Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.

Unsere Hilfe steht im Namen des Herrn, der Himmel und Erde gemacht hat.

 

Eingangs- und Wochenpsalm: Aus Psalm 34

 2 Ich will den HERRN loben allezeit; sein Lob soll immerdar in meinem Munde sein.

3 Meine Seele soll sich rühmen des HERRN, dass es die Elenden hören und sich freuen.

4 Preiset mit mir den HERRN und lasst uns miteinander seinen Namen erhöhen!

5 Da ich den HERRN suchte, antwortete er mir und errettete mich aus aller meiner Furcht.

6 Die auf ihn sehen, werden strahlen vor Freude, und ihr Angesicht soll nicht schamrot werden.

7 Als einer im Elend rief, hörte der HERR und half ihm aus allen seinen Nöten.

8 Der Engel des HERRN lagert sich um die her, die ihn fürchten, und hilft ihnen heraus.

9 Schmecket und sehet, wie freundlich der HERR ist. Wohl dem, der auf ihn trauet!

10 Fürchtet den HERRN, ihr seine Heiligen! Denn die ihn fürchten, haben keinen Mangel.

11 Reiche müssen darben und hungern; aber die den HERRN suchen, haben keinen Mangel an irgendeinem Gut.

Ehr sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist

wie es war im Anfang, jetzt und immerdar und von Ewigkeit zu Ewigkeit.

Amen.

 

Guter Gott und Vater!

Wenn einer wüsste,

der andere schämt sich nicht, wenn er ihm hilft

– viele würden hingehen und trösten.

Wenn einer wüsste,

der andere lacht nicht über ihn, wenn er ihm sagt: „Ich brauche dich“

– viele würden Vertrauen fassen.

Wenn einer wüsste,

der andere bemerkt, daß er ernst genommen wird

– viele könnten ihre Zweifel zerstreuen.

In all unserer eigenen Unsicherheit,

die wir so manches Mal an den Tag legen,

bitten wir dich:

Komm, Herr, und erbarme dich unser!

 

– Kurzes Innehalten in der Stille und Zeit zum persönlichen Gebet –

 

Wir denken daran, dass Gott uns gnädig ist.

Er sagt zu uns:

Siehe ich breite deinen Frieden aus, wie einen Strom.

Ich will euch trösten, wie einen seine Mutter tröstet.

 

Guter Gott und Vater,

ohne dich vermögen wir nichts,

darum hoffen wir auf deine Hilfe:

Gib uns deinen Geist,

dass wir wollen, was dich erfreut,

und tun, was du von uns erwartest.

Das bitten wir

durch unseren Herrn Jesus Christus, deinen Sohn,

der mit dir und dem heiligen Geist

lebt und regiert von Ewigkeit zu Ewigkeit.

Amen.

 

Tagesevangelium: Aus dem Lukasevangelium, Kapitel 19, die Verse 19-31

Vom reichen Mann und armen Lazarus

19 Es war aber ein reicher Mann, der kleidete sich in Purpur und kostbares Leinen und lebte alle Tage herrlich und in Freuden.

20 Es war aber ein Armer mit Namen Lazarus, der lag vor seiner Tür voll von Geschwüren

21 und begehrte, sich zu sättigen mit dem, was von des Reichen Tisch fiel; dazu kamen auch die Hunde und leckten seine Geschwüre.

22 Es begab sich aber, daß der Arme starb, und er wurde von den Engeln getragen in Abrahams Schoß. Der Reiche aber starb auch und wurde begraben.

23 Als er nun in der Hölle war, hob er seine Augen auf in seiner Qual und sah Abraham von ferne und Lazarus in seinem Schoß.

24 Und er rief: Vater Abraham, erbarme dich meiner und sende Lazarus, damit er die Spitze seines Fingers ins Wasser tauche und mir die Zunge kühle; denn ich leide Pein in diesen Flammen.

25 Abraham aber sprach: Gedenke, Sohn, daß du dein Gutes empfangen hast in deinem Leben, Lazarus dagegen hat Böses empfangen; nun wird er hier getröstet, und du wirst gepeinigt.

26 Und überdies besteht zwischen uns und euch eine große Kluft, daß niemand, der von hier zu euch hinüber will, dorthin kommen kann und auch niemand von dort zu uns herüber.

27 Da sprach er: So bitte ich dich, Vater, daß du ihn sendest in meines Vaters Haus;

28 denn ich habe noch fünf Brüder, die soll er warnen, damit sie nicht auch kommen an diesen Ort der Qual.

29 Abraham sprach: Sie haben Mose und die Propheten; die sollen sie hören.

30 Er aber sprach: Nein, Vater Abraham, sondern wenn einer von den Toten zu ihnen ginge, so würden sie Buße tun.

31 Er sprach zu ihm: Hören sie Mose und die Propheten nicht, so werden sie sich auch nicht überzeugen lassen, wenn jemand von den Toten auferstünde.

Halleluja! Deine Mahnungen, Herr, sind gerecht in Ewigkeit; unterweise mich, so lebe ich. Halleluja!

 

Glaubensbekenntnis

Wir bekennen – jede und jeder für sich und doch auch gemeinsam vor Gott – unseren christlichen Glauben:

Ich glaube an Gott, den Vater, den Allmächtigen, den Schöpfer des Himmels und der Erden. Und an Jesus Christus, seinen eingeborenen Sohn, unseren Herrn, empfangen durch den Heiligen Geist, geboren von der Jungfrau Maria, gelitten unter Pontius Pilatus, gekreuzigt, gestorben und begraben, hinabgestiegen in das Reich des Todes, am dritten Tage auferstanden von den Toten, aufgefahren in den Himmel; er sitzt zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters; von dort wird er kommen, zu richten die Lebenden und die Toten. Ich glaube an den Heiligen Geist, die heilige christliche Kirche, Gemeinschaft der Heiligen, Vergebung der Sünden, Auferstehung der Toten und das ewige Leben. Amen.

 

 Epistellesung: Aus dem 1. Johannesbrief, Kapitel 4, die Verse 16b-21

(auch Predigttext)

 16 Gott ist Liebe; und wer in der Liebe bleibt, der bleibt in Gott und Gott in ihm.

17 Darin ist die Liebe bei uns vollendet, auf dass wir die Freiheit haben, zu reden am Tag des Gerichts; denn wie er ist, so sind auch wir in dieser Welt.

18 Furcht ist nicht in der Liebe, sondern die vollkommene Liebe treibt die Furcht aus. Denn die Furcht rechnet mit Strafe; wer sich aber fürchtet, der ist nicht vollkommen in der Liebe.

19 Lasst uns lieben, denn er hat uns zuerst geliebt.

20 Wenn jemand spricht: Ich liebe Gott, und hasst seinen Bruder, der ist ein Lügner. Denn wer seinen Bruder nicht liebt, den er sieht, der kann nicht Gott lieben, den er nicht sieht.

21 Und dies Gebot haben wir von ihm, dass, wer Gott liebt, dass der auch seinen Bruder liebe.

Amen.

 

Predigt

 Die Gnade unseres Gottes sei mit uns allen. Amen!

Liebe Schwestern und Brüder! Liebe Leserinnen und Leser!

„Gott ist Liebe, und wer in der Liebe bleibt, der bleibt in Gott und Gott in ihm.“ – Ich weiß gar nicht, wie viele Paare, die ich in meinen bisher 35 Dienstjahren im Verkündigungsdienst getraut habe, diesen Vers als Trauspruch und wie viele Konfirmandinnen und Konfirmanden ihn als Konfirmationsspruch haben. „Gott ist Liebe“ – das spricht uns Menschen anscheinend doch in ganz besonderer Weise an.

Heutzutage wird überall – und manchmal geradezu inflationär – von der Liebe geredet, gesungen. Alle möglichen Ratgeber schalten sich in allen möglichen Medien ein, um uns die Wege zu einem erfüllten „Liebesleben“ zu bahnen. Manche Lieder verkaufen die Liebe so billig. Liebe, die man sich – so formulieren es einige – buchstäblich kaufen kann, ist da wesentlich teurer. Geht man ins Kino, kann man zwischen verschiedenen Liebesfilmen wählen. Und selbst, wenn einem der Sinn eher nach der großen „Action“ und Spannung steht: Ein kleine ‚Lovestory‘ – eine Liebesgeschichte –  ist immer mitverpackt.

Nun ist die Liebe ja tatsächlich durchaus etwas Schönes. Und mancher denkt bei unserem Predigttext an das, was er selbst damit erlebt hat. Es ist ja nicht so, dass wir die Liebe nicht kennen würden …

Aber wir kennen eben auch das andere: Beziehungen zerbrechen! Da reden Geschwister kein Wort mehr miteinander, Nachbarn streiten sich seit Jahren und Menschen auf der ganzen Welt bekämpfen sich. Die Schriftstellerin Elke Heidenreich schreibt: „Meine Mutter sagte immer: ‚Hör du bloß auf mit deinen saublöden Liebesgeschichten und mach lieber deine Schularbeiten.’ Die Liebe, behauptete sie, sei ein Dreck, ein einziger gigantischer Schwindel, und ich solle mir doch nur meinen Vater ansehen. Ich hatte selten Gelegenheit dazu, mir meinen Vater anzusehen – er war fast nie da.“

Ja, liebe Schwestern und Brüder, auch wenn Filme und Romane uns etwas anderes vorgaukeln. Wahre Liebe ist anscheinend selten und kostbar geworden. Zwei- oder dreimal in einem Jahrhundert käme sie vor, hat Albert Camus einmal geschrieben. Das ist nicht wirklich viel!

Und nun kommt uns die Bibel damit heute auch noch: 14mal kommt das Wort „Liebe“ in den 6 Versen unseres Predigttextes vor!

„Gott ist Liebe.“ – Für einige Theologen ist in diesem Satz das ganze Neue  Testament zusammengefasst. Natürlich hat sich auch Martin Luther darüber Gedanken gemacht. Er schreibt an einer Stelle: „Wollte einer Gott malen, er müsste einen Abgrund von Feuer malen – einen glühenden Backofen voll lauter Liebe. Gott ist eitel Liebe, ja die Liebe ist Gott.“

An dieser Stelle habe ich eine Stunde im Konfirmandenunterricht vor Augen. Sie liegt schon etwas länger zurück, aber war für mich einer dieser Momente, an den man sich eben gern zurückdenkt.

Da haben wir das mit dem Malen einmal ausprobiert. Wie malt man Gott? Natürlich kamen sofort einige, die sagten, das darf man ja gar nicht. Wir haben dann kurz darüber gesprochen, was mit dem Bilderverbot im Alten Testament eigentlich gemeint ist. Dann haben wir festgestellt, dass das Alte und auch das Neue Testament voll von Bildern ist, mit denen Menschen ihren Gott beschreiben. „Der Herr ist mein Fels … ist meine Burg … ist wie eine Mutter … ist mein Schild … ist wie eine lebendige Quelle … usw.“ Denn natürlich hat doch jeder Mensch sein ganz eigenes Bild von Gott im Kopf und im Herzen, jede und jeder von uns auch!

Und dann ging es los. Wir fingen an. Und ganz Verschiedenes kam zusammen. Da tauchte natürlich bei einigen der alte Mann mit Bart auf. Andere hatten aber auch so etwas wie ein großes Auge gemalt oder versucht, ihre Vorstellung mit Hilfe von Farben zum Ausdruck zu bringen. Eine Konfirmandin – und deshalb komme ich auf diese Stunde – hatte ein riesengroßes Herz gemalt, vollständig ausgefüllt mit roter Farbe. Und sie hatte für ihr Bild eine ganz einfache und biblische Erklärung. Sie sagte: „Gott ist Liebe! Nur Liebe!“ Welch eine junge Theologin!

Wie groß Gottes Liebe ist und wie weit sie geht, das dürfen wir an Jesus selbst ablesen, sagt unsere Bibel. Jesus selbst hat gezeigt, was Liebe bedeutet. Er hat kaputtes Leben wieder heil und Kranke wieder gesund gemacht. Er hat geholfen, dass einsame Menschen wieder Kontakt fanden und dass jemand, der vor Stress und Sorge nicht mehr wusste, wohin, dann endlich auch zur Ruhe kam. Gottes Liebe ist in unserer Welt schon einmal gelebt und in dieser Welt schon einmal ausgeteilt worden.

Gott ist Liebe! Nur Liebe! – Was soll das denn bringen? So fragte ein ganz cooler Konfirmand damals, als wir feststellten, dass Gott eben Liebe ist. Und heute frage ich uns, liebe Schwestern und Brüder: was bringt uns das denn tatsächlich ein, wenn wir wissen, dass Gott gar nicht anders kann, als dass er uns und seine Welt liebt?

Im Unterricht damals habe ich das Bild der Konfirmandin noch einmal hochgehalten und gezeigt. Das Bild mit dem großen, roten Herzen. „Seht es euch noch einmal an“, habe ich erklärt. „Das Herz ist ganz und gar ausgemalt mit roter Farbe. Für etwas anderes ist da überhaupt kein Platz mehr.“

Und so sagt s die Bibel doch auch: Gottes Liebe ist da, erfüllt alles, füllt alles aus. Und darum ist für die Angst und für alles andere, was die Liebe zerstören möchte, kein Platz mehr. „Furcht ist nicht in der Liebe“, steht im Predigttext oben, „sondern die vollkommene Liebe treibt die Furcht aus„,

Und nun, liebe Schwestern und Brüder, stellen wir uns vor, wir könnten es tatsächlich – uns ganz ohne Furcht, ganz selbstvergessen dem uns liebenden Gott anvertrauen und die uns zugesagte Liebe glaubend annehmen. Gerade in diesen Tagen, die viele von uns auf eine solch harte Probe gestellt haben. Diese Zeit im Frühling des Jahres 2020 war doch für viele auch eine Zeit der Glaubensprüfung. Viele haben bisher geklagt, viele sind mit ihrem Glauben ins Zweifeln geraten und viele haben natürlich gefragt: „Gott, wo bist du? Hilf mir!“

Gott ist Liebe! Nur Liebe! – Können wir uns wirklich dieser Liebe ganz und gar anvertrauen? Können wir uns ganz und gar dieser Liebe Gottes überlassen, der bei uns ist im Leben und auch im Sterben? Ja, mehr noch – können wir uns dieser Liebe nicht nur überlassen, sondern sie auch mit unserem Leben beantworten?

Dann hätten wir es gar nicht mehr nötig, das Maß unseres Glaubens oder unserer Liebe zu bestimmen, was wir so gerne zu tun versuchen. Vielmehr würden wir es der Liebe Gottes zutrauen, dass sie uns vollenden wird und all unserer Furcht, all unseren Fehlern zum Trotz das letzte Wort haben wird. Es kommt also gar nicht auf das Maß unserer Liebe an, sondern auf unser Vertrauen auf die Macht des liebenden Gottes, der einem Menschen Furcht nimmt, ja sogar Schuld vergibt, der all unser Klagen und all unsere Zweifel in Zuversicht wandeln kann!

Vertrauen wir uns einem liebenden Gott an, der will, dass wir leben und mit ihm in die Zukunft gehen, die er für uns bereithält! Und auf diesem Weg soll für die Furcht kein Platz mehr sein. Denn Furcht ist nicht in der Liebe!

Liebe Schwestern und Brüder! Ich weiß natürlich: So weit sind wir Menschen noch lange nicht. Lieben ganz ohne Angst und Furcht – wer kann das? Gerade wenn wir lieben, sorgen wir uns doch. Wir sorgen uns um andere Menschen. Wenn man einen Menschen liebt, ist man immer auch ein wenig bange, dass ihm etwas passieren könnte. Oder dass sich das einmal ändert und der andere einen irgendwann wieder fallen lässt? Kennen wir solche Sorgen nicht?

Ich finde darum das griechische Wort interessant, das im biblischen Urtext an dieser Stelle steht. Wenn man den Satz des Predigttextes ‚Darin ist die Liebe bei uns vollkommen, dass wir Zuversicht haben am Tag des Gerichts“, im griechischen genau nachliest, steht dort für das übersetzte Wort ‚Gericht‘ das griechische Wort „Krisis“, das eben „Gericht“ bedeuten kann, genauso wie aber eben auch „Krise“. Und wenn ich es dann so übersetze, dann spüre ich, was der Briefschreiber auch wohl kennt: Jede Liebe, jeder Glauben erlebt ihre Krise. Davon können wir alle ein Lied singen. Gerade in dieser Zeit und in diesen Tagen, in denen wir nun mehr und mehr geduldig bleiben müssen! Aber niemand muss davor Angst haben, denn Gottes Liebe ist ja da. Gott ist Liebe! Nur Liebe! Und auf sie ist Verlass – immer, denn Gottes Liebe ist unverbrüchlich.

„Dieu ne peut que donner son amour, notre Dieu est tendresse“. So singen wir es in einem Lied im Kloster von Taizé: Gott kann nur seine Liebe schenken. Unser Gott ist Zärtlichkeit, ist Liebe!

Liebe Schwestern und Brüder!

Wir haben einen Gott, der uns so sehr liebt, dass er alles – sogar seinen eigenen Sohn – für uns gibt. Wenn wir uns das immer wieder klar machen, wenn wir Gottes Fähigkeit zu lieben wirklich begreifen könnten, dann können wir gar nicht mehr anders, so sagt Johannes, dann können wir gar nicht mehr anders: Wir sehen unsere Mitmenschen mit anderen Augen, wir sehen sie als jemanden, der Gott wichtig und lieb ist.

Und darum bringt er das auf eine ganz einfache Formel: ‚Wenn jemand spricht: Ich liebe Gott und hasst seinen Bruder und seine Schwester, der ist ein Lügner‘.  Das ist doch logisch, oder?

„Menschen, die aus Liebe leben, sehen tiefer“, hat einmal ein kluger Mann gesagt. „Menschen, die glauben können, sehen alles in einem ganz anderen Licht.“ Sie wissen, was sie selbst Gott wert sind und sie wissen auch, wie hoch Gott die anderen Menschen schätzt. Mit einer solchen Einstellung sollten wir uns und anderen ins Gesicht schauen, um es dann aber auch zu ahnen und sich daran zu freuen, wie gut es Gott mit uns meint! Gestern, heute und in aller Zeit!

Und der Friede Gottes, welcher höher ist als all unsere Vernunft, bewahre eure Herzen und Sinne in Christus Jesus. Amen.

 

Fürbittgebet

Wir danken dir, Herr guter Gott,

dass du uns einlädst und Gemeinschaft schenkst mit dir.

Wir danken dir, daß wir bei dir zu Hause sind,

auch wenn du gerade bei uns zu Hause bist.

Du bist uns nah

– auch jetzt, wo wir mit unseren Gedanken ganz bei dir sind.

Du bist bei uns, wenn wir beten, dein Wort lesen,

Du hörst unsere Klagen, aber auch unsere leisen Hoffnungen.

Herr, erbarme dich!

 

Deine Einladung ist grenzenlos

– und doch sind uns Grenzen in dieser Zeit gesetzt.

Wir machen uns viel zu schaffen mit allem Möglichen.

Hilf, daß wir die Zeichen deiner Nähe nicht übersehen.

Du begegnest uns doch in deinem Wort

und in den Menschen, die du uns schickst,

die vielleicht gerade in diesen Tagen besonders für uns sorgen.

Da sind immer auch die überraschenden Erfahrungen deiner Gegenwart.

Herr, erbarme dich!

 

Die Tür zu dir steht allen offen.

Lass uns Botinnen und Boten deiner Einladung sein

– gerade für die, die ferne stehen.

Lass uns glaubwürdig sein in unserem Leben,

damit Menschen, die uns begegnen, spüren:

Du schließt niemanden aus.

Lass uns die Not anderer sehen und lindern,

wo wir es können,

den Ausgestoßenen und  Entfremdeten ein Stück Heimat geben,

so wie wir Zuflucht haben bei dir.

Herr, erbarme dich!

 

Herr, in so vielen Ländern herrschen gerade Angst und Sorge.

Wir denken nicht nur an uns selbst,

auch an unsere Schwestern und Brüder auf den anderen Kontinenten.

Lass uns gemeinsam vorsichtig und geduldig bleiben.

Hilf uns allen und überall,

dass wir andere schützen,

indem wir uns selbst schützen.

Und dann lass uns gemeinsam die neue Zukunft schauen,

in der wir uns wieder begegnen werden

– ganz unbeschwert und fröhlich unbelastet.

Herr, erbarme dich!

– Kurzes Innehalten in der Stille und Zeit zum persönlichen Gebet –

 

Sei du da mit deinem Segen

– für alle, die wir lieben.

–  für alle, die nun leben, um anderen zu helfen.

–  für alle, die sich selbst nicht helfen können.

Sei bei den Einsamen und Kranken.

Schenke uns Einsicht in vieles, was wir nun mittragen müssen.

Schenke uns Geduld und einen langen Atem.

Schenke uns Hoffnung, an der wir niemals zweifeln wollen.

Sei bei uns allen! Heute und in aller Zeit!

 

Guter Gott, ich bete für alle,

an die ich nun denke,

und auch für mich das Gebet,

das dein Sohn Jesus Christus uns allen hinterlassen hat

und das uns durch schwere Zeiten tragen will:

Vater Unser im Himmel

Geheiligt werde dein Name

Dein Reich komme

Dein Wille geschehe

Wie im Himmel so auf Erden

Unser tägliches Brot gib uns heute

Und vergib uns unsere Schuld

Wie auch wir vergeben unseren Schuldigern.

Und führe uns nicht in Versuchung,

Sondern erlöse uns von dem Bösen.

Denn dein ist das Reich und die Kraft

Und die Herrlichkeit.

In Ewigkeit.

Amen.

 

Segen

Wir denken nun an all diejenigen,

die uns am Herzen liegen

– und natürlich auch an uns selbst –

und wir sprechen die Worte des Segens,

mit denen wir unsere Gottesdienste schließen.

 

Der HERR segne dich und behüte dich!

Der HERR lasse sein Angesicht leuchten über dir

und sei dir gnädig!

Der HERR hebe sein Angesicht über dich

und gebe dir Frieden!

Amen.

 

 Liebe Schwestern und Brüder!

Euch allen einen gesegneten Sonntag!

Kommt gut durch die Zeit, passt auf euch auf und bleibt gesund!

Pfarrer Rüdiger Dunkel

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