Liturgie und Predigt: Pfarrer Rüdiger Dunkel

 

Wochenspruch:

Gott widersteht den Hochmütigen, aber den Demütigen gibt er Gnade. (1. Petr 5,5b)

 

Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.

Unsere Hilfe steht im Namen des Herrn, der Himmel und Erde gemacht hat.

 

Eingangs- und Wochenpsalm: Aus Psalm 145

 1 Ein Loblied Davids. Ich will dich erheben, mein Gott, du König, und deinen Namen loben immer und ewiglich.

2 Ich will dich täglich loben und deinen Namen rühmen immer und ewiglich.

14 Der HERR hält alle, die da fallen, und richtet alle auf, die niedergeschlagen sind.

17 Der HERR ist gerecht in allen seinen Wegen und gnädig in allen seinen Werken.

18 Der HERR ist nahe allen, die ihn anrufen, allen, die ihn mit Ernst anrufen.

19 Er tut, was die Gottesfürchtigen begehren, und hört ihr Schreien und hilft ihnen.

20 Der HERR behütet alle, die ihn lieben, und wird vertilgen alle Gottlosen.

21 Mein Mund soll des HERRN Lob verkündigen, und alles Fleisch lobe seinen heiligen Namen immer und ewiglich.

Ehr sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist

wie es war im Anfang, jetzt und immerdar und von Ewigkeit zu Ewigkeit.

Amen.

 

Tagesgebet

Herr, guter Gott.

Gott, unser Vater!

Wie viel Einsamkeit gibt es unter uns,

wie viel Sprachlosigkeit

– gerade auch in diesen Tagen, Wochen und Monaten?

Manchmal reden wir viel und sagen doch so wenig.

Wie schwer tun wir uns, miteinander zu sprechen,

um zu sagen, wie es wirklich in uns aussieht!

Und wie wenig sprechen wir mit dir,

weil wir meinen, wir hätten keine Zeit zu beten

oder du wärest so weit weg und würdest uns nicht hören.

Befreie uns von allem,

was uns fernhält von dir.

Befreie uns von der Verschlossenheit,

in der wir verkümmern

und schenke uns das Glück der Zwiesprache

mit dir und mit unseren Mitmenschen.

So bitten wir dich: Komm, und erbarme dich unser!

Höre, Herr, wie ich in der Stille zu dir bete!

 

– Kurzes Innehalten in der Stille und Zeit zum persönlichen Gebet –

 

Wir erinnern uns,

wie Jesus auch zu uns sagt:

Ich bin der Weinstock,

ihr seid die Reben.

Wer in mir bleibt und ich in ihm,

der bringt viel Frucht.

Ehre sei Gott in der Höhe!

 

Guter Gott!

In deiner Gegenwart sind wir,

bin ich vor dir.

Wir sind niemals verlassen,

auch wenn wir manchmal meinen,

wir hätten keinen Boden unter den Füßen.

Du bist da, und du wirst immer da sein,

wo immer die Zeit uns hinführt.

Dass dieses für uns alle spürbar bleibt,

dass wir dieses immer wieder neu erfahren,

Tag für Tag,

das bitten wir in Jesus Christus,

deinem Sohn,

der mit dir und dem Heiligen Geist

lebt und regiert

von Ewigkeit zu Ewigkeit.

Amen.

 

Epistellesung: Aus dem Epheserbrief, Kapitel 2, die Verse 4-10:

 4 Aber Gott, der reich ist an Barmherzigkeit, hat in seiner großen Liebe, mit der er uns geliebt hat,

5 auch uns, die wir tot waren in den Sünden, mit Christus lebendig gemacht – aus Gnade seid ihr gerettet –;

6 und er hat uns mit auferweckt und mit eingesetzt im Himmel in Christus Jesus,

7 damit er in den kommenden Zeiten erzeige den überschwänglichen Reichtum seiner Gnade durch seine Güte gegen uns in Christus Jesus. 8 Denn aus Gnade seid ihr gerettet durch Glauben, und das nicht aus euch: Gottes Gabe ist es,

9 nicht aus Werken, damit sich nicht jemand rühme. 10 Denn wir sind sein Werk, geschaffen in Christus Jesus zu guten Werken, die Gott zuvor bereitet hat, dass wir darin wandeln sollen.

Halleluja! Dein Wort ist meines Fußes Leuchte und ein Licht auf meinem Weg. Halleluja!

  

 Glaubensbekenntnis

Wir bekennen – jede und jeder für sich und doch auch gemeinsam vor Gott – unseren christlichen Glauben:

Ich glaube an Gott, den Vater, den Allmächtigen, den Schöpfer des Himmels und der Erden. Und an Jesus Christus, seinen eingeborenen Sohn, unseren Herrn, empfangen durch den Heiligen Geist, geboren von der Jungfrau Maria, gelitten unter Pontius Pilatus, gekreuzigt, gestorben und begraben, hinabgestiegen in das Reich des Todes, am dritten Tage auferstanden von den Toten, aufgefahren in den Himmel; er sitzt zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters; von dort wird er kommen, zu richten die Lebenden und die Toten. Ich glaube an den Heiligen Geist, die heilige christliche Kirche, Gemeinschaft der Heiligen, Vergebung der Sünden, Auferstehung der Toten und das ewige Leben. Amen.

 

Tagesevangelium: Aus dem Lukasevangelium, Kapitel 18, die Verse 9-14:

(auch Predigttext)

 9 Er sagte aber zu einigen, die überzeugt waren, fromm und gerecht zu sein, und verachteten die andern, dies Gleichnis:

10 Es gingen zwei Menschen hinauf in den Tempel, um zu beten, der eine ein Pharisäer, der andere ein Zöllner.

11 Der Pharisäer stand und betete bei sich selbst so: Ich danke dir, Gott, dass ich nicht bin wie die andern Leute, Räuber, Ungerechte, Ehebrecher, oder auch wie dieser Zöllner.

12 Ich faste zweimal in der Woche und gebe den Zehnten von allem, was ich einnehme.

13 Der Zöllner aber stand ferne, wollte auch die Augen nicht aufheben zum Himmel, sondern schlug an seine Brust und sprach: Gott, sei mir Sünder gnädig!

14 Ich sage euch: Dieser ging gerechtfertigt hinab in sein Haus, nicht jener. Denn wer sich selbst erhöht, der wird erniedrigt werden; und wer sich selbst erniedrigt, der wird erhöht werden.

Amen.

 

Predigt

 Die Gnade unseres Herrn und Gottes sei mit uns allen. Amen!

Liebe Schwestern und Brüder! Liebe Leserinnen und Leser!

Ich schreibe es gleich mal vorneweg: Da ist etwas an diesem Gleichnis, das mir überhaupt nicht gefällt! Irgendwie schaut man auf dieses Gleichnis und tut genau das, was man ja offensichtlich eigentlich gar nicht soll: man achtet jemanden gering. Ja, man ist sogar versucht, die Religion eines anderen oder vielleicht auch nur seinen Frömmigkeitsstil schlecht zu machen. Und dabei ist es eigentlich ganz gleich, ob man nun wie der Pharisäer mal eben diesen Zöllner schlecht macht; oder ob man mal eben, wie wir es vielleicht lieber tun, den Pharisäer als einen Heuchler bezeichnen würden.

Deshalb gefällt es mir eben gar nicht, dass hier Menschen irgendwie in eine Schublade gepresst werden. Da sind die, die gerechtfertigt sind. Und die anderen eben nicht. Eigentlich ist es gar nicht wichtig, wer in welche Schublade gehört.

Dieses kleine Gleichnis hat in der Geschichte des Christentums leider oftmals eine Wirkung gezeigt, die nicht immer gut war. Manchmal wurde es geradezu benutzt, um eine Karikatur des Judentums, eine geradezu böswillige Karikatur zu zeichnen. Dieses kleine Gleichnis hat sich seinen Platz in der Geschichte des Antisemitismus irgendwie gesichert. Und ich kenne kaum einen biblischen Text, der mehr zu einer christlichen Überheblichkeit beigetragen hat als dieses eigentlich ja doch eher unscheinbare Stückchen Bibel.

Aber ich hoffe, wir haben alle aus der Geschichte gelernt. Niemand hat das Recht, den Glauben anderer Menschen irgendwie herunterzumachen, zu verdächtigen oder schlecht zu reden. Der dänische Theologe und Philosoph Sören Kierkegaard hat einmal einen, wie ich finde, wunderbaren Satz niedergeschrieben. Er schreibt: „Du hast nicht das Recht, den Glauben eines anderen Menschen anzuzweifeln – nur an deinem eigenen Glauben darfst du zweifeln.“

Und das versuche ich ernst zu nehmen, auch wenn es – das gestehe ich – nicht immer leicht fällt. Aber niemand hat eben das Recht, einen anderen, der seinen eigenen Glauben und sein Leben darin ernst nimmt, einen Heuchler oder Pharisäer zu nennen. Aber umgekehrt ist es dann aber auch genau so. Es ist auch nicht angeraten, die Demut und die Bescheidenheit des Zöllners als falsch und heuchlerisch zu bezeichnen.

Schaue ich in die Gleichnisse, die Jesus erzählt, sind da einige, die von zwei Personen oder von zwei Dingen handeln. Da sind zum Beispiel Maria und Marta, da sind der Richter und die arme Witwe. Hier sind es eben der Pharisäer und der Zöllner. Und je öfter ich diese Gleichnisse gelesen und über sie nachgedacht habe, desto klarer wurde es mir. Es geht niemals darum, dass Jesus hier zwei verschiedene Menschen irgendwie gegeneinander ausspielt oder so aufstellt, dass ich mich für einen von beiden entscheiden müsste. Nein, in all diesen Gleichnissen glaube ich fest daran, dass Jesus die zwei Seiten in mir selbst beschreibt. Jesus teilt die Menschen nicht auf in diejenigen, die gerechtfertigt sind, und die anderen, die es eben nicht sind. Und wir sollten das schon gar nicht tun, obwohl wir es ja manchmal leider immer wieder versuchen.

Ich möchte dieses Gleichnis eher an mich gerichtet lesen oder hören. Ich brauche dann gar nicht von „den anderen“ reden. Denn ich erkenne mich selbst.

Natürlich kann ich mich in dem Pharisäer wiedererkennen. Ich muss ihm ja deshalb nicht gleich werden. Aber da ist doch einiges, worin er uns ähnlich sein kann. Ich finde drei Punkte.

Der Pharisäer will nicht „wie die anderen sein“. Das kenne ich. In vielen Dingen möchte ich das auch nicht! Und er stellt deshalb besondere Forderungen an sich selbst. Er will sich nicht der allgemeinen Mittelmäßigkeit und der Gleichgültigkeit in vielen Dingen anpassen. Ganz ehrlich: wenn mir manchmal jemand sagt „Du bist nicht wie die anderen!“, dann verstehe ich das meist als Kompliment! Ich weiß ja selbst, dass ich das nicht bin, aber manchmal möchte ich schon ganz gern anders sein als andere, möchte zumindest nicht so sein wie sie.

Der Pharisäer hat ganz klare moralische und auch ethische Grundsätze. Er nimmt sein Glaubensleben ernst. Wer von uns wollte das für sich nicht?

Der Pharisäer muss mit einem weiteren Vorwurf leben. Er sucht die Anerkennung vor Gott. Und nicht nur das. Er sucht die Anerkennung vor Gott und den Menschen! Und bleiben wir doch auch hier einfach mal ehrlich! Wer möchte das nicht. Es ist manchmal ganz schön schwer, ohne die Anerkennung von anderen zu leben. Ich halte es für geradezu arrogant und auch verlogen, wenn jemand behauptet, es sei ihm gleichgültig, was andere von ihm oder ihr halten!

Deshalb behaupte ich es einfach einmal: in jedem Menschen wohnt solch ein Pharisäer. Wir wollen anders sein als die anderen, dennoch wollen wir respektiert sein und auch anerkannt. Wir wollen unser Leben ernst nehmen, wollen es verantwortlich leben! Das ist doch nicht schlecht oder falsch? Oder!?!

Liebe Schwestern und Brüder! Liebe Leserinnen und Leser!

Aber wenn ich sage, dass Jesus zwei Menschen vor mich stellt, um mir meine beiden Seiten aufzuzeigen, dann muss ich natürlich auch den Zöllner in mir entdecken. Ich schaue auf ihn und sage: Ja, kenne ich auch! Da ist auch die andere Seite in mir! Da sind die Dinge, über die ich nicht gerne spreche. Manchmal finde ich keine Worte, manchmal möchte ich gar nichts sagen. Da passiert im Leben viel mehr, als ich im Moment beherrschen kann. Ich kenne auch die Angst, zu kurz zu kommen. Ja, wenn ich auch hier ehrlich bleibe, wenn wir alle ehrlich bleiben, dann müssen wir doch wohl auch uns selbst eingestehen: es gibt sie – die Schattenseiten in unserem Leben! Da gibt es eben Dinge, die wir nicht kontrollieren können. Mit manchen Dingen in unserem Leben werden wir irgendwie nicht richtig fertig. So ging es dem Zöllner, so geht es eben auch uns so manches Mal!

Klar, ich habe in meinem Leben noch nie einen echten Pharisäer gesehen. Ich möchte es auch vermeiden, über jemanden so zu denken oder ihn so zu bezeichnen. Und einen Zöllner nach biblischem schlechten Vorbild habe ich so auch noch nie getroffen – jemanden, der sich nur und ausschließlich als einen armen Sünder sieht; jemanden, der gar keinen Eigenwert mehr in sich fühlt. Aber ich denke an viele Menschen die ich kenne – und da zähle ich mich zweifelsfrei dazu –, die eben beides in sich tragen. Ja, wir wissen, was wir uns selbst und anderen wert sind. Wir stellen manchmal große Forderungen an uns selbst und an unser Leben. Und dann kennen wir auch unsere Zeiten der Ohnmacht. Wir kennen auch die Sorge, ob wir uns selbst und unserem Leben gerecht werden.

Liebe Schwestern und Brüder! Liebe Leserinnen und Leser!

Vielleicht ist es ja tatsächlich so, dass dieses kleine Gleichnis mehr von der Macht und der Ohnmacht zu leben handelt. Da ist der Pharisäer und beschreibt das Starke in uns, die Macht. Und da ist der Zöllner, der für unsere Schwäche, unsere Ohnmacht steht. Und beides ist in uns und oft auch sogar sichtbar – vor Gott und vor anderen Menschen.

Vielleicht ist es ja das eine, nämlich selbstgerecht und eingenommen von sich selbst zu sein. Aber das kann man als Pharisäer genau so gut wie als Zöllner. Aber es ist doch aber etwas ganz anderes, wenn wir versuchen, wir selbst zu sein. Es ist doch gut, wenn wir uns zu uns selbst bekennen können. Sind wir dann in der Sprache der Bibel zwar nicht gerecht, aber gerechtfertigt?

Ich denke, genau davon erzählt der Schluss des kleinen Gleichnisses. Und damit hatte die Auslegung dieser Geschichte offenbar schon immer ihre Schwierigkeiten. Denn ich glaube, die Menschheit in Gerechtfertigte und nicht Gerechtfertigte aufzuteilen, ist ja wohl schon wieder ein geradezu pharisäischer Gedanke!

In alten Übersetzungen dieser Textstelle klang das noch ein wenig sympathischer und hilft vielleicht zum besseren Verständnis. Da wurde eben nicht davon gesprochen bzw. geschrieben, dass der eine gerechtfertigt ist und der andere nicht. Nein, da hieß es, dass der eine gerechtfertigt ist – vor dem anderen.

Versuchen wir es so zu verstehen, dann schauen wir auch befreiter auf den letzten Satz des Gleichnisses. „Denn wer sich selbst erhöht, der wird erniedrigt werden, und wer sich selbst erniedrigt, der wird erhöht werden“. (V.14)

Hier geht es eben nicht um die Demut oder um falsche Bescheidenheit. Wir können nicht mit unserer Fähigkeit zur Sünde geradezu „demütig prahlen“. Nein, wenn ich es annehme, dass Gott die beiden Seiten in uns selbst anrühren und anreden möchte, dann höre ich geradezu, wie er zu uns allen so spricht:

„Wenn du dich selbst erhöhst, wenn du immer an die Grenzen deiner eigenen Stärke gehst und manchmal sogar zu selbstbewusst darüber hinaus, dann wirst du so erniedrigt, dass du auch wieder deine Ohnmacht, deine Abhängigkeit heilsam neu zu spüren lernst. Du kannst nicht alles. Du hast auch nicht alles in der Hand. Auch dein manchmal von deinen eigenen Forderungen an dich selbst überfrachtetes Leben bleibt ein Leben aus meiner Gnade. Ich schenke dir alles, was du dazu brauchst!

Wenn du dich selbst erniedrigst, wenn du nur noch deine Schwäche, deine Ängste und deine vermeintliche Schuld spürst und dich nur noch von all dem lenken lässt, dann sorge ich dafür, dass du es auch wieder anders spürst. Ich erinnere dich an deine Stärke. Du bist viel mehr als du es vielleicht selbst glaubst. Auch du lebst ein Leben aus meiner Gnade. Ich schenke dir alles, was du dazu brauchst.“

Liebe Schwestern und Brüder! Liebe Leserinnen und Leser!

Ich denke, so würde Gott selbst zu uns reden. Wer sich nur stark fühlt, wird auch heilsam seine eigene Ohnmacht spüren. Wer schwach ist, den wird Gott immer wieder auch auf seine Stärken besinnen. Denn er hat seinen Sohn Jesus Christus zu beiden gesandt. Jesus Christus ist für beide gestorben und auferstanden. Für den Pharisäer und den Zöllner! Und wenn das die beiden Seiten in mir, in uns sind, dann erkennen wir es eben auch in uns und für uns. Auch für jede und jeden von uns ist er gestorben und auferstanden. Christus selbst lebt und betet in uns! Wir sind niemals allein! Nicht in unserer Stärke und nicht in unserer Ohnmacht! Er, Gott in Christus, ist uns nahe!

Und der Friede Gottes, welcher höher ist als all unsere Vernunft, bewahre eure Herzen und Sinne in Christus Jesus. Amen.

 

 Fürbittgebet

Vater im Himmel!

Wir bitten dich für alle Menschen,

denn alle sind deine Geschöpfe,

alle sind geschaffen nach deinem Ebenbild:

Lass jeden sein wahres Menschsein finden,

so dass wir uns gegenseitig Mensch und Mitmensch werden.

Wir bitten dich für die,

die Macht haben und Verantwortung in der Politik:

Gib ihnen den nötigen Weitblick,

dass sie über den jetzigen Tag hinaus denken,

dass sie wissen und berücksichtigen,

dass wir auch Verantwortung für die kommenden Generationen haben.

Gib ihnen Einsicht,

dass sie verstehen, was die Menschen wirklich brauchen:

das tägliche Brot,

ein Dach über dem Kopf,

Arbeit und gegenseitige Unterstützung,

Vertrauen in die Gerechtigkeit,

Hoffnung auf Frieden.

Und schenke uns die nötige Einsicht,

dass vieles gerade nur schwer zu leben

und auch umzusetzen ist.

Vieles ist anders geworden

und braucht unsere Geduld und einen langen Atem.

Wir bitten dich für die Kirche:

das wir alle, die wir dazugehören,

beständig sind in der Liebe zu deinem Wort,

dass wir das Evangelium von deiner Liebe

in allem zum Maßstab machen

und es glaubwürdig bezeugen

mit unseren Taten, mit unserem Denken

und auch mit unseren Worten.

Dazu hilf uns durch deinen Geist.

 

– Kurzes Innehalten in der Stille und Zeit zum persönlichen Gebet –

 

Und dann bitte ich dich:

Sei du da mit deinem Segen

– für alle, die wir lieben.

–  für alle, die nun leben, um anderen zu helfen.

–  für alle, die sich selbst nicht helfen können.

 

Sei bei den Einsamen und Kranken.

Schenke uns Einsicht in vieles, was wir nun mittragen müssen.

Schenke uns Geduld und einen langen Atem.

Schenke uns Hoffnung, an der wir niemals zweifeln wollen.

Sei bei uns allen! Heute und in aller Zeit!

 

Guter Gott, ich bete für alle,

an die ich nun denke,

und auch für mich das Gebet,

das dein Sohn Jesus Christus uns allen hinterlassen hat

und das uns durch schwere Zeiten tragen will:

 

Vater Unser im Himmel

Geheiligt werde dein Name

Dein Reich komme

Dein Wille geschehe

Wie im Himmel so auf Erden

Unser tägliches Brot gib uns heute

Und vergib uns unsere Schuld

Wie auch wir vergeben unseren Schuldigern.

Und führe uns nicht in Versuchung,

Sondern erlöse uns von dem Bösen.

Denn dein ist das Reich und die Kraft

Und die Herrlichkeit.

In Ewigkeit.

Amen.

 

Segen

Wir denken nun an all diejenigen,

die uns am Herzen liegen

– und natürlich auch an uns selbst –

und wir sprechen die Worte des Segens,

mit denen wir unsere Gottesdienste schließen.

 

Der HERR segne dich und behüte dich!

Der HERR lasse sein Angesicht leuchten über dir

und sei dir gnädig!

Der HERR hebe sein Angesicht über dich

und gebe dir Frieden!

Amen.

 

Liebe Schwestern und Brüder!

Euch allen einen gesegneten Sonntag!

Kommt gut durch die Zeit, passt auf euch auf und bleibt gesund!

Pfarrer Rüdiger Dunkel

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