Liturgie und Predigt: Pfarrer Rüdiger Dunkel

 

Wochenspruch:

Denn wir müssen alle offenbar werden vor dem Richterstuhl Christi. (2. Kor 5,10a)

 

Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.

Unsere Hilfe steht im Namen des Herrn, der Himmel und Erde gemacht hat.

 

Eingangs- und Wochenpsalm: Aus Psalm 50

1 Ein Psalm Asafs. Gott, der HERR, der Mächtige, redet und ruft der Welt zu vom Aufgang der Sonne bis zu ihrem Niedergang.

2 Aus Zion bricht an der schöne Glanz Gottes.

3 Unser Gott kommt und schweiget nicht. Fressendes Feuer geht vor ihm her und um ihn her ein gewaltiges Wetter.

4 Er ruft Himmel und Erde zu, dass er sein Volk richten wolle: 5 »Versammelt mir meine Heiligen, die den Bund mit mir schlossen beim Opfer.«

6 Und die Himmel werden seine Gerechtigkeit verkünden; denn Gott selbst ist Richter.

14 Opfere Gott Dank und erfülle dem Höchsten deine Gelübde,

15 und rufe mich an in der Not, so will ich dich erretten, und du sollst mich preisen.«

23 Wer Dank opfert, der preiset mich, und da ist der Weg, dass ich ihm zeige das Heil Gottes.«

Ehr sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist

wie es war im Anfang, jetzt und immerdar

und von Ewigkeit zu Ewigkeit.

Amen.

 

Tagesgebet

Herr, guter Gott und Vater!

Wir bekennen dir:

Wir sind vernarrt in die Götzen unserer Zeit:

in Wissenschaft und Technik,

in Reichtum und Sicherheit,

in Wachstum und Fortschritt.

Wir sind vernarrt in uns selbst.

Wir verurteilen andere

und sind selbst nicht ohne Schuld.

Wir hören deine Gebote,

sie ändern in unserem Leben nichts.

Deinen Ruf, umzukehren, hören wir nicht.

Wir nehmen nur uns selbst wichtig und ernst,

wir achten nicht auf dich.

Deshalb bitten wir dich:

Komm, und erbarme dich unser!

Ich werde still, um vor dich zu legen,

was mir auf der Seele liegt!

 

– Kurzes Innehalten in der Stille und Zeit zum persönlichen Gebet –

 

Christus spricht euch los von aller Schuld,

wenn er sagt:

Der barmherzige Gott hat sich euer erbarmt.

So verdamme ich euch auch nicht.

Geht und sündigt hinfort nicht mehr!

Ehre sei Gott in der Höhe!

 

Gerechter und barmherziger Gott!

Vor dir müssen wir verantworten,

was wir tun und lassen!

Rechne uns nicht an, was wir verfehlt haben,

denke an dein Erbarmen

und rette uns zum ewigen Leben.

Durch unseren Herrn Jesus Christus, deinen Sohn,

der mit dir und dem heiligen Geist

lebt und regiert von Ewigkeit zu Ewigkeit.

Amen.

 

Epistellesung: Aus dem Römerbrief, Kapitel 14, Verse 7-13:

7 Denn unser keiner lebt sich selber, und keiner stirbt sich selber.

8 Leben wir, so leben wir dem Herrn; sterben wir, so sterben wir dem Herrn. Darum: wir leben oder sterben, so sind wir des Herrn.

9 Denn dazu ist Christus gestorben und wieder lebendig geworden, dass er über Tote und Lebende Herr sei.

10 Du aber, was richtest du deinen Bruder? Oder du, was verachtest du deinen Bruder? Wir werden alle vor den Richterstuhl Gottes gestellt werden.

11 Denn es steht geschrieben (Jesaja 45,23): »So wahr ich lebe, spricht der Herr, mir sollen sich alle Knie beugen, und alle Zungen sollen Gott bekennen.«

12 So wird nun jeder von uns für sich selbst Gott Rechenschaft geben. 13 Darum lasst uns nicht mehr einer den andern richten; sondern richtet vielmehr darauf euren Sinn, dass niemand seinem Bruder einen Anstoß oder Ärgernis bereite.

Halleluja! Selig sind, die Gottes Wort hören und bewahren! Halleluja!

 

 Glaubensbekenntnis

Wir bekennen – jede und jeder für sich und doch auch gemeinsam vor Gott – unseren christlichen Glauben:

Ich glaube an Gott, den Vater, den Allmächtigen, den Schöpfer des Himmels und der Erden. Und an Jesus Christus, seinen eingeborenen Sohn, unseren Herrn, empfangen durch den Heiligen Geist, geboren von der Jungfrau Maria, gelitten unter Pontius Pilatus, gekreuzigt, gestorben und begraben, hinabgestiegen in das Reich des Todes, am dritten Tage auferstanden von den Toten, aufgefahren in den Himmel; er sitzt zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters; von dort wird er kommen, zu richten die Lebenden und die Toten. Ich glaube an den Heiligen Geist, die heilige christliche Kirche, Gemeinschaft der Heiligen, Vergebung der Sünden, Auferstehung der Toten und das ewige Leben. Amen.

 

Tagesevangelium: Aus dem Lukasevangelium, Kapitel 16, Verse 1-8

(auch Predigttext)

1 Er sprach aber auch zu den Jüngern: Es war ein reicher Mann, der hatte einen Verwalter; der wurde bei ihm beschuldigt, er verschleudere ihm seinen Besitz.

2 Und er ließ ihn rufen und sprach zu ihm: Was höre ich da von dir? Gib Rechenschaft über deine Verwaltung; denn du kannst hinfort nicht Verwalter sein.

3 Da sprach der Verwalter bei sich selbst: Was soll ich tun? Mein Herr nimmt mir das Amt; graben kann ich nicht, auch schäme ich mich zu betteln.

4 Ich weiß, was ich tun will, damit sie mich in ihre Häuser aufnehmen, wenn ich von dem Amt abgesetzt werde.

5 Und er rief zu sich die Schuldner seines Herrn, einen jeden für sich, und sprach zu dem ersten: Wie viel bist du meinem Herrn schuldig?

6 Der sprach: Hundert Fass Öl. Und er sprach zu ihm: Nimm deinen Schuldschein, setz dich hin und schreib flugs fünfzig.

7 Danach sprach er zu dem zweiten: Du aber, wie viel bist du schuldig? Der sprach: Hundert Sack Weizen. Er sprach zu ihm: Nimm deinen Schuldschein und schreib achtzig.

8 Und der Herr lobte den ungerechten Verwalter, weil er klug gehandelt hatte. Denn die Kinder dieser Welt sind unter ihresgleichen klüger als die Kinder des Lichts.

9 Und ich sage euch: Macht euch Freunde mit dem ungerechten Mammon, damit, wenn er zu Ende geht, sie euch aufnehmen in die ewigen Hütten.

Amen.

 

Predigt

 Die Gnade unseres Herrn und Gottes sei mit uns allen. Amen!

 Liebe Schwestern und Brüder! Liebe Leserinnen und Leser!

Wenn ich ganz ehrlich bin, dann muss ich bekennen: Schon manches Mal habe ich mir gewünscht, dass Jesus manche Geschichte, die ich im Evangelium finde, besser nicht erzählt hätte.

Denn ich glaube, es gibt Geschichten, durch die schon damals die Jünger – und noch viel mehr wir heutzutage – nicht hinter Jesus her, sondern auf eine falsche Fährte geführt werden! Ja, manchmal erzählt Jesus vordergründig ganz missverständliche Geschichten, die er vielleicht besser nicht vor unsere Ohren gebracht hätte. Heute finde ich eine solche Geschichte als unseren Predigttext. Wir haben sie gerade etwas weiter oben aus dem Lukasevangelium gelesen.

Liebe Schwestern und Brüder, liebe Leserinnen und Leser!

Was habt Ihr vom ersten Hören behalten, was nehmt Ihr mit? – Fremden Besitz zu verschleudern ist in Ordnung! –  Ist es das? Urkundenfälschung ist durchaus ein Mittel, sich die Menschen zu verpflichten und gefällig zu machen. Betrug und arglistige Täuschung sind lobenswert. – Ist es das?

Stellen wir uns einmal vor, wir würden das machen. Die Unterschrift unseres Chefs zu fälschen, es wäre eine löbliche Sache! Betrügerischer Konkurs zu Lasten des Steuerzahlers nicht einmal mehr ein Kavaliersdelikt. Steuerhinterziehung würde vom Finanzamt mit einer Dankesurkunde belohnt. Unvorstellbar, nicht wahr?

Obwohl: Reiben sich da jetzt doch gar nicht so wenige in unserem Land die Hände und sagen: „Genau! Genau so geht’s! Und genau so wird es längst gemacht! Nur dann kommst du zu etwas!“

Warum erzählt Jesus hier so etwas? Versteht er so wenig von Lohnarbeit, vom Verhalten im Angestelltenverhältnis, von der Mentalität mancher Unternehmer und von wirtschaftlichen Zusammenhängen überhaupt? Oder will er uns provozieren? Wenn ja, aber wozu? Ich ahne natürlich, dass es ihm wie immer wohl um etwas ganz anderes geht. Aber worum? Es nützt also nichts anderes, wir müssen noch einmal ganz in diese Geschichte hinein.

Da sitzt einer und hält inne. Seine Unterschlagungen sind aufgeflogen, sein Chef zieht ihn zur Rechenschaft, er kann nicht mehr Verwalter sein. Dieser Mensch könnte jetzt jammern und klagen über seine selbstgeschaffene Misere. Aber das tut er nicht. Er schaut in seinem ganzen Dilemma schon weiter. „Was werde ich tun?“ spricht er. Da sprach der Verwalter bei sich selbst: Was soll ich tun? (V.3)

Er fragt nicht resignierend: „Was soll ich bloß tun?“ Nein, Tatkraft klingt in der Frage mit. Entschlossenheit im Entscheiden ist zu spüren.

Mein Herr nimmt mir das Amt; graben kann ich nicht, auch schäme ich mich zu betteln.

Ich weiß, was ich tun will, damit sie mich in ihre Häuser aufnehmen, wenn ich von dem Amt abgesetzt werde.(VV3b.4)

Dieser Verwalter beschönigt nichts. Er hält aus, was jetzt ist. Er geht die Möglichkeiten für sich ganz nüchtern durch. Und er hat einen Plan. Den Schuldnern will er die Schulden nachlassen, damit sie ihn dann in ihre Häuser einlassen, wenn er keines mehr hat. Jetzt schon will er für später vorbauen. Wenn er sich jetzt entgegenkommend zeigt, werden sie ihn später bestimmt auch nicht im Regen stehen lassen. Wenn sie jetzt seine Freundlichkeit sehen, dann werden sie ihm freundlich sein, wenn er ihre Hilfe braucht. Zum Schaden seines Herrn macht er sich Freunde. Ganz clever beugt er für sich vor. Genauer betrachtet sieht das so aus: 100 Eimer, 100 Bath Öl ist der Erste schuldig, das ist der Ertrag von 140 Ölbäumen. Um die Hälfte setzt der Verwalter die Schuld herunter.

Der zweite Schuldner schuldet 100 Sack, 100 Kor Weizen, das ist der Ertrag von 42 ha Ackerland. 20 % der Schuld erlässt der Verwalter. Beide Schuldner bekommen etwa den gleichen Erlass, etwa 500 Denare. Ohne mit der Wimper zu zucken, setzt der Verwalter die Schulden um eine beträchtliche Summe herunter – zu seinen eigenen Gunsten und zu Ungunsten des Chefs. Das, liebe Schwestern und Brüder, ist eiskalter und bewusst kalkulierter Betrug.

Was soll der Chef jetzt wohl sagen? Wie soll der Herr reagieren? Wird er wieder wie schon einmal sagen:

Was höre ich da von dir? Gib Rechenschaft über deine Verwaltung;… (V 2)

Wird er ihn strafen? Wird er vielleicht die Summe vom Schuldenerlass zurückfordern? Das muss er doch einfach tun. Das wäre doch im Sinne des Herrn, im Sinne seiner Besitzwahrung, im Sinne aller Ehrlichkeit.

Liebe Schwestern und Brüder! Liebe Leserinnen und Leser!

„Und der Herr lobte den ungerechten Verwalter, weil er klug gehandelt hatte.“  (V 8)

Das muss man ja nun zwei Mal lesen, um es zu begreifen.

„Und der Herr lobte den ungerechten Verwalter, weil er klug gehandelt hatte.“ (V 8)

Man meint doch wohl, sich verlesen zu haben. Soll hier Unehrlichkeit schön geredet werden, so wie wir das heute oftmals gewohnt sind? Diese Reaktion des Herrn damals war ja nun gar nicht zu erwarten. Wie kann der Herr so umschwenken? Ist ihm jetzt auf einmal egal, was aus seinem Besitz wird? Zuerst hat er das Unrecht doch aufgedeckt und jetzt, deckt er es jetzt zu? Zuerst lag ihm doch so sehr an seinem Vermögen. Und jetzt – woran liegt ihm jetzt? Woran liegt diesem Herrn denn überhaupt?

Jetzt ist ihm plötzlich der nachlässige Verwalter wichtig, der ihn betrogen hat. Jetzt hat er plötzlich Interesse dafür, dass dieser Mann gut versorgt ist, wenn er von ihm entlassen wird. Das ist doch kaum zu verstehen! Aber jetzt ist ihm dieser Mensch so wichtig, obwohl der doch sein Vermögen veruntreut hat und ihm gegenüber in der Schuld steht.

Liebe Schwestern und Brüder! Liebe Leserinnen und Leser!

Jesus erzählt uns hier eine Beispielgeschichte. Er setzt uns ein Beispiel aus dem Alltag vor, natürlich um uns etwas deutlich zu machen. Und vielleicht ist es ja das:

Wie der Herr in der Beispielgeschichte, so ist Gott. So überraschend wie in der Geschichte ist ihm wichtig, dass wir gut vorsorgen. So erstaunlich wie in der Geschichte ist es – wir selber sind Gott wichtig, nicht unsere Schuld, niemals die Zwänge und Nöte, in denen wir uns selbst verfangen haben.

Das wäre von unserer Erfahrung her, das wäre aus unserer Sicht  doch zu erwarten, dass Gott uns auf unsere Schuld anspricht. Aber ihm, Gott selbst, ist es so wichtig, dass wir nicht ins Leere laufen. Er sorgt sich um uns, er sorgt sich um dich und mich. Deshalb sollen wir vorsorgen wie der Verwalter in der Geschichte – ganz entschieden und vielleicht auch clever unsere Zukunft in den Blick nehmen und danach handeln. Wie der Verwalter sollen wir niemals unsere Zeit, die wir haben, durch Zaudern, durch Zögern und Resignation vertun, sondern wir sollen nach vorne schauen – auf unser Leben, auf unsere Zukunft, die wir hier gestalten sollen.

Mit dem Bild von den „ewigen Hütten“ ganz Ende der Erzählung wird deutlich, worum es geht: nämlich im Blick zu behalten, dass unser Leben endlich ist. Vieles müssen wir dann zurücklassen, loslassen. Was aber ist eine gute Vorsorge, um in den ewigen Hütten Gottes, um dann ganz in Frieden bei Gott sein zu dürfen?

Immer wieder werden wir unter Schmerzen daran erinnert, wenn einer unserer Angehörigen schwer erkrankt oder stirbt. An Sterbebetten und Gräbern erleben wir schmerzhaft, dass wir dem Gedanken an Sterben und Tod letztlich eben doch nicht ausweichen können, gerade in diesem Monat November mit seinen Feiertagen. Allein diese Erinnerung meint unsere Beispielgeschichte aber gar nicht ausschließlich.

Es geht hier deutlich um zwei Zeiten – um das, was wir heute tun und um das, was dann sein wird. Da geht es um den Zusammenhang zwischen dem, was wir heute tun und was dann sein wird. Da geht es um das Vorsorgen heute für die Zeit, die dann einmal sein wird und die uns von Gott genau so geschenkt wird.

Heute sollen wir im Blick haben, dass Gott uns dann fragen wird: „Was hast du aus deinem Leben gemacht, erzähl’ mal?“ Heute schon sollen wir im Blick haben, was dann einmal vor Gott Bestand haben wird.

„Aber wir leben doch ganz im Augenblick“, kann jetzt jemand sagen. Das ist doch nun mal so. Was heute geschieht, das nimmt uns ganz ein. Man kann doch nicht ständig schon weiter denken!

Aber liebe Schwestern und Brüder! Liebe Leserinnen und Leser!

Genau diese unsere Lebenswirklichkeit ist hier ganz ernst genommen. Genau sie ist der eigentliche Hintergrund in unserer Beispielgeschichte. Da sitzt einer und hält inne. Und er lässt sich von den Sorgen und Pflichten des Augenblicks nicht einnehmen. Er tut gerade nicht das, wozu es uns manchmal so schnell treibt – jammern, klagen, resignieren.

Nein, ganz für sich sitzt er da, fernab der anderen und denkt über seine Zukunft nach. Er denkt an das, was dann sein wird. Und bestimmt von diesem Gedanken, was dann sein wird, von daher bestimmt er das, was er heute tun wird. Und so denke ich – soll es für uns eben auch sein.

Einmal wird uns Gott nach unserem Tun fragen. Daran erinnert auch der Wochenspruch. „Wir müssen alle offenbar werden vor dem Richterstuhl Christi.“ (2. Kor 5,10a) Und deshalb leben wir! Deshalb schauen wir auf unser Leben und fragen uns – vielleicht schon heute: Was hat vor Gott Bestand? Was ist vor Gott gut? Diese Frage kann und soll uns begleiten.

Liebe Schwestern und Brüder! Liebe Leserinnen und Leser!

Mitten in unser Leben klingt diese Frage. Sie klingt in all unser Fragen nach dem, was wir zu tun und zu lassen haben. Was ist vor Gott gut? Diese Frage kann uns zur Hilfe werden in Entscheidungen, in Auseinandersetzungen, im ganz Alltäglichen und in besonders zugespitzten Zeiten. – Was ist vor Gott gut?

In manchen Situationen unseres Lebens wissen wir die Antwort darauf sehr schnell.

Manchmal aber wird es Zeit brauchen, bis wir in der Lage sind, aus unserer eigenen manchmal so ängstlichen Sicht herauszutreten.

Manchmal wird es Zeit brauchen, bis wir weiter sehen können als nur auf uns selber.

Manchmal wird es Zeit brauchen, bis wir versuchen können, eine Situation in unserem Leben in dem Licht dieser Frage zu bedenken.

Und es kann sogar so weit kommen, dass uns das manchmal gar nicht mehr gelingt, weil unsere Sichtweise so festgelegt ist und sich so verhärtet hat, dass wir aus unserer Haut gar nicht mehr heraus können.

Liebe Schwestern und Brüder! Liebe Leserinnen und Leser!

Was werde ich tun? So fragt der Verwalter. Wenn wir fragen, was ist vor Gott gut, ist das ganz ähnlich. Denn wer so fragt, der hält in seinem Leben – und wenn auch nur ganz kurz – inne und lässt sich eben vom Augenblick niemals ganz einnehmen.

Wer so fragt, der fragt nach der eigenen Zukunft, für sich ganz allein.

Wer so fragt und dann danach handelt, der sorgt heute schon vor, für das, was dann einmal sein wird.

Vielleicht will uns diese so schwierige Geschichte genau das ja deutlich machen.

Dazu helfe uns Gottes Geist!

Und der Friede Gottes, welcher höher ist als all unsere Vernunft, bewahre unsere Herzen und Sinne in Christus Jesus. Amen.

 

Fürbittgebet

Du, unser Gott und Vater,

wir könnten es wissen, dass denen, die dich lieben,

alle Dinge zum Besten dienen.

Wir könnten es wissen, wenn wir glaubten,

dass du die herrliche Freiheit der Kinder Gottes

auch für uns bereithältst.

Wir bitten dich: Lehre uns glauben,

dass mit der Freiheit der Kinder Gottes

auch die Schöpfung durch dich von ihrer Vergänglichkeit befreit wird.

 

Herr, Jesus Christus,

du hast uns zu Erben deiner Botschaft eingesetzt,

damit wir sie verständlich weitersagen

gegen alle Angst in dieser vergänglichen Welt

und zur Stärkung der Ängstlichen,

gegen Terror und Krieg in dieser zerstrittenen Welt

und zur Bewahrung der Schöpfung,

gegen Gleichgültigkeit und Mutlosigkeit,

damit Gleichgültige aufmerken und Mutlose Hoffnung schöpfen.

 

Du, unser Gott und Vater,

weil wir dich immer noch nicht sehen,

warten wir auf dich.

Und während wir auf dich warten,

warten Hungernde auf uns.

Die, denen alles Lebensnotwendige fehlt,

Fremde, Schutzlose warten genauso

wie die Kranken und Alleingelassenen auch.

Steh allen bei, die leiden.

Sie und wir alle warten und vertrauen auf dich,

bis du all unser Warten beendest,

unser Vertrauen stärkst

und uns deine Herrlichkeit sehen lässt.

Ich werde still, um mich dir noch einmal anzuvertrauen.

 

– Kurzes Innehalten in der Stille und Zeit zum persönlichen Gebet –

 

Und dann bitte ich dich:

Sei du da mit deinem Segen

– für alle, die wir lieben.

–  für alle, die nun leben, um anderen zu helfen.

–  für alle, die sich selbst nicht helfen können.

 

Sei bei den Einsamen und Kranken.

Schenke uns Einsicht in vieles, was wir nun mittragen müssen.

Schenke uns Geduld und einen langen Atem.

Schenke uns Hoffnung, an der wir niemals zweifeln wollen.

Sei bei uns allen! Heute und in aller Zeit!

 

Guter Gott, ich bete für alle,

an die ich nun denke,

und auch für mich das Gebet,

das dein Sohn Jesus Christus uns allen hinterlassen hat

und das uns durch schwere Zeiten tragen will:

 

Vater Unser im Himmel

Geheiligt werde dein Name

Dein Reich komme

Dein Wille geschehe

Wie im Himmel so auf Erden

Unser tägliches Brot gib uns heute

Und vergib uns unsere Schuld

Wie auch wir vergeben unseren Schuldigern.

Und führe uns nicht in Versuchung,

Sondern erlöse uns von dem Bösen.

Denn dein ist das Reich und die Kraft

Und die Herrlichkeit.

In Ewigkeit.

Amen.

 

Segen

Wir denken nun an all diejenigen,

die uns am Herzen liegen

– und natürlich auch an uns selbst –

und wir sprechen die Worte des Segens,

mit denen wir unsere Gottesdienste schließen.

 

Der HERR segne dich und behüte dich!

Der HERR lasse sein Angesicht leuchten über dir

und sei dir gnädig!

Der HERR hebe sein Angesicht über dich

und gebe dir Frieden!

Amen.

 

Liebe Schwestern und Brüder!

Euch allen einen gesegneten Sonntag!

Kommt gut durch die Zeit, passt auf euch auf und bleibt gesund! Wir seh’n uns wieder!

Pfarrer Rüdiger Dunkel