Liturgie und Predigt: Pfarrer Rüdiger Dunkel

 

Wochenspruch:

Dazu ist erschienen der Sohn Gottes, dass er die Werke des Teufels zerstöre. (1. Joh 3,8b)

 

Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.

Unsere Hilfe steht im Namen des Herrn, der Himmel und Erde gemacht hat.

 

Eingangs- und Wochenpsalm: Aus Psalm 91

1 Wer unter dem Schirm des Höchsten sitzt und unter dem Schatten des Allmächtigen bleibt,

2 der spricht zu dem HERRN: / Meine Zuversicht und meine Burg, mein Gott, auf den ich hoffe.

3 Denn er errettet dich vom Strick des Jägers und von der verderblichen Pest.

4 Er wird dich mit seinen Fittichen decken, / und Zuflucht wirst du haben unter seinen Flügeln. Seine Wahrheit ist Schirm und Schild,

5 dass du nicht erschrecken musst vor dem Grauen der Nacht, vor dem Pfeil, der des Tages fliegt,

6 vor der Pest, die im Finstern schleicht, vor der Seuche, die am Mittag Verderben bringt.

9 Denn der HERR ist deine Zuversicht, der Höchste ist deine Zuflucht.

10 Es wird dir kein Übel begegnen, und keine Plage wird sich deinem Hause nahen.

11 Denn er hat seinen Engeln befohlen, dass sie dich behüten auf allen deinen Wegen,

12 dass sie dich auf den Händen tragen und du deinen Fuß nicht an einen Stein stoßest.

Ehr sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist

wie es war im Anfang, jetzt und immerdar

und von Ewigkeit zu Ewigkeit.

Amen.

 

Tagesgebet

Herr, guter Gott!

Wie oft sind wir auf der Flucht

vor uns selber und vor anderen

und haben Angst, nichts zu gelten

und immer zu kurz zu kommen.

Wir möchten gern herrschen,

möchten immer mehr,

Erfolg um jeden Preis.

Das alles lässt uns nicht zur Ruhe kommen.

Wir bleiben zurück, elend und leer.

So bitten wir dich: nimm uns an, so wie wir sind.

 

Sieh’ auf uns und höre,

wenn wir dir nun in der Stille anvertrauen,

was uns auf der Seele liegt.

Komm, und erbarme dich unser!

 

– Kurzes Innehalten in der Stille und Zeit zum persönlichen Gebet –

 

Bei Gott hat alles Fliehen sein Ende.

Bei ihm dürfen wir aufatmen

und uns neu besinnen.

Sein Sohn spricht zu uns:

Kommt her zu mir alle,

die ihr mühselig und beladen seid.

Ich will euch erquicken. Amen.

 

Wir beten:

Gott und Vater,

du bist unsere Zuflucht.

Dass wir gewisser glauben,

furchtloser handeln

und zuversichtlicher hoffen,

das erbitten wir,

durch Jesus Christus deinen Sohn,

der mit dir und dem Hl. Geist

lebt und regiert von Ewigkeit zu Ewigkeit.

Amen.

 

Epistellesung: Aus dem Hebräerbrief, Kapitel 4, Verse 14-16:

14 Weil wir denn einen großen Hohenpriester haben, Jesus, den Sohn Gottes, der die Himmel durchschritten hat, so lasst uns festhalten an dem Bekenntnis.

15 Denn wir haben nicht einen Hohenpriester, der nicht könnte mit leiden mit unserer Schwachheit, sondern der versucht worden ist in allem wie wir, doch ohne Sünde.

16 Darum lasst uns freimütig hinzutreten zu dem Thron der Gnade, auf dass wir Barmherzigkeit empfangen und Gnade finden und so Hilfe erfahren zur rechten Zeit.

Amen!

 

Glaubensbekenntnis

Wir bekennen – jede und jeder für sich und doch auch gemeinsam vor Gott – unseren christlichen Glauben:

Ich glaube an Gott, den Vater, den Allmächtigen, den Schöpfer des Himmels und der Erden. Und an Jesus Christus, seinen eingeborenen Sohn, unseren Herrn, empfangen durch den Heiligen Geist, geboren von der Jungfrau Maria, gelitten unter Pontius Pilatus, gekreuzigt, gestorben und begraben, hinabgestiegen in das Reich des Todes, am dritten Tage auferstanden von den Toten, aufgefahren in den Himmel; er sitzt zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters; von dort wird er kommen, zu richten die Lebenden und die Toten. Ich glaube an den Heiligen Geist, die heilige christliche Kirche, Gemeinschaft der Heiligen, Vergebung der Sünden, Auferstehung der Toten und das ewige Leben. Amen.

 

Tagsevangelium: Aus dem Johanesevangelium, Kapitel 13, Verse 21-30

(auch Predigttext)

21 Als Jesus das gesagt hatte, wurde er erregt im Geist und bezeugte und sprach: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Einer unter euch wird mich verraten.

22 Da sahen sich die Jünger untereinander an, und ihnen wurde bange, von wem er wohl redete.

23 Es war aber einer unter seinen Jüngern, der zu Tische lag an der Brust Jesu, den hatte Jesus lieb.

24 Dem winkte Simon Petrus, dass er fragen sollte, wer es wäre, von dem er redete.

25 Da lehnte der sich an die Brust Jesu und fragte ihn: Herr, wer ist’s?

26 Jesus antwortete: Der ist’s, dem ich den Bissen eintauche und gebe. Und er nahm den Bissen, tauchte ihn ein und gab ihn Judas, dem Sohn des Simon Iskariot.

27 Und nach dem Bissen fuhr der Satan in ihn. Da sprach Jesus zu ihm: Was du tust, das tue bald!

28 Niemand am Tisch aber wusste, wozu er ihm das sagte.

29 Denn einige meinten, weil Judas den Beutel hatte, spräche Jesus zu ihm: Kaufe, was wir zum Fest nötig haben!, oder dass er den Armen etwas geben sollte.

30 Als er nun den Bissen genommen hatte, ging er alsbald hinaus. Und es war Nacht.

Amen.

 

Predigt

 Gnade sei mit euch und Friede von Gott, unserem Vater, und von Jesus Christus, seinem Sohn, unserem Herrn. Amen.

 Liebe Schwestern und Brüder! Liebe Leserinnen und Leser!

Jesus und Judas – ich glaube, das war schon immer ein besonderes Verhältnis. Als Kind habe ich, wenn ich die Geschichten der letzten Tage Jesu mit seinen Freunden und dann auch die Ostergeschichten erzählt bekommen habe – dafür war in unserer Familie immer meine Oma zuständig – den Judas nie so richtig leiden können. Für mich war einfach immer der Böse! Der Verräter! Ich glaube, wenn ich zurückdenke, dass er genau das für meine Oma auch war, denn so hat sie ihn – vielleicht ja auch aus ihrem ganz persönlichen Glauben heraus – immer geschildert.

Erst viel später habe ich darauf geschaut, wie Jesus selbst auf ihn angesehen hat, wie er selbst mit ihm umgegangen ist. Irgendwann ist mir dann aufgefallen, oder besser: aufgegangen, wie sehr es zwischen den beiden wohl „gemenschelt“ hat.

Hier, bei dem heutigen Evangelium und Predigttext – der mir als solcher nach über 30 Jahren im Predigtdienst zum ersten Mal als solcher begegnet – merke ich das wieder. Und mir fällt auf, dass der Evangelist Johannes es hier anders erzählt als alle drei anderen Evangelisten – wie so oft übrigens.

Als Jesus das gesagt hatte, wurde er erregt im Geist und bezeugte und sprach: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Einer unter euch wird mich verraten. (V.21)

So beginnt unser heutiger Predigttext. Was hatte Jesus eigentlich so aufgeregt, aufgewühlt? Dazu müssen wir uns erinnern, was unmittelbar davor geschehen war.

Sie saßen zusammen, Jesus und seine engsten Freunde. Die meisten von ihnen hatten wohl auf einen schönen Abend gehofft. Gemütliches Essen, nette Tischgespräche. Aber es kam anders. Jesus hatte sich eine Schürze umgebunden, eine Schale mit Wasser genommen und ihnen die Füße gewaschen. Einigen von ihnen war das unangenehm. Petrus besonders. Er hatte sich erst dagegen gewehrt, hatte versucht, mit Jesus darüber zu diskutieren; er hatte es sich dann aber doch geschehen lassen.

Jesus selbst wollte ihnen ein Beispiel geben. Das hatte er schließlich selbst so gesagt. Anderen dienen sollten sie, andere Menschen vorbereiten sollten sie. Um das zu verstehen, gab Jesus ihnen dieses eindrückliche Beispiel. Aber er schien damals schon nicht ganz bei der Sache zu sein, war mit seinen Gedanken nicht wirklich ganz bei seinen Freunden. Er sah schon, was kommen sollte, seine eigene Anspannung und Erregung darüber schien schon zu wachsen. Zweimal brachte er das sogar zum Ausdruck. „Ihr seid rein“, sagte er während der Fußwaschung zu seinen Freunden, „aber nicht alle!“ (Joh 13,10) Und als er damit fertig war und sie alle endlich zum gemeinsamen Essen übergehen konnten, blickte er noch einmal voraus. Ich spüre geradezu wie er – vielleicht gedankenverloren – sagte: „Es muss die Schrift erfüllt werden (Ps 41,10): Der mein Brot aß, tritt mich mit Füßen!“ (Joh 13,18)

Nun beginnt die Szene unseres Predigttextes. Jesus konnte diesen Gedanken, den er selbst geäußert hatte, nicht mehr ablegen, nicht mehr aus dem Kopf bekommen. Er wurde – so lesen wir es heute – „erregt im Geist“. So sagt er, was er sieht, was er weiß, was er nun ganz nahe fühlt: „Einer unter euch wird mich verraten!“ (V. 21)

Erst die Hoffnung auf einen gemütlichen Abend, dann die Fußwaschung. Stimmung iritiert. Dann neue Hoffnung auf ein gemeinsames Essen in vertrauter Runde – und dann dieser Spruch. Die Stimmung kippt wieder. Sie bestimmen einen, der Jesus fragen sollte. Johannes sollte es sein. Der, der Jesus besonders nahe zu sein schien. Er traute sich zu fragen und Jesus wich der Antwort auch nicht mehr aus.

„Der ist’s, dem ich den Bissen eintauche und gebe.“ (V. 26) Genau das tat er unmittelbar sofort nach diesen Worten! Aber er tat es anders als in den anderen Evangelien. Dort bedrängt Jesus den Judas mit Worten, beschimpft ihn vielleicht sogar: „Weh dem Menschen! Es wäre besser, er wäre nicht geboren worden!“ So lesen wir es dort.

Und hier? – Nichts davon! Jesus gibt ihm das Stück Brot, lässt ihn teilhaben an seinem Mahl. „Was du tust, tue bald!“ (V. 27) sagt Jesus dann. Kein böses Wort zu Judas, keine Verurteilung, noch nicht einmal ein Wort der Enttäuschung über ihn. Nicht von Jesus, auch nicht von allen anderen!

Jesus weiß offensichtlich hier schon, dass Judas nicht schlecht ist! Schwach vielleicht, das mag sein. Aber nicht schlecht! Jesus weiß, dass Judas zu Recht zu diesem engen Freundeskreis gehört und ab jetzt gehört hat. Er selbst hat ihn schließlich dazu berufen. Aber Jesus weiß in diesem Moment eben auch noch einmal, dass sein Werk von seinem Vater bestimmt ist. Es hat in ihm schon begonnen, ist aber noch nicht vollendet. Gott hat sich Jesus längst offenbart und ihm seinen Weg klar gemacht. Vor allem hat er ihm auch klar gemacht, wozu Judas in seiner eigenen Geschichte eben dienen soll. Judas wird durch eine für ihn ganz unglückliche Rolle helfen, die Schrift zu erfüllen.

So, ich denke, genau so, sieht Jesus in diesem Moment da am Tisch auf den Judas. „Was du tust, tue bald!“ Jesus sendet ihn geradezu. Fordert ihn auf, mitzuhelfen, die Schrift zu erfüllen und Gottes Werk mit den Menschen weiter in Gang zu halten. Von all dem habe die anderen offensichtlich keine Ahnung!

Ja, selbst Judas wird es letztlich nicht klar gewesen sein. Ja, er war der Faszination des Geldes erlegen. War bereit, für Geld Dinge zu tun, die man als Freund einfach nicht tut. Aber wird er sich der Tragweite wirklich bewusst gewesen sein? – Nein!

Und genau auch darauf gibt uns der Predigttext den Hinweis. Jesus teilt mit ihm das Brot. Jesus lässt ihn erst noch einmal Anteil haben an sich selbst und seiner Gemeinschaft. Dann sendet er ihn, sein Werk zu tun. Und nun erst geschieht etwas in Judas. Nun erst verändert er sich. Und der Evangelist Johannes beschreibt es so: „Und nach dem Bissen fuhr der Satan in ihn.“ (V.27) Johannes macht uns mit Jesus in dieser Szene sehr eindrücklich deutlich, dass das Böse eben nicht aus Judas selbst herauskommt. Er ist nicht von Grund auf schlecht. Nein, in diesem Moment der Versöhnung Jesu mit ihm, dem Judas, wird die Kraft zum Bösen in ihn gelegt, damit er überhaupt erst fähig werden kann, das Böse, nämlich den Verrat, auch zu tun. Hier in diesem Moment wird Judas zum Werkzeug Gottes, die Schrift an seinem Sohn Jesus zu erfüllen. Er wird zu einem Dienst, einem Werk berufen, dass er aus sich allein heraus vielleicht niemals getan hätte, zu dem er vielleicht niemals wirklich fähig gewesen wäre. Und es gibt sogar in einem einzigen Satz einen Hinweis darauf, zumindest beim Evangelisten Matthäus. Denn dort wird berichtet, dass sich Judas, sobald er diesen Dienst, dieses Werk erfüllt hat, erhängt (Mt 27,5). In dem Moment als er nämlich seinen Dienst erfüllt hat, wird der Satan auch wieder aus ihm gefahren sein, denn er war ja nun in ihm nicht mehr nötig. Judas wird sich wieder selbst erkannt haben. Er wird für ihn selbst unverständlich auf das geschaut haben, was er getan hatte. Und weil er eben nicht erkannt hat, dass er geradezu dazu berufen, ja gesendet wurde, konnte er mit dem, was dann als Schuld auf ihm lag, nicht mehr leben. Und so machte er seinem Leben ein Ende.

Liebe Schwestern und Brüder! Liebe Leserinnen und Leser!

Ich schaue auf Jesus, und ich schaue genau so auch auf Judas. Ich erkenne, die beiden sind in ganz besonderer Weise aneinander gebunden. Beide sind auf ganz unterschiedliche Weise daran gebunden, Gottes Werk, Gottes Geschichte mit uns Menschen zu erfüllen. Ich schaue auf die beiden und merke, wie mir selbst Fragen kommen.

Halte ich manchmal Menschen für abgrundtief böse? Wie schwer fällt es mir manchmal, Menschen – so wie Jesus – vorurteilsfrei anzusehen? Könnte ich – wie Jesus – Menschen erst einmal Versöhnung anbieten, auch wenn ich weiß, dass sie mich bedrängen werden, mir Leid zufügen werden?

Wie ist das eigentlich bei mir, wenn ich manchmal mir selbst ganz unangenehme Dinge tun muss, um Dinge oder Geschichten ins Laufen zu bringen – so wie Judas es muss? Wie lebe ich eigentlich weiter, wenn ich spüre, dass ich mich schuldig gemacht habe, buchstäblich vielleicht auch „zum Judas geworden bin“? Wo erliege ich so manches Mal einer Schwäche und tue Dinge, die ich nicht will?

Und wie ist es eigentlich bei mir selbst – weiß ich, dass es keinen Menschen gibt, der aus sich selbst heraus nur böse ist, sondern dass Böses in einen Menschen gelegt wird, wodurch und durch wen auch immer? Gilt das nach meinem Bild vom Menschen für jeden anderen, für jede andere?

Liebe Schwestern und Brüder! Liebe Leserinnen und Leser!

Jesus und Judas – die beiden lassen mich seit meinen Kindertagen und meinen ersten Erinnerungen an diese beiden nicht mehr los. Oft habe ich meine Bilder über sie schon korrigiert, korrigieren müssen. Manchmal sind sie mir sehr nah. Manchmal bleiben sie mir unverständlich. Aber ich ahne, wie wichtig eben beide und auch ihre Beziehung zueinander für meinen eigenen Glauben sind.

Welche menschlichen Begegnungen, welche Beziehungen in der Bibel sind Euch eigentlich wichtig für Euren eigenen Glauben geworden? Wo merkt Ihr, dass Jesus Euch nahe kommt? In welchen biblischen Personen findet Ihr Euch wieder?

Die begonnene Passionszeit ist ja nicht nur einfach eine Zeit der Enthaltsamkeit und des körperlichen Fastens. Sie ist doch immer auch möglich, als eine Zeit der inneren Einkehr und der Bewusstmachung des eigenen Glaubens erfahren zu werden.

Wir müssen gerade schon auf so vieles, was uns bisher vielleicht immer selbstverständlich war, verzichten. Nutzen wir deshalb diese Zeit doch, unserem eigenen Glauben nachzuspüren und ihn uns neu bewusst zu machen. Erkennen wir unsere eigenen Schwächen, aber auch unsere eigenen Stärken im Glauben. Spüren wir neu dem nach, wozu Gott jede und jeden von uns berufen hat. Nehmen wir wahr, dass Gott eben auch Unbequemes und steinige Wege in unser Leben legen kann. Und dort, wo wir selbst vielleicht meinen, nicht mehr weiter zu können, zu straucheln oder Schuld auf uns geladen zu haben, da wollen wir uns gemeinsam daran erinnern, dass Jesus selbst uns schon längst seine Versöhnung angeboten hat, sich selbst mit uns geteilt hat. Ja sogar für uns hat er alle Schuld auf sich genommen hat!

Passionszeit lässt niemals nur den Tod erahnen, nicht allein den von Jesus, nicht allein unseren. Passionszeit ahnt und schmeckt dahinter immer auch schon die Auferstehung, nicht allein die von Jesus, auch die unsrige! Darauf unsere Hoffnung. Amen!

Und der Friede Gottes, welcher höher ist als all unsere Vernunft, bewahre unsere Herzen und Sinne in Christus Jesus. Amen.

 

Fürbittgebet

Wir bitten, Herr, um deinen Geist.

Stärke und erneuere uns,

wandle unsere Herzen und Sinne,

dass wir der Zukunft trauen,

in die du uns führen willst.

Herr, erbarme dich!

 

Hilf allen Menschen, die leiden,

besonders denen, die heimatlos, gefangen,

gefoltert und verfolgt werden.

Sei bei ihnen in ihrer Angst und Not,

stärke und tröste sie,

lass sie nicht verzweifeln,

sondern neuen Mut finden.

Herr, erbarme dich

 

Herr, hilf uns und allen Menschen,

deiner guten Schöpfung zu dienen,

lass uns dabei deine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sein

und im Vertrauen zu dir deiner Liebe entsprechen.

Herr, erbarme dich.

Erbarme dich unser und höre uns,

wenn wir noch einmal in der Stille zu dir beten!

 

– Kurzes Innehalten in der Stille und Zeit zum persönlichen Gebet –

 

Und dann bitte ich dich:

Sei du da mit deinem Segen

– für alle, die wir lieben.

–  für alle, die nun leben, um anderen zu helfen.

–  für alle, die sich selbst nicht helfen können.

 

Sei bei den Einsamen und Kranken.

Schenke uns Einsicht in vieles, was wir nun mittragen müssen.

Schenke uns Geduld und einen langen Atem.

Schenke uns Hoffnung, an der wir niemals zweifeln wollen.

Sei bei uns allen! Heute und in aller Zeit!

 

Guter Gott, ich bete für alle,

an die ich nun denke,

und auch für mich das Gebet,

das dein Sohn Jesus Christus uns allen hinterlassen hat

und das uns durch schwere Zeiten tragen will:

 

Vater Unser im Himmel

Geheiligt werde dein Name

Dein Reich komme

Dein Wille geschehe

Wie im Himmel so auf Erden

Unser tägliches Brot gib uns heute

Und vergib uns unsere Schuld

Wie auch wir vergeben unseren Schuldigern.

Und führe uns nicht in Versuchung,

Sondern erlöse uns von dem Bösen.

Denn dein ist das Reich und die Kraft

Und die Herrlichkeit.

In Ewigkeit.

Amen.

 

Segen

 

Wir denken nun an all diejenigen,

die uns am Herzen liegen

– und natürlich auch an uns selbst –,

und wir sprechen die Worte des Segens,

mit denen wir unsere Gottesdienste schließen.

 

Der HERR segne dich und behüte dich!

Der HERR lasse sein Angesicht leuchten über dir

und sei dir gnädig!

Der HERR hebe sein Angesicht über dich

und gebe dir Frieden!

Amen.

 

Liebe Schwestern und Brüder!

Euch allen einen gesegneten Sonntag!

Kommt gut durch die Zeit, passt auf euch auf und bleibt gesund!

Pfarrer Rüdiger Dunkel