Liebe Leserinnen und Leser!

Vielleicht erinnern sich einige ja noch. Vor einigen Jahren gab es im Radio einen Ohrwurm. Kein Wunder, denn die Melodie ging direkt ins Ohr und der Text ins Herz. Er war von der deutschen Band „Silbermond“ und nicht wenige junge Brautpaare in dieser Zeit ließen bei ihren Traugottesdiensten dieses Lied singen. Darin heißt es:

„Gib mir’n kleines bisschen Sicherheit, in einer Welt in der nichts sicher scheint. Gib mir in dieser schnellen Zeit, irgendwas das bleibt“.

Vielen schien das Lied aus der Seele zu sprechen. „Gib mir ein bisschen Sicherheit, in einer Welt, in der nichts sicher scheint.“ Ist das nicht heute wieder ganz aktuell der Ruf vieler Menschen, hinein in diese Zeit, in der so vieles über uns gekommen ist, sich verändert hat und Unsicherheit darüber wachsen lässt, wie alles einmal werden wird?

Kinder in den Kindertagestätten scheinen nicht sicher, in Schulen nicht. Menschen in den Einkaufsstraßen unserer Städte müssen sich erst wieder langsam daran gewöhnen, dass es voll und voller zu werden scheint.

So ganz plötzlich und irgendwie ja auch unvermutet hat sich unser gemeinsames Leben vor fast genau einem Jahr schlagartig verändert. Wir alle haben es wieder einmal neu erfahren müssen: Nichts ist sicher in dieser Welt!

Dabei möchte ich doch aber gerne mein Leben geborgen wissen und behütet. Ich brauche die Nähe von Menschen, mit denen ich leben kann. Ich weiß jetzt, wie viel Kontakte zwischen Menschen wert sind. Zu lange habe ich sie schon vermissen müssen. Und ich möchte in dieser Zeit spürbar Gott an meiner Seite wissen und abends sprechen können: „Ich liege und schlafe ganz mit Frieden; denn allein du, Herr, hilfst mir, dass ich sicher wohne“ (Psalm 4,9). So fest, wünsche ich mir meinen Glauben!

Mit solchen und ähnlichen Gedanken im Gepäck haben sich vor langer einige griechische Festpilger an Philippus, einen der Jünger Jesu, gewandt und ihn gebeten, Jesus möge doch mit ihnen sprechen. „Herr, wir wollen Jesus sehen“(V.20), sagen sie. Wir möchten gerne den kennenlernen, von dem alle hier auf dem Fest reden. Wir möchten ein kleines bisschen Sicherheit und schauen, ob sein Wort gilt, ob er einen Weg für uns weiß, ob er eine Hoffnung hat, an der festzuhalten sich lohnt.

Mit einem Bildwort lässt Jesus ihnen ausrichten: „Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wenn das Weizenkorn nicht in die Erde fällt und erstirbt, bleibt es allein; wenn es aber erstirbt, bringt es viel Frucht.“ (V.24).

Aus diesem Wechsel von Saat und Ernte besteht das Leben. Deshalb gibt es keine Sicherheiten in dem Sinne, dass alles auf immer so bleibt wie es ist. Es gibt keine Garantien, dass das Leben immer nur angenehm und schön sein wird. Es gibt keine Zertifikate, die uns versichern, dass wir vor allem Schlimmen bewahrt bleiben. Und es gibt auch keine Bescheinigungen, die uns beruhigen, dass wir unsere Ziele immer erreichen werden.

Wir hätten es zwar manchmal wohl gerne so, aber es gibt keine absoluten Sicherheiten im Leben, jedenfalls nicht solche, die wir festhalten können, weil alles diesem Kreislauf von Werden und Vergehen unterworfen ist, weil immer etwas stirbt, uns verlorengeht oder abhanden kommt. Wir können unsere Gesundheit nicht konservieren und auch nicht unser Hab und Gut gegen alle Finanzkrisen absichern, viele haben das in den vergangenen Monaten leidvoll erfahren. Morgen schon kann der Arzt sagen, dass die Blutwerte nicht stimmen und der Personalrat kann die Nachricht von der Kurzarbeit bringen, auch hier in Bad Kreuznach hat er das in Firmen längst getan.

Für alle, die nun ein kleines bisschen Sicherheit für ihr Leben wünschen, mag dieses Bild von dem Weizenkorn, das Jesus benutzt, auf den ersten Blick enttäuschen. Das Bild erinnert daran, dass sich alles im Leben wandelt und verändert und dass wir irgendwie nichts dagegen unternehmen können. Auch wenn wir es so, wie es gerade ist, wohl niemals wirklich vermutet hätten!

Ja, so können wir es sehen, aber man kann in diesem Bild auch das Andere, nämlich etwas Hoffnungsvolles entdecken. Es führt uns vor Augen: Es gibt in allem Scheitern und Vergehen auch die Möglichkeit zu einem Neubeginn, zu einem erneuten Wachsen und Reifen, ja sogar die Möglichkeit einer Ernte.

Jesus sagte den Menschen damals zu und würde es heute für uns vielleicht ja so tun: „Auch wenn manches anders vielleicht ganz wird als geplant, es soll neue Aussichten in deinem Leben geben. Es wird auch bei dir wieder etwas aufblühen. Du wirst dein Leben unter neuen Vorzeichen bestreiten können, vieles wird vielleicht anders werden. Aber du wirst spüren, wie neue Hoffnung aufkeimt. Du darfst wieder etwas in den Händen halten, was dir gelungen ist. Du wirst die Frühlingssonne spüren, vielleicht einmal wieder ohne Schmerzen aufwachen, ohne Angst aufstehen, kannst den Tag wieder unbeschwert anlachen und all deine Sorgen mir anvertrauen, ich trage sie mit dir. Du wirst spüren, dass dir jemand Liebe und Nähe neu entgegenbringt. Du wirst manches in einem ganz anderen Licht sehen dürfen, wirst selbst auch wieder gelassener und weitsichtiger werden. Wenn etwas sicher im Leben ist, dann auch dieses: Immer dann, wenn du meinst, dass etwas unwiderruflich vorbei ist, hat Gott neues Aufkeimen für dich bereit. Seine Möglichkeiten sind immer größer als deine kurze und sorgenvolle Sicht und die Aussichten, die du für dich selbst hast.“

Liebe Schwestern und Brüder! Liebe Leserinnen und Leser! 

Die griechischen Pilger damals haben dieses Bild vom Vergehen und Neubeginn gleich verstanden. Nach Ostern haben die ersten Christen gemerkt, dass Jesus dieses Bild vom Weizenkorn, das in die Erde gelegt wird und neu aufkeimt, auf sich selbst bezogen hat. Als alle menschlichen Sicherheiten nicht mehr geholfen haben, als alles vergangen und vorbei schien, da hat Gott neues Leben entstehen lassen. Und sie haben begriffen, dass Sicherheit nicht etwas ist, was wir für immer in unseren Händen festhalten können, sondern was uns von Gott zukommt. Bei ihm sind wir gehalten und geborgen, was auch kommen mag.

Für uns verstehe ich das Bild deshalb heute so: Auch wenn alle menschlichen Sicherheiten einbrechen, auch wenn ich einen Weg gehen muss, bei dem mit dem Schlimmsten zu rechnen ist, kann ich mein Leben mit Gott an meiner Seite unter anderen Vorzeichen leben, auch durch alle Passionszeiten meines Lebens hindurch.

Jahr für Jahr erinnern wir uns in den Wochen vor Ostern daran. Im letzten und auch in diesem Jahr wohl ganz besonders. Manchmal braucht es ein ganzes Leben um das Vertrauen neu aufzubauen, dass Gott da ist und nicht von der Seite weicht. Und ebenso ist das Leben auch ein Einüben, es ist ein Abklären und Abwägen von dem, was hält und trägt. Auch in schwierigen Zeiten wie diesen!

Jesus bringt es so auf den Punkt: „…wer sein Leben auf dieser Welt hasst, der wird’s bewahren zum ewigen Leben.“ (V.25) Wie man jetzt im Frühjahr die letzten Keime loslassen und für die Aussaat hergeben muss, so geht es uns mit dem Vielem, was wir gerade mit uns herumschleppen.

Aber wenn wir eben richtig hinhören, bedeutet es doch auch, dass wir uns nicht an vermeintliche Sicherheiten klammen brauchen. Und manchmal müssen wir loslassen, auch unter Schmerzen, damit Neues spürbar und sichtbar wird.

Konkret kann das bedeuten, dass wir es uns auch einmal eingestehen und sagen: Ich bin einfach nicht die richtige Person. Ich habe mich überschätzt. Ich habe mich in diese eine Sache zu sehr hineingebissen, habe mich von meinen Ängsten einfach treiben lassen. Sie haben mir in manchem vielleicht sogar meine Sinne vernebelt. Ich habe so viele gute Gaben, ich will sie wieder offenlegen, will neu aufstehen!

Dass wir verpassten Chancen nicht dauernd nachtrauern und ständig lamentieren: „Hätte ich doch nur …“ oder „Was wäre, wenn …“.

Oder dass wir nicht tiefer in eine Krise verfallen, wenn wir unaufhörlich in Nachrichtenticker schauen und nur noch schlechte Nachrichten in uns aufsaugen!

Liebe Schwestern und Brüder! Liebe Leserinnen und Leser!

Auch in unseren Kirchengemeinden lernen wir ja immer mehr, dass das Jammern über gekürzte Stellen einfach nichts nützt, sondern dass es nun auch darum geht, gemeinsam nach neuen Wegen zu suchen. Wir müssten uns als Kirchengemeinden der Nachbarschaft vielmehr voneinander erzählen, miteinander machen, gemeinsam Dinge ausprobieren, um dann auch endlich eins zu werden! Aber nein, jede Gemeinde – auch unsere –  hat bisher gemeint, immer noch alles allein machen zu müssen, alles allein anbieten und vorhalten zu müssen. Wir haben noch lange nicht entdeckt, wie anregend es sein kann, über die eigenen Kirchenmauern hinauszuschauen und andere Christinnen und Christen kennenzulernen. Für die eigene Gemeindearbeit ist es immer ein Gewinn, wenn man miterleben kann, wie andere Christen ihr Gemeindeleben gestalten und darin auch die Vision reifen lassen, dass wir es durchaus auch gemeinsam tun können und werden.

„Lernen, Altes loszulassen!“ Ich weiß, das ist leichter gesagt als getan und lässt sich bestimmt nicht in wenigen Wochen abhaken. Wer loslassen kann – Ideale, feste Grundsätze, falsche Freundschaften, Essgewohnheiten, einseitige Gottesbilder, was auch immer – wird Leben für alle Ewigkeit gewinnen und kann sagen: Das ist nicht das Ende. Das ist noch nicht alles gewesen. Da kommt noch was. Da ist noch etwas Neues, was ich noch nicht kenne. Darauf gilt es doch auch, sich zu freuen!

Auch bei Jesus und in der Zeit danach ist überraschend mehr gekommen. Bei ihm und mit ihm ist es auch noch nicht alles gewesen. 70 Jahre nachdem die griechischen Festpilger Jesus sehen wollten und nach Sicherheiten fragten, macht der Evangelist Johannes den Menschen seiner Zeit Mut. Und auch uns! Auf den Wegen, an denen wir nur ein Ende sehen oder ein tiefes Loch, in das man hineinzufallen droht oder ein großes Kreuz, das man auf ewig tragen muss, hat Gott Möglichkeiten, uns auf neue Wege zu bringen. Seine Sicherheit für uns gilt nicht nur jetzt, sondern auch später einmal.

Das Bild vom Weizenkorn macht mir Mut, nach vorne zu schauen und gespannt zu sein, was Gott alles noch mit uns vorhat. Auf alle Fälle: Wir sind noch im Werden. Unser innerer Mensch ist noch längst nicht vollkommen entfaltet. Er entwickelt sich noch. Er bringt immer neue Blüten. Gottes Güte verwandelt uns weiter. Lässt uns bislang verborgene Lebenszusammenhänge erkennen. Vermag uns zu ganz neuen Einstellungen verhelfen. Vielleicht ja auch zu ganz neuen Formen des Umgangs miteinander.

Liebe Schwestern und Brüder! Liebe Leserinnen und Leser!

Unser Leben bleibt spannend; es bleibt spannend, weil es voller Veränderung ist. Die Sängerin der Band Silbermond bittet „Gib mir in dieser schnellen Zeit irgendwas, das bleibt.“ Und so ist es für uns zum Beispiel wichtig zu wissen, dass in allem Auf und Ab, egal wie unser Leben gerade verläuft, egal auf welchen Höhen oder in welchen Tiefen wir uns gerade befinden, unser Herr und Gott bleibt, der Gott, der „Sonne und Schild“ ist und „Gnade und Ehre“ schenkt (Wochenpsalm, Psalm 84,12).

Und der Friede Gottes, welcher höher ist als all unsere Vernunft, bewahre unsere Herzen und Sinne in Christus Jesus. Amen.

 

Fürbittgebet

Wir wollen beten:

Herr, Jesus Christus,

wir sehen mit Staunen und Ehrfurcht,

wie du den Weg zum Kreuz gegangen bist.

Du hast das Leiden auf dich genommen.

Es hat dich Mühe und Arbeit gekostet,

es hat unserem Leben Sinn gegeben.

So kann es uns auch gehen,

wenn wir dir nachfolgen,

wenn wir unser Leiden aushalten

und anderen in ihrem Leiden beistehen.

Lass es uns gelingen,

dass wir Trauernde trösten,

dass wir mutig eintreten für Menschen,

über die man so leicht hinweggeht,

die ausgestoßen und verachtet,

unterdrückt und ausgebeutet sind;

dass wir das Leid derer zur Sprache bringen,

die nicht selbst für sich reden können.

 

Guter Gott, oft spürst du unsere Ohnmacht.

Dennoch bleiben wir fest an dir.

Denn wir wissen, du verlässt uns nicht.

Stärke unsere Hoffnung.

Mehre unseren Glauben.

Führe du uns die Wege,

die du für uns bereitest.

Höre uns, wenn wir dir in der Stille alles anvertrauen!

 

– Kurzes Innehalten in der Stille und Zeit zum persönlichen Gebet –

 

Und dann bitte ich dich:

Sei du da mit deinem Segen

– für alle, die wir lieben.

–  für alle, die nun leben, um anderen zu helfen.

–  für alle, die sich selbst nicht helfen können.

 

Sei bei den Einsamen und Kranken.

Schenke uns Einsicht in vieles, was wir nun mittragen müssen.

Schenke uns Geduld und einen langen Atem.

Schenke uns Hoffnung, an der wir niemals zweifeln wollen.

Sei bei uns allen! Heute und in aller Zeit!

 

Guter Gott, ich bete für alle,

an die ich nun denke,

und auch für mich das Gebet,

das dein Sohn Jesus Christus uns allen hinterlassen hat

und das uns durch schwere Zeiten tragen will:

 

Vater Unser im Himmel

Geheiligt werde dein Name

Dein Reich komme

Dein Wille geschehe

Wie im Himmel so auf Erden

Unser tägliches Brot gib uns heute

Und vergib uns unsere Schuld

Wie auch wir vergeben unseren Schuldigern.

Und führe uns nicht in Versuchung,

Sondern erlöse uns von dem Bösen.

Denn dein ist das Reich und die Kraft

Und die Herrlichkeit.

In Ewigkeit.

Amen.

 

Segen

Wir denken nun an all diejenigen,

die uns am Herzen liegen

– und natürlich auch an uns selbst –,

und wir sprechen die Worte des Segens,

mit denen wir unsere Gottesdienste schließen.

 

Der HERR segne dich und behüte dich!

Der HERR lasse sein Angesicht leuchten über dir

und sei dir gnädig!

Der HERR hebe sein Angesicht über dich

und gebe dir Frieden!

Amen.

 

Liebe Schwestern und Brüder!

Euch allen einen gesegneten Sonntag!

Kommt gut durch die Zeit, passt auf euch auf und bleibt gesund!

Pfarrer Rüdiger Dunkel