Liturgie und Predigt: Pfarrer Rüdiger Dunkel

 

Wochenspruch:

Es ist dir gesagt, Mensch, was gut ist und was der HERR von dir fordert: nichts als Gottes Wort halten und Liebe üben und demütig sein vor deinem Gott. (Micha 6,8)

 

Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.

Unsere Hilfe steht im Namen des Herrn, der Himmel und Erde gemacht hat.

 

Eingangs- und Wochenpsalm: Aus Psalm 119

 1 Wohl denen, die ohne Tadel leben, die im Gesetz des HERRN wandeln! 2 Wohl denen, die sich an seine Zeugnisse halten, die ihn von ganzem Herzen suchen,

3 die auf seinen Wegen wandeln und kein Unrecht tun.

4 Du hast geboten, fleißig zu halten deine Befehle.

5 O dass mein Leben deine Gebote mit ganzem Ernst hielte.

6 Wenn ich schaue allein auf deine Gebote, so werde ich nicht zuschanden. 7 Ich danke dir mit aufrichtigem Herzen, dass du mich lehrst die Ordnungen deiner Gerechtigkeit.

8 Deine Gebote will ich halten; verlass mich nimmermehr!

17 Tu wohl deinem Knecht, dass ich lebe und dein Wort halte.

18 Öffne mir die Augen, dass ich sehe die Wunder an deinem Gesetz.

Ehr sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist

wie es war im Anfang, jetzt und immerdar

und von Ewigkeit zu Ewigkeit.

Amen.

 

Tagesgebet

Guter Gott und Vater,

so oft sind wir bedrückt.

So oft meinen wir,

es geht einfach nicht weiter in unserem Leben.

Wir haben das Gefühl,

keinen Ausweg zu finden.

So werden wir unsicher,

wir sind selbst nicht mehr von uns überzeugt,

wenig überzeugt von dem, was wir tun.

Die Welt und unser Leben scheinen ohne Sinn und Richtung.

Wie kleingläubig sind wir,

wenn wir so leben.

Komm, Herr, und erbarme dich unser!

 

– Kurzes Innehalten in der Stille und Zeit zum persönlichen Gebet –

 

So spricht der Herr:

Ich will dich unterweisen

und dir den Weg zeigen,

den du gehen sollst;

ich will dich mit meinen Augen leiten.

Ehre sei Gott in der Höhe!

 

Guter Gott und Vater!

Du zeigst uns den Weg,

den wir gehen sollen.

Du zeigst uns deinen Weg mit uns.

Wir aber müssen uns besinnen,

wie wir entscheiden und handeln sollen,

um deinem Willen gerecht zu werden.

Dazu hilf auch mir, wenn ich nun

mit all meinen Gedanken die nahe sein möchte.

Das bitte ich dich dich im Namen deines Sohnes Jesus Christus,

der mit dir und dem Hl. Geist

lebt und regiert von Ewigkeit zu Ewigkeit.

Amen.

 

Epistellesung: Aus dem 2. Korintherbrief, Kapitel 3, Verse 3-6

 3 Ist doch offenbar geworden, dass ihr ein Brief Christi seid durch unsern Dienst, geschrieben nicht mit Tinte, sondern mit dem Geist des lebendigen Gottes, nicht auf steinerne Tafeln, sondern auf fleischerne Tafeln der Herzen.

 4 Solches Vertrauen aber haben wir durch Christus zu Gott.

5 Nicht dass wir tüchtig sind von uns selber, uns etwas zuzurechnen als von uns selber; sondern dass wir tüchtig sind, ist von Gott,

6 der uns auch tüchtig gemacht hat zu Dienern des neuen Bundes, nicht des Buchstabens, sondern des Geistes. Denn der Buchstabe tötet, aber der Geist macht lebendig.

Halleluja! Dein Wort ist meines Fußes Leuchte und ein Licht auf meinem Wege! Halleluja!

 

Glaubensbekenntnis

Wir bekennen – jede und jeder für sich und doch auch gemeinsam vor Gott – unseren christlichen Glauben:

Ich glaube an Gott, den Vater, den Allmächtigen, den Schöpfer des Himmels und der Erden. Und an Jesus Christus, seinen eingeborenen Sohn, unseren Herrn, empfangen durch den Heiligen Geist, geboren von der Jungfrau Maria, gelitten unter Pontius Pilatus, gekreuzigt, gestorben und begraben, hinabgestiegen in das Reich des Todes, am dritten Tage auferstanden von den Toten, aufgefahren in den Himmel; er sitzt zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters; von dort wird er kommen, zu richten die Lebenden und die Toten. Ich glaube an den Heiligen Geist, die heilige christliche Kirche, Gemeinschaft der Heiligen, Vergebung der Sünden, Auferstehung der Toten und das ewige Leben. Amen.

 

Tagesevangelium: Aus dem Markusevangelium, Kapitel 2, Verse 23-28

(auch Predigttext)

 23 Und es begab sich, dass er am Sabbat durch die Kornfelder ging, und seine Jünger fingen an, während sie gingen, Ähren auszuraufen.

24 Und die Pharisäer sprachen zu ihm: Sieh doch! Warum tun deine Jünger am Sabbat, was nicht erlaubt ist?

25 Und er sprach zu ihnen: Habt ihr nie gelesen, was David tat, da er Mangel hatte und ihn hungerte, ihn und die bei ihm waren:

26 wie er ging in das Haus Gottes zur Zeit des Hohenpriesters Abjatar und aß die Schaubrote, die niemand essen darf als die Priester, und gab sie auch denen, die bei ihm waren?

27 Und er sprach zu ihnen: Der Sabbat ist um des Menschen willen gemacht und nicht der Mensch um des Sabbats willen.

28 So ist der Menschensohn Herr auch über den Sabbat.

Amen.

 

Predigt

 

Die Gnade unseres Herrn und Gottes sei mit uns allen. Amen!

 Liebe Schwestern und Brüder! Liebe Leserinnen und Leser!

„Du sollst den Feiertag heiligen“ – so heißt es in den 10 Geboten. Viele hören aus diesen Geboten die Mahnungen Gottes, andere hören Angebote. Wie auch immer, so ein bisschen spüren wir doch immer den erhobenen Zeigefinger Gottes. Und durch diese Gebote werden wir auch daran erinnert, dass Gott einen Anspruch an uns beschreibt. Er möchte uns sagen, wie wir Menschen unser eigenes Leben ordnen sollen. Zuspruch und Anspruch – Gesetz und Evangelium, darum geht es immer wieder, wenn Predigerinnen und Prediger auf einer Kanzel stehen, wenn Menschen ihnen zuhören. Darum geht es auch, wenn einer darüber schreibt, und jemand anders es liest. So wie es heute und hier jetzt der Fall ist.

Wir wollen die frohe Botschaft lesen, ich möchte von der guten Nachricht schreiben.

Oft aber kommt es vor, dass diejenigen, die einen Gottesdienst besuchen, beim Herausgehen manchmal denken: Heut’ hat er’s uns aber wieder ganz schön gegeben. Heute hat er uns wieder klein gemacht! Ja, in der Tat – Moralpredigten zu halten, ist oft viel einfacher, als die gute Nachricht zu sagen. Und deshalb möchte ich eigentlich heute darauf achten, dass hier wirklich die gute Nachricht von Gottes Liebe laut wird, damit heute jede und jeder von ihnen ein Stück davon mitnehmen kann.

Da ist heute also die Geschichte vom Ährenraufen am Sabbat dran. Wir haben sie etwas weiter oben lesen können.

Und natürlich ist diese Geschichte wieder eine große Versuchung, eine Moralpredigt zu halten. Ich z.B. würde da gern über die Art sprechen – oder hier besser: schreiben –, wie so viele Menschen ihren Sonntag verbringen und – wie ich finde – vergeuden und Dinge einfach weiter tun, die an einem Sonntag durchaus auch einmal ruhen könnten. Aber genau das wäre ja keine frohe Botschaft. Damit würde ich mich auch ganz in die Nähe der Pharisäer stellen, die Jesus belehren wollen: „Das tut man nicht! Das ist nach dem Gesetz Gottes am Sabbat verboten.“

Nein, ich möchte das Evangelium, die frohe Botschaft, spüren, die in dieser Geschichte steckt, und die heißt wohl: „Der Sabbat ist für den Menschen da, nicht der Mensch für den Sabbat.“ Ich versuche es einmal, auf uns zu übertragen. Dann hieße das vielleicht:

Was auch immer ihr am Sonntag tut, wenn es euch Freude gibt und Erholung und ihr damit keinen stört oder beschwert, dann ist es gut. Wie auch immer ihr euren Sonntag gestaltet, es ist eure Sache, der siebte Tag gehört ganz allein euch. Womit ihr am Sonntag auch immer eure Zeit verbringt, es geht niemand anderen etwas an, und ihr seid niemandem Rechenschaft schuldig, nicht einmal Gott, denn er hat den Feiertag für euch gemacht.

Das ist doch nun wirklich frohe Botschaft, oder? Ich vermute allerdings, das ist für einige hier schon fast wieder zu froh und vor allem zu frei. Darf oder soll ich am Sonntag denn wirklich alles machen, was mir einfällt? Und dann – der Kirchgang…wo kam der jetzt vor? Für einige gehört er ja doch immer noch zum Sonntag unabdingbar dazu. Für viele nicht, das weiß ich auch! Aber diejenigen, die sich sonntags in die Kirche aufmachen – und ich weiß, dass es einige jetzt in diesen Zeiten aus Vorsicht lassen, aber gerade sehr vermissen – die tun es doch eben nicht aus bloßer Pflichterfüllung. Aber es gehört für viele Menschen immer auch noch einfach dazu, sonntags Gottes Wort zu hören, auch und gerade in einer Kirche!

Deshalb frage ich frage einmal: ist es denn wirklich jedem Einzelnen überlassen, ob er Gott die Ehre geben will oder etwa bis mittags schläft oder beim Frühschoppen hockt? Ich frage aber auch: Möchten wir manchmal nicht selbst gern, dass unser Kirchgang doch wenigstens ein bisschen besser dasteht als die anderen Arten, den Sonntag zu gestalten?

Vielleicht hätten jetzt ja doch einige gern ein wenig mehr „Gesetz“ in den Worten Jesu. Er aber sagt nur: Der Sonntag ist für den Menschen da; und das heißt nun einmal: Er gehört dir, du kannst damit machen, was du willst. Genau da ist uns, wenn wir ganz ehrlich sind, die Freiheit, die Jesus predigt, gar nicht mehr so recht, oder? Öffnet das nicht jeder Beliebigkeit Tor und Tür? Irgendeine Ordnung muss es doch geben für den Sonntag. Es kann doch nicht alles gleichgültig sein, was ich mache! Ich darf doch den Sonntag nicht einfach aufgeben, das tun doch schon so viele. Und es werden immer mehr, die Stimmen dazu lauter. Gerade auch in diesen tagen, wenn z.B. wieder über besondere sonntägliche Ladenöffnungszeiten diskutiert wird.

Liebe Schwestern und Brüder! Liebe Leserinnen und Leser!

Vielleicht hilft uns da jetzt die Geschichte weiter, die Jesus in unserem heutigen Predigttext dazu erzählt: Die Leute Davids aßen einmal vom Opferbrot, das Gott geweiht war und eigentlich nur die Priester essen durften. Und genau diesen Frevel, nämlich davon zu essen, findet Jesus gut. Warum? Ich glaube, entscheidend ist ein einziges Wörtchen: Es hungerte sie, so sagt er es. Das bedeutet: Das Opferbrot war den Männern des David lebenswichtig, es war Not wendend. Und wenn wir das jetzt in Jesu Wort über den Sabbat hineinbuchstabieren, könnte das so heißen:

Der Sabbat ist für den Menschen da, damit er tun kann, was ihm zum Leben wichtig ist, was ihm seine Not wendet. Wie gefällt das jetzt? Ist das für uns einsichtiger? Ist das jetzt nicht doch eine gewisse Ordnung, ein klarer Maßstab, an den man sich halten kann? –  Ich finde schon!

Aber auch mit diesem Maßstab bleibt jeder Mensch immer noch frei, das zu tun, was er selbst möchte. Vier Dinge nenne ich einmal:

Jawohl, ich darf am Sonntag ausschlafen.

Jawohl, ich darf Gott in meinem Kämmerlein oder beim Spaziergang im Wald suchen.

Ich kann aber auch in die Kirche gehen.

Und ich darf sogar mein Bier beim Frühschoppen trinken.

Allerdings: Ich soll mich bei allem aber immer auch fragen, ob das, was ich tue, mir lebenswichtig ist, ob es meine Not wendet, mir Kraft gibt, gestärkt nach vorn schauen zu können. Diese Frage soll und muss sich jede und jeder selbst stellen und beantworten, denn keiner weiß, was der oder dem anderen nötig ist. Diese Rechenschaft muss jede und jeder selbst vor Gott ablegen!

Ich darf am Sonntag ausschlafen. – Ja, das verstehe ich sehr gut. Es gibt Menschen, die arbeiten hart, da kann ich es wirklich gut verstehen, wenn sie im Schlaf auftanken können. Das gibt es! Aber da gibt es eben auch die anderen diejenigen, die sich, wenn sie ehrlich wären, auch fragen könnten: Ist der Schlaf für mich nicht vielleicht auch ein Mittel, die Zeit totzuschlagen an einem Tag, an dem ich sonst mit mir gar nichts mehr anzufangen weiß? Und dann: Wäre anderes für mich nicht wichtiger als Schlafen, und vor allem: zum Leben nötiger? Könnte ich aus dem Sonntag nicht mehr machen, als einen Tag, der mich manchmal geradezu mehr zu stören als zu befreien scheint?

Ich darf Gott in meinem stillen Kämmerlein oder beim Spaziergang im Wald suchen. – Es sind nicht wenige, die so reden, und die jetzt gerade sogar vielleicht irgendwo unterwegs sind. Einer, dem dieser Satz entspricht, könnte sich aber einmal Gedanken darüber machen, ob er in Kammer oder Wald Gott je wirklich gefunden hat? Die Ruhe in meinen Zimmer muss noch nicht Gottes Stimme sein. Das Säuseln der Blätter spricht auch nicht immer seine Worte! Das Leben ist für den Menschen ja wohl auch mehr als die Stille eines Kämmerleins oder die Schönheit einer lauschigen Waldlichtung, so wunderbar sie auch ist. Meine Seele braucht doch auch – vielleicht sogar zusätzlich – nahrhaftere Kost und deutlichere Weisung. Aber halt, jetzt ich hebe schon wieder den Moralfinger beim Schreiben!

Ich kann in die Kirche gehen. – Wem das zum Sonntag dazugehört, der mag sich fragen: „Warum gehe ich?“ Und dann gilt es ehrlich zu bleiben. Denn es könnte ja dann auch herauskommen: Es ist auch manchmal eher gezwungen oder einfach Tradition, weil es in der Familie eben so üblich ist. Oder weil es vielleicht sogar auffällt, wenn ich nicht dabei bin. Den anderen fällt es dann vielleicht sogar auf.

Liebe Schwestern und Brüder! Liebe Leserinnen und Leser!

„Was mir lebensnotwendig ist“, das war der Maßstab. Dieser Maßstab ist erfüllt, wenn ich aus freien Stücken komme, nicht weil „halt aus unserem Haus jeden Sonntag einer geht und ich heute dran war“. Auch nicht, „weil ich gerade Konfirmandin oder Konfirmand bin und ich eben muss“ oder weil „mein Kind zurzeit im Konfirmandenunterricht ist“. Nein, ich soll gern kommen. Ich soll mich auf die Gemeinschaft von Menschen freuen können. Ich darf kommen, weil ich eben frei bin, es zu tun. Denn nur wer ganz frei kommt, egal ob traurig oder fröhlich, nur wer ganz frei kommt – mit einem offenen Herzen und offenen Ohren – dem wird Gott auch etwas sagen können. Wer gezwungenermaßen in einem Gottesdienst sitzt, wer schon selbst dicht macht, bevor er oder sie eine Kirche betritt, den kann Gottes Wort natürlich auch erreichen und verändern, aber er oder sie macht es sich unnötig schwer, zu hören und zu verstehen und Gottes Wort eben als befreiendes und Not wendendes Wort mitzunehmen.

Allerdings kann ich auch etwas dafür tun, dass mir der sonntägliche Gottesdienst etwas gibt. Aber dazu muss ich es gelten lassen, dass er eben schon in der Woche, dass er schon in meinem Alltag anfängt. Er fängt dort an, wo ich ganz bewusst christlich zu leben versuche; dort, wo ich bei meinen Entscheidungen im Alltag zum Beispiel frage: Was hätte Jesus getan, wie hätte er jetzt geantwortet, wie ginge seine Liebe jetzt vor?

Versuche ich meinen Alltag einmal so, dann erkenne ich vielleicht eher, welch ein Angebot der Gottesdienst eben auch sein kann. Ein Angebot Gottes, das ich dann auch gern annehmen kann, denn ich habe dann so vieles, was ich in diese Kirche mitbringe, was ich vor und mit Gott verhandeln möchte. Meine ganzen Erlebnisse, meine Wünsche und Fragen – ich darf sie mitbringen, meine Angst und Sorge und meine ganze Freude. Denn ganz ehrlich: Ist es nicht immer auch ein Gottesdienst, der in unserer Zeit noch Denkanstöße für Menschen, die Christus nachfolgen wollen, gibt? Finden wir nicht hier immer auch Anregungen, den eigenen Glauben zu reflektieren, im Glauben zu wachsen? Ist nicht ein Gottesdienst immer auch der Ort und die Möglichkeit, wo wir auch einmal eine Antwort auf unsere Fragen bekommen? Wo kommen Menschen oft zusammen, wenn sie in Angst und Schrecken sind, wenn es zu bitten, aber auch zu danken gilt? Wir haben das in Krisen- und Katastrophenzeiten immer wieder gesehen, auch erlebt und waren vielleicht sogar selbst mit dabei. Nun leben wir gerade in schwierigen Zeiten und in einer weltweiten Krise und können genau das an vielen Orten eben nicht – zusammenkommen, um zu spüren, auch gemeinsam durch Krisen zu gehen und sie zu bestehen. Viele merken gerade und spüren es, wie gut es täte, genau diese Möglichkeit eines Gottesdienstes in der uns vertrauten Form – mit viel Nähe, mit gesungenen Glaubensliedern, Gebeten und eben einer mutmachenden Botschaft für den Alltag – wieder zu haben. Ich freue mich jetzt schon auf den Tag, an dem es auch genau so wieder sein wird! Ich weiß, ich bin wahrlich nicht der einzige, der es tut! Und auch das zu wissen, tut gut!

Ein letztes:

Ja, ich darf sogar mein Bier oder meinen Wein beim Frühschoppen trinken. Aber muss ich es wirklich als Ersatz für den Gottesdienst nehmen. Da lob’ ich mir die bayrische Tradition, die ich erleben durfte, als ich während meines Studiums in Pinzberg in der Fränkischen Schweiz wohnte. Nicht der Frühschoppen als Gottesdienstersatz füllte dort den Sonntagvormittag. Nein, es war der gemeinsame Gottesdienstbesuch und der sich dann daran anschließende Frühschoppen, das war die gelungene Mischung. Und die findet sich z.B. in Bayern sehr häufig. In vielen Orten steht nämlich das beste Gasthaus, die schönste Kneipe direkt neben der Kirche. Da wird es ja wohl einen Zusammenhang geben! Achten Sie einmal darauf, wenn Sie mal dort sind!

Liebe Schwestern und Brüder! Liebe Leserinnen und Leser!

Der Sonntag ist für den Menschen da, damit er tue, was ihm zum Leben notwendig ist. Genau so möchte ich das Evangelium dieses Sonntags hören:

Jede Woche neu schenkt dir dein Gott einen Feiertag. Dieser Tag wird dir zum Leben helfen; er wird dir Freude, Ruhe, Erholung und Kraft geben. Darum hole aus diesem Tag heraus, was nur immer für dich an Kraft und Schönem in ihm liegt. Aber vergiss niemals, wer dir dies alles schenkt. Vergeude das Geschenk dieses Tages nicht, denn du musst wieder sechs Tage davon leben und zwar dein ganzer Mensch – dein Leib und deine Seele!

Damit sind wir noch einmal, denke ich, beim Kern dieser Geschichte vom Ährenraufen. Sie will uns befreien, verändern und froh machen. Der Sonntag ist für den Menschen da, damit er tue, was ihm zum Leben notwendig ist. Und Gott schenkt es ihm, weil er ihn liebt!

Und der Friede Gottes, welcher höher ist als all unsere Vernunft, bewahre eure Herzen und Sinne in Christus Jesus. Amen.

 

Fürbittgebet

Guter Gott und Vater,

du gibst uns Richtung und Sinn.

Durch Jesus zeigst du uns,

wie deine Liebe unser Leben ordnet.

Dafür sind wir dankbar und bitten dich:

– dass wir im Zusammenleben mit anderen ehrlich und behutsam sind,

– dass wir verlässlicher werden und die Treue durchhalten, die wir versprochen haben,

– dass Eltern und Kinder aufeinander hören und voneinander lernen,

– dass alle, die allein leben, Menschen finden, die ihnen nahe sind,

– daß Einheimische und Fremde den Schwierigkeiten der Verständigung nicht aus dem Wege gehen,

sondern mit Geduld Vorurteile überwinden und Verbindendes entdecken.

Wir bitten um Frieden in der Welt,

mach allem Terror ein Ende,

sei bei allen, die Leid tragen,

aber auch bei denen, die Verantwortung tragen.

Guter Gott und Vater,

du gibst uns Richtung und Sinn für unser Leben.

Ich bete in der Stille zu dir.

 

– Kurzes Innehalten in der Stille und Zeit zum persönlichen Gebet –

 

Und dann bitte ich dich:

Sei du da mit deinem Segen

– für alle, die wir lieben.

–  für alle, die nun leben, um anderen zu helfen.

–  für alle, die sich selbst nicht helfen können.

 

Sei bei den Einsamen und Kranken.

Schenke uns Einsicht in vieles, was wir nun mittragen müssen.

Schenke uns Geduld und einen langen Atem.

Schenke uns Hoffnung, an der wir niemals zweifeln wollen.

Sei bei uns allen! Heute und in aller Zeit!

 

Guter Gott, ich bete für alle,

an die ich nun denke,

und auch für mich das Gebet,

das dein Sohn Jesus Christus uns allen hinterlassen hat

und das uns durch schwere Zeiten tragen will:

 

Vater Unser im Himmel

Geheiligt werde dein Name

Dein Reich komme

Dein Wille geschehe

Wie im Himmel so auf Erden

Unser tägliches Brot gib uns heute

Und vergib uns unsere Schuld

Wie auch wir vergeben unseren Schuldigern.

Und führe uns nicht in Versuchung,

Sondern erlöse uns von dem Bösen.

Denn dein ist das Reich und die Kraft

Und die Herrlichkeit.

In Ewigkeit.

Amen.

 

Segen

 

Wir denken nun an all diejenigen,

die uns am Herzen liegen

– und natürlich auch an uns selbst –

und wir sprechen die Worte des Segens,

mit denen wir unsere Gottesdienste schließen.

 

Der HERR segne dich und behüte dich!

Der HERR lasse sein Angesicht leuchten über dir

und sei dir gnädig!

Der HERR hebe sein Angesicht über dich

und gebe dir Frieden!

Amen.

 

Liebe Schwestern und Brüder!

Euch allen einen gesegneten Sonntag!

Kommt gut durch die Zeit, passt auf euch auf und bleibt gesund!

Pfarrer Rüdiger Dunkel

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