Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.

Unsere Hilfe steht im Namen des Herrn, der Himmel und Erde gemacht hat.

 

Eingangs- und Wochenpsalm: Psalm 27, die Verse 1.7-14

1 Der HERR ist mein Licht und mein Heil; vor wem sollte ich mich fürchten?

7 HERR, höre meine Stimme, wenn ich rufe; sei mir gnädig und antworte mir!

8 Mein Herz hält dir vor dein Wort: / »Ihr sollt mein Antlitz suchen.« Darum suche ich auch, HERR, dein Antlitz.

9 Verbirg dein Antlitz nicht vor mir, verstoße nicht im Zorn deinen Knecht! Denn du bist meine Hilfe; verlass mich nicht und tu die Hand nicht von mir ab, du Gott meines Heils!

10 Denn mein Vater und meine Mutter verlassen mich, aber der HERR nimmt mich auf.

11 HERR, weise mir deinen Weg und leite mich auf ebener Bahn um meiner Feinde willen.

12 Gib mich nicht preis dem Willen meiner Feinde! Denn es stehen falsche Zeugen wider mich auf und tun mir Unrecht.

13 Ich glaube aber doch, dass ich sehen werde die Güte des HERRN im Lande der Lebendigen.

14 Harre des HERRN! Sei getrost und unverzagt und harre des HERRN!

Ehr sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist

wie es war im Anfang, jetzt und immerdar und von Ewigkeit zu Ewigkeit.

Amen.

 

Gebet

Jesus Christus,

immer wieder fragen wir uns:

Wer hört eigentlich, wenn wir rufen?

Wer tröstet uns, wenn wir einmal traurig sind?

Wer fängt uns auf, wenn wir einmal fallen?

Wer gibt uns einmal zu essen, wenn wir hungrig sind;

und vielleicht auch ganz ohne irgendwelche Mittel?

Wer sieht unser Unrecht und unsere Fehler und hilft uns?

Wer erkennt unsere Einsamkeit?

Du selbst, Herr, willst Antwort auf unsere Fragen sein.

Du kommst und erbarmst dich unser!

So lernen wir, neu zu vertrauen und zu danken.

Und sprechen:

Danket dem Herrn, denn er ist freundlich

und seine Güte währet ewiglich.

Er erhört uns in aller Angst.

Es ist gut, auf den Herrn zu vertrauen

und sich nicht zu verlassen auf Menschen und Mächte.

Der Herr ist meine Macht und mein Heil.

Ich werde nicht sterben, sondern mit ihm leben.

Guter Gott und Vater, höre uns und lasse dich hören.

In dieser ungewissen Zeit lasse uns Ruhe finden

und sprich du in der Stille neu zu uns.

In aller Unruhe unserer Herzen schenke uns dein Wort

und tröste uns mit der Kraft deiner Liebe.

Guter Gott und Vater, höre uns und lasse dich hören.

Das bitten wir in Jesus Christus,

deinem Sohn, unserem Herrn,

der mit dir und dem heiligen Geist

lebt und regiert

von Ewigkeit zu Ewigkeit.

Amen.

 

Tagesevangelium: Aus dem Johannesevangelium, Kapitel 16, die Verse 5-15

Das Werk des Heiligen Geistes

5 Jetzt aber gehe ich hin zu dem, der mich gesandt hat; und niemand von euch fragt mich: Wo gehst du hin?

6 Doch weil ich dies zu euch geredet habe, ist euer Herz voll Trauer.

7 Aber ich sage euch die Wahrheit: Es ist gut für euch, dass ich weggehe. Denn wenn ich nicht weggehe, kommt der Tröster nicht zu euch. Wenn ich aber gehe, werde ich ihn zu euch senden.

8 Und wenn er kommt, wird er der Welt die Augen auftun über die Sünde und über die Gerechtigkeit und über das Gericht;

9 über die Sünde: dass sie nicht an mich glauben;

10 über die Gerechtigkeit: dass ich zum Vater gehe und ihr mich hinfort nicht seht; 11 über das Gericht: dass der Fürst dieser Welt gerichtet ist.

12 Ich habe euch noch viel zu sagen; aber ihr könnt es jetzt nicht ertragen.

13 Wenn aber jener kommt, der Geist der Wahrheit, wird er euch in aller Wahrheit leiten. Denn er wird nicht aus sich selber reden; sondern was er hören wird, das wird er reden, und was zukünftig ist, wird er euch verkündigen.

14 Er wird mich verherrlichen; denn von dem Meinen wird er’s nehmen und euch verkündigen.

15 Alles, was der Vater hat, das ist mein. Darum habe ich gesagt: Er nimmt es von dem Meinen und wird es euch verkündigen.

Halleluja! Der Herr ist auferstanden! Er ist wahrhaftig auferstanden! Halleluja!

 

Glaubensbekenntnis

Wir bekennen – jede und jeder für sich und doch auch gemeinsam vor Gott – unseren christlichen Glauben:

Ich glaube an Gott, den Vater, den Allmächtigen, den Schöpfer des Himmels und der Erden. Und an Jesus Christus, seinen eingeborenen Sohn, unseren Herrn, empfangen durch den Heiligen Geist, geboren von der Jungfrau Maria, gelitten unter Pontius Pilatus, gekreuzigt, gestorben und begraben, hinabgestiegen in das Reich des Todes, am dritten Tage auferstanden von den Toten, aufgefahren in den Himmel; er sitzt zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters; von dort wird er kommen, zu richten die Lebenden und die Toten. Ich glaube an den Heiligen Geist, die heilige christliche Kirche, Gemeinschaft der Heiligen, Vergebung der Sünden, Auferstehung der Toten und das ewige Leben. Amen.

 

Alttestamentliche Lesung: Aus Jeremia, Kapitel 31, die Verse 31-34

(auch Predigttext)

Der neue Bund

31 Siehe, es kommt die Zeit, spricht der HERR, da will ich mit dem Hause Israel und mit dem Hause Juda einen neuen Bund schließen,

32 nicht wie der Bund gewesen ist, den ich mit ihren Vätern schloss, als ich sie bei der Hand nahm, um sie aus Ägyptenland zu führen, mein Bund, den sie gebrochen haben, ob ich gleich ihr Herr war, spricht der HERR;

33 sondern das soll der Bund sein, den ich mit dem Hause Israel schließen will nach dieser Zeit, spricht der HERR: Ich will mein Gesetz in ihr Herz geben und in ihren Sinn schreiben, und sie sollen mein Volk sein, und ich will ihr Gott sein.

34 Und es wird keiner den andern noch ein Bruder den andern lehren und sagen: »Erkenne den HERRN«, denn sie sollen mich alle erkennen, beide, Klein und Groß, spricht der HERR; denn ich will ihnen ihre Missetat vergeben und ihrer Sünde nimmermehr gedenken.

Amen.

 

Predigt

Gnade sei mit Euch und Friede von dem, der da ist, der da war und der da sein wird.

Nein, diesen Sonntag mag ich nicht im Verlauf des Kirchenjahres – und ob er wirklich in die Freudenzeit ist für mich die Frage. Jesus ist endgültig gegangen, und die Bibel berichtet, dass die Jünger sich ängstlich verkriechen. Jesus hat den Tröster verheissen, aber es scheinen Zweifel bestanden zu haben. Jedenfalls berichtet der Anfang der Pfingstgeschichte, dass sich die Jünger mehr oder weniger verkrochen haben. Und die Jünger wussten noch nicht, dass schon an und mit Pfingsten alles anders wird.

Und natürlich ist es ganz etwas anderes, ob man sich von Angesicht zu Angesicht sieht oder dies mittels irgendwelcher technischer Hilfsmittel ersetzt. Wie sehr einem schnell der persönliche Kontakt fehlt, haben wir in den vergangenen Wochen schmerzvoll entdecken müssen. Telefonieren, skypen oder zoomen ersetzt eben die persönliche Begegnung nicht.

Und so ist dieser Sonntag für mich passend für diese Zeit, in der wir auf bessere Zeiten zugehen, aber ein Freudensonntag? Eher ein Hoffnungslicht auf das, was da kommt, ein Vorfreudensonntag auf Pfingsten zu, wo wir uns hoffentlich und endlich wieder von Angesicht zu Angesicht im Gottesdienst sehen werden.

Aber zurück zum Predigttext! Jeremia lebte in einer dunklen Zeit im 6. Jahrhundert vor Christus. Weite Teile von Israel und Juda sind von den Babyloniern eingenommen worden. Die Städte dort sind zerstört, die Führungsschicht des Landes wurde nach Babylon umgesiedelt. Jerusalem aber war noch frei. Und der König tat so, als ob das auch immer so bleiben würde. Dabei kamen die Babylonier mit ihrer mächtigen Armee immer näher. Jeremia erkennt: Jerusalem hat keine Chance! Und er weiß: Das ist Gottes gerechte Strafe dafür, dass das Volk seinen Bund gebrochen hat. Als Prophet hat Jeremia viel zu tun: Schon lange hielten sich der König und die Menschen nicht mehr an Gottes Gebote. Sie verehren andere Götter, sie kümmern sich nicht um Witwen und Waisen, sie lügen, betrügen und stehlen. Deshalb, so richtet Jeremia die Botschaft Gottes aus, wird Gott die Babylonier über Jerusalem kommen lassen und Jerusalem wird zerstört werden, so wie es bereits den Dörfern und Städten im Norden ging. Aber weder der König, noch die Priester, noch das Volk wollten auf Jeremia hören, sie vertrauten darauf: Gott wohnt im Tempel. Er garantiert unsere Sicherheit. Jerusalem ist uneinnehmbar. Für sie war Jeremia deshalb ein Schwarzseher, ein Unruhestifter, ein Spinner. Aber Jeremia ließ sich nicht von seinem Weg abbringen. Er predigte den Untergang, auch wenn er verhaftet und geschlagen wurde, wenn Anschläge auf ihn verübt werden und er in Lebensgefahr war.

Und dann trat ein, was Jeremia vorausgesagt hatte: Die Babylonier belagerten Jerusalem. Und angesichts der unmittelbar bevorstehenden Katastrophe redet Jeremia ganz anders.

Als alle wussten, dass sie jetzt dem Untergang und Verderben entgegen gehen und bereuten, dass sie Gottes Weg verlassen haben, sagt Jeremia eine Zeit voraus, in der Gott seinen Bund erneuern wird. Dann wird der Mensch Gott erkennen, und das Gesetz Gottes wird den Menschen ins Herz geschrieben sein. Sie werden Gottes Wort befolgen, nicht weil sie es müssen und weil sie dazu ermahnt werden, sondern weil sie es wollen. Das ist nicht das Ende, sagt Jeremia voraus, auch wenn Jerusalem jetzt zerstört wird, auch wenn ihr in das Exil geführt werdet, auch wenn ihr so weit von Gottes Wegen und seinem Gesetz entfernt seid, das ist nicht das Ende. Gottes Weg mit euch geht weiter, Gottes Gnade wird größer sein als eure Schuld. „Es lohnt sich“, könnte Jeremia den Menschen sagen, „es lohnt sich, weiterzumachen, nicht aufzugeben, zu Gott zurückzukehren. Das ist nicht das Ende. In Gottes Namen sage ich euch: Es wird eine Zeit kommen, da wird alles wieder gut.“ Diese Zeit kommt allerdings nicht gleich und oft gerade dann nicht, wenn man sie sich als Mensch am meisten wünscht.

„Es kommt die Zeit“, sagt Gott. Sie ist eben noch nicht da. Und so neigen wir dazu, uns zu verkriechen, wie es die Jünger zwischen Himmelfahrt und Pfingsten getan haben. Aber Gott gibt nicht auf. Er will, dass es am Ende gut wird für seine Menschen. Er will, dass sie gut leben. Deshalb hat er sein Volk Israel aus der Sklaverei in Ägypten befreit. Deshalb hat er ihnen die 10 Gebote auf den steinernen Tafeln gegeben. Deshalb hat Gott seine Propheten geschickt, die unter dem Einsatz des eigenen Lebens Gottes Willen ausrichten. Und deshalb schickte Gott seinen Sohn Jesus Christus auf die Erde, damit die Menschen erfahren, wie gut es Gott mit ihnen meint. Als Jesus dann am Kreuz starb, dachten die Menschen, die an ihn glaubten und die mit ihm gegangen sind, dass dies das Ende wäre. Aber sie durften erfahren, dass Gott einen neuen Anfang setzte, denn Jesus war nach drei Tagen wieder lebendig. Und als Jesus dann an Himmelfahrt in den Himmel fuhr, schien das wieder das Ende zu sein. Aber es war nicht das Ende, Gott sandte seinen Heiligen Geist und machte wieder einen Anfang, und seine frohe Botschaft breitete sich aus bis an das Ende der Welt.

Und am Ende dieser Zeit wird seine neue Welt kommen. Wie diese neue Welt, diese neue Zeit aussehen wird, wissen wir nicht wirklich, aber Jeremia lässt uns einen Blick darauf werfen.

Für diese Zeit, die kommen soll, sagt Jeremia einen Bund Gottes mit den Menschen voraus. Dann werden die Menschen nicht mehr nach Gott fragen müssen, sondern sie werden ihn erkennen, und sein Gesetz soll in ihre Herzen geschrieben sein. Ohne Zweifel wird das auch wieder die Erde neu machen. Und diese neue Zeit strahlt schon jetzt in diese Welt.

Für uns Christen hat mit Jesus Gottes neuer Bund mit uns Menschen begonnen. In Jesus stellt Gott sich ein für allemal auf die Seite der Menschen. Er wird selbst ein Mensch. Wir müssen nicht mehr rätseln, wie Gott ist. Aus den Worten und Geschichten Jesu wissen wir, wie Gott ist. In Jesus gibt sich Gott zu erkennen. Die Liebe ist sein Gesetz. Die Liebe ist das Gesetz, das Jesus gelebt hat. Die Liebe ist das Gesetz, das uns Gott ins Herz gibt. Die Liebe ist das Gesetz, das uns sagt, was zu tun und was zu lassen ist. Die Liebe macht, dass das Ende gut wird. Wo die Liebe regiert, ist die Zeit, von der der Prophet Jeremia spricht, schon angebrochen. Sie ist noch nicht vollendet. Die Vollendung ist noch nicht ganz da, aber Jeremia blickt bis an das Ende der Welt. Fast ganz am Ende der Bibel werden Jeremias Worte noch einmal zitiert. Dort beschreibt der Seher Johannes, wie es sein wird, wenn am Ende der Zeit Gottes neues Reich anbricht und wenn wirklich alles gut sein wird: Und Gott wird bei ihnen wohnen, und sie werden sein Volk sein und er selbst, Gott mit ihnen, wird ihr Gott sein; und Gott wird abwischen alle Tränen von ihren Augen, und der Tod wird nicht mehr sein, noch Leid noch Geschrei noch Schmerz wird mehr sein, denn das Erste ist vergangen. (Offb 21,3b-4). Dann erst wird das Ende sein, dahin sind wir unterwegs durch die Zeit und dann wird es wahrlich gut sein.

Dem aber, der überschwänglich tun kann über alles hinaus, was wir bitten oder verstehen, nach der Kraft, die in uns wirkt, dem sei Ehre in der Gemeinde und in Christus Jesus durch alle Geschlechter von Ewigkeit zu Ewigkeit! (Eph3, 20f)

Und der Friede Gottes, der Frieden möglich macht, indem er in unsere Herzen einzieht, der bewahre uns alle durch unsern Glauben an unseren Herrn Jesus Christus zum Leben in seinem Reich.

Amen.

 

Fürbittgebet

Guter Gott! Wir rufen zu dir:

Gott, viele fühlen sich leer,

ausgelaugt und ohne Halt.

Lege ihnen die Liebe neu ins Herz,

damit sie sich und anderen wieder etwas zutrauen.

Herr, erbarme dich!

Viele fühlen sich einsam,

ohne Menschen, die ihnen zuhören können.

Laß sie gute und neue Erfahrungen machen

– gerade auch in dieser Zeit –,

damit sie sich wieder freuen können

und das Leben neu entdecken.

Herr, erbarme dich!

Viele sind wie stumm,

können nicht in Worte fassen,

was sie bedrückt und quält.

Richte sie auf, damit sie ein neues Licht sehen,

Hilfe finden, und wieder sprechen

und sogar wieder singen lernen.

Herr, erbarme dich!

Viele fürchten sich vor dem,

was kommt und ihnen geschehen könnte.

Alles ist ungewiss.

Stärke ihren Glauben,

damit sie mutig werden

und alle Angst verlieren.

Denn du bist da – für uns!

Herr, erbarme dich!

Herr, schau’ auf uns!

Schenke du uns allen deinen Segen!

Schenke deinen Segen den Menschen,

die mir heute besonders am Herzen liegen.

Sei du da mit deinem Segen

– für alle, die wir lieben.

  für alle, die nun leben, um anderen zu helfen.

  für alle, die sich selbst nicht helfen können.

Sei bei den Einsamen und Kranken.

Schenke uns Einsicht in vieles, was wir nun mittragen müssen.

Schenke uns Geduld und einen langen Atem.

Schenke uns Hoffnung, an der wir niemals zweifeln wollen.

Sei bei uns allen! Heute und in aller Zeit!

Guter Gott, ich bete für alle, an die ich nun denke, und auch für mich das Gebet, das dein Sohn Jesus Christus uns allen hinterlassen hat und das uns durch schwere Zeiten tragen will:

Vater Unser im Himmel

Geheiligt werde dein Name

Dein Reich komme

Dein Wille geschehe

Wie im Himmel so auf Erden

Unser tägliches Brot gib uns heute

Und vergib uns unsere Schuld

Wie auch wir vergeben unseren Schuldigern.

Und führe uns nicht in Versuchung,

Sondern erlöse uns von dem Bösen.

Denn dein ist das Reich und die Kraft

Und die Herrlichkeit.

In Ewigkeit.

Amen.

 

Segen

Wir denken nun an all diejenigen, die uns am Herzen liegen – und natürlich auch an uns selbst – und wir sprechen die Worte des Segens, mit denen wir unsere Gottesdienste schließen.

Der Herr segne euch und behüte euch.

Der Herr lasse sein Angesicht über euch leuchten

und sei euch gnädig.

Der Herr erhebe sein Angesicht auf euch

und schenke euch Frieden.

Amen.

 

Ihnen allen einen gesegneten Sonntag!

Kommen Sie gut durch die Zeit, passen Sie auf sich auf und bleiben Sie gesund!

Oliver Schmidt, Pfr.

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