Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.

Unsere Hilfe steht im Namen des Herrn, der Himmel und Erde gemacht hat.

 

Eingangs- und Wochenpsalm: Psalm 113

 Gottes Hoheit und Huld

1 Halleluja! Lobet, ihr Knechte des HERRN, lobet den Namen des HERRN!

2 Gelobt sei der Name des HERRN von nun an bis in Ewigkeit!

3 Vom Aufgang der Sonne bis zu ihrem Niedergang sei gelobet der Name des HERRN!

4 Der HERR ist hoch über alle Völker; seine Herrlichkeit reicht, so weit der Himmel ist.

5 Wer ist wie der HERR, unser Gott, der oben thront in der Höhe,

6 der niederschaut in die Tiefe, auf Himmel und Erde;

7 der den Geringen aufrichtet aus dem Staube und erhöht den Armen aus dem Schmutz,

8 dass er ihn setze neben die Fürsten, neben die Fürsten seines Volkes;

9 der die Unfruchtbare im Hause wohnen lässt, dass sie eine fröhliche Kindermutter wird. Halleluja!

Ehr sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist

wie es war im Anfang, jetzt und immerdar und von Ewigkeit zu Ewigkeit.

Amen.

 

Gebet

Guter Gott, es ist wahr:

Ohne Hoffnung auf Wandel gibt es keinen Frieden,

kein Glück, finden wir keinen Sinn.

Gern hantieren wir mit Neuheiten,

und verschließen uns doch

der erneuernden Kraft deines Geistes.

Nimm uns die Furcht vor neuen Anfängen,

die du mit uns machst.

Stärke uns,

unsere Schuld vor dir zu bekennen,

lass uns spüren,

wie du davon befreien willst.

Komm, Herr, und erbarme dich unser!

 

– Kurzes Innehalten in der Stille und Zeit zum persönlichen Gebet –

 

So erinnern wir uns, was uns verheißen ist:

Und es soll geschehen in den letzten Tagen,

spricht Gott, da will ich ausgießen von meinem Geist

auf alles Fleisch;

und eure Söhne und Töchter sollen weissagen,

und eure Alten sollen Träume haben.

 

Guter Gott und Vater,

du kennst uns lange,

siehst in unser Herz.

Du merkst, wenn wir uns verändern.

Wir merken es manchmal nicht.

Gib, daß wir nicht erschrecken müssen

vor unserer neuen Gestalt.

Gib, daß wir deine Liebe wiederspiegeln,

wenn wir uns verändern.

Das bitten wir in Jesu Namen.

Amen.

 

Tagesevangelium: Aus dem Johannesevangelium, Kapitel 13, die Verse 1-8

Es war aber ein Mensch unter den Pharisäern mit Namen Nikodemus, einer von den Oberen der Juden.

Der kam zu Jesus bei Nacht und sprach zu ihm: Meister, wir wissen, du bist ein Lehrer, von Gott gekommen; denn niemand kann die Zeichen tun, die du tust, es sei denn Gott mit ihm.

Jesus antwortete und sprach zu ihm: Wahrlich, wahrlich,  sage dir: Es sei denn, daß jemand von neuem geboren werde, so kann er das Reich Gottes nicht sehen.

Nikodemus spricht zu ihm: Wie kann ein Mensch geboren werden, wenn er alt ist? Kann er denn wieder in seiner Mutter Leib gehen und geboren werden?

Jesus antwortete: Wahrlich, wahrlich, ich sage dir: Es sei denn, daß jemand geboren werde aus Wasser und Geist, so kann er nicht in das Reich Gottes kommen.

Was vom Fleisch geboren ist, das ist Fleisch; und was vom Geist geboren ist, das ist Geist.

Wundere dich nicht, daß ich dir gesagt habe: Ihr müsst von neuem geboren werden.

Der Wind bläst, wo er will, und du hörst sein Sausen wohl; aber du weißt nicht, woher er kommt und wohin er fährt. So ist es bei jedem, der aus dem Geist geboren ist.

Halleluja! Komm, Heiliger Geist, erfüll die Herzen deiner Gläubigen und entzünde in ihnen das Feuer deiner göttlichen Liebe! Halleluja!

 

Glaubensbekenntnis

Wir bekennen – jede und jeder für sich und doch auch gemeinsam vor Gott – unseren christlichen Glauben:

Ich glaube an Gott, den Vater, den Allmächtigen, den Schöpfer des Himmels und der Erden. Und an Jesus Christus, seinen eingeborenen Sohn, unseren Herrn, empfangen durch den Heiligen Geist, geboren von der Jungfrau Maria, gelitten unter Pontius Pilatus, gekreuzigt, gestorben und begraben, hinabgestiegen in das Reich des Todes, am dritten Tage auferstanden von den Toten, aufgefahren in den Himmel; er sitzt zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters; von dort wird er kommen, zu richten die Lebenden und die Toten. Ich glaube an den Heiligen Geist, die heilige christliche Kirche, Gemeinschaft der Heiligen, Vergebung der Sünden, Auferstehung der Toten und das ewige Leben. Amen.

 

 Epistellesung: Aus dem 4. Buch Mose, Kapitel 6, die Verse 22-27

(auch Predigttext)

 Der priesterliche Segen

22 Und der HERR redete mit Mose und sprach:

23 Sage Aaron und seinen Söhnen und sprich: So sollt ihr sagen zu den Israeliten, wenn ihr sie segnet:

24 Der HERR segne dich und behüte dich;

der HERR lasse sein Angesicht leuchten über dir und sei dir gnädig;

26 der HERR hebe sein Angesicht über dich und gebe dir Frieden.

27 So sollen sie meinen Namen auf die Israeliten legen, dass ich sie segne.

Amen.

 

Predigt

 Die Gnade unseres Gottes sei mit uns allen. Amen!

Liebe Schwestern und Brüder, liebe Leserinnen und Leser!

Hier zuerst noch einmal die Worte aus dem heutigen Predigttext, die mich dazu gebracht haben, Euch heute einmal eher erinnernd erzählend zu „lesepredigen“.

Aus dem Buch Numeri, dem 4. Buch Mose, lesen wir noch einmal aus dem 6. Kapitel die Verse 24-26:

„Der HERR segne dich und behüte dich; der HERR lasse sein Angesicht leuchten über dir und sei dir gnädig; der HERR hebe sein Angesicht über dich und gebe dir Frieden.“Dieser sogenannte „aaronitische Segen“, so wie er auch in der alttestamentlichen Lesung weiter oben zu finden ist, gehört zu meinen persönlichen „TOP 3 – Bibeltexten“. Alle, die mich kennen, wissen von mir, dass der Vers Lk 15,20 mein ganz persönlicher „Lebenstext“ ist, weswegen ich sogar auf langen Umwegen Pfarrer geworden bin, und dass Psalm 121 mein Lieblingspsalm ist. Und direkt dahinter kommt eben der heutige Predigttext aus dem Alten Testament, aus dem Buch Numeri, dem 4. Buch Mose, aus dem 6. Kapitel die Verse 24-26.

Die Worte des Segens, so wie sie uns hier geschenkt sind, sind wohl die Worte, die ich als Pfarrer am häufigsten aus der Bibel zitiert habe. Jedes Mal und überall dort, wo wir Gottesdienste feiern, stehen sie am Schluss eines Gottesdienstes. Und nur ganz selten weiche ich von ihnen ab. Ich tue das deshalb so ungern, weil ich mir immer schon vorgestellt habe, dass hier Gott noch einmal selbst zu Wort kommt und all denjenigen, die da gerade vor ihm versammelt sind, verspricht, immer bei ihnen zu sein und sie neu ins Leben sendet. Und ich möchte am Ende eines Gottesdienstes niemals meine Worte gewichtiger finden, als die Worte, die Gott selbst für seinen Segen gefunden hat.

Diese Worte des aaronitischen Segens begleiten mich, seit der Gottesdienst für mich der Ort geworden ist, an dem ich immer wieder erleben durfte, wie Gott spricht und sich den Menschen zuwendet. Er tut es eben nicht nur durch die Predigt und diejenigen, die sich darum bemühen sein Wort zu „übersetzen“ und den Menschen zu erklären. Er tut es eben auch durch seinen Segen, und er tut es mit seinen eigenen Worten!

Damit ich zu dieser Einsicht gelangen konnte, hat dieser Segen in mir gearbeitet, ist mir nahe gekommen. Und er ist für mich untrennbar verbunden mit zwei ganz lieben Menschen in der Gemeinde, in der ich meinen Dienst tun darf, die mich gelehrt haben, es so zu sehen, wie ich es gerade etwas weiter oben beschrieben habe. Vor einigen Jahren schon musste ich beide beerdigen, sie starben kurz nacheinander. Er war ein Kollege. Nein, ich schreibe es etwas anders. Er war ein ganz besonderer Kollege und Lehrer für mich. Es war seine tiefe Geistlichkeit, besonders aber seine Demut vor Gott, die mich immer sehr berührte. Er schaffte es in jeder Begegnung, immer Gott den Vortritt zu lassen. Er brachte wirklich Gott den Menschen nahe. Und das in seiner ganz unnachahmlichen stillen Fröhlichkeit. Und sie – sie war Pfarrfrau! Im besten Sinne! Sie scheute kein direktes Wort, sie konnte zupacken, war unglaublich kreativ und immer zu jeder Hilfe bereit.

Die beiden saßen im Gottesdienst, ich erinnere mich gut und gern daran. Nach seinem Ruhestand waren sie in unsere Gemeinde gezogen. Es kam der Schluss des Gottesdienstes. Und ich sprach den Segen. Ich sprach ihn so, wie ich es immer tat. Ich hob meine Hände zum Segen, so wie es viele Kolleginnen und Kollegen am Ende eines Gottesdienstes tun und sagte: „Der Herr segne uns und behüte uns. Der Herr lasse sein Angesicht über uns leuchten und sei uns gnädig. Der Herr erhebe sein Angesicht auf uns und schenke uns seinen Frieden. Amen!“

Kurz danach stand ich am Ausgang unserer Kirche, um alle zu verabschieden. Irgendwann kam sie, die Pfarrfrau! Sie kam auf mich zu, wir gaben uns die Hand und sie sagte: „Das war kein Segen! Nächsten Sonntag möchte ich gesegnet werden!“ Direkt dahinter kam er, mein Kollege. „Sie meint es nicht so! Bis nächsten Sonntag!“ sagte er und gab mir ebenfalls die Hand, lächelnd wie immer. Verdutzt stand ich da. Was hatte ich falsch gemacht? Es ließ mir die ganze Woche über keine Ruhe. Was hatte ich falsch gemacht?

Der nächste Sonntag kam, wir feierten wieder Gottesdienst. Es kam wieder zum Segen. Diesmal passte ich auf, wo der Fehler liegen könnte. Ich hob wieder meine Hände – wie immer. Ich sagte die gleichen Worte „Der Herr segne uns und behüte uns …“ – wie immer. Ich hatte alles richtig gemacht. Zufrieden ging ich an den Ausgang. Sie kam. Händeschüttelnd sagte sie: „Sie sollten öfter in der Bibel lesen! Dann würden sie Gott die Ehre geben! Ich möchte den Segen zugesprochen bekommen!“ Er kam wieder hinter ihr her. „Machen sie sich nichts draus! Sie meint es nicht so!“ sagte er und ging ein paar Schritte. Dann blieb er stehen und drehte sich noch einmal zu mir um. Er lächelte mich an und sagte: „Aber sie hat Recht! Einen schönen Sonntag noch!“

Zwei Tage später besuchte ich die beiden. Ich wollte wissen, was ich in ihren Augen falsch machte. Wir nahmen uns eine Bibel und lasen was da an dieser Stelle Num 6, 24-26 wirklich stand. „Der HERR segne dich und behüte dich; der HERR lasse sein Angesicht leuchten über dir und sei dir gnädig; der HERR hebe sein Angesicht über dich und gebe dir Frieden.“  „Aber das sag’ ich doch auch!“ war mein erster Gedanke und Satz danach. „Nein“, sagte er – mein Kollege – „du sagst nicht „dich“, du sagst „uns“! Und das ist ein Unterschied! Ein großer Unterschied! Du bist der Bote, der Überbringer des Segens Gottes! Sein Segen ist ein großes Geschenk an alle! Es ist seine gute Gabe für alle, die vor ihm stehen und ihn empfangen! Es ist sein Versprechen, bei jedem einzelnen und bei gleichzeitig deshalb auch bei allen Menschen zu sein! Also verschenk’ Gottes Wort reichlich!“

Dieser Nachmittag bei diesen wunderbaren beiden Menschen war für mich mein ganz persönliches drittes Erlebnis, neu zu erfahren, wie Gott für uns Menschen ist und wie er natürlich auch für mich ist. Die ersten beiden Erlebnisse mit Texten aus der Bibel, die mich zu dem gemacht haben, was und wie ich bin, habe ich ganz zu Anfang kurz genannt. Hier – im aaronitischen Segen – begegnet mir meine „dritte Säule“, auf die der Gott, an den ich glaube, gebaut ist.

Ich habe damals verstanden, worin der Unterschied zwischen den Worten, die ich bis dahin benutzt hatte, und dem, was uns als Segen und als heutiger Predigttext in der Bibel tatsächlich begegnet. Ich hatte bis dahin immer die Formulierung „Gott segne uns und behüte uns …“ als Segen zum Schluss eines Gottesdienstes benutzt. Ich hatte nämlich niemals vor, mich über die Gemeinde zu erhöhen und etwas auf sie zu legen, was ich durch die Geste der erhobenen Hände allerdings eigentlich immer sowieso schon getan hatte. Meine Absicht war es bis dahin, mich auf eine Stufe mit der Gemeinde vor Gott zu stellen und gemeinsam mit allen, um seinen Segen zu bitten. Deshalb immer mein „Gott segne uns und behüte uns …“. Es war aber dann tatsächlich eine Bitte! Ein Bitte um Gottes Segen!

Und genau so hatte es die Pfarrfrau immer auch empfunden, aber es kam dann eben kein Segen mehr. Nach ihrer Ansicht beendete ich meine Gottesdienste immer mit der Bitte um einen Segen. Aber dann blieb der Segen eben aus. Und sie verließ immer die Kirche mit dem Gefühl, Gottes Segen noch irgendwie oder irgendwo erfahren zu müssen. Irgendwie fühlte sie sich eben ungesegnet!

Aber das Wichtigste, das mir in dem Gespräch mit meinem Kollegen klar wurde – und das hat mich bis heute eben geprägt und dankbar gemacht -, war etwas anderes.

Er hat mich gelehrt, dass ich mich als Pfarrer am Ende eines Gottesdienstes noch einmal sehr sensibel zu einem Werkzeug Gottes machen lassen darf. Gott nimmt mich in seinen Dienst, damit ich sein – und eben nicht mein – Wort weitersage. Genau wie z.B. in der Predigt auch!

Ich darf am Ende eines Gottesdienstes seinen Segen weitergeben. Er geht durch meinen Mund und durch meine Hände. Es ist sein Geschenk an alle Menschen, und es geht auch durch mich! Es ist sein Geschenk an jeden einzelnen Menschen, der vor ihm steht. Ganz egal wie jung oder alt, ganz egal wie fromm oder unfromm, ganz egal wie einheimisch oder fremd!

Mich hat diese Einsicht, die ich durch einen Kollegen geschenkt bekam, der unvergesslich in meinem Herzen bleibt, bis heute und zukünftig verändert. Und viele, die mich lange in meinem Dienst begleiten, wissen das.

Ich habe seitdem sogar meine Segensgeste verändert. Niemals mehr habe ich meine Hände zum Segen über die Gemeinde erhoben. Segen ist und bleibt Geschenk Gottes. Deshalb strecke ich, während ich nun die Segensworte spreche, meine Hände mit den Handflächen nach oben zur Gemeinde hin. Der Segen ist und bleibt ein Geschenk. Und ich überreiche es praktisch in Gottes Namen an die, die vor ihm versammelt sind, weiter.

Seit ich gelernt habe, all mein pfarramtliches Handeln im Gottesdienst in erster Linie immer durch die Augen Gottes, zu sehen, der mich dazu in Gottesdiensten, bei Taufen, Konfirmationen, Trauungen und bei Beerdigungen in den Dienst nimmt, höre ich am Ende eines Gottesdienstes geradezu immer, wie er zu den Menschen spricht, wenn er sagt – und nun übersetze ich die Segensworte aus dem Buch Numeri tatsächlich einmal:

„Ich segne dich! Ich behüte dich und verlasse dich nie! Ich schaue dich an und freue mich über dich! Ich richte dich niemals, sondern wende mich dir in all meiner Gnade und Liebe zu! Ich schaue auf dich und um dich herum, damit du sicher in mir leben darfst. Ich schenke dir meinen Frieden, in dem deine Seele Ruhe findet und dir alle Angst genommen ist! Lebe und sei gewiss: Ich lebe mit dir!“

Das alles ist uns gewiss und von Gott zugesprochen, wenn wir am Ende eines Gottesdienstes eben nicht nur einfach durch den Menschen, der am Altar steht, Gott um seinen Segen bitten. Dazu können Lieder wie „Komm, Herr, segne uns“ oder „Herr, wir bitten, komm und segne uns“ vor den Segensworten eher helfen, solch eine Bitte vor Gott zu bringen, und das können wir durchaus zusammen tun – wenn wir es denn irgendwann wieder können und dürfen.

Nein, wir dürfen uns wirklich segnen und behüten lassen. Gott selbst schenkt uns sein Versprechen, bei uns zu sein, als seinen Segen. Und deshalb heißt es eben richtig, so wie es heute auch in unserem Predigttext steht: „Der Herr segne dich und behüte dich. Der Herr lasse sein Angesicht über dir leuchten und sei dir gnädig. Er hebe sein Angesicht auf dich und schenke dir Frieden!“ Obwohl, so manches Mal bin ich auch dem untreu geworden, wenn ich das „dich“ durch ein „euch“ ersetze. Aber es bleibt dann immer noch eher sein Segen als es durch das „uns“ zu einer Bitte formuliert wird.

Eine Bitte am Schluss habe ich noch! Wenn Ihr, liebe Schwestern und Brüder,  unsere Lesegottesdienste aufmerksam verfolgt – und ich freue mich sehr darüber, dass es einige tun und auch weitergeben -, dann wisst ihr, dass ich weiter unten in den gottesdienstlichen Texten vor dem Segen immer darum bitte, sich die Menschen vorzustellen, an die Ihr gerade denkt und die Ihr dem Segen Gottes anvertraut.

Und nun meine Bitte: tut es auch! Stellt euch die Menschen vor, die in eurem Herzen sind und für die ihr selbst Gott um seinen Segen bitten möchtet. Und dann lasst Euch in den Dienst nehmen von Gott! Lasst Gottes Worte durch Euren Mund gehen, sprecht die Segensworte, so wie ihr sie dort findet. Es ist Gottes Stimme, die durch euch geht und aus euch kommt! Vielleicht segnet Ihr sie sogar aus der Entfernung auch mit Euren Händen und teilt somit Gottes Freude aus! Der Segen Gottes als Ausdruck seines Versprechens an alle und seine Freude über alle – all das geht auch durch Euch – durch Euer Herz, aus Eurem Mund und durch Eure Hände! Und natürlich gilt das alles auch Euch! Denn ein guter Herr und Vater sorgt immer auch für seine Dienerinnen und Diener! Seid gesegnet und behütet!

Und der Friede Gottes, welcher höher ist als all unsere Vernunft, bewahre eure Herzen und Sinne in Christus Jesus. Amen.

 

Fürbittgebet

Guter und gütiger Gott,

du wirst andere Menschen aus uns machen.

Du willst nicht,

daß wir einander zerstören,

du willst,

daß wir deine Liebe leben;

sie neu zu leben lernen.

Darüber dürfen wir uns freuen,

denn wir leiden an uns selbst,

dass wir nicht sind,

wie du uns haben willst.

 

Wir bitten dich:

Gewähre uns genug Zeit,

schenke uns eine neue Zeit,

dass der neue Mensch in uns wachsen kann.

Schenke uns den nötigen Raum,

damit wir nicht heimatlos werden,

wenn wir vertraute Standpunkte verlassen.

Wir sehen auf die Menschen neben uns.

Gib,

dass wir niemanden danach beurteilen,

was er im Augenblick darstellt,

sondern herausfinden,

wer er wirklich ist.

 

Schenke uns Geduld miteinander,

schenke uns Zeit und Raum,

damit wir untereinander zu leben lernen,

wie du es willst.

 

So vieles müssen wir in diesen Tagen neu bedenken,

so viele Sorgen begleiten uns.

Alles, was uns so sicher schien,

wir stellen es infrage.

Da ist die Unruhe in uns über das,

was werden wird.

Schenke uns die Ruhe,

damit wir in der Stille zu dir beten können.

 

– Kurzes Innehalten in der Stille und Zeit zum persönlichen Gebet –

 

Sei du da mit deinem Segen

– für alle, die wir lieben.

–  für alle, die nun leben, um anderen zu helfen.

–  für alle, die sich selbst nicht helfen können.

Sei bei den Einsamen und Kranken.

Schenke uns Einsicht in vieles, was wir nun mittragen müssen.

Schenke uns Geduld und einen langen Atem.

Schenke uns Hoffnung, an der wir niemals zweifeln wollen.

Sei bei uns allen! Heute und in aller Zeit!

 

Guter Gott, ich bete für alle,

an die ich nun denke,

und auch für mich das Gebet,

das dein Sohn Jesus Christus uns allen hinterlassen hat

und das uns durch schwere Zeiten tragen will:

Vater Unser im Himmel

Geheiligt werde dein Name

Dein Reich komme

Dein Wille geschehe

Wie im Himmel so auf Erden

Unser tägliches Brot gib uns heute

Und vergib uns unsere Schuld

Wie auch wir vergeben unseren Schuldigern.

Und führe uns nicht in Versuchung,

Sondern erlöse uns von dem Bösen.

Denn dein ist das Reich und die Kraft

Und die Herrlichkeit.

In Ewigkeit.

Amen.

 

Segen

Wir denken nun an all diejenigen,

die uns am Herzen liegen

– und natürlich auch an uns selbst –

und wir sprechen die Worte des Segens,

mit denen wir unsere Gottesdienste schließen.

 

Der HERR segne dich und behüte dich!

Der HERR lasse sein Angesicht leuchten über dir

und sei dir gnädig!

Der HERR hebe sein Angesicht über dich

und gebe dir Frieden!

Amen.

 

 Liebe Schwestern und Brüder!

Euch allen einen gesegneten Sonntag! Kommt gut durch die Zeit, passt auf euch auf und bleibt gesund!

Pfarrer Rüdiger Dunkel

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