Liturgie und Predigt: Pfarrer Rüdiger Dunkel

 

Spruch:

Und das Wort ward Fleisch und wohnte unter uns, und wir sahen seine Herrlichkeit, eine Herrlichkeit als des eingeborenen Sohnes vom Vater, voller Gnade und Wahrheit. (Joh 1,14)

 

Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.

Unsere Hilfe steht im Namen des Herrn, der Himmel und Erde gemacht hat.

 

Eingangs- und Wochenpsalm: Psalm 96

1 Singet dem HERRN ein neues Lied; singet dem HERRN, alle Welt! 2 Singet dem HERRN und lobet seinen Namen, verkündet von Tag zu Tag sein Heil!

3 Erzählet unter den Heiden von seiner Herrlichkeit, unter allen Völkern von seinen Wundern!

7 Ihr Völker, bringet dar dem HERRN, bringet dar dem HERRN Ehre und Macht!

8 Bringet dar dem HERRN die Ehre seines Namens, bringet Geschenke und kommt in seine Vorhöfe!

9 Betet an den HERRN in heiligem Schmuck; es fürchte ihn alle Welt!

10 Sagt unter den Heiden: Der HERR ist König. Er hat den Erdkreis gegründet, dass er nicht wankt. Er richtet die Völker recht.

11 Der Himmel freue sich, und die Erde sei fröhlich, das Meer brause und was darinnen ist;

12 das Feld sei fröhlich und alles, was darauf ist; jauchzen sollen alle Bäume im Walde

13 vor dem HERRN; denn er kommt, denn er kommt, zu richten das Erdreich. Er wird den Erdkreis richten mit Gerechtigkeit und die Völker mit seiner Wahrheit.

Ehr sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist

wie es war im Anfang, jetzt und immerdar

und von Ewigkeit zu Ewigkeit.

Amen.

 

Tagesgebet

Guter Gott und Vater,

du hast dich auf unsere Welt eingelassen,

bist Mensch geworden.

Doch wir ziehen uns mehr und mehr zurück.

In unsere Wohnungen und Häuser,

in ganz kleinen Kreise in der Familie.

All das müssen wir in diesem Jahr sogar,

weil Liebe die Vernunft walten lässt!

Manchmal verlieren wir uns aber auch

in Erinnerungen an frühere Zeiten.

Und wir merken, wie sehr du uns fehlst.

So oft fragen wir nicht nach dir,

entziehen wir uns deiner Liebe,

umgeben uns mit Misstrauen und Hass.

Vergib uns; – gib uns nicht auf!

Öffne unsre Herzen für dich, für deine Nähe

– und für die Menschen,

damit deine Liebe auch durch uns Wege findet

in unsere Welt,

nicht nur an diesen Weihnachtstagen,

sondern allezeit.

Sei offen für unsere Bitten

und für das Eingeständnis unserer Schuld,

wenn wir nun in der Stille zu dir beten:

 

– Kurzes Innehalten in der Stille und Zeit zum persönlichen Gebet –

 

So sehr hat Gott die Welt geliebt,

dass er seinen einzigen Sohn gab,

damit alle, die ihm vertrauen,

nicht verloren gehen,

sondern das ewige Leben haben.

Ehre sei Gott in der Höhe!

 

Du willst uns Menschen reich machen, guter Gott.

Darum bist du in Armut Mensch geworden.

Fülle unsere leeren Hände und Herzen,

dass wir dankbar und fröhlich als Menschen

annehmen und weitergeben

aus deinem Reichtum;

der du dreieinig lebst und regierst

von Ewigkeit zu Ewigkeit.

Amen.

 

Tagsevangelium: Aus dem Lukasevangelium, Kapitel 2, Verse 1-14:

1 Es begab sich aber zu der Zeit, dass ein Gebot von dem Kaiser Augustus ausging, dass alle Welt geschätzt würde.

2 Und diese Schätzung war die allererste und geschah zur Zeit, da Quirinius Statthalter in Syrien war.

3 Und jedermann ging, dass er sich schätzen ließe, ein jeglicher in seine Stadt.

4 Da machte sich auf auch Josef aus Galiläa, aus der Stadt Nazareth, in das judäische Land zur Stadt Davids, die da heißt Bethlehem, darum dass er von dem Hause und Geschlechte Davids war,

5 auf dass er sich schätzen ließe mit Maria, seinem vertrauten Weibe; die war schwanger.

6 Und als sie daselbst waren, kam die Zeit, dass sie gebären sollte.

7 Und sie gebar ihren ersten Sohn und wickelte ihn in Windeln und legte ihn in eine Krippe; denn sie hatten sonst keinen Raum in der Herberge.

8 Und es waren Hirten in derselben Gegend auf dem Felde bei den Hürden, die hüteten des Nachts ihre Herde.

9 Und des Herrn Engel trat zu ihnen, und die Klarheit des Herrn leuchtete um sie; und sie fürchteten sich sehr.

10 Und der Engel sprach zu ihnen: Fürchtet euch nicht! Siehe, ich verkündige euch große Freude, die allem Volk widerfahren wird;

11 denn euch ist heute der Heiland geboren, welcher ist Christus, der Herr, in der Stadt Davids.

12 Und das habt zum Zeichen: Ihr werdet finden das Kind in Windeln gewickelt und in einer Krippe liegen.

13 Und alsbald war da bei dem Engel die Menge der himmlischen Heerscharen, die lobten Gott und sprachen:

14 Ehre sei Gott in der Höhe und Friede auf Erden bei den Menschen seines Wohlgefallens.

Halleluja! Es ist erschienen die heilsame Gnade Gottes allen Menschen in Jesus Christus! Halleluja!

 

Glaubensbekenntnis

Wir bekennen – jede und jeder für sich und doch auch gemeinsam vor Gott – unseren christlichen Glauben:

Ich glaube an Gott, den Vater, den Allmächtigen, den Schöpfer des Himmels und der Erden. Und an Jesus Christus, seinen eingeborenen Sohn, unseren Herrn, empfangen durch den Heiligen Geist, geboren von der Jungfrau Maria, gelitten unter Pontius Pilatus, gekreuzigt, gestorben und begraben, hinabgestiegen in das Reich des Todes, am dritten Tage auferstanden von den Toten, aufgefahren in den Himmel; er sitzt zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters; von dort wird er kommen, zu richten die Lebenden und die Toten. Ich glaube an den Heiligen Geist, die heilige christliche Kirche, Gemeinschaft der Heiligen, Vergebung der Sünden, Auferstehung der Toten und das ewige Leben. Amen.

 

Alttestamentliche Lesung: Aus dem Buch des Propheten Jesaja, Kapitel 52, Verse 7-10:

(auch Predigttext)

7 Wie lieblich sind auf den Bergen die Füße des Freudenboten, der da Frieden verkündigt, Gutes predigt, Heil verkündigt, der da sagt zu Zion: Dein Gott ist König!

8 Deine Wächter rufen mit lauter Stimme und jubeln miteinander; denn sie werden’s mit ihren Augen sehen, wenn der HERR nach Zion zurückkehrt.

9 Seid fröhlich und jubelt miteinander, ihr Trümmer Jerusalems; denn der HERR hat sein Volk getröstet und Jerusalem erlöst.

10 Der HERR hat offenbart seinen heiligen Arm vor den Augen aller Völker, dass aller Welt Enden sehen das Heil unsres Gottes.

Amen.

 

Predigt

 Die Gnade unseres Herrn und Gottes sei mit uns allen. Amen.

Liebe Schwestern und Brüder! Liebe Schwestern und Brüder!

Gestattet mir zuerst eine kleine Reise in meine eigenen Familienerinnerungen. Zurück an einen Punkt, den ich niemals mehr vergessen kann, obwohl er nun schon fast drei Jahrzehnte zurückliegt!

Der ältere Mann steht ganz ruhig da. Lange Zeit sagt er nichts. Es ist eine weite Reise gewesen, voller Spannung und Vorfreude, zurück an den Ort, an dem er als Kind mit seiner Familie gelebt hatte, es war ein schönes Fleckchen Erde, bis der Krieg die Flucht in den Westen erzwungen hatte.

„Noch einmal möchte ich dahin zurück, das Haus sehen, die Plätze der Kindheit, an denen ich mit meinen Freunden gespielt habe, das ist mein größter Wunsch.“ Er hatte oft so geredet.

Irgendwann dann, nach der Grenzöffnung, erfüllt sich sein Traum. Es freut ihn, besonders auch, dass er dabei begleitet wird von Verwandten. Er hatte ihnen immer viel erzählt von damals, aber es war kein einziges Foto geblieben, alles verloren auf der Flucht. Schon Wochen vorher ist er aufgeregt, berührt, erzählt viel, jede Einzelheit ist wichtig. Wie viele Erinnerungen, die er schon vergessen hatte, hatten sich wieder belebt.

Seine Sehnsucht, irgendwann einmal dorthin zurückzukehren, hatte er seit damals tief in sich begraben, hatte eigentlich nie darüber gesprochen, weil er dachte, dass es sowieso nie möglich sein würde. Der Vater war im Krieg geblieben, die Flucht machte die Mutter ganz allein möglich. Und als die vor vielen Jahren starb, schien die Vergangenheit für immer zu ruhen. Aber dann wurde sie plötzlich noch einmal lebendig. Da fiel ein eiserner Vorhang vor einigen Jahren, und ein nie ausgesprochener Traum konnte auf einmal doch noch Realität werden.

Und irgendwann stand er da. Auf dem Grundstück, das einmal der Familie gehörte. Das Haus war weg, die Bäume, von denen er so oft erzählt hatte und in denen er so oft rumgeklettert war, waren weg, nur die Wiese war noch da. Alles war zugewuchert und verlassen. „Wie klein hier alles ist, früher erschien es mir viel größer“, sagt er. „Ich wollte unbedingt noch einmal hierher. Jetzt, wo ich hier bin und den Schmerz über das Vergangene und Verlorene spüre, bin ich doch über mein Leben froh, so wie es wurde.“

Und dieser ältere Herr konnte nun endlich in Frieden in die Wirklichkeit heimkehren, an den Niederrhein, nach Dinslaken. Der Mann, von dem ich erzähle, stand neben mir. Er ist mein Vater.

Liebe Schwestern und Brüder! Liebe Leserinnen und Leser!

Ob einen der Menschen aus Israel im 6. Jh. vor Christus ähnliche Gefühle bewegt haben, als er nach langem Aufenthalt in der Verbannung in Babylonien wieder nach Hause zurückkehren durfte? Dort fanden die Rückkehrer nach ca. 50 Jahren noch die Trümmer des Krieges vor, verwüstete Landschaften, den zerstörten Tempel in Jerusalem. Wenn auch die äußeren Umstände andere waren, die Gefühle der vom Krieg vertriebenen Menschen mögen vielleicht die gleichen gewesen sein.

Die besiegten Juden waren durch die Babylonier deportiert und im Zweistromland, dem heutigen Irak, angesiedelt worden.

Sie hatten sich eingerichtet in dem fremden Land, in das die Eroberer sie gebracht hatten, Häuser gebaut, Kinder bekommen, sie konnten weiterleben. Aber sie befürchteten, dass Gott sein Volk vergessen hatte und zu ihrem Elend schwieg. So viele sehnten sich nach Hause; sehnten sich danach, dass Gott ihnen gnädig sei, sie erlöste und verbaten sich selbst gleichzeitig doch, darauf zu hoffen. Die Zeit dehnte sich. Die Jungen kannten die Heimat nur noch aus den Erzählungen der Eltern. Die Hoffnung drohte sich aufzulösen.

Aber dann gewann sie wieder neue Nahrung – die Hoffnung. Man hörte von den ersten Siegen des Perserkönigs Kyros über die mächtigen babylonischen Herrscher. Bald sollten die Juden die Erlaubnis erhalten, nach Israel zurückzugehen. In dieser Zeit zwischen Hoffen und Bangen, zwischen Vorfreude und Angst vor der Zukunft hinein tritt ein Prophet auf und beschreibt die Heimkehr nach Israel in jubelnden Bildern. Wir haben seine Worte gerade als alttestamentliche Lesung etwas weiter oben lesen können. Ich füge sie hier aber auch noch einmal ein.

Jes 52,7-10:

7 Wie lieblich sind auf den Bergen die Füße des Freudenboten, der da Frieden verkündigt, Gutes predigt, Heil verkündigt, der da sagt zu Zion: Dein Gott ist König!

8 Deine Wächter rufen mit lauter Stimme und jubeln miteinander; denn sie werden’s mit ihren Augen sehen, wenn der HERR nach Zion zurückkehrt.

9 Seid fröhlich und jubelt miteinander, ihr Trümmer Jerusalems; denn der HERR hat sein Volk getröstet und Jerusalem erlöst.

10 Der HERR hat offenbart seinen heiligen Arm vor den Augen aller Völker, dass aller Welt Enden sehen das Heil unsres Gottes.

 Liebe Schwestern und Brüder! Liebe Leserinnen und Leser!

Man spürt es deutlich: Es klafft ein Spalt zwischen dem hoffnungsvollen Jubellied und der bescheidenen damaligen Realität.

Da erzählt einer von einer Hoffnung, die über die äußere Wirklichkeit hinausreicht: „Glaubt an mehr als an das, was Ihr seht“, sagt er den Menschen. „Die Trümmer des Vergangenen erzählen vom Heil des Zukünftigen. Gott tröstet Euch. Eure Sehnsucht wird gestillt werden. Er wird am Ende seine Macht sogar allen Menschen auf der ganzen Welt offenbaren.“

Ob die Menschen damals dieser Hoffnung trauen konnten? Oder ob sie den Propheten vielleicht eher für einen Spinner hielten? Ob er ihrer Sehnsucht Nahrung geben konnte? Oder ob die realen Trümmer, die sie bei ihrer Rückkehr fanden, allen Hoffnungen ein Ende setzten?

„Die Trümmer des Vergangenen erzählen vom Heil des Zukünftigen. Gott tröstet Euch. Eure Sehnsucht wird gestillt werden!“ Das ruft der Prophet auch uns heute noch zu! Denn auch wir sitzen gerade in vielen Ängsten und Nöten. Wir sorgen uns um die, die wir lieben. Dürfen sie vielleicht an diesen Weihnachtstagen nicht sehen. Viele verzichten darauf, mit anderen zusammen zu sein. Und viele von uns, wenn wir ehrlich bleiben, tut es weh, aus Liebe vernünftig zu bleiben! Ja, selbst an Weihnachten Gottesdienst in einer Kirche zu feiern, es ist vielerorts nicht möglich. Aus der gleichen Liebe, aus den gleichen Vernunftgründen! Was im Kleinen gilt muss auch im Großen gelten!

Lassen wir uns also nur noch von Zweifeln, Sorgen, vielleicht sogar Ängsten leiten? Geben wir unserer eigenen Sehnsucht den nötigen Raum? Oder sind wir auch eher Menschen, die angesichts unserer eigenen Situation gerade ein wenig  verzweifeln? Nicht alle Hoffnungen eines Lebens erfüllen sich. Nicht jede Sehnsucht wird gestillt. Einige können ein Lied davon singen. Auch das alte Volk Gottes hat diese bittere Erfahrung in den kommenden Jahrhunderten immer wieder machen müssen.

Liebe Schwestern und Brüder! Liebe Leserinnen und Leser!

Wie gehen wir selbst eigentlich mit den Enttäuschungen, den Versagungen, den zerstörten Hoffnungen um, die in jedem Leben ein anderes Gesicht haben und vor denen doch kein Mensch geschützt ist?

Hören wir darauf, was der Prophet Jesaja auch uns sagen möchte: Es lohnt sich, niemals aufzugeben, sondern an das Leben mit all seinen Möglichkeiten zu glauben! Es gelingt dann, wenn wir auch der Trauer und dem Schmerz des Abgebrochenen und des Verlorenen in unserem Leben nachfühlen und ihm Raum geben. Sei es der Verlust eines geliebten Menschen, einer verlorenen Heimat oder nicht verwirklichter Lebensträume. Sei es unsere Unbeschwertheit, in der wir bis vor einem Jahr noch Leben durften! Sei es unser Lachen und Umarmen, das so selbstverständlich war! Sei es unser Leben in Gemeinschaft mit anderen, das wir gerade so sehr vermissen! Gott will uns trösten und unsere Hoffnung wecken – immer wieder neu. Er verlässt uns nicht. Gott verlässt uns niemals. Er schenkt einen Neuanfang, natürlich auch uns. Die Geschichte vom Kind im Stall war für Gott selbst die Geschichte eines Neuanfangs mit sich selbst und den Menschen, die er liebt. Und Gott erzählt sich diese Geschichte nicht nur selbst. er teilt sie mit uns, hat sich selbst als Kind im Stall in jedes Herz gelegt. Er ist zu jeder und jedem gekommen! Und er tut es auch heute und zu jeder Zeit. Wenn wir auch nicht zu ihm kommen können, ist er schon längst bei uns! Er will in uns wohnen! Er erfüllt uns ganz! Er hilft und heilt! So dürfen und müssen wir wohl die Weihnachtsbotschaft in diesem Jahr hören!

Das Jubellied des Propheten Jesaja will uns helfen, unsere Sehnsucht wachzuhalten.

Vielleicht brauchen wir gerade solch ein starkes, deutliches, klares, ganz gegen die äußere Wirklichkeit erklingendes Lied der Hoffnung, damit es unsere Herzen erreicht und neu stärkt!

Wir leben als Christinnen und Christen diese Weihnachtszeit. Wir feiern die Geburt des Kindes, des Gottessohnes, der für uns der Messias, der Heiland ist. Sein Lebensthema ist die Hoffnung. Mit allem, was er getan hat, zeigt er uns Gottes Nähe. Sogar sein Tod wird uns zum Hoffnungszeichen und zur Versöhnungsgeste in dieser Welt des Zweifelns und des Hasses.
Lasst es uns nicht verlernen, zu hoffen und zu vertrauen. Unser Glaube an den in einem Kind menschgewordenen Gott ist auch ein Zeichen dafür, dass wir dieser Hoffnung etwas zutrauen, dass wir genau diesem einen Gott vertrauen möchten – im Leben und im Sterben.

Er wird uns nicht enttäuschen, niemals! Die Trümmer unseres Lebens und auch all das, was wir an gewohntem Leben in diesem Jahr hinter uns lassen mussten, all das darf uns niemals mutlos machen. Solange wir leben, kann daraus auch immer wieder Neues und Anderes entstehen. Und das wird es! Denn Gott kommt, er hilft und heilt! Er schenkt einen neuen Anfang!

Das und nichts anderes ist die Weihnachtsbotschaft, die wir annehmen und weitersagen dürfen! Auch in eine Wirklichkeit, in der gerade so vieles dagegen zu sprechen scheint!

Darum, liebe Schwestern und Brüder, glauben wir dem Propheten und stimmen in sein Lied mit ein. Obwohl, auch wir kennen Jubellieder über Gott. Eines hat in unseren Weihnachtsgottesdiensten immer seinen Platz, meist hinter der Predigt, manchmal auch am Ende des Gottesdienstes. Und da Gott  immer wieder neu in diese Welt kommt, da Weihnachten nicht ausfällt, da wir auch das Jubeln und Fröhlichsein niemals aufgeben und verlernen dürfen, lasst uns das Jubellied singen oder zumindest betend im Herzen singen:

 O du fröhliche, o du selige, gnadenbringende Weihnachtszeit! Welt ging verloren, Christ ist geboren: Freue, freue dich, o Christenheit!

O du fröhliche, o du selige, gnadenbringende Weihnachtszeit! Christ ist erschienen, uns zu versühnen: Freue, freue dich, o Christenheit!

O du fröhliche, o du selige, gnadenbringende Weihnachtszeit! Himmlische Heere jauchzen dir Ehre: Freue, freue dich, o Christenheit!

Ihnen allen wünsche ich eine gesegnete Weihnachtszeit! Gott behüte und segne Sie und alle die, um die Sie sich sorgen!

Und der Friede Gottes, welcher höher ist als all unsere Vernunft, bewahre unsere Herzen und Sinne in Christus Jesus. Amen.

 

Fürbittgebet

Unsere Weihnachtswünsche bringen wir vor dich, guter Gott,

 

– dass Friede auf Erden werde

Friede zwischen den Völkern und Religionen,

Friede unter Nachbarn,

Friede in unseren Familien,

 

– dass Freude sich ausbreite,

Trost für die Traurigen,

neuer Mut für die Schwermütigen,

Hoffnung bei den Unglücklichen,

 

– dass Gerechtigkeit einkehre,

Gerechtigkeit zwischen arm und reich,

Gerechtigkeit für die Hungernden,

Gerechtigkeit für die Verfolgten.

 

Unsere Weihnachtswünsche bringen wir vor dich, guter Gott,

auch und gerade die,

die wir in diesen Tagen

ganz persönlich in uns tragen.

In der Stille vertrauen wir sie dir an:

 

– Kurzes Innehalten in der Stille und Zeit zum persönlichen Gebet –

 

Unsere Wünsche bringen wir vor dich, guter Gott,

denn so grenzenlos unsere Wünsche sind,

so weit reicht deine Liebe zu uns.

Du hast sie erfüllt in Jesus Christus, dem Licht der Welt.

Deine Herrlichkeit gehe auf über uns.

Lass uns als Menschen miteinander Weihnachten feiern,

auch wenn wir vielleicht getrennt sind.

Mache unsere Herzen froh darüber,

dass du bei uns bist,

und wir deshalb niemals allein sind.

Gib uns Freude, die von dir kommt.

Lass uns davon weitergeben.

 

Und dann bitte ich dich:

Sei du da mit deinem Segen

– für alle, die wir lieben.

–  für alle, die nun leben, um anderen zu helfen.

–  für alle, die sich selbst nicht helfen können.

 

Sei bei den Einsamen und Kranken.

Schenke uns Einsicht in vieles, was wir nun mittragen müssen.

Schenke uns Geduld und einen langen Atem.

Schenke uns Hoffnung, an der wir niemals zweifeln wollen.

Sei bei uns allen! Heute und in aller Zeit!

 

Guter Gott, ich bete für alle,

an die ich nun denke,

und auch für mich das Gebet,

das dein Sohn Jesus Christus uns allen hinterlassen hat

und das uns durch schwere Zeiten tragen will:

 

Vater Unser im Himmel

Geheiligt werde dein Name

Dein Reich komme

Dein Wille geschehe

Wie im Himmel so auf Erden

Unser tägliches Brot gib uns heute

Und vergib uns unsere Schuld

Wie auch wir vergeben unseren Schuldigern.

Und führe uns nicht in Versuchung,

Sondern erlöse uns von dem Bösen.

Denn dein ist das Reich und die Kraft

Und die Herrlichkeit.

In Ewigkeit.

Amen.

 

Segen

Wir denken nun an all diejenigen,

die uns am Herzen liegen

– und natürlich auch an uns selbst –,

und wir sprechen die Worte des Segens,

mit denen wir unsere Gottesdienste schließen.

 

Der HERR segne dich und behüte dich!

Der HERR lasse sein Angesicht leuchten über dir

und sei dir gnädig!

Der HERR hebe sein Angesicht über dich

und gebe dir Frieden!

Amen.

 

Liebe Schwestern und Brüder!

Euch allen ein gesegnetes Weihnachtsfest!

Kommt gut durch die Zeit, passt auf euch auf und bleibt gesund!

Pfarrer Rüdiger Dunkel

 

 

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