Liturgie und Predigt: Pfarrer Rüdiger Dunkel

 

Wochenspruch:

Und wir sahen seine Herrlichkeit, eine Herrlichkeit als des eingeborenen Sohnes vom Vater, voller Gnade und Wahrheit. (Joh 1,14b)

 

Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.

Unsere Hilfe steht im Namen des Herrn, der Himmel und Erde gemacht hat.

 

Eingangs- und Wochenpsalm: Aus Ps 71

1 HERR, ich traue auf dich, lass mich nimmermehr zuschanden werden.

2 Errette mich durch deine Gerechtigkeit und hilf mir heraus, neige deine Ohren zu mir und hilf mir!

3 Sei mir ein starker Hort, dahin ich immer fliehen kann, / der du zugesagt hast, mir zu helfen; denn du bist mein Fels und meine Burg.

12 Gott, sei nicht ferne von mir; mein Gott, eile, mir zu helfen!

14 Ich aber will immer harren und mehren all deinen Ruhm.

15 Mein Mund soll verkündigen deine Gerechtigkeit, täglich deine Wohltaten, die ich nicht zählen kann.

16 Ich gehe einher in der Kraft Gottes des HERRN; ich preise deine Gerechtigkeit allein.

17 Gott, du hast mich von Jugend auf gelehrt, und noch jetzt verkündige ich deine Wunder.

18 Auch verlass mich nicht, Gott, im Alter, wenn ich grau werde, bis ich deine Macht verkündige Kindeskindern und deine Kraft allen, die noch kommen sollen.

Ehr sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist

wie es war im Anfang, jetzt und immerdar

und von Ewigkeit zu Ewigkeit.

Amen.

 

Tagesgebet

Herr, guter Gott und Vater!

Unvollkommen und unfertig stehen wir vor dir.

Es gibt Zeiten, da fällt es uns schwer,

in unsrer Arbeit, in unserem Beruf

einen Sinn für unser Leben zu entdecken.

Statt auf den Herrn zu vertrauen,

verkriechen wir uns in unserer Sorge und Angst.

So bitten wir dich um dein Erbarmen, guter Gott,

der du bei uns ist alle Tage bis an der Welt Ende:

Herr, erbarme dich unser!

In der Stille beten wir – jede und jeder für sich – zu dir!

 

– Kurzes Innehalten in der Stille und Zeit zum persönlichen Gebet –

 

Wir sahen seine Herrlichkeit, eine Herrlichkeit

als des eingeborenen Sohnes vom Vater,

voller Gnade und Wahrheit.

Dir guter Gott sagen wir Lob und Dank!

Ehre sei Gott in der Höhe!

 

Ewiger Gott und Vater aller Güte,

dein Sohn hat dich verherrlicht

von seiner Jugend an.

Wir bitten dich:

Lass uns auf allen Wegen

in seiner Erkenntnis und Liebe wachsen.

Das bitten wir in Jesus Christus, deinem Sohn,

der mit dir und dem Heiligen Geist

lebt und regiert

von Ewigkeit zu Ewigkeit.

Amen.

 

Tagesevangelium: Aus dem Lukasevangelium, Kapitel 2, Verse 21-40:

21 Und als acht Tage um waren und er beschnitten werden sollte, gab man ihm den Namen Jesus, welcher genannt war von dem Engel, ehe er im Mutterleib empfangen war.

22 Und als die Tage ihrer Reinigung nach dem Gesetz des Mose um waren, brachten sie ihn hinauf nach Jerusalem, um ihn dem Herrn darzustellen,

23 wie geschrieben steht im Gesetz des Herrn (2. Mose 13,2; 13,15): »Alles Männliche, das zuerst den Mutterschoß durchbricht, soll dem Herrn geheiligt heißen«,

24 und um das Opfer darzubringen, wie es gesagt ist im Gesetz des Herrn: »ein Paar Turteltauben oder zwei junge Tauben« (3. Mose 12,6-8).

25 Und siehe, ein Mensch war in Jerusalem mit Namen Simeon; und dieser Mensch war gerecht und gottesfürchtig und wartete auf den Trost Israels, und der Heilige Geist war auf ihm.

26 Und ihm war vom Heiligen Geist geweissagt worden, er sollte den Tod nicht sehen, er habe denn zuvor den Christus des Herrn gesehen.

27 Und er kam vom Geist geführt in den Tempel. Und als die Eltern das Kind Jesus in den Tempel brachten, um mit ihm zu tun, wie es Brauch ist nach dem Gesetz,

28 da nahm er ihn auf seine Arme und lobte Gott und sprach:

29 Herr, nun lässt du deinen Diener in Frieden fahren, wie du gesagt hast;

30 denn meine Augen haben deinen Heiland gesehen,

31 das Heil, das du bereitet hast vor allen Völkern,

32 ein Licht zur Erleuchtung der Heiden und zum Preis deines Volkes Israel.

33 Und sein Vater und seine Mutter wunderten sich über das, was von ihm gesagt wurde.

34 Und Simeon segnete sie und sprach zu Maria, seiner Mutter: Siehe, dieser ist dazu bestimmt, dass viele in Israel fallen und viele aufstehen, und ist bestimmt zu einem Zeichen, dem widersprochen wird –

35 und auch durch deine Seele wird ein Schwert dringen –, damit aus vielen Herzen die Gedanken offenbar werden.

36 Und es war eine Prophetin, Hanna, eine Tochter Phanuëls, aus dem Stamm Asser. Sie war hochbetagt. Nach ihrer Jungfrauschaft hatte sie sieben Jahre mit ihrem Mann gelebt

37 und war nun eine Witwe von vierundachtzig Jahren; die wich nicht vom Tempel und diente Gott mit Fasten und Beten Tag und Nacht.

38 Die trat auch hinzu zu derselben Stunde und pries Gott und redete von ihm zu allen, die auf die Erlösung Jerusalems warteten.

39 Und als sie alles vollendet hatten nach dem Gesetz des Herrn, kehrten sie wieder zurück nach Galiläa in ihre Stadt Nazareth.

40 Das Kind aber wuchs und wurde stark, voller Weisheit, und Gottes Gnade lag auf ihm.

Halleluja! Der Herr gedenkt an seine Gnade und Treue für das Haus Israel, aller Welt Enden sehen das Heil unseres Gottes! Halleluja!

 

Glaubensbekenntnis

Wir bekennen – jede und jeder für sich und doch auch gemeinsam vor Gott – unseren christlichen Glauben:

Ich glaube an Gott, den Vater, den Allmächtigen, den Schöpfer des Himmels und der Erden. Und an Jesus Christus, seinen eingeborenen Sohn, unseren Herrn, empfangen durch den Heiligen Geist, geboren von der Jungfrau Maria, gelitten unter Pontius Pilatus, gekreuzigt, gestorben und begraben, hinabgestiegen in das Reich des Todes, am dritten Tage auferstanden von den Toten, aufgefahren in den Himmel; er sitzt zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters; von dort wird er kommen, zu richten die Lebenden und die Toten. Ich glaube an den Heiligen Geist, die heilige christliche Kirche, Gemeinschaft der Heiligen, Vergebung der Sünden, Auferstehung der Toten und das ewige Leben. Amen.

 

Epistellesung: Aus dem 1. Johannesbrief, Kapitel 1, Verse 1-4:

(auch Predigttext)

1 Was von Anfang an war, was wir gehört haben, was wir gesehen haben mit unsern Augen, was wir betrachtet haben und unsre Hände betastet haben, vom Wort des Lebens – 2 und das Leben ist erschienen, und wir haben gesehen und bezeugen und verkündigen euch das Leben, das ewig ist, das beim Vater war und uns erschienen ist –, 3 was wir gesehen und gehört haben, das verkündigen wir auch euch, damit auch ihr mit uns Gemeinschaft habt; und unsere Gemeinschaft ist mit dem Vater und mit seinem Sohn Jesus Christus. 4 Und dies schreiben wir, auf dass unsere Freude vollkommen sei.

Amen.

 

Predigt

 Die Gnade unseres Herrn und Gottes sei mit uns allen. Amen.

 Liebe Schwestern und Brüder! Liebe Leserinnen und Leser!

Was von Anfang an war ….. das Leben ist erschienen.

 Es gibt Worte, die verlieren ihre Leuchtkraft nie. Sie leuchten durch die Zeit, durch die Jahrhunderte und Jahrtausende. Das Leben ist erschienen. – Es gibt Worte, die leben und hören niemals auf zu leben. Worte des Lebens – wenn sie denn Worte des Lebens sind – leben und sind nicht totzukriegen, stehen immer wieder auf – als ob sie von irgendwoher auf wundersame Weise mit Lebenskraft versorgt werden.

Das Leben ist erschienen …. was von Anfang an war.

Weihnachten war – und nun: zwischen den Jahren. Heute mittendrin, ganz auf der Höhe. Das Alte ist noch nicht vergangen, das Neue hat noch nicht begonnen. Das Leben – irgendwie dazwischen.

Unser Zeitgefühl scheint etwas verwirrt, der Rhythmus ist unterbrochen. Freie Tage und Ferien. Betriebe und Büros geschlossen. Irgendwie ja auch alles geschlossen! Sogar viele Kirchen! Eigenartig zeitlos, so scheint diese Zwischenzeit.
Man könnte eigentlich in aller Ruhe ein Buch lesen oder einen langen Spaziergang mit nur wenigen anderen aus der Familie machen. Man könnte ein Gespräch führen, das schon lange ansteht. Man könnte einfach mal den schönen Gedanken nachhängen, einfach so, so ganz unproduktiv, und nicht immer nur grübeln, wie es viele gerade tun. Lasst uns an das Leben denken – zwischen den Jahren – an das Leben in all den Jahren, die hinter uns liegen, über den Wert des Lebens an sich und über das Leben, auf das wir uns freuen! Wir sind in gerade dieser Zeit dafür offener als sonst, aber auch empfindsamer.

Weihnachten hat doch auch in diesem Jahr wieder an unseren Gefühlen gerüttelt, und wahrscheinlich ja auch so ganz anders als sonst! Nicht wenige sind deshalb vielleicht sogar froh, es bis hierher geschafft zu haben. Was sich in der Geburtsgeschichte unseres Heilands abspielt – in der ganzen Spannung zwischen erlösender Rettung und unbarmherzigem Elend, himmlischem Reichtum und irdischer Armut, wärmender Heimat und eiskalter Flucht … – das inszeniert sich auch auf unserer Gefühlspalette immer wieder neu: „Welch’ große Freude!“ und „Was für ein Kummer!“, „Was für eine Überraschung!“, aber auch „Was für eine Enttäuschung!“ – „Was für ein Glück“! und „Was für ein Leid!“ – Vieles lag in diesem Jahr an Weihnachten oft ganz dicht, sehr dicht beieinander!

Wünsche, die sich erfüllt haben und Erwartungen, die offen geblieben sind, wandern einem durch´s Herz. Das „Fürchte dich nicht!“ klingt im Ohr. „Ich habe trotzdem Angst!“ schreit´s im Innern. Der Heiland und das Unheil dieser Welt. Das Kind und die eigenen Lebensträume.
Das Geborene und das Gestorbene. Das Leben ist erschienen …. –

Was von Anfang an war. 2020 kommt zum Ende. Das Leben in diesem Jahr kommt zum Ende. Weltgeschichtliche Ereignisse scheinen uns gerade weniger zu interessieren. Da ist eher der persönliche Rückblick: Was war da alles? Was hat sich verändert? Wo mussten wir durch? Wo geht es hin?

Ist mir das Leben erschienen? Ist mir das Leben erschienen? Ich habe gelebt. Ich habe Tage, Stunden und Monate durchlebt, auch bange Minuten, Stunden und Tage. Ist mir da irgendwo in diesem gelebten Jahr 2020 das Leben erschienen? Oder habe ich mich irgendwie verloren in einer Realität, die immer noch so unwirklich erscheint?

Es gibt Menschen, die sagen: Ja. Wir haben es gehört, wir haben es gesehen mit unseren Augen und betrachtet, wir haben es betastet mit unseren Händen….

Uns ist das Leben erschienen – das Leben, das ewig ist und beim Vater war, das von Anfang an war.

Die haben Gott gesehen. Die haben in Jesus Christus das Leben gesehen. Kein Schein-Leben, keine Illusion, kein Hirngespinst, sondern das wahre Leben in Fleisch und Blut.

Gott, der sich zeigt. Vom Himmel hoch – auf die Erde nieder…. Wort des Lebens ward Fleisch und wohnte unter uns. Hat ein Gesicht. Kann man berühren. Kann man fühlen. Kann man kaum denken, aber mit allen Sinnen wahrnehmen: Hören, sehen, tasten. Auch riechen, auch schmecken. Glauben mit Leib und Seele, Hoffnung mit Hand und Fuß, Liebe mit Herz und Mund.

Gott, der sich zeigt und da noch mal anfängt, wo wir alle anfangen in unserem Leben: in der Geburt, in dem Kind, in der Bedürftigkeit und dem Angewiesensein.
Der da zur Welt kommt, wo wir´s am meisten brauchen: in einem abgerissenen Stall, in der dunkelsten Ecke menschlicher Verlorenheit und Armut, ja sogar in unseren Wohnungen und Herzen! Er kommt mitten in unser Leben, damit wir nicht länger irgendwelchen Lebensentwürfen hinterher rennen, die das Leben versprechen, aber nicht bieten. Haben macht uns nicht reicher, Geld nicht glücklicher, Schönheit nicht liebenswerter, Leistung nicht attraktiver. Das ist ganz reizvoll, aber das ist nicht das Leben.

Liebe Schwestern und Brüder! Liebe Leserinnen und Leser!

Das Leben liegt in der Krippe. Das Leben wohnt unter uns – Gottes Nähe ist auch in unserer Schwachheit. Gottes Nähe ist auch in unseren Zukunftsängsten, in unserer Einsamkeit, auch in unserer Freude und in unserer Dankbarkeit, in unserem Glück. Gott, liebe Schwestern und Brüder, ist in allem!

Wer oder was sollte glaubwürdiger sein, als ein Gott, der mit uns durch dick und dünn geht? Der mit uns lebt, der mit uns leidet, der auch mit uns stirbt? Der da anfängt, wo wir auch anfangen, aber da nicht aufhört, wo wir einen Schlussstrich ziehen wollen. Er ist für uns da, gerade auch in diesen schwierigen Zeiten!

Ein tragfähiger Glaube erweist sich darin, ob er unserem Leben standhält. Ob er uns tragen kann, wenn alles drunter und drüber geht, ob er uns halten kann, wenn alles zusammenbricht. Diesen Glauben gefunden zu haben, das wahre Leben gesehen zu haben – das macht Freude. Und fast könnte man mit einem alten Werbespruch denken: Und nie war er so wertvoll wie heute!

Genau darum ist dieser Brief geschrieben – aus lauter Freude. Der Schreiber des 1. Johannesbriefes kann gar nicht so schnell schreiben, wie er erzählen möchte. Er überschlägt sich förmlich: Wir haben gehört und gesehen, wir haben es mit unseren Händen betastet. Das Leben ist erschienen. Wir haben es gesehen und bezeugen und verkündigen. Und wir haben es gesehen und gehört, und darum verkündigen und bezeugen wir das Ganze – auch Euch. Der Briefschreiber überschlägt sich förmlich!

Da muss man erst mal ausatmen – und kann dann vielleicht noch mal ganz in Ruhe darüber nachdenken, ob man nicht selber auch etwas gehört, gesehen und begriffen hat vom Wort des Lebens – im vergangenen Jahr, in all den Jahren, oder auch an diesem Weihnachtsfest.

Es gibt kein Kirchenjahresfest, das wir sinnlicher zu feiern gewohnt sind als dieses. An Weihnachten gibt es – fast muss man sagen: normalerweise – soviel zu hören, zu sehen, zu betasten, zu riechen und zu schmecken, dass es einem oft zu viel wird. In diesem Jahr da war alles anders und alles irgendwie ja doch auch „viel weniger“.

„Weniger ist manchmal Mehr“, so sagen wir es oft. Aber war das wirklich so? Ich glaube es nicht. Und wenn es weniger war, sind wir dann aber auch einmal zu der inneren Ruhe gekommen, die vielen von uns so gut tun würde. Diese Ruhe – auch gerade jetzt zwischen den Jahren – in der wir ja auch noch mal in aller Ruhe die Weihnachtsgeschichte lesen oder ganz dicht an die Krippe herantreten und hineinblicken in das Geschehen könnten. Man könnte noch mal ganz bewusst diesen einen Strohstern in die Hand nehmen, der schon so viele Jahre mit einem durch die Weihnachtszeit gegangen ist oder den Brief lesen, den man bekommen hat oder am Tannenbaum riechen oder ganz lange in eine Kerze schauen. Zwischen den Jahren sind ja vielleicht auch unsere Sinnesorgane offener und empfindsamer.

Mag sein, dass wir lange brauchen, um das Leben, das erschienen ist, zu sehen; mag sein, dass wir sehr lange warten und darüber so alt werden wie Simeon und Hanna. Im Tagesevangelium etwas weiter oben haben wir über die beiden gelesen.

Unsere Aufnahmefähigkeit für das wahre Leben ist ja zuweilen, manchmal für Jahre eigenartig verschlossen. Wir sehen es einfach nicht, hören es einfach nicht, kriegen es einfach nicht zu fassen. Unsere Hör- und Sehgewohnheiten werden durch alles Mögliche in andere Richtungen gelenkt; wir tasten uns durch unser Leben und greifen dauernd daneben. Vieles in uns mag in Unordnung gekommen sein in diesem Jahr, das hinter uns liegt und so ganz anders war!

Und so ist es gut, dass wir Weihnachten immer wieder feiern dürfen und auf dem wankenden Grund unserer Stunden, Tage und Jahre das ein um das andere mal hören, was da gesagt ist: Das Leben ist erschienen.

Eine Gnade, dass sich Gott bereit hält, sich immer wieder zeigt und erscheint, dass durch seine Gegenwart in dieser Welt Menschen von Neuem geboren werden, Glaube heranwächst und stark wird.

Ein Segen, dass jene, die das erfahren haben, nicht schweigen, sondern ihre Erfahrungen und ihre Freude darüber weitersagen. Menschen haben es immer getan, bis heute! Und wir gehören dazu. Wir leben von dem, was uns erzählt wurde und vermittelt wird; wir leben nicht nur von dem, was wir selber begriffen und geglaubt  haben. Wir brauchen die alten Geschichten, die durchlebten Glaubenserfahrungen unserer Väter und Mütter. Wir brauchen die Gewissheit, dass es auch uns gilt, was der Briefschreiber sagt: Das Leben ist erschienen!

Ein vielleicht unscheinbarer Satz. Aber er wird als Wort des Lebens erfahren, diese Worte leuchten und leben und werden lebendig – für uns. Und die Freude darüber wird irdisch, himmlisch, göttlich und vollkommen sein.

Und der Friede Gottes, welcher höher ist als all unsere Vernunft, bewahre unsere Herzen und Sinne in Christus Jesus. Amen.

 

Fürbittgebet

Herr, guter Gott!

Wir sehen auf uns

und danken dir für das Gute,

dass du uns schon erwiesen hast.

Wir bitten aber auch:

Lass uns bemüht bleiben, dich zu loben – auf die vielfältigsten Weisen.

Lass uns dich loben durch das Werk unserer Hände.

Lass uns dich loben durch das, was wir sagen.

Lass uns dich loben indem wir uns für andere einsetzen.

Wir sehen heute auch ein wenig

auf unsere Gemeinde zurück

und schauen doch auch nach vorn.

Lass uns dankbar bleiben, wenn wir das tun.

Lass uns einander vergeben,

wenn Vergebung noch aussteht.

Lass uns dankbar werden für alles,

was wir in deine liebenden Hände geben dürfen

und darin geborgen wissen.

Und lass uns fröhlich hoffen

auf neue Anfänge, die du schenkst

und die wir uns so sehr wünschen.

Du, guter Gott, bist der Herr der Zeit.

Du versenkst unsere Vergangenheit

in dein liebendes Herz

und schenkst uns eine gute Zukunft.

Alles, was uns heute auf der Seele liegt,

bringen wir in der Stille vor dich!

 

– Kurzes Innehalten in der Stille und Zeit zum persönlichen Gebet –

 

Und dann bitte ich dich:

Sei du da mit deinem Segen

– für alle, die wir lieben.

–  für alle, die nun leben, um anderen zu helfen.

–  für alle, die sich selbst nicht helfen können.

 

Sei bei den Einsamen und Kranken.

Schenke uns Einsicht in vieles, was wir nun mittragen müssen.

Schenke uns Geduld und einen langen Atem.

Schenke uns Hoffnung, an der wir niemals zweifeln wollen.

Sei bei uns allen! Heute und in aller Zeit!

 

Guter Gott, ich bete für alle,

an die ich nun denke,

und auch für mich das Gebet,

das dein Sohn Jesus Christus uns allen hinterlassen hat

und das uns durch schwere Zeiten tragen will:

 

Vater Unser im Himmel

Geheiligt werde dein Name

Dein Reich komme

Dein Wille geschehe

Wie im Himmel so auf Erden

Unser tägliches Brot gib uns heute

Und vergib uns unsere Schuld

Wie auch wir vergeben unseren Schuldigern.

Und führe uns nicht in Versuchung,

Sondern erlöse uns von dem Bösen.

Denn dein ist das Reich und die Kraft

Und die Herrlichkeit.

In Ewigkeit.

Amen.

 

Segen

 

Wir denken nun an all diejenigen,

die uns am Herzen liegen

– und natürlich auch an uns selbst –,

und wir sprechen die Worte des Segens,

mit denen wir unsere Gottesdienste schließen.

 

Der HERR segne dich und behüte dich!

Der HERR lasse sein Angesicht leuchten über dir

und sei dir gnädig!

Der HERR hebe sein Angesicht über dich

und gebe dir Frieden!

Amen.

 

Liebe Schwestern und Brüder!

Euch allen einen gesegneten Sonntag!

Kommt gut durch die Zeit, passt auf euch auf und bleibt gesund!

Pfarrer Rüdiger Dunkel

 

 

 

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