Liturgie und Predigt: Pfarrer Rüdiger Dunkel

 

Wochenspruch:

Aller Augen warten auf dich, und du gibst ihnen ihre Speise zur rechten Zeit. (Ps 145,15)

 

Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.

Unsere Hilfe steht im Namen des Herrn, der Himmel und Erde gemacht hat.

 

Eingangs- und Wochenpsalm: Aus Psalm 104

 1 Lobe den HERRN, meine Seele!

10 Du lässest Brunnen quellen in den Tälern, dass sie zwischen den Bergen dahinfließen,

11 dass alle Tiere des Feldes trinken und die Wildesel ihren Durst löschen. 12 Darüber sitzen die Vögel des Himmels und singen in den Zweigen. 13 Du tränkst die Berge von oben her, du machst das Land voll Früchte, die du schaffest.

14 Du lässest Gras wachsen für das Vieh und Saat zu Nutz den Menschen, dass du Brot aus der Erde hervorbringst,

15 dass der Wein erfreue des Menschen Herz und sein Antlitz glänze vom Öl und das Brot des Menschen Herz stärke.

27 Es wartet alles auf dich, dass du ihnen Speise gebest zu seiner Zeit. 28 Wenn du ihnen gibst, so sammeln sie; wenn du deine Hand auftust, so werden sie mit Gutem gesättigt.

29 Verbirgst du dein Angesicht, so erschrecken sie; nimmst du weg ihren Odem, so vergehen sie und werden wieder Staub.

30 Du sendest aus deinen Odem, so werden sie geschaffen, und du machst neu das Antlitz der Erde.

33 Ich will dem HERRN singen mein Leben lang und meinen Gott loben, solange ich bin.

Ehr sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist

wie es war im Anfang, jetzt und immerdar

und von Ewigkeit zu Ewigkeit.

Amen.

 

Tagesgebet

Herr, unser Gott, Herr und Schöpfer allen Lebens!

Du beschenkst uns von Jahr zu Jahr mit reichen Gaben.

Wir dürfen immer wieder eine vielfältige Ernte einbringen.

Oft ist uns nicht bewusst,

dass das alles Geschenk aus deiner Hand ist,

wofür wir immer wieder neu zu danken haben.

Vergib uns unsere Unachtsamkeit und Undankbarkeit.

Immer noch quälen wir deine Schöpfung,

beuten sie aus,

leben allzu oft gegen deine Verheißungen.

Vergib uns!

 

Herr, wir danken dir für einen schönen Sommer!

Auch wenn er so für so viele vielleicht

ganz anders war als geplant und erhofft.

Deine Schöpfung haben wir anders genossen als sonst.

Mit Einschränkungen,

an vielleicht unverhofften Orten.

Freuen wollten wir uns

und waren doch auch verunsichert und ratlos.

Herr, hilf unserer Ratlosigkeit.

 

Vergib uns und öffne unsere Augen und Herzen neu

für deine Güte und Treue.

Lass uns in allem Guten, das uns widerfährt,

deutlicher und dankbarer

die Zeichen und Spuren deiner Nähe erkennen und preisen.

Komm, Herr, komm und bleibe,

erbarme dich unser!

Höre nun, Herr, wie ich in der Stille zu dir bete!

 

– Kurzes Innehalten in der Stille und Zeit zum persönlichen Gebet –

 

So hören wir das Wort der Gnade,

das Gott auf unser Bekennen spricht:

Ich will hinfort nicht mehr

die Erde verfluchen um der Menschen willen.

Solange die Erde steht,

soll nicht aufhören Saat und Ernte,

Frost und Hitze, Sommer und Winter, Tag und Nacht. (1.Mos 8,21a.22)

Ehre sei Gott in der Höhe!

 

Guter und hilfreicher Gott!

Schöpfer und Erhalter unseres Lebens!

Wir feiern das Erntedankfest,

weil du uns so reich beschenkst.

Du gibst uns,

was wir zum

Essen und Trinken

zum Atmen und Leben,

zum Mensch- und Christsein brauchen.

Gib, dass wir aus wirklicher Dankbarkeit

dafür von deiner Güte weitergeben

an die Menschen, mit denen wir es zu tun haben.

Wir wollen besser teilen lernen.

Hilf uns, damit wir anderen helfen

– heraus aus ihrem Hunger, aus ihrer Not.

Lass uns begreifen,

dass wir dein Ackerfeld sind.

Säe und ernte in unseren Herzen

Glauben, Liebe und Hoffnung für diese Welt.

Das bitten wir in Jesu Namen.

Amen.

 

Epistellesung:

Aus dem 2. Korintherbrief, Kapitel 9, Verse 6-15

 6 Ich meine aber dies: Wer da kärglich sät, der wird auch kärglich ernten; und wer da sät im Segen, der wird auch ernten im Segen.

7 Ein jeder, wie er’s sich im Herzen vorgenommen hat, nicht mit Unwillen oder aus Zwang; denn einen fröhlichen Geber hat Gott lieb.

8 Gott aber kann machen, dass alle Gnade unter euch reichlich sei, damit ihr in allen Dingen allezeit volle Genüge habt und noch reich seid zu jedem guten Werk;

9 wie geschrieben steht (Psalm 112,9): »Er hat ausgestreut und den Armen gegeben; seine Gerechtigkeit bleibt in Ewigkeit.«

10 Der aber Samen gibt dem Sämann und Brot zur Speise, der wird auch euch Samen geben und ihn mehren und wachsen lassen die Früchte eurer Gerechtigkeit.

11 So werdet ihr reich sein in allen Dingen, zu geben in aller Lauterkeit, die durch uns wirkt Danksagung an Gott.

12 Denn der Dienst dieser Sammlung füllt nicht allein aus, woran es den Heiligen mangelt, sondern wirkt auch überschwänglich darin, dass viele Gott danken.

13 Um dieses treuen Dienstes willen preisen sie Gott für euren Gehorsam im Bekenntnis zum Evangelium Christi und für die Lauterkeit eurer Gemeinschaft mit ihnen und allen.

14 Und in ihrem Gebet für euch sehnen sie sich nach euch wegen der überschwänglichen Gnade Gottes bei euch.

15 Gott aber sei Dank für seine unaussprechliche Gabe!

Halleluja! Barmherzig und gnädig ist der Herr, geduldig und von großer Güte! Halleluja!     

 

Glaubensbekenntnis

Wir bekennen – jede und jeder für sich und doch auch gemeinsam vor Gott – unseren christlichen Glauben:

Ich glaube an Gott, den Vater, den Allmächtigen, den Schöpfer des Himmels und der Erden. Und an Jesus Christus, seinen eingeborenen Sohn, unseren Herrn, empfangen durch den Heiligen Geist, geboren von der Jungfrau Maria, gelitten unter Pontius Pilatus, gekreuzigt, gestorben und begraben, hinabgestiegen in das Reich des Todes, am dritten Tage auferstanden von den Toten, aufgefahren in den Himmel; er sitzt zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters; von dort wird er kommen, zu richten die Lebenden und die Toten. Ich glaube an den Heiligen Geist, die heilige christliche Kirche, Gemeinschaft der Heiligen, Vergebung der Sünden, Auferstehung der Toten und das ewige Leben. Amen.

 

Tagesevangelium:

Aus dem Markusevangelium, Kapitel 8, Verse 1-9

(auch Predigttext)

 1 Zu der Zeit, als wieder eine große Menge da war und sie nichts zu essen hatten, rief Jesus die Jünger zu sich und sprach zu ihnen:

2 Mich jammert das Volk, denn sie harren nun schon drei Tage bei mir aus und haben nichts zu essen.

3 Und wenn ich sie hungrig heimgehen ließe, würden sie auf dem Wege verschmachten; denn einige sind von ferne gekommen.

4 Seine Jünger antworteten ihm: Woher nehmen wir Brot hier in der Einöde, dass wir sie sättigen?

5 Und er fragte sie: Wie viele Brote habt ihr? Sie sprachen: Sieben.

6 Und er gebot dem Volk, sich auf die Erde zu lagern. Und er nahm die sieben Brote, dankte, brach sie und gab sie seinen Jüngern, dass sie sie austeilten, und sie teilten sie unter das Volk aus.

7 Sie hatten auch einige Fische; und er sprach den Segen darüber und ließ auch diese austeilen.

8 Und sie aßen und wurden satt. Und sie sammelten die übrigen Brocken auf, sieben Körbe voll.

9 Es waren aber etwa viertausend; und er ließ sie gehen.

Amen.

 

Predigt

 Die Gnade unseres Herrn und Gottes sei mit uns allen. Amen!

 Liebe Schwestern und Brüder! Liebe Leserinnen und Leser!

Im Evangelium des Tages haben wir es gerade gelesen – die Geschichte von der Speisung der viertausend. Eine Geschichte, die wohl die wenigsten von uns kennen. Moment, denken jetzt einige. Natürlich kenne ich die Geschichte von der Brotvermehrung. Aber Vorsicht! Kennen wir, wenn wir uns erinnern, nicht eher die Geschichte von der Speisung der fünftausend. Die Geschichte, in der die Apostel auf Jesus zukommen und ihn bitten, etwas zu unternehmen, weil es Abend wird und alle noch nichts gegessen haben. Die Geschichte, in der Jesus fragt, wie viel Geld sie noch hätten, um Brot zu kaufen. Diese Geschichte kennen n der Tat viele von uns. Bei Markus steht sie zwei Kapitel davor in Kapitel sechs.

Richtig, es gibt zwei verschiedene Geschichten eines Speisungswunders! Diese Geschichte heute ist zum allerersten Mal als Predigttext in der Sammlung von Predigttexten. Zum ersten Mal ist diese Geschichte als Predigttext für den Erntedanktag ausgesucht.

Und tatsächlich – vielleicht versucht sie ja unseren Blick und unsere Gedanken ein wenig anders zu lenken als die Geschichte von der Speisung der fünftausend.

Sie beginnt schon ganz anders. Hier in dieser Geschichte kommen nicht die Apostel auf Jesus zu und fragen ihn, was zu tun sei, um den Hunger der Menschen zu stillen. Nein – hier schaut Jesus auf die Menschen vor ihm. Er erkennt ihren Hunger. Ihn  jammert es. Es rührt ihn an. Er weiß, wie weite Wege sie gegangen sind, um zu ihm zu kommen. Und er hält dieses Bild da vor ihm nicht aus. Er will, er muss etwas tun. Er weiß, was die Menschen jetzt brauchen. Hier geht alles von Jesus selbst aus. Er ruft die Apostel, er fragt nach, was sie noch an Vorräten haben. Er wendet sich selbst an die Menschen und bittet sie, sich hinzusetzen. Alle, die sich nun setzen, ahnen nun wohl, dass Jesus ihnen in ihrem Hunger helfen will. Sieben Brote haben sie. Und die lässt er sich geben. Alle sieben. Er sagt nicht: Gebt mir fünf, haltet zwei für euch. Haltet sie in Reserve, falls wir selbst etwas brauchen. Nein, alle sieben Brote lässt er kommen, alles was sie haben.

Und dann? Er dankt Gott, das heißt, er betet zu Gott. Jesus sieht selbst die wenigen Brote, sieht selbst die vielen Menschen; er weiß selbst, wie wenig es ist, was da vor ihm liegt. Aber – er dankt für das Wenige. Er vertraut Gott alles an. Seine eigene Sorge um die Menschen und auch das Wenige, was er hat. Dann lässt er es austeilen. Nun ahne ich seine Freude. Seine Freude, als er auf die Menschen schaut und selbst merkt: es wird reichen, sie werden satt werden. Hier könnte Jesus jetzt eigentlich aufhören.

Aber nein! In seiner Freude fragt er, ob sie noch etwas haben. Will, dass sie auch noch das Letzte, was sie haben bringen – zwei Fische. Alles, was sie noch hatten bringen sie vor ihn. Nichts haben sie mehr an versteckten Reserven für sich selbst. Und nun? Jesus dankt nicht nur, er segnet diese Gabe. Er segnet sie, damit alle Menschen dort ahnen, sehen und verstehen. Nicht Jesus ist es, der das alles wirkt. Es ist Gottes Gabe; Gottes Segen ist es, der mehr gibt, als die Menschen eigentlich brauchen. Eigentlich hätte das Brot schon gereicht, um alles satt zu machen.

Aber nein, Gott schenkt mehr als die Menschen brauchen, er schenkt sich in Fülle. Sein Segen ist es, der die Menschen durch das Brot und jetzt auch durch die Fische erreicht. Jesus weist hier von sich selbst weg auf den, der alles schenkt. Als die Menschen vor Jesus das geschmeckt, gefühlt und verstanden haben, da – und auch das ist ein eigentlich ganz unscheinbarer, aber ungemein wichtiger Satz – da ließ er sie gehen. Jesus sendet die Menschen in ihr Leben zurück in dem Vertrauen darauf, dass sie verstanden haben, und niemals mehr vergessen können, dass Gott für sie sorgt und sie satt macht. Sie werden es weitersagen, werden von Gottes Segen erzählen. Immer wenn sie Brot essen, werden sie daran denken.

Genau das ist es, was wir heute in unseren Gebeten, Gottesdiensten und Feiern bedenken. Gott schenkt sich in Fülle. Gott segnet uns durch alles, was uns satt macht an erfülltem Leben. Gott schenkt, was wir zum Leben brauchen. Er schenkt sich in unsere Sorgen, in unseren Hunger, auch in unseren Hunger nach Leben. Er schenkt sich durch alles, was wächst und uns zum Leben dient. Deshalb bitte ich euch, schaut euch um. Schaut aus euren Fenstern und seht. Es ist so viel. Schaut euch um und dankt.

Liebe Schwestern und Brüder! Liebe Leserinnen und Leser!

Wie soll unser Dank aussehen! Auch das beschreibt die Geschichte unseres Predigttextes sehr eindrücklich und vor allem eindeutig.

Und sie aßen und wurden satt. Und sie sammelten die übrigen Brocken auf, sieben Körbe voll. (V.8)

Auch die Apostel hatten es verstanden. Es war Gottes Gabe, es war Gott selbst, der sich an die Menschen verschenkt. Und es bleibt die Achtung vor Gott, nichts davon verkommen zu lassen; es sorgsam zu sammeln und Verwendung dafür zu finden. Es blieb z.B. also genügend für sie selbst übrig. Diese Körbe voll haben ihre eigenen Sorgen gestillt, selbst nicht genug zu haben. Es blieb viel mehr, als sie selbst brauchten. Ihre eigenen Sorgen hob Gott selbst auf. Er war da, auch und in Fülle genau so für sie.

Liebe Schwestern und Brüder! Liebe Leserinnen und Leser!

Gott sorgt! Gott teilt sich selbst! Er schenkt das Leben in Fülle! Diesem Grundgedanken allen biblischen Denkens, diesem Grundgedanken all unseres eigenen Glaubens haben wir die Achtung entgegenzubringen, die diese Gabe Gottes für jede und jeden von uns verdient. Wir haben sie zu würdigen, in dem wir durch unsere Art zu leben auch Gott zu verstehen geben, dass wir es eben auch verstanden haben.

So, denken jetzt einige wahrscheinlich. Jetzt kommt er mit den üblichen Erntedankstrafpredigten, die wir uns schon so oft anhören mussten. Von unserer Unfähigkeit, gerecht zu teilen, was die Erde hervorbringt; jetzt kommt der Blick auf das Plastik im Meer, vom Raubbau an der Schöpfung, und, und, und.

Nein, liebe Schwestern und Brüder, machen wir es doch anders! Schauen wir uns um. Tut es einmal. Tut es, und lasst für einen kleinen Augenblick das Staunen zu. Lasst Freude wachsen über das, was wir selbst leben dürfen, auch in dieser schwierigen Zeit. Wenn wir es nicht verlernen zu staunen, wenn wir es nicht verlernen, Freude in uns immer wieder neu wachsen zu lassen über das, was Gott uns schenkt. Dann werden wir es auch nicht verlernen, dieses eben auch allen Menschen zu gönnen und uns selbst immer wieder neu befragen, was wir selbst dazu tun können.

Aber nun stelle ich mir die Geschichte noch einmal vor Augen und erkenne etwas ganz anderes.

Kirche – auch du sollst dich in dieser Geschichte erkennen. Kannst du das? – Nein, du kannst es nicht! Ich glaube sogar, du willst es gar nicht.

Ich schaue auf die Menschen, die da vor Jesus stehen. Sie haben Hunger, sind in Not, warten darauf, dass sie satt gemacht werden. Und ich erkenne in ihnen die vielen Menschen in unseren Gemeinden, die genau so darauf warten, dass die Kirche ihnen wieder gibt, was sie wirklich brauchen – geschenkte Zeit, Zuwendung, Seelsorge, Gemeinschaft, das Wort Gottes mitten im Leben. Eine Kirche, die überhaupt noch erkennt, was die Menschen, die da immer noch in so großer Zahl vor ihren Augen steht, für ihren Glauben braucht.

Kirche, schau hin! Siehst du, wie sich einige abwenden und hungrig gehen. Sie werden nicht mehr zurückkommen. Was gibst du den anderen, denen, die darauf warten, dass du sie satt machst. Wie und wo werden sie Gott in dir erkennen und spüren, dass du sein Segen für sie sein willst?

Du hast sieben Brote, wie viele gibst du ihnen? Drei, oder vier, oder fünf? Kirche, gib alles, was du hast! Kannst du das überhaupt noch – alles geben, was du hast? Selbst wenn es wenig erscheint, es ist viel, was du geben könntest. Aber halte nichts zurück, gib dich ganz! Und da sind bestimmt noch irgendwo deine zwei Fische. Leg’ sie auch noch dazu, entäußere dich und mach diejenigen satt, die darauf warten, dass du es ihnen geben kannst und wirst.

Es geht doch nicht um deinen Selbsterhalt. Sorge für diejenigen, die vor dir stehen. Sie sind die Kirche und du bist ein Teil von ihnen. Findet wieder zueinander, teilt, was ihr habt und euch geben könnt. Und dann stell’ die Körbe bereit. Es wird so vieles für dich selbst übrig bleiben. Leg doch endlich deine Angst ab und vertraue. Tu das, was Jesus selbst getan hat. Er weist von sich weg auf Gott, er wird es wohl machen. Und tu’ du es doch auch. Es geht nicht um dich. Es geht um diejenigen, die du satt machen willst. Für sie gib alles!

Liebe Schwestern und Brüder! Liebe Leserinnen und Leser!

Diese Geschichte lehrt uns so vieles. Vor allem aber möchte sie uns auch Mut machen, doch endlich auch einmal unsere eigene Angst fallen zu lassen, dass es immer nicht reicht, dass wir selbst nicht genug sind, nicht Gott und nicht uns selbst. Ich ahne in dieser Geschichte die Freude, die in Jesus selbst wächst, als er erkennt, dass Gott sorgt, dass Gott sich kümmert und alle wieder stark macht. Deshalb lasst uns nicht nur dankbar bleiben für das, was Gott uns schenkt. Lassen wir doch auch wieder die Freude in uns wachsen, dass er es tut – immer noch, und immer neu und immer wieder. Lassen wir uns von dieser Freude anstecken und sie zur Kraft werden. Zu einer Kraft, in der wir es schaffen werden, vieles neu zu gestalten und auf den Weg zu bringen, so dass es eben für alle reicht, nicht nur für uns – nein, in dieser Welt, aber auch in unserer Kirche, vor allem aber auch und gerade in unseren Gemeinden. Lasst uns alles teilen, was wir haben, damit auch wir sehen, wie voll die Körbe werden, die wir bereitstellen werden. Und dann lasst uns dankbar werden – mit Herzen, Mund und Händen.

Und der Friede Gottes, welcher höher ist als all unsere Vernunft, bewahre eure Herzen und Sinne in Christus Jesus. Amen.

 

 Fürbittgebet

Guter und barmherziger Gott.

Wir danken dir für alles,

was du uns im vergangenen Jahr geschenkt hast.

Für das tägliche Brot, für alle Arbeit,

für das Zusammenleben in unserem Ort,

in unseren Häusern,

in unseren Familien, in unserer Gemeinde,

für alle Zuwendung, die wir bekamen oder schenken konnten,

für alle Liebe und alles Vertrauen.

 

Wir bitten für alle Menschen,

denen das tägliche Brot, die tägliche Arbeit

zum Leben und Überleben fehlt.

Gib, dass ihnen Mut und Hoffnung nicht schwinden,

weil sie in uns Menschen finden, die mit ihnen teilen,

was sie selbst als Geschenk empfangen haben.

Wir danken dir für alles, was uns zeigt,

wie schön deine Schöpfung ist,

für alles, was ringsum blüht und gedeiht,

was gewachsen ist in den Gärten und auf den Feldern.

Wir bitten dich,

dass wir das Sehen und Staunen darüber niemals verlieren.

Wir bitten dich auch,

dass wir lernen, deine Schöpfung zu erhalten,

damit auch unsere Kinder und Enkel sich an ihr freuen können.

In der Stille vertraue ich mich dir an!

 

– Kurzes Innehalten in der Stille und Zeit zum persönlichen Gebet –

 

Und dann bitte ich dich:

Sei du da mit deinem Segen

– für alle, die wir lieben.

–  für alle, die nun leben, um anderen zu helfen.

–  für alle, die sich selbst nicht helfen können.

 

Sei bei den Einsamen und Kranken.

Schenke uns Einsicht in vieles, was wir nun mittragen müssen.

Schenke uns Geduld und einen langen Atem.

Schenke uns Hoffnung, an der wir niemals zweifeln wollen.

Sei bei uns allen! Heute und in aller Zeit!

 

Guter Gott, ich bete für alle,

an die ich nun denke,

und auch für mich das Gebet,

das dein Sohn Jesus Christus uns allen hinterlassen hat

und das uns durch schwere Zeiten tragen will:

 

Vater Unser im Himmel

Geheiligt werde dein Name

Dein Reich komme

Dein Wille geschehe

Wie im Himmel so auf Erden

Unser tägliches Brot gib uns heute

Und vergib uns unsere Schuld

Wie auch wir vergeben unseren Schuldigern.

Und führe uns nicht in Versuchung,

Sondern erlöse uns von dem Bösen.

Denn dein ist das Reich und die Kraft

Und die Herrlichkeit.

In Ewigkeit.

Amen.

 

Segen

Wir denken nun an all diejenigen,

die uns am Herzen liegen

– und natürlich auch an uns selbst –

und wir sprechen die Worte des Segens,

mit denen wir unsere Gottesdienste schließen.

 

Der HERR segne dich und behüte dich!

Der HERR lasse sein Angesicht leuchten über dir

und sei dir gnädig!

Der HERR hebe sein Angesicht über dich

und gebe dir Frieden!

Amen.

 

Liebe Schwestern und Brüder!

Euch allen einen gesegneten Sonntag!

Kommt gut durch die Zeit, passt auf euch auf und bleibt gesund!

Pfarrer Rüdiger Dunkel

 

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