Liturgie und Predigt: Pfarrer Rüdiger Dunkel

 

Wochenspruch:

Selig sind, die Frieden stiften; denn sie werden Gottes Kinder heißen. (Mt 5,9)

 

Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.

Unsere Hilfe steht im Namen des Herrn, der Himmel und Erde gemacht hat.

 

Eingangs- und Wochenpsalm: Aus Psalm 85

 9 Könnte ich doch hören, was Gott der HERR redet, dass er Frieden zusagte seinem Volk und seinen Heiligen, auf dass sie nicht in Torheit geraten.

10 Doch ist ja seine Hilfe nahe denen, die ihn fürchten, dass in unserm Lande Ehre wohne;

11 dass Güte und Treue einander begegnen, Gerechtigkeit und Friede sich küssen;

12 dass Treue auf der Erde wachse und Gerechtigkeit vom Himmel schaue;

13 dass uns auch der HERR Gutes tue und unser Land seine Frucht gebe;

14 dass Gerechtigkeit vor ihm her gehe und seinen Schritten folge.

Ehr sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist

wie es war im Anfang, jetzt und immerdar

und von Ewigkeit zu Ewigkeit.

Amen.

 

Tagesgebet

Guter Gott und Vater,

wie oft sind wir kleinmütig:

wir zweifeln an der Verheißung deines Kommens

und an der Zusage deiner Gegenwart.

Wie oft sind wir überheblich,

glauben unser Tun als den Anfang einer besseren Welt,

verwechseln unsere Pläne mit deinem Reich.

Hilf uns, deine Gegenwart dankbar zu empfangen.

Wir wollen dich wahrnehmen mitten in unserer Arbeit,

im Alltag unseres Zusammenlebens,

in den schwierigen Auseinandersetzungen unserer Zeit.

Wir wollen dich nicht versäumen.

Komm, Herr, und bleibe bei uns!

Erbarme dich unser!

 

– Kurzes Innehalten in der Stille und Zeit zum persönlichen Gebet –

 

So spricht Gott:

Ich will meinen Geist in euch geben

und will solche Leute aus euch machen,

die in meinen Geboten wandeln

und meine Rechte halten

und danach tun.

Ihr sollt mein Volk sein,

und ich will euer Gott sein!

Ehre sei Gott in der Höhe!

 

Gott, Vater,

wie im Himmel, so auf Erden.

Wir halten Ausschau nach dir.

Gib, dass die schwierigen Probleme dieser Welt

uns niemals den Blick verstellen.

Lass uns schauen

den weiten Horizont hoffnungsvoller Erfahrungen

durch Jesus Christus, unseren Herrn,

der mit dir und dem Heiligen Geist

lebt und regiert von Ewigkeit zu Ewigkeit.

Amen.

 

Tagesevangelium: Aus dem Lukasevangelium, Kapitel 17, Verse 20-24:

 20 Als er aber von den Pharisäern gefragt wurde: Wann kommt das Reich Gottes?, antwortete er ihnen und sprach: Das Reich Gottes kommt nicht mit äußeren Zeichen;

21 man wird auch nicht sagen: Siehe, hier!, oder: Da! Denn sehet, das Reich Gottes ist mitten unter euch.

22 Er sprach aber zu den Jüngern: Es wird die Zeit kommen, in der ihr begehren werdet, zu sehen einen der Tage des Menschensohns, und werdet ihn nicht sehen.

23 Und sie werden zu euch sagen: Siehe, da!, oder: Siehe, hier! Geht nicht hin und lauft nicht hinterher!

24 Denn wie der Blitz aufblitzt und leuchtet von einem Ende des Himmels bis zum andern, so wird der Menschensohn an seinem Tage sein.

Halleluja! Barmherzig und gnädig ist der Herr, geduldig und von großer Güte! Halleluja!

 

 Glaubensbekenntnis

Wir bekennen – jede und jeder für sich und doch auch gemeinsam vor Gott – unseren christlichen Glauben:

Ich glaube an Gott, den Vater, den Allmächtigen, den Schöpfer des Himmels und der Erden. Und an Jesus Christus, seinen eingeborenen Sohn, unseren Herrn, empfangen durch den Heiligen Geist, geboren von der Jungfrau Maria, gelitten unter Pontius Pilatus, gekreuzigt, gestorben und begraben, hinabgestiegen in das Reich des Todes, am dritten Tage auferstanden von den Toten, aufgefahren in den Himmel; er sitzt zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters; von dort wird er kommen, zu richten die Lebenden und die Toten. Ich glaube an den Heiligen Geist, die heilige christliche Kirche, Gemeinschaft der Heiligen, Vergebung der Sünden, Auferstehung der Toten und das ewige Leben. Amen.

 

Epistellesung: Aus dem 1. Thessalonicherbrief, Kapitel 5, Verse 1-6

(auch Predigttext)

 1 Von den Zeiten aber und Stunden, Brüder und Schwestern, ist es nicht nötig, euch zu schreiben;

2 denn ihr selbst wisst genau, dass der Tag des Herrn kommt wie ein Dieb in der Nacht.

3 Wenn sie sagen: »Friede und Sicherheit«, dann überfällt sie schnell das Verderben wie die Wehen eine schwangere Frau, und sie werden nicht entrinnen.

4 Ihr aber seid nicht in der Finsternis, dass der Tag wie ein Dieb über euch komme.

5 Denn ihr alle seid Kinder des Lichtes und Kinder des Tages. Wir sind nicht von der Nacht noch von der Finsternis.

6 So lasst uns nun nicht schlafen wie die andern, sondern lasst uns wachen und nüchtern sein.

Amen.

 

Predigt

 

Die Gnade unseres Herrn und Gottes sei mit uns allen. Amen!

 Liebe Schwestern und Brüder! Liebe Leserinnen und Leser!

Ich bitte uns alle einmal alle, vielleicht die Augen zu schließen, um sich einen Globus vorzustellen. Eine Weltkugel, ein Abbild unserer Welt. Und nun frage ich euch: Tippt einmal mit dem Finger auf einen Punkt in dieser Welt, an dem noch wirklich alles in Ordnung ist – heile Welt in Frieden und völligem Einklang mit der Schöpfung. Ich glaube, wir hätten mittlerweile Probleme, solch einen Punkt spontan zu finden. Wir müssten uns eingestehen: Unsere Welt ist nicht in Ordnung, sie war es eigentlich zu keiner Zeit! Früher waren wir, denke ich, lediglich nicht so gut informiert. Heute ist es umgekehrt. Heute wissen wir beinahe alles von dieser Welt. Wir können sehr schnell die Länder benennen, in denen z.B. Krieg und Katastrophen die Menschen plagen. Wir wissen, wo und wie sehr das Virus gerade überall auf dieser Welt so unbarmherzig zuschlägt.

Jeder und jedem von uns würde dazu wohl etwas einfallen. Bis in die Familien hinein gilt das heute so. Es gibt keinen perfekten Ort mehr auf dieser Welt! So wie es keinen Menschen gibt, der immer nur Glück hat. Wäre es da nicht schön, wenn mit einem Schlag, wenn von einem Tag auf den anderen alles Leid weggefegt wäre? Könnte Gott das nicht eigentlich so machen, gerade jetzt? Kinder habe ich oft so fragen gehört? Einige unserer Konfirmandinnen und Konfirmanden äußerten sich vor kurzem in einer Video-Unterrichtsstunde auch so ähnlich. Erwachsenen muss man es eher ansehen, wie sie so etwas denken, zu sagen trauen sich das nur wenige.

Solche und ähnliche Gedanken haben sich allerdings auch schon die ersten Christinnen und Christen gemacht. Eine Gemeinde in Griechenland, in Thessaloniki, wartete zum Beispiel darauf, dass Christus so schnell wie möglich wiederkäme in dieser Welt. Sie hofften, das möge doch möglichst schon morgen geschehen, und dann wäre endlich alles besser. Die Guten würden belohnt und die anderen bestraft. Aber so einfach, wie sie sich das vorstellten, war es natürlich nicht. Paulus wusste das. Und deshalb schrieb er ihnen die Zeilen, die wir gerade im 5. Kapitel des 1. Thessalonicherbriefes als Epistellesung etwas weiter oben gelesen haben. Ich drucke sie hier noch einmal kurz ab: 1. Thessalonicher 5,1-6:

 

1 Von den Zeiten aber und Stunden, Brüder und Schwestern, ist es nicht nötig, euch zu schreiben;

2 denn ihr selbst wisst genau, dass der Tag des Herrn kommt wie ein Dieb in der Nacht.

3 Wenn sie sagen: »Friede und Sicherheit«, dann überfällt sie schnell das Verderben wie die Wehen eine schwangere Frau, und sie werden nicht entrinnen.

4 Ihr aber seid nicht in der Finsternis, dass der Tag wie ein Dieb über euch komme.

5 Denn ihr alle seid Kinder des Lichtes und Kinder des Tages. Wir sind nicht von der Nacht noch von der Finsternis.

6 So lasst uns nun nicht schlafen wie die andern, sondern lasst uns wachen und nüchtern sein.

 

Liebe Schwestern und Brüder! Liebe Leserinnen und Leser!

Auf den ersten Blick ist es ja doch schade. Paulus weiß offensichtlich auch nicht, wann Christus kommen wird, um alles in Ordnung zu bringen. Es wird wohl irgendwann geschehen, deutet er an; aber wann – das lässt er eben offen.

Fast 2000 Jahre sind seitdem vergangen. Und nicht wenige haben sich bis heute von einer Skepsis anstecken lassen, die ihnen ins Ohr flüstert, dass Christus wohl doch nicht mehr kommen wird, jedenfalls nicht mehr für uns sichtbar und erlebbar, ebenso wenig wie für die Thessalonicher! Die Wiederkunft Christi ist eine der wunderbarsten, der hoffnungsvollsten Erwartungen, auf die wir unseren Glauben ausrichten. Glauben wir aber überhaupt noch daran?

Sehen wir auf diese Welt, holen wir uns noch einmal den Globus vor Augen und bekennen wir dann wirklich aus vollster Überzeugung: Ja, diese Welt ist noch zu retten, und Christus wird es tun; sein Tag wird kommen, über Nacht, wie ein Dieb, so plötzlich, so wunderbar, so, dass es uns alle ergreift, uns ermutigt und uns neu aufbrechen lässt? Liebe Schwestern und Brüder, ist das unsere Hoffnung?

Oder haben wir uns in unserem Glauben auch schon von dieser schleichenden Resignation anstecken lassen, die dieser Welt und damit uns Menschen in dieser Welt nichts mehr zutraut und dann eben auch Christus nichts mehr zutraut?

Wenn man sieht, wie zweifelnd, ja wie kleingläubig wir manchmal geworden sind, wenn man sieht, über welche Unwichtigkeiten wir zu streiten bereit sind, wenn man sieht, wie lasch wir letztlich mit unserem Glauben umgehen und Gott damit Tag für Tag neu verraten – viel schlimmer als Judas es jemals getan hat –, dann könnte man wirklich meinen, „Wiederkunft Christi“ ist nur noch ein Thema für Wissenschaftstheologen und Philosophen. Vielleicht haben wir uns einlullen lassen, so wie es der Bibeltext schon sagt. Wenn sie sagen: »Friede und Sicherheit«, dann überfällt sie schnell das Verderben.“ Glauben wir wirklich, es ist alles in Ordnung? Glauben wir wirklich, es ist alles in Ordnung, nur weil in unserem Gärtchen immer noch Scheinfriede herrscht?

Nein, vieles ist in Unordnung in dieser Welt, vieles scheint aus den Fugen zu geraten. Wir sehen es doch, und viele bekommen es in diesen Tagen buchstäblich und so unglücklicherweise am eigenen Leib zu spüren!

Und doch, liebe Schwestern und Brüder, wir sind nicht verloren! Gott hat uns nicht aufgegeben, niemals würde er das tun! Er hat seine Wiederkunft vielleicht noch nicht vollendet. Aber er ist schon in dieser Welt, er wirkt in dieser Welt, so wie er es immer getan hat. Ich weiß, vielleicht fällt es einigen schwer, das gerade zu glauben. Aber da sind auch die anderen, die wie ich genau darauf hoffen und vertrauen, dass Gott selbst eben weiß, wo gerade sein Platz ist, wo er spürbar werden muss und will.

Liebe Schwestern und Brüder! Liebe Leserinnen und Leser!

Was hat dieser Erdball nicht schon alles überstanden, was überleben viele, manchmal leidgeprüften Familien Tag für Tag! Und ja, wie viele Opfer muss Gott täglich in seinen liebenden Händen bergen! Auch daran können wir nicht mehr einfach vorbeisehen.

Aber Paulus will die Menschen in seinen Briefen immer wieder neu davon überzeugen: Christus ist uns niemals irgendwie zornig gesinnt, er war es nie. Nein, im Gegenteil! Unser Gott ist für uns gestorben, damit wir uns auf ihn verlassen können. Mit seinem Tod wollte er diese Welt zum Guten verändern. Er wollte uns damit ausrüsten, damit auch wir daran mitarbeiten, diese Welt zum Guten verändern. Dazu steht er uns zur Seite – über seinen eigenen Tod hinaus und sogar über unseren eigenen Tod hinaus!

Wiederkunft Christi – es gibt unzählige Beispiele dafür wie nah Christus schon in dieser Welt, schon bei uns Menschen ist. Ich habe Menschen gesehen, die haben ein ganz und gar unglaubliches Schicksal hinter sich, Verluste, an denen sie eigentlich zerbrechen müssten. Ich sehe, wie sie durch ihre Krisen hindurch kommen, wie sie eines Tages neu anfangen, das Alte nicht mehr nur belastend, sondern einfach auch prägend annehmen und dann Dinge anders machen.

Ich kenne einen Menschen, der ist durch eine Drogenhölle gegangen. Er war eigentlich lebendig und tot zugleich. Von uns Freunden hat niemand mehr einen Pfifferling auf ihn gegeben. Aber er kam da durch, er hat es tatsächlich geschafft. Heute hilft er anderen Menschen in Krisensituationen. Kam er allein dadurch? Seine Antwort auf die Frage, wie er das damals alles geschafft hat, ist heute sehr eindeutig und klar: Allein, sagt er, allein hätte ich das nicht geschafft. Da muss mich jemand ganz schön lieb gehabt haben. Und das versuche ich nach meinen Kräften weiterzugeben!

So, liebe Schwestern und Brüder, auch so lebt und wirkt Christus in dieser Welt! Ich habe auch andere Menschen vor Augen, die mir in meiner Arbeit begegnet sind – Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Sozialstationen, in Hospizen und in Krankenhäusern. Ich habe sie vor Augen, einige durfte ich eine Zeitlang begleiten, manche begleite ich jetzt noch und hoffentlich auch bald wieder präsent! Ich weiß von ihren Nöten und Belastungen.

Ich weiß auch von ihrem Leiden, dass sie es nur mit Kranken oder auch mit vielen kranken alten Menschen zu tun haben. Gerade diese Wochen und Monate gehen nicht spurlos an ihnen vorüber. An ihre Langzeitfolgen, die sie zu bewältigen haben werden, haben wir noch überhaupt nicht ausreichend gedacht. Alle, die dort arbeiten, sind keine Maschinen. Da wird so manche Träne unterdrückt, da wird manchmal sogar laut geschrien, wenn es denn raus muss. Und trotzdem, niemand von ihnen würde sich einfach davonstehlen aus dieser Arbeit. Die meisten – und das sage ich aus tiefster Überzeugung – lieben ihre Arbeit, weil sie die Menschen lieben und weil sie in ihrer Arbeit sowie im Umgang mit den ihnen anvertrauten Menschen viel von der Nähe und dem Wirken Gottes spüren, mehr als vielleicht in einem Gottesdienst oder in einem Gemeindekreis. Und wenn sie das in Gesprächen so sagen, dann glaube ich ihnen das! Viele andere, die sich konkret in ganz anderen ehrenamtlichen Engagements für andere Menschen einsetzen, können ähnliche Geschichten erzählen. Für all diejenigen, ganz egal ob haupt- oder ehrenamtlich, möchte ich Gott an dieser Stelle einmal ganz herzlich danken. Sie alle tun auch unseren Dienst!

Liebe Schwestern und Brüder, liebe Leserinnen und Leser!

Es mag ja sein, dass wir in unserem Leben von viel Resignation, ja dass wir auf dieser Welt ständig vom Tod umfangen sind – in seinen ganz verschiedenen und vielen Formen. Aber es gilt eben auch: Wir sind selbst im Tod und sogar darüber hinaus von unserem lebendigen Gott gehalten. Dies ist das eine, das Paulus anmahnt.

Aber da ist eben auch der andere. Paulus nähert sich hier schon dem, was viel später Martin Luther einmal so gesagt hat: „Betet, als ob alles Arbeiten nichts nützt und arbeitet, als ob alles Beten nichts nützt.“ Wachsam leben, aufmerksam leben, anteilnehmend leben. Gerüstet leben. So gerüstet, dass wir eben nicht sofort den Boden unter den Füßen verlieren, wenn wir erschüttert werden, gerade nicht in diesen Zeiten!

Nicht in Luftschlössern herumirren, sondern auf Gottes Erde fest stehen. Nicht wegwenden, nicht die Augen verschließen, vor dem, was ist – in und mit dieser Welt. Niemals die Angst vor dem Leben so dominant werden lassen, dass wir uns damit lebendig begraben. Wachsam sein, nüchtern sein, schreibt Paulus. So verändern wir die Welt zum Guten! Hinsehen, Mund aufmachen, handeln, Frieden schaffen. Heute müssten wir vielleicht sogar ergänzen: AHA-Regeln einhalten!

Dann werden wir Gott nicht fürchten, wenn er sich uns offenbart. Nein, unsere Freude wird vollkommen sein. Wird ihr Ziel finden. Nicht in uns, niemals. Sie wird ihr Ziel finden in Christus, in seiner Liebe, in der all unsere  Wege einmal enden!

Von diesem Gedanken war auch einer ganz erfüllt, der die Worte des Paulus nicht nur verstanden, sondern auch gelebt hat. Ich denke an Martin Luther King. Er gab seinen Freunden und Anhängern eine Anleitung zum gewaltlosen Leben auf die Liebe Christi hin und von ihr getragen. Er lehrte seine Freunde, und damit möchte ich schließen, den Weg der Liebe – gegen jede Resignation – in acht Regeln. Und vielleicht kann ja die eine oder andere seiner Regeln auch uns heute weiterhelfen. Sie lauten:

  1. Meditiere täglich die Lehre und das Leben Jesu.
  2. Denke immer daran, dass die Gewaltlosigkeit als Ziel Gerechtigkeit und Versöhnung sucht, niemals den Sieg.
  3. Geh und sprich liebevoll, denn Gott ist die Liebe.
  4. Bete täglich, Gott möge dich brauchen und einsetzen, damit alle Menschen frei werden.
  5. Opfere persönliche Wünsche, damit andere befreit werden.
  6. Beachte im Umgang mit Freunden und Feinden die Regeln des Anstandes. (Heute – und das darf ich an dieser Stelle vielleicht ergänzen –müsste es wohl eher heißen „Die Regeln des Abstandes“.)
  7. Suche den Mitmenschen und der Welt zu dienen.
  8. Enthalte dich der Gewalt in Tat, Sprache und Gedanken.

Es sind beeindruckende Sätze! Nur einen einzigen davon verstanden und gelebt, es wäre ein neuer Anfang gegen jede Resignation und hin zu Christus. Amen.

Und der Friede Gottes, welcher höher ist als all unsere Vernunft, bewahre eure Herzen und Sinne in Christus Jesus. Amen.

 

Fürbittgebet

Guter Gott und Vater,

mitten unter uns erweckst du Menschen

zum Glauben, zur Hoffnung und zur Liebe.

Mitten unter uns geschieht dein Wort und ergeht dein Ruf.

Mitten unter uns öffnet dein guter Geist

Herzen und Hände, deinen Willen zu tun.

Mitten unter uns ist dein Reich schon gegenwärtig.

Dafür preisen wir dich, himmlischer Vater.

 

Mitten unter uns

sind aber auch viele Menschen in Angst und Not:

Menschen ohne Arbeit,

die an sich selber zweifeln,

Menschen ohne Dach über dem Kopf,

die von der Hand in den Mund leben,

Menschen auf der Flucht,

Menschen ohne Liebe,

die eigentlich nur noch auf den Tod warten,

Menschen, die sich selbst nicht mehr helfen können.

Ja, da sind auch viele Menschen in Angst!

 

So viele Menschen in Angst und Not

inmitten von Reichtum und Verschwendung.

Erbarme dich ihrer und erbarme dich unser,

dass wir aller Gleichgültigkeit widerstehen

und die Liebe unter uns niemals stirbt.

 

Mitten unter uns ist immer beides:

Verzweiflung und Hoffnung,

Gleichgültigkeit und Glaube,

Hartherzigkeit und Liebe.

 

Und so bitten wir dich:

Dein Reich komme und dein Wille geschehe,

damit Unmenschlichkeit und Unfrieden

niemals überhand nehmen,

sondern unter den Menschen

deine Schöpfung gepriesen und dein Name geheiligt werde.

Ich werde still, um mich dir anzuvertrauen.

 

– Kurzes Innehalten in der Stille und Zeit zum persönlichen Gebet –

 

Und dann bitte ich dich:

Sei du da mit deinem Segen

– für alle, die wir lieben.

–  für alle, die nun leben, um anderen zu helfen.

–  für alle, die sich selbst nicht helfen können.

 

Sei bei den Einsamen und Kranken.

Schenke uns Einsicht in vieles, was wir nun mittragen müssen.

Schenke uns Geduld und einen langen Atem.

Schenke uns Hoffnung, an der wir niemals zweifeln wollen.

Sei bei uns allen! Heute und in aller Zeit!

 

Guter Gott, ich bete für alle,

an die ich nun denke,

und auch für mich das Gebet,

das dein Sohn Jesus Christus uns allen hinterlassen hat

und das uns durch schwere Zeiten tragen will:

 

Vater Unser im Himmel

Geheiligt werde dein Name

Dein Reich komme

Dein Wille geschehe

Wie im Himmel so auf Erden

Unser tägliches Brot gib uns heute

Und vergib uns unsere Schuld

Wie auch wir vergeben unseren Schuldigern.

Und führe uns nicht in Versuchung,

Sondern erlöse uns von dem Bösen.

Denn dein ist das Reich und die Kraft

Und die Herrlichkeit.

In Ewigkeit.

Amen.

 

Segen

Wir denken nun an all diejenigen,

die uns am Herzen liegen

– und natürlich auch an uns selbst –

und wir sprechen die Worte des Segens,

mit denen wir unsere Gottesdienste schließen.

 

Der HERR segne dich und behüte dich!

Der HERR lasse sein Angesicht leuchten über dir

und sei dir gnädig!

Der HERR hebe sein Angesicht über dich

und gebe dir Frieden!

Amen.

 

Liebe Schwestern und Brüder!

Euch allen einen gesegneten Sonntag!

Kommt gut durch die Zeit, passt auf euch auf und bleibt gesund!

Pfarrer Rüdiger Dunkel

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