Lesegottesdienst

mit den gottesdienstlichen Texten zum

2. Adventssonntag, 6. 12. 2020

 

Liturgie und Predigt: Pfarrer Rüdiger Dunkel

 

Wochenspruch:

Seht auf und erhebt eure Häupter, weil sich eure Erlösung naht. (Lk 21,28b)

 

Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.

Unsere Hilfe steht im Namen des Herrn, der Himmel und Erde gemacht hat.

 

Eingangs- und Wochenpsalm: Psalm 24

2 Du Hirte Israels, höre, / der du Josef hütest wie Schafe! Erscheine, der du thronst über den Cherubim.

3  Erwecke deine Kraft und komm uns zu Hilfe!

5 HERR, Gott Zebaoth, wie lange willst du zürnen beim Gebet deines Volkes?

6 Du speisest sie mit Tränenbrot und tränkest sie mit einem großen Krug voll Tränen.

15 Gott Zebaoth, wende dich doch! / Schau vom Himmel und sieh, nimm dich dieses Weinstocks an!

16 Schütze doch, was deine Rechte gepflanzt hat, den Sohn, den du dir großgezogen hast!

19 So wollen wir nicht von dir weichen. Lass uns leben, so wollen wir deinen Namen anrufen.

20 HERR, Gott Zebaoth, tröste uns wieder; lass leuchten dein Antlitz, so ist uns geholfen.

Ehr sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist

wie es war im Anfang, jetzt und immerdar

und von Ewigkeit zu Ewigkeit.

Amen.

 

Tagesgebet

Wir kommen zu dir, guter Gott,

aus all unserer Unruhe,

und mit so vielen Gedanken, die wir uns machen.

Wir bekennen dir,

dass wir unseren Glauben

nicht aufrichtig genug gelebt haben.

Du hast gerufen,

und wir haben nicht gehört.

Du hast uns geboten zu gehen,

und wir sind stehen geblieben.

Du ermutigst uns, dir zu vertrauen,

aber wir verlassen uns lieber auf uns selbst.

Wir hoffen, dass andere unsere Erwartungen erfüllen,

aber wir erwarten nichts von dir.

Darum:

Höre uns und komm zu uns,

dass wir erkennen, wo wir ändern müssen.

Herr, erbarme dich!

Vor dir werden wir still,

um dir anzuvertrauen,

was in dieser Zeit auf uns lastet.

 

– Kurzes Innehalten in der Stille und Zeit zum persönlichen Gebet –

 

Gott, unser Vater,

spricht uns allen seine Gnade zu.

So verkünden es die Propheten:

Siehe, der Herr wird kommen,

zu erlösen die Völker;

er wird seine herrliche Stimme erschallen lassen,

und ihr werdet euch von Herzen freuen!

 

Dreieiniger Gott,

du Grund unserer Hoffnung und Erwartung.

Wir freuen uns in dieser Zeit des Adventes,

die uns sagt, dass du kommen wirst.

Du bist als das helle Licht in diese Welt gekommen,

damit wir nicht in der Finsternis bleiben.

Wir bitten dich:

Sei du das Licht auf unserem Weg

durch diese Adventszeit,

damit wir deine Zeichen der Hoffnung erkennen

und weitergeben können,

durch Jesus Christus, unseren Herrn,

der mit dir und dem Heiligen Geist

lebt und Leben schafft

jetzt und in alle Ewigkeit.

Amen.

 

Tagesevangelium: Aus dem Lukasevangelium, Kapitel 21, Verse 25-33:

25 Und es werden Zeichen geschehen an Sonne und Mond und Sternen, und auf Erden wird den Völkern bange sein, und sie werden verzagen vor dem Brausen und Wogen des Meeres,

26 und die Menschen werden vergehen vor Furcht und in Erwartung der Dinge, die kommen sollen über die ganze Erde; denn die Kräfte der Himmel werden ins Wanken kommen.

27 Und alsdann werden sie sehen den Menschensohn kommen in einer Wolke mit großer Kraft und Herrlichkeit.

28 Wenn aber dieses anfängt zu geschehen, dann seht auf und erhebt eure Häupter, weil sich eure Erlösung naht.

29 Und er sagte ihnen ein Gleichnis: Seht den Feigenbaum und alle Bäume an:

30 wenn sie jetzt ausschlagen und ihr seht es, so wisst ihr selber, dass der Sommer schon nahe ist.

31 So auch ihr: Wenn ihr seht, dass dies alles geschieht, so wisst, dass das Reich Gottes nahe ist.

32 Wahrlich, ich sage euch: Dieses Geschlecht wird nicht vergehen, bis es alles geschieht.

33 Himmel und Erde werden vergehen; aber meine Worte werden nicht vergehen.

Halleluja! Er wird den Erdkreis richten mit Gerechtigkeit und die Völker mit seiner Wahrheit. Halleluja! 

 

 Glaubensbekenntnis

Wir bekennen – jede und jeder für sich und doch auch gemeinsam vor Gott – unseren christlichen Glauben:

Ich glaube an Gott, den Vater, den Allmächtigen, den Schöpfer des Himmels und der Erden. Und an Jesus Christus, seinen eingeborenen Sohn, unseren Herrn, empfangen durch den Heiligen Geist, geboren von der Jungfrau Maria, gelitten unter Pontius Pilatus, gekreuzigt, gestorben und begraben, hinabgestiegen in das Reich des Todes, am dritten Tage auferstanden von den Toten, aufgefahren in den Himmel; er sitzt zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters; von dort wird er kommen, zu richten die Lebenden und die Toten. Ich glaube an den Heiligen Geist, die heilige christliche Kirche, Gemeinschaft der Heiligen, Vergebung der Sünden, Auferstehung der Toten und das ewige Leben. Amen.

 

Epistellesung: Aus dem Jakobusbrief, Kapitel 5, Verse 7-8:

(auch Predigttext)

7 So seid nun geduldig, Brüder und Schwestern, bis zum Kommen des Herrn. Siehe, der Bauer wartet auf die kostbare Frucht der Erde und ist dabei geduldig, bis sie empfange den Frühregen und Spätregen.

8 Seid auch ihr geduldig und stärkt eure Herzen; denn das Kommen des Herrn ist nahe.

Amen.

 

Predigt

 Die Gnade unseres Herrn und Gottes sei mit uns allen. Amen!

 Liebe Schwestern und Brüder! Liebe Leserinnen und Leser!

Worauf warten wir? Worauf warten wir in diesen Tagen? Kinder, die jeden Morgen zum Adventskranz rennen, um ein Türchen zu öffnen, könnten uns das genau sagen. Meist war es in der Vergangenheit ein leicht daher gesagtes Sprichwort. Aber nun ist es wohl für viele Menschen wahr geworden: viele warten buchstäblich auf bessere Zeiten!

Ich kenne alte Menschen in unserer Gemeinde, die warten in diesen Tagen ganz besonders auf einen Menschen, vielleicht auf den Besuch der eigenen Kinder, und selbst das scheint schwierig zu werden. Andere warten auf eine Versöhnung, die so lang schon aussteht.

Ja, worauf warten wir? Es ist so vieles, was wir erwarten, in diesen Tagen des Adventes, auch in unserer Gemeinde. Ganz verschieden leben wir hier eng zusammen und nun doch eher doch jede und jeder mehr als sonst für sich. Es scheint sonst manchmal, dass unsere Unterschiedlichkeit zu keiner Zeit sensibler erlebt wird als in dieser Zeit vor Weihnachten. Nun aber sollen wir uns alle gleichermaßen in so vielem zurückhalten.

Vielfach reagieren wir aber genau mit diesem Rückzug auf unsere liebgewonnenen Traditionen von Weihnachtsfeiern und häuslicher Gemütlichkeit, in denen wir selbst unsere vermeintliche Sicherheit des Immerwiederkehrenden finden und uns so schön gegen die Wirklichkeit des Alltags abschotten können. In diesem Jahr ist selbst das anders. Wir sollen und müssen uns abschotten, damit die Wirklichkeit eben nicht eindringt in unsere Familie.

Ist es deshalbtatsächlich so, ist in diesem Jahr wirklich alles anders?

Worauf warten wir? – Nun zwei Verse aus dem 5. Kapitel des Jakobusbriefes sind uns heute als Predigtwort mitgegeben; zwei Verse, die darauf antworten wollen, wir haben sie als Epistellesung auch etwas weiter oben schon lesen können. Ich rufe sie uns hier auch noch einmal ins Gedächtnis:

7 So seid nun geduldig, Brüder und Schwestern, bis zum Kommen des Herrn. Siehe, der Bauer wartet auf die kostbare Frucht der Erde und ist dabei geduldig, bis sie empfange den Frühregen und Spätregen.

8 Seid auch ihr geduldig und stärkt eure Herzen; denn das Kommen des Herrn ist nahe.

So seid nun geduldig! – Das ist leicht gesagt, besonders in dieser Zeit!

Da schieben wir Berge von Problemen vor uns her. Wir zählen die Tage bis Weihnachten, so als ob die Zeit irgendwie sinnlos verrinnt. Da haben wir enorme Erwartungen an das Fest und viele von uns wissen überhaupt noch nicht, wie es in diesem Jahr werden wird. Nicht nur Familien; es gilt selbst für viele Kirchen und Gemeinden. Manchmal erwarten wir von dem Weihnachtsfest, dass alle Probleme schon irgendwie gelöst – von wem auch immer. Es fall uns auch tausend Dinge ein, die noch gemacht werden müssten; aber auch das ist diesmal oft mit erheblichen Schwierigkeiten verbunden. Und so machen sich viele in diesem Jahr auch wieder einen besonderen Stress und erleben ihn noch einmal ganz anders. Und ich hab es schon von einige in Gesprächen gehört, dass sie froh wären, „wenn schon alles rum wäre“! Dabei fängt mit dem Heiligen Abend, mit der Geburt des Kindes doch alles erst an!

So seid nun geduldig, Brüder und Schwestern, bis zum Kommen des Herrn.  – In der Tat: leicht gesagt! Ganz egal, wie wir warten. Uns allen wünsche ich die Haltung des Bauern in unserem Predigttext.

Siehe, der Bauer wartet auf die kostbare Frucht der Erde und ist dabei geduldig, bis sie empfange den Frühregen und Spätregen.

Dieser Bauer weiß: Gottes Handeln allein ist es, das am Ende den Ertrag unseres Tuns bestimmt. Und dies bedeutet viel mehr als ein passives Warten. Es ist etwas ganz anderes als das Sich-ergeben in Verhältnisse, die unabänderlich scheinen. Es ist etwas ganz anderes als der selbstverliebte Glaube, alles selbst regeln zu können.

Nein, denn in der Vorbereitung dieses Wartens, in der Vorbereitung auf eine gute Ernte hin, da ist für den Bauern viel zu tun. Das Feld ist rechtzeitig zu bestellen, die Saat hatte er rechtzeitig zu legen. Er hatte sie über eine lange Zeit zu pflegen, musste sie vor Schädlingen schützen. Die meiste Zeit seines Lebens verbringt er in der Vorbereitung auf die Ernte. Und er weiß um das Andere: Wenn dann die Zeit der Ernte kommt, dann wird da wieder viel Arbeit sein. Auch dann muss er wieder vorbereitet sein. Er muss Raum geschaffen haben, die Ernte einzubringen. Er muss einen Plan für seine Ernte haben. Aber in den Zwischenzeiten, in den Zeiten, in denen er selbst nichts tun kann, da weiß er um die Notwendigkeit des Frühregens und des Spätregens. Beides gehört zur guten Ernte dazu, beides liegt nicht in seiner Hand.

Sein Warten aber ist nicht Hilflosigkeit, ist auch nicht Ohnmacht! Sein Warten ist auch nicht Geschäftigkeit und Ablenkung. Nein, sein Warten hat etwas mit Gelassenheit, mit vertrauensvoller Gelassenheit. Was er tun konnte, hat er getan. Nun muss er sich auf den Kreislauf der Natur einlassen. Er muss wirken lassen, wachsen lassen; ja, er muss und er kann es nur einfach geschehen lassen. Er kann es, denn er hat das Seine rechtzeitig dazugetan.

Liebe Schwestern und Brüder! Liebe Leserinnen und Leser!

Wie sieht es aus mit unserer Gelassenheit in diesen Tagen? Ich weiß, das ist nach so vielen Wochen und Monaten eines „irgendwie anderen Lebens“ in diesem Jahr 2020 keine wirklich originelle Frage. Aber ich erwarte ja auch keine originelle Antwort. Wäre es denn die gleiche Antwort wie in den Jahren zuvor? Haben wir da nicht auch schon immer über die Unruhe der Menschen und auch über unsere eigene Unruhe geklagt? Tun wir das nicht in jedem Jahr und in jeder Adventszeit neu und immer wieder?

Mir geht der Bauer nicht aus dem Kopf. Haben wir das Unsrige denn auch so rechtzeitig getan wie er, haben wir rechtzeitig den Boden bereitet, nicht nur nach außen, sondern gerade auch nach innen, in uns selbst, um so gelassen sein zu können wie er? Warum offensichtlich nicht? Nun, ich denke die Gelassenheit des Bauern hat nicht nur mit wachsen lassen, mit wirken lassen zu tun. Nein, ich verbinde seine Gelassenheit auch mit Eigenschaften wie loslassen können, mit verlassen können, mit unterlassen, mit anderen überlassen.

Loslassen können – Vielleicht habe ich zu lernen, nein, wenn ich es an dieser Stelle einmal ganz persönlich schreiben darf, bestimmt habe ich zu lernen, dass Dinge nicht in meiner Macht liegen. Gerade in diesem Jahr habe ich das – wie viele andere auch – wieder neu erfahren. Ich kann nicht alles tun. Ich kann das Leid dieser Welt ebenso wenig aufheben, auch wenn mich das Leid in diesen Tagen besonders anzurühren scheint. Ich kann eben nicht mit den Fingern schnipsen und alles ist gut. Und trotzdem spüre ich gerade in dieser Zeit manchmal diesen Druck, alles allein ausrichten zu müssen, so dass am Ende alles perfekt erscheint. Ich habe zu lernen, und es tut gut zu wissen, dass ich da wahrlich nicht der einzige bin.

Etwas verlassen können. – Vielleicht, nein bestimmt habe ich zu lernen, ausgetretene Wege auch zu einmal verlassen zu müssen; Wege, die mich Jahr für Jahr in dasselbe Dilemma führen. Vielleicht habe ich manchen meiner Wege auch einmal als Sackgasse zu erkennen. Und wieder bin ich da nicht allein!

Unterlassen. – Vielleicht, nein bestimmt habe ich zu akzeptieren, dass ich mich an einigen Punkten schlichtweg verweigern muss, dass ich einige Dinge eben nicht tun darf, statt mir selbst immer zu wünschen, dass andere es lassen. Es gab in den vergangenen Monaten immer auch viele Ermutigungen in für uns alle schwierigen Zeiten. Aber es gab auch soviel Dummheit und Arroganz. Vieles darf ich noch nicht einmal gedanklich auch nur im Ansatz teilen. Ich weiß, anderen geht es ähnlich.

Überlassen. – Muss ich eigentlich jedes Mal die gleiche Rolle spielen? Muss ich in der Gemeinde, in der Familie oder in dem Verein, in dem ich mich engagiere, wirklich immer in vorderster Linie agieren? Da sind doch auch andere, die meine Arbeit, meinen Dienst tun könnten. Ich habe das vertrauensvoll und gelichzeitig auch sorgenvoll erfahren dürfen. Was hindert mich eigentlich daran, anderen das Feld zu überlassen, damit es mir selbst leichter wird? Oder will ich anderen das Feld gar nicht überlassen? Ist meine Klage, die ich in dieser Zeit so oft im Munde führe – meist übrigens zu Unrecht – nicht irgendwo auch der leise und manchmal doch so laute Ruf nach Anerkennung, nach Beachtung meines Einsatzes? Und auch hier weiß ich, dass es einigen ganz ähnlich geht!

Liebe Schwestern und Brüder! Liebe Leserinnen und Leser!

Mit dem griechischen Wort „makrotumein“ beginnen jeweils diese beiden Verse des Jakobusbriefes. Luther übersetzte mit „geduldig“. Übersetzt man aber ganz genau, dann steht da – so finde ich – viel mehr. „Makrotumein“ bedeutet übersetzt „großen Mut haben“. Und das kommt wohl dem Sinn des Wartens, zu dem wir gerufen sind viel, viel näher. Habt großen Mut, heißt es dann nämlich. Habt großen Mut, habt den Mut zu einem langen Atem, liebe Schwestern und Brüder! Habt diesen Mut zum langen Atem bis zum Kommen des Herrn. Habt Mut, habt den Mut zu einem langen Atem und stärkt eure Herzen! Denn der Herr kommt bald!

„Zur Stärkung des Herzens“ – das steht auf so mancher Medizin, die uns helfen soll, auch dem Stress von Erwartungen standzuhalten. „Stärkt eure Herzen!“ heißt es bei Jakobus. Das Herz ist nicht nur Zentrum unserer Lebenskraft; nein, es ist auch Organ unseres Wartens. Das spüren wir z.B., wenn die Anspannung des Wartens unseren Herzschlag manchmal beschleunigt. „Stärkt eure Herzen“ – ich verstehe das auch so: Lasst doch Gottes Geist, den Geist, der das Kommen des Herrn vorbereiten möchte in euch. Lasst diesen Geist Gottes in euch einziehen, lasst ihn wirken in euren Herzen, damit Gott auch zu euch kommen kann.

Und da ist noch das andere: Bis in unsere Zeit ist das Herz zugleich auch ein Symbol inniger Verbundenheit. „Stärkt eure Herzen!“ heißt dann für mich auch: „Stärkt die Gemeinschaft untereinander!“ Schaut euch um nach denen, die mit euch warten, die aber vielleicht ganz anders warten. Schaut euch um, und lasst keinen auf der Strecke. Teilt euer Licht und macht euch gemeinsam die Wege hell, die Wege, auf denen Gott zu euch kommt, auf denen er euch begleitet, geht gemeinsam. „Stärkt eure Herzen; denn das Kommen des Herrn ist nahe!“

Lasst uns darauf vertrauen – gerade auch in diesem Jahr, das für uns alle eine Zumutung war, aber das wie jedes andere Jahr auch in ein neues Jahr mit Gott münden wird! Darauf unsere Hoffnung!

Und der Friede Gottes, welcher höher ist als all unsere Vernunft, bewahre unsere Herzen und Sinne in Christus Jesus. Amen.

 

Fürbittgebet

Komm, Herr, in diesen Tagen des Advents!

Komm, und kehre bei uns in.

Komm in unsere Wohnungen und Häuser

mit all ihren adventlichen Zeichen und Lichter.

Komm in unsere Herzen,

in die fröhlichen und in die traurigen,

in die sorgenerfüllten und die sorglosen,

in die hoffenden und die zweifelnden,

in die klagenden und lobenden –

komm in jedes Herz und erfülle es mit deinem Licht.

So bitten wir dich:

Lass dein Licht scheinen bei den Menschen,

die nichts mehr von dir erwarten,

dass sie neue Hoffnung schöpfen.

Lass dein Licht scheinen bei den Menschen,

die alles von dir erwarten,

dass sie sich nicht überfordern und das rechte Maß finden.

Lass dein Licht scheinen bei den Menschen,

die sich alleingelassen fühlen,

damit sie spüren, dass da jemand ist, der sie liebt.

Lass dein Licht scheinen bei den Menschen,

die lieben können,

damit sie niemals vergessen, dass Liebe wertvoller wird,

wenn sie geteilt wird.

Lass dein Licht in uns allen scheinen,

damit wir niemals vergessen,

dass all unser Warten schon längst erfüllt ist,

denn du bist uns nahe und lebst in uns.

In der Stille beten wir zu dir!

 

– Kurzes Innehalten in der Stille und Zeit zum persönlichen Gebet –

 

Und dann bitte ich dich:

Sei du da mit deinem Segen

– für alle, die wir lieben.

–  für alle, die nun leben, um anderen zu helfen.

–  für alle, die sich selbst nicht helfen können.

 

Sei bei den Einsamen und Kranken.

Schenke uns Einsicht in vieles, was wir nun mittragen müssen.

Schenke uns Geduld und einen langen Atem.

Schenke uns Hoffnung, an der wir niemals zweifeln wollen.

Sei bei uns allen! Heute und in aller Zeit!

 

Guter Gott, ich bete für alle,

an die ich nun denke,

und auch für mich das Gebet,

das dein Sohn Jesus Christus uns allen hinterlassen hat

und das uns durch schwere Zeiten tragen will:

 

Vater Unser im Himmel

Geheiligt werde dein Name

Dein Reich komme

Dein Wille geschehe

Wie im Himmel so auf Erden

Unser tägliches Brot gib uns heute

Und vergib uns unsere Schuld

Wie auch wir vergeben unseren Schuldigern.

Und führe uns nicht in Versuchung,

Sondern erlöse uns von dem Bösen.

Denn dein ist das Reich und die Kraft

Und die Herrlichkeit.

In Ewigkeit.

Amen.

 

Segen

Wir denken nun an all diejenigen,

die uns am Herzen liegen

– und natürlich auch an uns selbst –,

und wir sprechen die Worte des Segens,

mit denen wir unsere Gottesdienste schließen.

 

Der HERR segne dich und behüte dich!

Der HERR lasse sein Angesicht leuchten über dir

und sei dir gnädig!

Der HERR hebe sein Angesicht über dich

und gebe dir Frieden!

Amen.

 

Liebe Schwestern und Brüder!

Euch allen einen gesegneten Sonntag!

Kommt gut durch die Zeit, passt auf euch auf und bleibt gesund!

Pfarrer Rüdiger Dunkel