Liturgie und Predigt von Pfarrer Rüdiger Dunkel

 

Wochenspruch:

Wandelt als Kinder des Lichts; die Frucht des Lichts ist lauter Güte und Gerechtigkeit und Wahrheit. (Eph 5,8b.9)

 

Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.

Unsere Hilfe steht im Namen des Herrn, der Himmel und Erde gemacht hat.

 

Eingangs- und Wochenpsalm: Aus Psalm 48

 2 Groß ist der HERR und hoch zu rühmen in der Stadt unsres Gottes, auf seinem heiligen Berge.

3 Schön ragt empor sein Gipfel, daran sich freut die ganze Welt.

9 Wie wir’s gehört haben, so sehen wir’s an der Stadt des HERRN Zebaoth, an der Stadt unsres Gottes: Gott erhält sie ewiglich.

10 Gott, wir gedenken deiner Güte in deinem Tempel.

11 Gott, wie dein Name, so ist auch dein Ruhm bis an der Welt Enden. Deine Rechte ist voll Gerechtigkeit.

12 Es freue sich der Berg Zion, und die Töchter Juda seien fröhlich um deiner Rechte willen.

13 Ziehet um den Zion herum und umschreitet ihn, zählt seine Türme; 14 habt gut acht auf seine Mauern, durchwandert seine Paläste, dass ihr den Nachkommen davon erzählt:

15 Dieser ist Gott, unser Gott für immer und ewig. Er ist’s, der uns führet.

Ehr sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist

wie es war im Anfang, jetzt und immerdar und von Ewigkeit zu Ewigkeit.

Amen.

 

Tagesgebet

Guter Gott!

Betrachte ich mich selbst,

so erkenne ich,

dass ich meinen Mitmenschen viel von dem schuldig bleibe,

was ich mir von ihnen so sehr wünsche.

Ich sehe ihre Schwächen viel deutlicher als das,

was sie gut machen.

Ich versuche, denen aus dem Weg zu gehen,

die mich Geduld und Zeit kosten könnten.

Ich möchte mich lieber heraushalten.

Vor dir, guter Gott,

möchte ich still werden und dir meine Schuld bekennen.

 

– Kurzes Innehalten in der Stille und Zeit zum persönlichen Gebet –

 

Dankbar erkenne ich,

dass dein Licht, lebenschaffender Gott,

mir in meinem Nächsten begegnet

und dass auch ich

anderen Menschen zum Licht werden kann.

Denn wir waren vormals Finsternis,

nun aber sind wir Licht in dem Herrn.

Ehre sei Gott in der Höhe!

 

Gott, des Lebens,

lass uns für dein Licht empfänglich sein

und hilf uns, daß es durch uns

die Welt wärmer und heller macht.

Laß dein Licht in unserem Leben scheinen,

so dass wir dich allezeit erkennen dürfen.

Das bitten wir in Jesus Christus, deinem Sohn,

der mit dir und dem Heiligen Geist

lebt und regiert von Ewigkeit zu Ewigkeit.

Amen.

 

Tagesevangelium: Aus dem Johannesevangelium, Kapitel 9, die Verse 1-7:

 1 Und Jesus ging vorüber und sah einen Menschen, der blind geboren war. 2 Und seine Jünger fragten ihn und sprachen: Rabbi, wer hat gesündigt, dieser oder seine Eltern, dass er blind geboren ist?

3 Jesus antwortete: Es hat weder dieser gesündigt noch seine Eltern, sondern es sollen die Werke Gottes offenbar werden an ihm.

4 Wir müssen die Werke dessen wirken, der mich gesandt hat, solange es Tag ist; es kommt die Nacht, da niemand wirken kann.

5 Solange ich in der Welt bin, bin ich das Licht der Welt.

6 Als er das gesagt hatte, spuckte er auf die Erde, machte daraus einen Brei und strich den Brei auf die Augen des Blinden

7 und sprach zu ihm: Geh zu dem Teich Siloah – das heißt übersetzt: gesandt – und wasche dich! Da ging er hin und wusch sich und kam sehend wieder.

Halleluja! Vom Aufgang der Sonne bis zu ihrem Niedergang sei gelobet der Name des Herrn. Halleluja

 

Glaubensbekenntnis

Wir bekennen – jede und jeder für sich und doch auch gemeinsam vor Gott – unseren christlichen Glauben:

Ich glaube an Gott, den Vater, den Allmächtigen, den Schöpfer des Himmels und der Erden. Und an Jesus Christus, seinen eingeborenen Sohn, unseren Herrn, empfangen durch den Heiligen Geist, geboren von der Jungfrau Maria, gelitten unter Pontius Pilatus, gekreuzigt, gestorben und begraben, hinabgestiegen in das Reich des Todes, am dritten Tage auferstanden von den Toten, aufgefahren in den Himmel; er sitzt zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters; von dort wird er kommen, zu richten die Lebenden und die Toten. Ich glaube an den Heiligen Geist, die heilige christliche Kirche, Gemeinschaft der Heiligen, Vergebung der Sünden, Auferstehung der Toten und das ewige Leben. Amen.

 

Epistellesung: Aus dem Epheserbrief, Kapitel 5, die Verse 8b-14:

(auch Predigttext)

 8b Wandelt als Kinder des Lichts;

9 die Frucht des Lichts ist lauter Güte und Gerechtigkeit und Wahrheit. 10 Prüft, was dem Herrn wohlgefällig ist,

11 und habt nicht Gemeinschaft mit den unfruchtbaren Werken der Finsternis; deckt sie vielmehr auf.

12 Denn was von ihnen heimlich getan wird, davon auch nur zu reden ist schändlich.

13 Das alles aber wird offenbar, wenn’s vom Licht aufgedeckt wird; 14 denn alles, was offenbar wird, das ist Licht. Darum heißt es: Wach auf, der du schläfst, und steh auf von den Toten, so wird dich Christus erleuchten.

15 So seht nun sorgfältig darauf, wie ihr euer Leben führt, nicht als Unweise, sondern als Weise.

Amen.

 

Predigt

 Die Gnade unseres Gottes sei mit uns allen. Amen!

 Liebe Schwestern und Brüder! Liebe Leserinnen und Leser!

Was sind sogenannte „Lichtgestalten“? – Die meisten, zumindest die Fußballbegeisterten unter uns, werden jetzt sofort denken: Franz Beckenbauer! Er wurde oft so bezeichnet, nämlich als die „Lichtgestalt des deutschen Fußballs“. Bis dann doch auch dieses Licht offensichtlich gar nicht mehr so hell strahlte!

Lichtgestalten? – Das sind keine Fabelwesen oder Märchengestalten; es sind auch nicht Erscheinungen, die man nicht fassen kann, oder Gestalten, die nur in unserer Vorstellung existieren. Nein, es sind tatsächlich ganz konkrete, lebendige Menschen. Menschen, durch deren Gegenwart es freundlicher und heller wird. Menschen, in deren Nähe wir uns wohl fühlen. Menschen, die Wärme und Freude verbreiten; die – im Bild gesprochen – Licht in das Leben anderer Menschen bringen. Es ist, als ob die Sonne aufgehen und die Dunkelheit vertreiben würde – und das oft allein durch ihr Erscheinen, durch ihr Dasein, aber auch durch ihren liebevollen Blick, ihre freundliche Zuwendung, ihr einfühlendes Sprechen, ihre tröstenden, streichelnden und helfenden Hände. Wie sehr haben sich gerade in den letzten Monaten in vielen Wohnungen, in den Krankenhäusern und auch an den Lebensorten behinderter und auch alter Menschen viele nach genau solchen Menschen gesehnt – in einer Zeit, in der Besuch für sie ganz ausgeschlossen war.

Zu allen Zeiten hat es solche Menschen – solche „Lichtgestalten“ – gegeben, bekannte und auch weniger bekannte und, vor allem, sehr viele unbekannte. Auch in unserer Zeit hat es sie gegeben. Ich z.B. denke an zwei Menschen, die für viele andere stehen. Für mich sind sie es, weil ich ihnen in meinem Leben begegnen und eben spüren durfte, dass es so etwas gibt. Es gibt Menschen, die einfach dadurch, dass sie da sind, anderen das Leben hell machen. Für mich waren und sind es Frère Roger Schutz, und der Engel der Armen in Kalkutta, Mutter Teresa. Frère Roger ist der Begründer von Taizé, dem weltbekannten Ort der Versöhnung und Gemeinschaft über alle Grenzen von Konfessionen und Nationen hinweg, wo jährlich hunderttausende Menschen aller Altersstufen, vor allem aber Jugendliche aus der ganzen Welt zusammenkommen zu gemeinsamem Feiern und Beten und dabei etwas von dieser einen weltweiten Kirche Jesu erleben und verwirklichen. Ich durfte dort eine Zeitlang leben und lernen, was mich in meinem Glauben trägt.

Und da ist die Ordensschwester Teresa. Sie setzte ihr ganzes Leben dafür ein, für die Ärmsten der Armen in Kalkutta in den Slums und im Besonderen für die Leprakranken da zu sein und wurde dadurch zur Mutter Teresa. Eine – ja ich sage es einmal so – eine winzige Frau, aber mit einem Riesenherz und einem Blick, der wie eine Predigt war über die Güte Gottes.

Für Tausende von Menschen sind diese beiden Menschen zu wahren Lichtgestalten geworden. Sie haben Licht und Liebe, Trost und Freude in das Leben dieser Menschen gebracht. Aber es sind, Gott sei Dank, nicht die einzigen Lichtgestalten. Da sind nämlich auch die ganz anderen. Und es gibt sie auch heute, gerade heute in Krankenhäusern und Altenheimen, in Kirchengemeinden und Sozialstationen. Wie sehr standen sie gerade in den letzten Monaten im Fokus unserer Aufmerksamkeit, weil sie den Dient taten und tun mussten, bei denen wir alle ihnen nicht helfen konnten, weil wir es nicht durften. Niemals hätte ich gedacht, dass solch eine Zeit einmal kommt, und da bin ich ja nicht der einzige. Viele haben für sie auf den Balkonen gestanden und applaudiert. Ich habe es nicht getan! Ich habe etwas anderes getan. Ich habe meine Hände nicht zum Applaus auf meiner Terrasse erhoben. Nein, das nicht! Aber ich habe meine Hände erhoben, sie gefaltet und für sie gebetet. Ein Dankgebet an den lieben Gott, dass er immer wieder Menschen zu anderen sendet, die auf einmal sogar ihr eigenes Leben riskieren müssen, um anderen beistehen zu können. Ein Bittgebet für alle in diesem Dienst, dass ihr Dienst zum Segen wird! Und auch dafür, dass sie endlich irgendwann in naher Zukunft auch einmal das bekommen, was sie verdienen! Nämlich viel mehr als unseren Applaus und schöne Worte! Nämlich den Respekt und auch eine angemessene Entlohnung für einen Dienst, den sie ja auch stellvertretend für mich und alle anderen machen!

Lichtgestalten – es gibt sie vielleicht ja sogar auch in unserem Freundes- und Bekanntenkreis, vielleicht sogar in unseren Familien. Sie sind leider oft nur wenig bekannt und wirken doch so segensreich.

Aber es sind viel zu wenige, denken vielleicht jetzt einige. Denn sonst sähe es in unserer Gesellschaft und Welt doch wohl ganz anders aus. Sie, liebe Schwestern und Brüder, werden wohl nicht wenig staunen, wenn wir uns durch unser Predigtwort sagen lassen: Ihr seid Kinder des Lichts. (Eph 5,8) Unser Herr Jesus spricht uns im Evangelium an einer Stelle sogar als etwas ganz Besonderes an: Ihr seid das Licht der Welt! (Mt 5,14) Mit anderen Worten: Ihr seid solche Lichtgestalten!

Man könnte zusammenzucken, wenn man sich vorstellt, dass wir, dass jede und jeder von uns gemeint ist! Ist das nicht ein viel zu hoher Anspruch? Denn in unserem Leben gibt es doch manchmal so viel Finsternis, so viel an Zweifel, Traurigkeit, Bedürftigkeit und auch Unvollkommenheit. Sind wir es also wirklich – Kinder des Lichts? Lichtgestalten? Noch einmal: Was ist denn überhaupt eine Lichtgestalt?

Eine Lichtgestalt – so denke ich es – strahlt durch ihr Leben und ihr Wirken Licht aus. Es ist aber nicht ihr eigenes Licht. Es ist ein anderes Licht. Welches denn? Wenn uns in der Bibel erzählt wird, dass Gott den Menschen erscheint, dann geschieht das meist als überirdischer, großer Lichtglanz, heller alles Licht der Sonne und alles erfüllend. So hat es Mose erfahren, der König Salomo, die Propheten Jesaja und Hesekiel. Überall, wo wir von Gottes Herrlichkeit hören, ist von diesem überirdischen Lichtglanz die Rede. Das hebräische und griechische biblische Wort für diesen göttlichen Lichtglanz ist in unsere Sprache als „Herrlichkeit“ übersetzt worden. Auch die Psalmen bekennen Gott als das Licht: „Der Herr ist mein Licht und mein Heil“ (Psalm 27, 1).

Dieser Lichtglanz ist erschienen bei der Verkündigung der Geburt Jesu. Bei seiner Verklärung erschien Jesus seinen Jüngern als leuchtend helles, glänzendes Licht vom Himmel. Von einer Lichtgestalt ist bei der Auferstehung Jesu die Rede. Dem fanatischen Christenverfolger Saul erscheint der Auferstandene als unfassbar großes Licht, vor dem er ohnmächtig in den Staub fällt und drei Tage nichts mehr sehen kann, bis er geheilt und nun als Paulus selbst zu einer Lichtgestalt für die Christen wird. Als glänzend leuchtende Lichtgestalt erscheint der Auferstandene schließlich dem Seher Johannes in ihrer ganzen Herrlichkeit (Offb 1,13-18).

Aus all dem lernen wir Eines: Gott selbst, Gott in seinem Sohn Jesus Christus ist und bleibt die eigentliche Lichtgestalt. Durch sein Reden und Wirken, durch sein Sterben und Auferstehen hat er Licht in das Leben von uns Menschen gebracht, das Licht der Zuwendung und der Liebe Gottes. Von ihm geht sei göttliches Licht aus und erfüllt die Menschen, die in der Dunkelheit von Einsamkeit und Verlassenheit, von Krankheit und Leid, von Schuld und Trauer leben, mit Trost und Freude, Zuversicht und Heil. Genau deshalb kann er von sich sagen: Ich bin das Licht der Welt! (Joh 8,12)

Liebe Schwestern und Brüder! Liebe Leserinnen und Leser!

Und nun werden wir alle heute in unserem Predigttext alle als Kinder des Lichts angesprochen – trotz unserer Fehler und Schwächen, trotz unserer Unvollkommenheit. Wir werden so angesprochen und sind es in Gottes Augen auch, weil wir daran denken dürfen und sollen, wir sind es nicht aus unseren eigenen Kräften und Fähigkeiten und unserem Willen und Bemühen, sondern es ist und bleibt ein Geschenk! Ich denke, dass sich weder Frère Roger noch Mutter Teresa gesagt haben: Ich will so eine Lichtgestalt sein. Vielleicht haben sie es gar nicht gewusst und haben es auch gar nicht gewollt – und sie waren es doch. So könnte es doch deshalb auch bei uns sein!

Kinder des Lichtes werden wir durch die Heilige Taufe. In ihr sagt Gott bedingungslos „Ja“ zu uns und macht öffentlich und deutlich, dass er uns als seine Kinder sieht und will. In der taufe wird uns das persönlich zugeeignet, was Jesus selbst für die Menschen getan hat. Wir gehören zu ihm, in das Reich des Lichtes. Dadurch werden wir eben zu Kindern des Lichtes.

Unser Schriftwort ist im Besonderen zur Zeit seiner Entstehung an die Getauften in der damaligen Gemeinde Ephesus gerichtet. Es möchte sie daran erinnern, was sie sind und was die Taufe für sie und ihr Leben bedeutet. Taufe ist der große Umbruch in ihrem Leben. Früher waren sie Heiden und lebten in Unzucht und Ausschweifung, Habgier und Geschwätzigkeit. Sie ließen sich mit vielen leeren Worten leicht verführen; sie waren vor Gott wie tot. Nun aber gehören sie zu Jesus Christus als seine Nachfolger und sind neue Menschen, auferstanden zu neuem Leben, Kinder des Lichtes. Und das hat grundlegende Auswirkungen für ihr Leben. So will es der Apostel ihnen sagen und in ihr Herz legen.

Viele von uns erinnern sich an die eigene Taufe nicht mehr, da wir als Säuglinge getauft worden sind und von Anfang an zu Jesus gehören. Das ist für uns fast zu selbstverständlich geworden. Wir haben diesen radikalen Umbruch nicht bewusst erlebt. Genau deshalb müssen wir uns auch heute wieder diese Worte des Epheserbriefes zusprechen lassen, sie eben auch an uns gerichtet neu hören. Auch wir sollen wieder daran erinnert werden, wer wir sind und was die Taufe für unser Leben und für das Leben der Welt bedeutet.

Liebe Schwestern und Brüder! Liebe Leserinnen und Leser!

Kinder des Lichtes erkennt man an den Früchten des Lichtes, mit anderen Worten, daran, was dieses Licht bewirkt und wie es sich auf unser Leben und Tun auswirkt. Fünferlei wird uns da genannt. Güte, Gerechtigkeit, Wahrheit, Prüfen, Aufdecken. Jedes dieser Worte ist von Gewicht; über jedes wäre viel zu schreiben. Ich möchte es nur andeutungsweise tun.

Güte – Güte kommt von gut sein. Sie ist die Weise, wie wir einander gesonnen sind und miteinander umgehen; wie wir voneinander denken und sprechen. Güte heißt natürlich auch Gutes tun; sie ist Liebe in umfassendem Sinn.

Gerechtigkeit – Gerechtigkeit ist das, was Gott uns schenkt. In Jesus werden wir so, wie es Gott recht ist. Darum versuchen wir, seinem Anspruch gerecht zu werden und setzen wir uns für Gottes Recht und Gerechtigkeit bei uns und in der Welt ein, auch und besonders gegenüber allem Unrecht und aller Ungerechtigkeit. Gerechtigkeit ist, den anderen und auch uns selbst gerecht zu werden.

Wahrheit – Wahrheit wir in unserem Herrn Jesus Christus. Er selbst ist die Wahrheit. In der Wahrheit leben heißt, in ihm und aus seiner Kraft zu leben und unser Leben von ihm bestimmen zu lassen. Das schließt dann selbstverständlich ein, dass wir wahrhaftig miteinander umgehen, die Wahrheit zu sagen bereit sind und dazu stehen und für die Wahrheit auch eintreten.

Prüfen – Kinder des Lichtes sind Menschen, die alles, was sie hören und sehen, und auch sich selbst immer wieder prüfen. Sie tun und übernehmen nichts, ohne es daraufhin zu prüfen, ob es Gott wohlgefällig ist, seinem Wort und Willen entspricht, in der Liebe geschieht und dem Kommen seines Reiches dient.

Aufdecken – Gottes Licht ist auch ein durchdringendes Licht, das beides, das Finstere und das Verborgene, ans Licht bringt. Als Kinder dieses Lichtes leben heißt darum auch, finstere Machenschaften, Heimlichkeiten, Bosheiten, Zwielichtigkeiten und Gemeinheiten als solche zu erkennen und aufzudecken, denn das alles hat vor Gottes Licht keinen Bestand.

Solches Aufdecken tun in der gegenwärtigen Zeit vor allem die Medien. Aber sie tun es oft in der Pose eines Moralapostels und Richters, sie tun es mit Lieblosigkeit und Häme. Dadurch werden betroffene Menschen oft fertig gemacht, manchmal nur auf Grund eines vagen Verdachts, der sich nachträglich als falsch herausstellt. Kinder des Lichtes decken auch auf, aber sie tun es in der Liebe: nicht um vorzuführen und zu verurteilen, sondern um zu helfen und zurechtzubringen – wie es Jesus selbst getan hat. Und gerade das ist in der momentanen Zeit, in der wir leben, so besonders wichtig geworden. Hetzern und Verschwörungstheoretikern mit der wahrheit entgegenzutreten, auch wenn diese Wahrheit eine unbequeme und manchmal nur schwer auszuhaltende ist. Aber sie bleibt eben wahr. Und ihr sind wir alle von Gott her verpflichtet!

Liebe Schwestern und Brüder! Liebe Leserinnen und Leser!

Kinder des Lichtes, Lichtgestalten zu sein – das ist ein hoher Anspruch. Wer von uns kann ihm eigentlich gerecht werden?! Oft verdunkeln wir doch dieses Licht, sind zu wenig durchscheinend für dieses göttliche Licht, ja wir weichen diesem Licht sogar aus. Das alles weiß unser Herr Jesus Christus, denn er sieht in unser Herz! Er kennt uns besser als wir selbst uns kennen. Und wenn er uns dann trotzdem – oder gerade sogar darum als Kinder des Lichtes anspricht, dann können wir doch nur dieses Eine tun: uns diesem Licht aussetzen und öffnen, damit es uns erfülle und wir anderen Menschen zum Licht werden. Dazu sind wir berufen – jede und jeder von uns mit den Mitteln, Worten und Talenten, die Gott selbst in uns gelegt hat! Zu nicht mehr sind wir berufen,  aber auch nicht zu weniger! Amen.

Und der Friede Gottes, welcher höher ist als all unsere Vernunft, bewahre eure Herzen und Sinne in Christus Jesus.

Amen.

 

 

Fürbittgebet

Gott, du bist das Licht,

das uns allen neues Leben eröffnet.

Könnten wir doch so frei sein,

dass wir einander nicht als Feinde,

sondern als Geschwister begegnen,

dass wir einander nicht ängstigen,

sondern vertrauen,

dass wir einander Leben nicht verwehren,

sondern Leben erschließen.

Könnten wir es doch wagen loszulassen,

womit wir einander beschweren,

und miteinander suchen,

was unser Leben trägt und erfüllt!

Könnten wir doch Phantasie entwickeln:

Grenzen, die uns noch trennen, zu überwinden;

Waffen, mit denen wir drohen, zu begraben;

die Gesetze, mit denen wir einander bedrücken,

zu verändern;

und so eine Gemeinschaft zu werden,

in der es menschlich und geschwisterlich zugeht.

Was mir auf der Seele liegt,

bringe ich in der Stille vor dich.

 

– Kurzes Innehalten in der Stille und Zeit zum persönlichen Gebet –

 

Und dann bitte ich dich:

Sei du da mit deinem Segen

– für alle, die wir lieben.

–  für alle, die nun leben, um anderen zu helfen.

–  für alle, die sich selbst nicht helfen können.

 

Sei bei den Einsamen und Kranken.

Schenke uns Einsicht in vieles, was wir nun mittragen müssen.

Schenke uns Geduld und einen langen Atem.

Schenke uns Hoffnung, an der wir niemals zweifeln wollen.

Sei bei uns allen! Heute und in aller Zeit!

 

Guter Gott, ich bete für alle,

an die ich nun denke,

und auch für mich das Gebet,

das dein Sohn Jesus Christus uns allen hinterlassen hat

und das uns durch schwere Zeiten tragen will:

 

Vater Unser im Himmel

Geheiligt werde dein Name

Dein Reich komme

Dein Wille geschehe

Wie im Himmel so auf Erden

Unser tägliches Brot gib uns heute

Und vergib uns unsere Schuld

Wie auch wir vergeben unseren Schuldigern.

Und führe uns nicht in Versuchung,

Sondern erlöse uns von dem Bösen.

Denn dein ist das Reich und die Kraft

Und die Herrlichkeit.

In Ewigkeit.

Amen.

 

Segen

 

Wir denken nun an all diejenigen,

die uns am Herzen liegen

– und natürlich auch an uns selbst –

und wir sprechen die Worte des Segens,

mit denen wir unsere Gottesdienste schließen.

 

Der HERR segne dich und behüte dich!

Der HERR lasse sein Angesicht leuchten über dir

und sei dir gnädig!

Der HERR hebe sein Angesicht über dich

und gebe dir Frieden!

Amen.

 

Liebe Schwestern und Brüder!

Euch allen einen gesegneten Sonntag!

Kommt gut durch die Zeit, passt auf euch auf und bleibt gesund!

Pfarrer Rüdiger Dunkel

 

Leave a Comment